Winterurlaub im Isergebirge

Der letzte Winterurlaub ist zwar erst gut einen Monat her, aber trotzdem wollten wir noch mal im kleinen Kreis ein paar Tage Bergluft schnuppern. Diesmal ging es nach Świeradów- Zdrój (deutsch Bad Flinsberg) ins Isergebirge.

Anreise als Grenzgänger

Dank den offenen Grenzen in der EU muss man bei der Routenplanung keine Rücksicht mehr nehmen, ob man eine Landesgrenze überschreitet. So entschieden wir uns für eine Route über die Lausitz, Polen, Tschechien und schließlich wieder nach Polen. Schade, dass genau diese Freiheit von Nationalisten der jeweiligen Länder gerade in Frage gestellt wird.

Damit wir die Strecke nicht in einem Stück fahren müssen, haben wir einen Zwischenstopp in Bad Muskau eingelegt. Dort haben wir den weitläufigen Fürst-Pückler-Park und das Schloss besichtigt, welches in den Jahren von 1995 bis 2004 aufwändig saniert wurde. Genau im Park verläuft auch die Staatsgrenze zu Polen, so dass man echt viel Vorstellungskraft braucht, um sich den Zustand vor 20 Jahren vorzustellen. Es scheint, hier ist Europa wirklich zusammengewachsen.

Interessent war auch der Grenzübergang zwischen Polen und Tschechien. Die polnische Stadt Zawidów (Seidenberg) knüpft nahtlos an die tschechische Ortschaft Habartice (Ebersdorf) an. Rein baulich nimmt man die Grenze nicht wahr und auch zwischen den Ortschaften keinen Unterschied ausmachen.

Die letzten Meter zu unserem Hotel & Medi-SPA Biały Kamień war schon etwas aufregend. Bad Flinsberg ist an sich schon sehr bergig und wenn dann noch schmale Straßen mit Glatteis ins Spiel kommen, hat man echt viel Freude mit einem vollgeladenen Kleinwagen. Der erste Eindruck von Hotel, Schwimmbad und näherer Umgebung war aber sehr vielversprechend – hier kann man also gut Urlaub machen.

Ankommen in Świeradów-Zdrój

Der Montag brachte herrlichen Sonnenschein, so dass wir erstmal den Ort zu Fuß bzw. per Schlitten erkundeten. Die Hauptattraktion ist zweifellos das Kurhaus mit der hölzernen Wandelhalle. Bereits vor Jahrhunderten wurden hier mineralische Quellen entdeckt, so dass die Stadt ab 1763 ein anerkannter Kur- und Badeort wurde.

Auch wir haben uns einen Schluck Mineralwasser gegönnt, welches aber eher zu mineralisch für unseren mit Leitungswasser verwöhnten Geschmack war. Unsere Kleine war auch nicht dafür zu begeistern, obwohl wir ihr das besonders gesunde Getränk gern öfter gegeben hätten. Die kleine Tasse haben wir als Andenken in jedem Fall behalten.

Direkt vor dem Kurhaus beginnt die Ul. Zdrojowa, welches sowas wie die zentrale Fußgängerzone in Bad Flinsberg darstellt. Dort findet man Restaurants, Bekleidungs- und Souvenirgeschäfte von unterschiedlicher Qualität. Wir haben uns eine Pizza im Restaurant Margerita gegönnt, welche trotz unfreundlicher desinteressierter Bedienung sehr gut geschmeckt hat.

Am Nachmittag sind wir etwas raus gefahren und haben den Queis-Wasserfall (
Wodospad Kwisa) angeschaut. Dieser liegt etwas versteckt am Rande der Ortschaft und ist nicht ausgeschildert. Ich habe den Ort gleich mal bei Openstreetmap eingetragen, so dass sich im Sommer hier wohl Heerscharen von Touristen verirren werden.

Entspannen im Hotel

Am Dienstag haben uns die Schwiegereltern besucht, so dass wir etwas entspannter in den Tag gehen konnten. Unsere Kleine wurde bei herrlichen Wetter mit Eis, Waffeln und Schlagsahn im Cafe Maestro verwöhnt. Wir selbst gönnten uns auch ein paar Stunden im Spa und genossen den Urlaub in vollen Zügen. Im Hotel haben wir auch noch eine polnische Schauspielerin entdeckt, die mir ihrem Instagram Account auch Werbung für das Hotel machte.

