Von der Immatrikulation bis zum Master
Es ist Sonntag Abend und ich habe keine Lust mehr an meiner Masterarbeit zu schreiben. Nicole ging es ähnlich und so haben wir uns spontan entschlossen, an diesem bewölkten Abend noch eine kleine Radtour durch Cottbus zu machen. Kenner wissen, zwischen den sanierten und unsanierten Plattenbauten findet man hier erstaunlich schöne Gebäude, die noch vom Glanz der Stadt in vergangenen Epochen zeugen. Unsere Tour began am Altmarkt und führte uns südwärts durch die Altstadt zum Tierpark und zurück.
Nachdem ich mich mit Nicole am Brunnen auf dem Altmarkt getroffen habe, fahren wir zunächst durch die Spremberger Straße (auch Sprem genannt) in Richtung Süden. Am Ende der Sprem findet man das Wahrzeichen von Cottbus, den Spremberger Turm. Wir besteigen den Turm aber heute mal nicht sondern fahren direkt weiter in die Straße der Jugend bis zum Gladhouse.
An der Gabelung von Bautzener- und Parzellenstraße finden wir in einer ruhigen und eigentlich sehr schön gestalteten Nachbarschaft das erste leere Fabrikgebäude. Leider gibt es kein Hinweisschild, was dort mal produziert wurde aber die Stukarbeiten am Giebel zeigen, dass die Fabrikbesitzer auch einen Sinn für Kunst hatten. Unser Interesse an Architektur endet in einer Diskussion, was man denn aus dieser Fabrik (keinen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt), so schönes machen kann.
Wir folgen dem Verlauf der Parzellenstraße und überlegen kurz, ob wir bei Billy’s Eckchen noch ein Radler trinken. Letztendlich fahren wir ohne anzuhalten weiter und überqueren die Bahnschienen, wo wir weitere schöne Fabrikgebäude und Fabrikantenvillen entdecken. Schade, dass man hier nicht heraus bekommt, wofür diese Gebäude genutzt wurden (Textilindustrie vielleicht?).
Wir unterqueren den Stadtring, vorbei an der Trainingsstätte des FC Energie Cottbus und weiteren schönen Industriegebäuden bis wir die Spree und den gleichnamigen Radweg erreichen. Dieser wurde hier als schöne Allee ausgebaut mit der Spree auf der linken und Kleingartenanlagen auf der rechten Seiten. Nach ca. 800 Meter kommt eine Holzbrücke, auf der man über die Spree zum Tierpark gelangt. Das Ufer sieht hier sehr urwüchsig aus, das ist bestimmt auch nett mit dem Paddelboot.
Kurz hinter der Brücke erreichen uns tierische Gerüche (im wahrsten Sinne des Wortes), so dass der Tierpark wohl nicht mehr fern ist. Leider können wir keine Tiere von draußen entdecken, das Gelände ist hier einfach zu dicht bewachsen. Uns verlässt die Lust weiter zu fahren, als kehren wir um und treten die Heimfahrt an.
Alles im Leben ist irgendwann mal zu Ende, so auch die tolle Zeit mit den Erasmus-studenten vom Jahre 2009/2010 in Cottbus. Nachdem das Semester vor 2 Wochen zu Ende gegangen ist, verabschieden sich nun mehr und mehr Studenten aus der Lausitz. Leider konnte ich nicht zu so vielen Abschiedsfeiern gehen, da meine Masterarbeit mir die Zeit und Lust zum feiern raubt.
Heute sind nun Julio und Victor zurück nach Spanien geflogen, die beide in den letzten Monaten gute Freunde geworden sind. Wir haben uns geschworen, dass wir uns bei einer Re-Union bald wieder sehen werden und ich hoffe das klappt auch! Ich hatte eine coole Zeit mit euch (und natürlich all den anderen Leuten), das war noch mal ein schönes letztes Kapitel für mein eigenes Studium. Ob ich im nächsten Semester noch einmal Betreuer für die Austauschstudenten mache, muss ich erstmal überlegen. Ich glaube die Zeit wird ganz schön knapp!
Haste Luego Julio y Victor!