Da das Wetter am Mittwoch immer noch in Ordnung war, haben wir mit dem Auto einen Ausflug ins tschechische Liberec (Reichenberg) unternommen. Diese Stadt ist mit über 100.000 Einwohnern immerhin die fünftgrößte in Tschechien und war nur 45 km entfernt. Die Fahrt führte auf tschechischer Seite durch malerische Landschaften, die teilweise an Bayern erinnern.

In Liberec angekommen, hatten wir die vermeintlich einfache Aufgabe, unseren Parkplatz in der Innenstadt zu bezahlen. Erstes Problem, wir hatten keine Tschechischen Kronen. Zweites Problem, der Geldautomat hatte meine VISA-Karte gesperrt. Da wir das Risiko nicht eingehen wollten, eine weitere VISA-Karte zu sperren, mussten wir einen Laden finden, der unsere letzten Euros annimmt und uns dann Kronen zurückgebiet. Glücklicherweise hat ein Kiosk-Besitzer sich bereiterklärt, das Rückgeld des Einkaufs in Kronen auszuzahlen.

Nachdem der Parkplatz gesichert war, haben wir uns die Innenstadt näher angeschaut. Die Wallensteinhäuser sind sehr schön anzusehen, aber dummerweise direkt an einem hässlichen Plattenbau angebaut. Der Markt mit dem Rathaus ist aber schon ein Hingucker. Das Rathaus wurde nach Plänen von Franz von Neumann Ende des 19.Jahrhundertsgebaut und erinnert sehr an das Wiener Rathaus. In der näheren Umgebung sind noch ein Einkaufszentrum und eine größere Fußgängerzone, welches wir erlaufen haben.

Ab Donnerstag wurde das Wetter Zunehmens schlechter, so dass wir unsere Aktivitäten wieder mehr in den Badebereich unseres Hotels verlegt haben. Für die Lütte war das auch am vierten Tag unseres Urlaubs immer noch die Lieblingsbeschäftigung.

Da das Wetter am Freitag wieder besser würde, sind wir den Heufuder (Stóg Iserski) mit der Gondel hochgefahren. Auf 1100 Metern Höhe war es schon ziemlich stürmisch und leider hat sich die Sonne auch nur selten blicken lassen. Das Skigebiet ist aber schon mal für die Zukunft vorgemerkt. Die Infrastruktur mit Seilbahn, Skiverleih, Skibus und Bauden ist sehr gut ausgebaut.

Heimreise über Görlitz

Für die Rücktour haben wir uns wieder einen interessanten Zwischenstopp ausgesucht und haben halt in Görlitz bzw. Zgorzelec gemacht. Es hat sich seit meinem letzten Besuch vor einigen Jahren nicht viel verändert und ist immer noch sehr schön anzuschauen. Die Straßen waren aber ganz schön leer, hier kommt der große Touristenstrom wohl noch.

Das ehemalige Kaufhaus wurde erfreulicherweise von einem Investor aus der Oberlausitz gekauft und soll nun endlich wieder zum Leben erweckt werden. Das wird auch Zeit, denn das Gebäude ist wirklich ein Hingucker. Hier würde auch der Film The Grand Budapest Hotel oder Inglourious Basterds gedreht.

Wir haben am Untermarkt im Cafe Bistro Gloria (Patrizierhaus St. Jonathan) im historischen Ambiente Mittag gegessen, ehe wir endgültig die Heimreise antraten. Ein schöner Urlaub ging zu Ende.

Familienwochenende in Ottendorf

Die ganze Familie hatte sich auf Einladung von Steffen zusammen gefunden, um ein Wochenende in Ottendorf in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Wir hatten das komplette Ferienhaus „Zur Ottendorfer Hütte“ für uns reserviert und waren mit insgesamt 4 Generationen vor Ort.

Die späte Anreise am Freitagabend bei Regen und Schneefall war alles andere als entspannt. Zudem sind manche Hügel für einen Flachländler schon etwas Besonderes und man bekommt etwas Puls, wenn es auf einmal steiler bergauf oder bergab geht. Nichts desto trotz haben es alle sicher geschafft und konnten den ersten Abend gemeinsam genießen.

Am nächsten Tag haben wir den Tiefschnee am Rande unserer Unterkunft ausprobiert. Für die Kinder war es ordentlich Spaß, mit dem Schlitten – oder ohne – den Abhang runter zu rutschen. Für unsere kleinste war es die erste bewusste Erfahrung mit Schnee überhaupt.

Am Nachmittag sind einige noch in das Seidenmuseum und zum Skihang nach Sebnitz gefahren. Wir haben die Zeit lieber zur Entspannung genutzt, damit wir am Abend zur Spielerunde fit waren. So richtig ist der Plan nicht aufgegangen, da wir früh in Bett versackt sind. Dafür hatten aber die anderen richtig Spaß bei Cranium. 😀

Am Sonntag war dann schon wieder die Abreise. Nach einem ordentlichen Frühstück und reichlichen Überlegungen zum Tagesprogramm sind wir dann schließlich alle direkt nach Hause gefahren. Es war hoffentlich nicht der letzte Winterurlaub in diesem Jahr.

Umzug in mehreren Akten

Vorbereitung

Schon Wochen vor dem eigentlichen Umzugstermin haben wir den Keller und die Wohnung nach ungenutzten Sachen durchsucht. In den letzten 5 Jahren hat sich so einiges angesammelt, so dass wir viele Dinge noch verkauft oder verschenkt haben. Nichts desto trotz hat unser Hausstand eine sehr unhandliche Größe angenommen, so dass wir für den Umzug ein Unternehmen gebucht haben.

Freitag, 09.11.2018 – Umzugstermin

Mit knapp 30 Umzugskartons, reichlich Möbeln und einer zerlegten Küche wollten wir den Umzug pünktlich um 9 Uhr starten. Leider hatte aber einer der bestellten Helfer verschlafen, so dass die anderen beiden Kollegen erst mal die Arbeit verweigerten. So warteten wir knapp 30 Minuten bis der dritte Helfer bei uns ankam und legten mit Verspätung los. Für einen kleinen Nervenkitzel sorgte zudem die Parkplatz-Situation vor unserer alten und neuen Wohnung. Sowohl in Prenzlberg als auch in Biesdorf bekommt man einen 3,5t Lastwagen nicht einfach so eingeparkt. Dank geschickter Parkraumbewirtschaftung mit zwei Autos könnten wir das Problem allerdings lösen. 🙂

Nach knapp 2 Stunden war unsere alte Wohnung (fast) leer und der Laster gefüllt. Weitere 2 Stunden später war unsere neue Wohnung in Biesdorf voll und der Laster wieder leer. Nun mussten die Möbel noch vernünftig aufgebaut und die Anschlüsse in der Küche gemacht werden. Dank tatkräftiger Unterstützung von Opa haben wir noch am selben Abend die Grundversorgung hergestellt und konnten erstmalig in der Wohnung übernachten.

Besonders für unsere Kleine war es ein harter Umzug mit einigen Entbehrungen und einer komplett neuen Umgebung. Sie hat es aber super gemeistert und ihr neues Zimmer gut angenommen.

Samstag, 10.11.2018 – Schichtwechsel

Nachdem meine Eltern uns in den letzten 3 Tagen unterstützt hatten, haben wir am Samstag einen Schichtwechsel gemacht und meine Schwiegereltern haben uns unterstützt. So konnten wir immerhin alle viele Lampen anbringen, die Wände im Kinderzimmer fertig streichen und weitere Kartons leeren. Am Sonntag haben wir noch die alte Wohnung für die Übergabe vorbereitet und das Bett für die kleine aufgebaut. Mehr ging nicht, auch weil wir selbst mal ein paar Stunden für uns brauchten.

Mittwoch, 14.11.2018 – Offiziell umgemeldet

Am Mittwoch hatte ich meinen Termin beim Bürgeramt in Biesdorf. Die Ummeldung ging sehr unkompliziert und somit bin ich nun offiziell Marzahner! Das Bürgeramt ist nur einen Steinwurf von unserer neuen Wohnung entfernt, da hat sich der Umzug also gelohnt. Leider trifft das nicht auf den Weg zur Arbeit zu, der sich nun auf 45 Minuten verlängert hat.