Am Montag musste ich auch mal wieder leidlich erfahren, dass Sport auch Risiken birgt. Ich bin wie jeden Montag zum Volleyball in die Uni-Sporthalle und dann durfte ich nach 30 Minuten schon wieder das Training beenden. Ich lass jetzt einfach mal das Foto sprechen, die Geschichte dahinter könnt ihr euch selbst ausmalen.
Die ersten zwei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika sind gerade vorbei. Deutschland hat im ersten Spiel zwar einige Ausrufezeichen gesetzt, aber dafür im zweiten Spiel ziemlich abgekackt. Wir müssen jetzt schauen, dass wir uns den Einzug ins Achtelfinale nicht selbst verbauen.
Auf jeden Fall ist die Stimmung in Deutschland schon wieder vorhanden und es zieht die Leute auf die Straßen, um Fußball zu schauen. Ich hatte das erste Spiel in der Freizeitoase am Amtsteich mit einigen Austauschstudenten gesehen, aber die Stimmung war eher lahm. Lediglich ein paar aufgepumpte Spacken haben versucht Stimmung zu machen, aber da ihre Anfeuerungsversuche eine eher nationale Sichtweise erkennen ließen, haben die meisten Leute einfach nicht mitgemacht.

Public viewing in der Freizeitoase
Besser war es schon beim zweiten Spiel der Nationalmannschaft. Zuerst habe ich mir in der Brasserie an der Uni einen Platz erkämpft, aber der schlechte Beamer und die eher mäßige Stimmung (ich will beim Fußball schauen nicht sitzen ) haben uns dann in der zweiten Halbzeit zu den Architekten getrieben. Dort war es richtig gut! Ein prall gefüllter Unterbau, eine ordentliche Leinwand und die Möglichkeit, Bier von zu Hause mitzubringen haben dort eine ordentliche Stimmung aufkommen lassen. Lediglich die Niederlage unserer Jungs hat die Stimmung ein wenig gedämmt. Also mein neuer Lieblingsplatz für Public Viewing in Cottbus: Bei den Architekten an der Uni. Achso, und Nazis sieht man dort auch keine.
Mensch Hansa, was macht ihr denn!? Ich bin geschockt und fühle mich leer. Es ist einfach unvorstellbar, dass ihr nicht mehr in der Bundesliga vertreten seid! Auch wenn ich überzeugter Energie Cottbus Fan bin, soeinen Abgang habt ihr echt nicht verdient. Die Derbys mit Hansa waren doch immer etwas, worauf man sich gefreut hat. Ich erinnere mich noch an das Abstiegsduell in der 1.Bundesliga 2008/2009, als Cottbus in den letzten 15 Minuten die Partie gedreht hat und damit quasi den Abstieg von Rostock besiegelt hat. Aber was soll ich denn jetzt im Stadion der Freundschaft machen? Audi Ingolstadt bringt doch nicht mal 50 Fans mit nach Cottbus. Solche Retortenclubs braucht echt kein Mensch.
Alles Gute für den Wiederaufstieg Hansa Rostock!
Seien wir mal ehrlich, so richtig Geld hat man ja als Student eigentlich nie und ein eigenes Auto haben auch nur die aller wenigsten. Um trotzdem mobil zu bleiben, muss man da wohl oder übel das Fahrrad benutzen. In Cottbus ist das übrigens überaus angenehm, denn die Stadt liegt im Flachland und es gibt hier so gut wie keine Anstiege. Nachdem ich viele Leute für meine Geburtstags-Fahrradtour nächsten Samstag eingeladen hatte (darunter auch viele internationale Studenten), brauchten die natürlich alle ein Fahrrad. Am Schwarzen Brett der Uni hing gerade nicht allzu viel aus und die Fahrradhändler wollten teilweise utopische Preise für alte Fahrräder haben. Glücklicherweise gibt es hier in Cottbus noch eine andere Möglichkeit, um billig an gebrauchte Fahrräder zu kommen: Die Fahrradauktion!
Jedes Jahr veranstaltet das Fundbüro der Stadt Cottbus eine Auktion von nicht abgeholten Fundsachen im Innenhof des Rathauses. So auch heute. Neben vielen Fahrrädern wurden auch Taschen, Werkzeug, Kindersitze, Kinderwagen (Wie kann man eigentlich einen Kinderwagen vergessen?!) und anderes Zeug verkauft. Erstaunlich viele Studenten haben sich dort eingefunden und so wurden die Mindesgebote (5-20 €) für alle Fahrräder deutlich überschritten.