Vorbereitung zur Wohnungsabnahme

Wir sind zwar schon gut angekommen in Biesdorf, aber eine Verantwortung sind wir bisher noch nicht losgeworden: Die alte Wohnung. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, wenn man die erste gemeinsame Wohnung aufgibt. Dort hat vieles angefangen und dort wurde unsere kleine Familie gegründet. Die Gegend und die Nachbarn sind einen ans Herz gewachsen, so dass der Abschied nicht so leicht fällt.

Gemeinsam mit Opa habe ich noch die letzten Reste aus der alten Wohnung entfernt und einmal alles sauber gemacht. Für manche Fenster war es die erste Reinigung seit dem Einzug vor 5 Jahren. Ob es dann für eine korrekte Abnahme reicht, müssen wir sehen. 

Freitag, 30.11.2018 – Wohnungsabnahme

Pünktlich zum Monatsende haben wir den Termin für die Wohnungsabnahme mit unserem chinesischen Vermieter vereinbart. Karo hat sich reichlich zu den geltenden Gesetzen und zugehörigen BGH-Urteilen belesen, so dass wir alles minimalistisch aber gesetzeskonform ausgebessert haben. Kurze Schreckmomente sind aufgetreten, als der Vermieter im Parkettboden einige tiefere Kratzer entdeckte. Diese hatten wir bisher nicht gesehen und stammten auch nicht von uns. Letztendlich war er aber sehr fair und hat die ganze Wohnung ohne Mängel abgenommen. Damit haben wir nun eine Aufgabe weniger und können uns der Vollendung der neuen Wohnung widmen. 

Dienstreise mal anders

Seit meinem Job-Wechsel vor zweieinhalb Jahren hat sich der Kollegenkreis innerhalb der IT-Abteilung stetig vergrößert. Neue Aufgabengebiete für die Digitalisierung, Smart Metering und die Zusammenarbeit der Netzbetreiber haben unseren Bereich auf über 70 Leute anwachsen lassen. Auch mein Aufgabengebiet hat sich stetig weiterentwickelt und ist noch vielfältiger geworden.

Um den Zusammenhalt zwischen den Kollegen zu stärken und auch mal etwas Abwechslung von stressigen Alltag zu haben, hat unsere Bereichsleitung einen Ausflug mit der gesamten Mannschaft nach Hamburg organisiert.

Zwei Tage in Hamburg

In bester Klassenfahrt-Manier sind wir mit dem Bus in Moabit losgefahren und waren 3 Stunden später bei der ersten Station unseres Ausflugs: The Imperial Lasertag Academy (TILTA) in Hamburg. Dort wurden wir in angemessene Kampfkleidung verpackt und sind dann in kleinen Grüppchen aufeinander losgegangen. Es hat wirklich Spaß gemacht, die Kollegen auch mal in anderer Form gegenüber zu stehen.

Mit unseren durchnässten und ausgelauchten Körpern sind wir anschließend ins Motel One St. Pauli gefahren, um uns für das anschließende Abendprogramm aufzufrischen.

Los ging es in dem Restaurant Herzblut St. Pauli, wo wir mit selbst belegten Burgern den kulinarischen Grundstein für die nächsten Stunden gelegt haben. Gut gestärkt und getränkt sind wir anschließend auf Empfehlung eines Kollegen in der Bar The Chug Club gestrandet. Dort haben wir eine sehr genüssliche Kombination von verschiedenen Tequila-Mischungen zu uns genommen. Ein harter Kern hat sich anschließend noch auf die Suche nach einem adäquaten Tanzlokal gemacht. Die Auswahl ist an einen Montagabend leider nicht so riesig, aber letztendlich sind wir im MashUp Music Bar in der Großen Freiheit fündig geworden. Zwischen volltrunkenen Teenagern und einem DJ, der die Lieder immer nur 20 Sekunden anspielte, haben wir unsere letzten Kraftreserven abgetanzt und sind anschließend nur noch kaputt ins Bett gefallen.

Besuch der Airbus Werke

Am nächsten Morgen haben wir uns pünktlich um 9 Uhr vor dem Hotel getroffen, um gemeinsam zu den Airbus Werken nach Hamburg-Finkenwerder zu fahren. Dort haben wir die Endmontage der A380 hautnah besichtigen können und viel über die Flotte von Airbus gelernt. Nach der zweistündigen Tour sind wir anschließend weiter nach Neuenfelde zu Bundt’s Gartenrestaurant gefahren, um in dörflicher Idylle noch gemeinsam eine Mahlzeit zu uns zu nehmen. Anschließend haben wir den Bus in Richtung Heimat betreten und waren pünktlich zum Abendessen in Berlin.

In den kommenden Monaten stehen uns größere Umstrukturierungen im Konzernverbund bevor. Es bleibt spannend, ob wir in der Besetzung noch mal auf Reise gehen werden.

Hoher Besuch im Kindergarten

Für die Kinder war es wohl eine unbedeutende Randerscheinung, aber für die Erzieher und Eltern war es ein Höhepunkt: Die Ehefrauen des polnischen und deutschen Staatspräsidenten (Frau Agata Kornhauser-Duda und Frau Elke Büdenbender) haben die Kita Hausburgviertel in Berlin Prenzlauer Berg besucht. Die Damen haben sich über die Arbeit in der Kita informiert und dabei insbesondere die internationale Ausrichtung der Kita gelobt.
Die Anwohner hatten auch etwas von dem Besuch, denn das Hausburgviertel wurde durch die Polizei abgesperrt.
Weitere Informationen:

Ausflug nach Küstrin

Wir haben den wohl letzten richtigen Sommertag in diesem Jahr genutzt, um einen Tagesausflug ins polnische Kostrzyn nad Odrą zu machen. Für die festivalerprobte Generation ist diese Stadt vor allem durch das jährliche Musikfestival Haltestelle Woodstock Pol’and’Rock Festival bekannt. Für uns war eher das Treffen mit den Schwiegereltern der Anlass, um mal aus der Hauptstadt rauszufahren.

Die Reise mit dem Auto dort hin ist denkbar einfach. Man fährt in Friedrichshain auf die B1 und dann praktisch immer geradeaus entlang der alten Reichsstraße 1 bis man in Polen ist.

Beim überqueren der Oder bekommt man sofort einen ersten Eindruck von der besonderen Lage der Stadt: Hier trifft eine alte Handelsstraße auf den Zusammenfluss von Oder und Neiße. Nicht zuletzt auch deshalb wurde die Stadt in seiner Geschichte zu einer Festung umgebaut, die man heute noch besichtigen kann.

Das beeindruckende und traurige daran ist aber, dass seit dem zweiten Weltkrieg kein einziges Gebäude mehr innerhalb dieser Festungsmauer steht. Man kann durch die erhaltenen Kopfsteinpflaster-Straßen laufen, alte Gullydeckel und Straßenbahnschienen erkennen. Auch die Namensschilder der Straßen wurden wieder aufgestellt. Nur die Gebäude sind bis zu den Grundmauern zerstört und abgetragen. Der Marktplatz ist eine große Rasenfläche, auf dem prächtige Linden wachsen.

Diese zerstörte Altstadt ist ein kulturelles Erbe, welches man genau in dieser Form für die nachfolgenden Generationen erhalten sollte. Ein Besuch der restaurierten Kasematte (Museum) ist in jedem Fall auch zu empfehlen.

Erkenntnisse: Der Wasserturm in Kostrzyn hat sehr große Ähnlichkeit mit dem Wasserturm in Schwedt/Oder.

Ostsee mal richtig

Nachdem wir es im letzten Monat nicht ganz bis an die Ostsee geschafft hatten, sind wir diesmal die volle Strecke bis Rügen gefahren und haben uns für ein paar Tage im Precise Hotel Resort in Neddesitz (bei Sagard) eingemietet. Dort gibt es Spiel, Spaß und Essen unter einen Dach und man muss sich quasi um nichts kümmern. Genau das richtige also für unsere gestressten Körper.

Die Anreise war erstaunlich schnell. Dank der A20 und der mittlerweile gut ausgebauten B96 rollt man fast nur auf Schnellstraßen zum Zielort und schafft es in etwas mehr als zwei Stunden aus der Uckermark bis zum Hotel. So konnten wir den ersten Nachmittag schon am Strand von Glowe verbringen und die ersten Sonnenstrahlen einfangen.

Noch am selben Abend haben wir die Familie in Binz besucht und am Strand den Sonnenuntergang verfolgt. Am Folgetag wollten wir eigentlich genau dort weitermachen, aber leider waren die Wetteraussichten alles andere als sommerlich. Aus der Erfahrung der letzten Urlaube hatten wir jedoch vorgesorgt und bewusst eine Unterkunft inklusive Spaß- und Sportbereich gebucht, so dass wir den Tag kurzfristig in den Spielbereich vom Splash verlagert haben.