Trotzdem hat unsere Gruppe einige Schnäppchen gemacht (Santiagos Fahrrad hat nur 8 EUR gekostet), wohl auch weil teilweise wichtige Teile wie Lenker oder Sattel gefehlt haben. Aber dafür gibt es ja zum Glück die studentische Fahrradwerkstatt auf dem Campus, wo wir die Fahrräder kostenlos aufbessern können. Auf jeden Fall hat die Auktion viel Spaß gemacht, besonders wenn man sich die Verbissenheit mancher Mitbieter anschaut. Mal schauen, wenn ich nächstes Jahr noch hier bin, werde ich wohl selbst mal nach einem schönen Fahrrad schauen. Einige Rahmen fand ich echt schick!
So, jetzt darf ich mal weiter an meiner Masterarbeit schreiben, 10 Seiten habe ich schon geschafft.
Bedingt durch meine ehrenamtliche Arbeit beim Akademischen Auslandsamt unserer Uni kommt es wieder hoch, dieses Erasmus-Gefühl. Mittlerweile ist mein eigenes Erasmus-Studium in Schweden gut fünf Jahre zurück, aber trotzdem scheine ich immer noch diesen “Erasmus-Virus” in mir zu tragen. Glücklicherweise gibt es auch in Cottbus haufenweise Erasmus-Studenten, die mein Studium hier fast so aufregend machen wie die Zeit damals in Schweden. Ich mag einfach das Gefühl, mit den Leuten aus der ganzen Welt Zeit zu verbringen, neue Sprachen zu lernen, neue Kulturkreise zu erschließen.
Gerade gestern war wieder eine spanische Party im quasiMono, wo die Spanier erneut unter beweis gestellt haben, dass sie einfach die Partynation sind. Überhaupt ist die Gemeinschaft der Austauschstudenten hier ist wirklich außergewöhnlich, jeder kennt jeden und die Stimmung untereinander ist bestens. Ich bin mittlerweile auch voll in der internationalen Gemeinschaft integriert und es macht einfach nur Spaß, mit den Leuten zu feiern.
Falls hier noch irgendeiner Zweifel an einem Auslandssemester hat, dem kann ich nur raten, macht es einfach! Die Parties werden die besten sein, die ihr je hattet. Gerade in Cottbus hat man gute Chancen, eine Austauschplatz in attraktiven Ländern zu ergattern. Falls jemand in die Türkei gehen möchte, dem kann ich übrigens die Seite www.buttersun.com empfehlen. Dort kann relativ unkompliziert eine Wohnung für das Auslandssemester finden. Also, auf gehts!
God Bless Erasmus!
..und ich freue mich! Die Sonne kommt raus, die Stadt füllt sich wieder mit jungen Leuten und die Partyquote erreicht wieder Normalwerte – kurzum – die Semesterferien sind vorbei! Es wurde auch höchte Zeit nach fast 2 Monaten gähnender Leere ohne ordentliches Studentenleben.
Auch die meisten Erasmus-Studenten kommen wieder zurück aus dem Heimaturlaub, so spreche ich wieder häufiger Englisch als Deutsch. Es ist ein schönes Gefühl, mit den Leuten aus der ganzen Welt zusammen Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Gerade gestern war eine Party bei Alexis, einen Erasmus-Studenten aus Griechenland. Er ist einer meiner Studenten, die ich ehrenamtlich an der Uni als “Buddy” betreue und durch ihn habe ich wieder weitere Erasmus-Leute kennen gelernt.
Ansonsten habe ich aber auch noch ganz gut mit meiner Masterarbeit zu tun. Ich arbeite jeden Tag so 3-4 Stunden, mehr ist konzentrationstechnisch nicht drin. Im ganzen Stress habe ich doch glatt vergessen meine Bücher zurück zur Uni-Bibliothek zu bringen. Die Benachrichtigung per E-Mail habe ich leider übersehen, so habe ich es doch tatsächlich geschafft, nach fast 7 Jahren an dieser Uni mein erstes Mahnschreiben zu bekommen. Die 4.50 € Mahngebühr konnte ich auch noch verkraften, bei manch anderen Bibliotheken kriegt man dafür nicht mal nen Mitgliedsausweis. Naja, in 6 Monaten wird sich die Lage ja eh entspannen.