Auch am Dienstag sollte sich das Wetter nicht wirklich verbessern, also haben wir Fahrräder ausgeliehen und sind den Rügen-Rundweg von Neddesitz nach Lohme gefahren. Der Radweg ist in diesem Abschnitt sehr gut ausgebaut und so wurde es trotz des Fahrrad-Anhängers noch ein erholsamer Ausflug. Die Mittagspause im Restaurant Daheim haben wir sehr genossen, ehe wir uns auf den Rückweg gemacht haben.

Pünktlich mit dem Einsetzen des Regens waren wir wieder in Neddesitz und haben uns noch das örtliche Kreidemuseum angeschaut. Dort wurde noch bis in die 1960er Jahre Kreide wie in einem Steinbruch abgebaut und weiterverarbeitet. Das Abbaugebiet („Kleiner Königsstuhl“) kann man auch belaufen.

Am Folgetag ist das Wetter endgültig umgeschlagen und leider auch die Aussichten für die nächsten Tage. Wir haben den Tag erneut im Splash verbracht, ohne wirklich Lust auf weitere Regentage auf Rügen zu verspüren. So sind wir schon am Mittwoch abgereist und nicht in die geplante Verlängerung gegangen. Trotzdem war es wieder schön, mal ein paar Tage abzuschalten.

Erkenntnisse: Auf Rügen gibt es eine ausgeprägte Endmoränenlandschaft, die eine Fahrradtour schon ordentlich erschweren kann.

Wochenende am Wasser

Um den Hitzerekorden in der Hauptstadt etwas zu entkommen, haben wir uns kurzfristig für einen Abstecher nach Mecklenburg-Vorpommern entschieden. Da es uns bis zur Ostsee zu weit war, haben wir uns einen netten Ort am Stettiner Haff ausgesucht. Genauer gesagt sind wir zum Seebad Ueckermünde in den Landkreis Vorpommern-Greifswald gefahren. Unsere Unterkunft (Pension am Stettiner Haff) war ganz in der Nähe im Ort Bellin.

Da in Ueckermünde auch gerade die Haff Sail stattfand, war in der Stadt und insbesondere am Hafen auch einiges los. Bedingt durch das verlängerte Wochenende waren auch viele polnische Landsleute vor Ort, so dass die Euroregion Pomerania für uns auch positiv spürbar war.

Nachdem wir den Samstag nahezu komplett am Strand verbracht hatten, sind wir am Sonntag zum Tierpark Uckermünde gefahren. Dort sind auch Oma und Opa zu uns gestoßen, welche von der Kleinen auch freudig in Empfang genommen wurden. Nachdem wir genug Nasenbären, Erdmännchen, Ziegen und Löwen gesehen haben, sind wir zum Mittag noch mal an den Strand gefahren. Die versuche, in dem neuen Strandzelt einen ordentlichen Mittagsschlaf hinzubekommen, sind aber leider fehlgeschlagen. Dazu hat das Wasser einfach zu sehr angezogen.

Strand von Ueckermünde

Nachdem die Erschöpfungsgrenze erreicht war sind wir dann ins Auto gestiegen und haben die zweistündige Heimreise angetreten. Ein aufregender Familienausflug war damit beendet.

Erkenntnisse: Der Strand in Ueckermünde und die dortigen Einrichtungen (Parkplatz, Spielplätze, Restaurants, Strandkörbe, Beachvolleyball) sind wirklich gut. Nur die Wasserqualität könnte etwas besserer sein.

Auszeit auf Kreta

Wir hatten lange darüber nachgedacht und uns dann doch für einen einwöchigen Familienurlaub auf Kreta entschieden. Letztendlich ist die Reise mit einem Kleinkind nicht ganz stressfrei, aber wir hatten die Auszeit dringend nötig. Richtige Vorfreude kam zu Beginn allerdings nicht auf, denn der Wetterbericht versprach an fast allen Urlaubstagen feinstes Regenwetter. Zur gleichen Zeit wurde für Berlin herrliches Sommerwetter angekündigt.

Immerhin war der Flug mit der Kleinen relativ entspannt. Sie hatte sich gut mit der mitgebrachten Spielzeugsammlung ablenken lassen und dank den Gummibärchen war der Druckausgleich auch kein Problem. Bei Aegean Airlines gibt es für die kleinsten Fluggäste noch ein kleines Geschenk, so dass wir uns hier gut aufgehoben fühlten. Bei der nächsten Reise braucht sie dann in jedem Fall schon einen eigenen Sitzplatz.

Späte Ankunft im Hotel

Die Anreise zum Hotel hat sich noch ganz schön hingezogen, obwohl unser Zielort Malia (griechisch Μάλια) nur 30 km vom Flughafen Heraklion entfernt war. Aber spätestens bei der Ankunft im Hotel Alexander Beach Village wussten wir, dass es ein toller Urlaub werden wird. Die Zimmer und die gesamte Anlage waren sehr gepflegt und der hauseigene Sandstrand suchte kilometerweit seines gleichen. Dazu war der Kids-Club Spielbereich sehr gut ausgestattet und versprach auch an Regentagen ordentlich Abwechslung. Selbst die frei herumlaufenden Katzen sorgten für viel Erheiterung und so waren die folgenden Tage sehr erholsam.

Nach den ersten beiden (Regen-) Tagen wurde das Wetter auch merklich besser und wir könnten unsere Freizeitaktivitäten an den Strand verlegen. Mit Lichtschutzfaktor 50 hatten unsere nordeuropäischen Hauttypen auch mit der Sonne im Mittelmeer keine Probleme. Für einen großen Ausflug hat uns irgendwie die Motivation gefehlt, aber das wäre sowieso nichts für den Nachwuchs gewesen.

Falls wir mal wieder in der Nähe sind, wollen wir uns folgendes anschauen:

  • Ausgrabungsstätte Palast von Malia
  • Höhle von Psychro
  • Ortschaften Hersonissos und Agios Nikolaos
  • Insel Spinalonga

Ansonsten kann man sich auch weiter entfernt auf der Insel noch folgendes besichtigen:

  • Altstädte von Knossos, Chania oder Heraklion
  • Kloster Arkadi (Widerstandssymbol für die Griechen, welches auf dem 100 Drachmen Geldschein abgebildet war)
  • Strand von Elafonisi
  • Strand von Stavros (Film Alexis Sorbas mit Anthony Quinn wurde hier gedreht)
  • Samaria Schlucht
  • Lefka Ori (die Weißen Berge) und Idagebirge

 

Am Freitagmorgen ging es dann schon wieder auf Heimreise. Den Rückflug hatten wir extra über die Mittagszeit gelegt, damit den Morgen nicht in hektik verfallen müssen und auch nicht zu spät zu Hause ankommen. Es hat alles wunderbar geklappt, so dass wir zum Kaffee wieder in der Heimat waren.

Erkenntnisse: Der Flughafen Heraklion hat (ähnlich wie Berlin Tegel) seit langen keine größeren Instandhaltungsmaßnahmen gesehen. Wie in Berlin soll auch hier irgendwann bald ein neuer Flughafen eröffnen.

In Heraklion darf man mit Kind die Warteschlangen überspringen und den Kinderwagen bis zum Flugzeug mitnehmen. In Berlin-Tegel darf man das nicht.

Und Action bitte

Um dem durchstrukturierten Familienalltag etwas zu entkommen, hat mir meine Liebste einen Flug im Windkanal von Leszno geschenkt. Kurzfristig hat sie sich selbst auch noch entschlossen mitzumachen und so wurde es ein lustiger Familienspaß.

Nachdem wir die Sicherheitshinweise unterschrieben („Haftung für schwere körperliche Schäden wird ausgeschlossen“) und eine Kontaktperson für den Schadensfall angegeben hatten, durften wir auch schon in die schnittigen Anzüge schlüpfen und die Fliegerposition im trockenen üben. Mit dem Beginn der ersten Rückenschmerzen hatten wir unsere Fliegerposition soweit optimiert, dass wir dann schließlich für genau zwei Minuten im richtigen Kanal abheben konnten. Dank eines Helfers hatten wir uns dabei nicht verletzt und mussten nur kleinere Stresssituationen überstehen. Für mich hat es aber gereicht, um ordentlich durchgeschwitzt zu sein.

Erkenntnisse: Zwei Minuten im Windkanal reichen für einen Anfänger völlig aus, um an seine körperlichen Grenzen zu kommen.