Bei der Fahrt nach Berlin habe ich heute mal den UMTS-Empfang auf der Strecke des RE2 von Cottbus nach Berlin ausprobiert. Als Hardware habe ich folgendes verwendet:
Man muss anmerken, dass ich den Stick ohne USB-Verlängerungskabel direkt an den Netbook gesteckt habe – Empfangstechnisch ist das sicherlich nicht die optimalste Variante. Damit ich nicht ständig der Gebührenzähler tickt, habe ich mir eine 24-Stunden Flatrate meines Mobilfunkanbieters gegönnt.
Messergebnisse
Im ersten Streckenabschnitt von Cottbus nach Lübbenau konnte ich leider keine Messung durchführen, da ich meinen UMTS-Stick noch nicht konfiguriert hatte. Zwischen Lübbenau und Brand konnte ich folgende Messung machen:
Ich hatte in diesem Abschnitt zwar keinen sonderlich hohen Durchsatz, dafür aber eine einigermaßen stabile Verbindung.
Ein ganz anderes Bild bekam ich im Abschnitt von Brand nach Königs-Wusterhause. Dort hatte ich gar keinen Empfang und konnte das mobile Internet überhaupt nicht nutzen. Erst im Gebiet um Groß Köris konnte ich wieder einen guten Empfang nutzen, obwohl dieser danach auch wieder rapide abgefallen ist.
In Berlin wurde der Empfang dann deutlich besser und ich kam teilweise auch in den vollen UMTS-Genuss. Bei einem Zwischenhalt kurz vor Ostbahnhof hatte ich den besten Empfang auf der ganzen Strecke.
Fazit
Bequemes surfen war nicht möglich, dafür war die durchschnittliche Übertragungsrate einfach zu niedrig. Außerdem gab es besonders in Brandenburg häufig längere Zeitspannen, in denen gar kein Empfang vorhanden war. Nur äußerst selten (und wenn dann für max. 1 Minute) hatte ich in Brandenburg einen Durchsatz von mehr als 50 KB/s. Die meiste Zeit war ich gefühlt mit 2-3KB/s unterwegs, was für einen Messenger zwar ausreicht aber das Surfen unerträglich macht. Insgesamt ist die Verbindung 2 mal komplett weg gebrochen, so dass ich wieder neu verbinden musste. Im Stadtgebiet von Berlin war der Empfang und der Datendurchsatz aber relativ gut und man konnte einigermaßen bequem surfen. Wohlgemerkt wurde diese Messung entlang der Bahntrassen gemacht, für die Autobahn könnte das Ergebnis komplett anders ausfallen.
Falls ihr eigene Erfahrungsberichte habt, könnt ihr diese gerne hier rein schreiben
Am letzten Tag in Spanien sollten wir von der warmen Madrider Sonne geweckt werden. Mittlweile haben sich nämlich die Temperaturen auf das eingestellt, was wir erwartet hatten. Also sind wir noch mal raus auf die Straßen und haben die Umgebung am Plaza de España auf uns wirken lassen und die letzten Stunden in Madrid genossen. Bei einem weiteren kleinen Bummel durch die Einkaufsstraßen und einer ordentlichen Paella haben wir uns dann auch schon innerlich von Madrid verabschieded, bis uns dann unser Flieger kurz vor 20 Uhr wieder in heimische Gefilde brachte.
Es war ein sehr schöner Urlaub und wir haben eine Menge gesehen. Barcelona hat wohl mehr und schönere Sehenswürdigkeiten, nur der Katalan-Nationalstolz ist irgendwie komisch. Auch in Madrid kann man sicherlich gut leben, gerade auch weil man hier Spanisch sprechen (darf). Letztendlich haben wir durch Jorge und Alvaro auch Einblicke in das spanische Leben bekommen, die wir sonst sicherlich nicht so bekommen hätten. Nun geht es weiter mit meiner Masterarbeit, wo auch noch ein Haufen Arbeit vor mir liegt.