Überschwemmungen in Cottbus

Eigentlich sollte ein ganz normaler Praktikumstag werden, wenn da nicht dieses mächtige Unwetter gewesen wäre. Kurz vor Feierabend fing es zunächst leicht an zu tröpfeln, bis dann innerhalb weniger Minuten aus dem leichten Schauer ein tropisches Gewitter wurde. In der Hoffnung, dass das Unwetter bestimmt nur ein paar Minuten dauert, machte ich nichtsahnend mit meinen Sommerklamotten pünktlich um 5 Feierabend. Da es noch ziemlich stark regnete, beschloss ich einfach noch „ein paar Minuten“ im Foyer des Bürogebäudes zu warten, um dann trockenen Fußes zur Straßenbahn zu kommen. Als es nach 40 Minuten aber immer noch goss wie aus Eimern, rannte ich gefrusstet zur nächsten Straßenbahn-Haltestelle. Leider habe ich den Regen etwas unterschätzt, die 400 Meter haben locker gereicht, um mich bis auf die Unterhose durchzuweichen. Schöne Scheiße dachte ich! Ziemlich gefrustet betrat ich die Straßenbahn, doch schon nach einer Station war Schluss. Der Grund: Die Unterführung in der Straße der Jugend war voll Regenwasser gelaufen und die Straßenbahn konnte nicht mehr weiter. Der Straßenbahnfahrer machte eine Durchsage, dass wir doch zurück zum Hauptbahnhof gehen sollte, um die Linie 3 zu nehmen. Aber genau da kam ich doch gerade her!

Der Regen hatte wohlgemerkt immer noch nicht abgenommen, so dass mittlerweile die Gullis kein Wasser mehr aufnahmen. Inzwischen war es mir auch egal, dass meine Schuhe unter Wasser waren, ich wollte eigentlich nur noch nach Hause. Als ich dann wieder erwarten mit der Linie 3 Richtung Innenstadt vordringen konnte, wurde mir das Ausmaß dieses Unwetters erst richtig bewusst. Alle Kreuzungen der Bahnhofsstraße waren dermaßen unter Wasser, dass man Straße und Bürgersteig nicht mehr unterscheiden konnte. In der Berliner Straße ging das Wasser sogar bis zu den Hauswänden, sowas habe ich echt noch nie erlebt. Dummerweise schien die Kanalisation auch total dicht gewesen zu sein, so dass man an manchen Orten Papierfetzen und einen extrem unangenehmen Fäkalgeruch wahrnehmen konnte. Letztendlich bin ich nach gut 90 Minuten klitschnass zu Hause angekommen, zu Fuß hätte für die Strecke vielleicht 15 Minuten benötigt. Zum ersten mal in meinem Leben habe ich mich geärgert, dass ich kein Handy mit Kamerfunktion habe. Solche Überschwemmungen gibt es vielleicht alle 20 Jahre und ich konnte keine Bilder davon machen. 🙁

Heimreise

Am letzten Tag in England war das Wetter so, wie am ersten Tag der Reise: Sehr verregnet. Vom Hostel konnte ich direkt mit dem Bus zum John-Lennon-Airport fahren, wo dann gegen Mittag mein Flugzeug pünktlich abhob. Anita hatte sich mit NationalExpress auf dem Weg nach Cambridge gemacht. Nicht aber ohne ihren Ausweis in meinem Portmonaise zu vergessen. Zum Glück hat sie das noch mitbekommen, so dass wir uns noch mal schnell treffen konnten und ich ihr das Ding mitgeben konnte. Ich hatte leider auch nicht mehr daran gedacht.

Am Abend war ich wieder in Cottbus, wo ich gleich zum Bergfest der 2006er Matrikel gegangen bin. Es war ein schöner Urlaub, in dem ich viele neue Orte kennenlernen durfte. Auch war es das erste Treffen mit Anita seit über 2 Jahren. Mal schauen, vielleicht kann man ja in Zukunft nochmal soetwas in der Art machen. Ich würde mich jedenfalls freuen!

Livepool Sightseeing

Los ging der Tag mit einem Abstecher zur Liverpool Cathedral, die mit 100 Jahren zwar noch eine recht junge Geschichte aufweist, aber trotzdem nicht minder beeindruckend ist. Man kann den Kirchturm besteigen und von ca. 100 Metern Höhe einen richtig tollen Ausblick über Liverpool genießen.

Danach sind wir weiter zum UNESCO-Weltkulturerbe Albert Dock. Diese Lagerhäuser aus dem 19.Jahrhundert waren vor noch nicht allzu langer Zeit total verfallen und wurden erst in den 80ern wieder rekonstruiert. Heute findet man hier u.a. das Beatles- und das Maritime-Museum, welche wir beide übersprungen haben.

Stattdessen wollten wir uns lieber das World Museum im Stadtzentrum anschauen. Dort gibt es viele Ausstellungstücke zu Naturwissenschaften, Technik und Achäologie. Im oberen Stockwerk ist sogar ein Planetarium, wo wir uns eine Sternenschau angeschaut haben. Das Museum ist definitiv einen Besuch Wert, gerade mit Kindern macht es bestimmt Spaß. Wie bei fast allen Museen mussten wir auch hier keinen Eintritt zahlen.

Den letzten Abend dieser Englandreise haben wir in der Nähe der Wood Street ausklingen lassen. Dort gab es einfache Cocktails für einen Sparpreis, dir wir natürlich mal ausprobieren mussten. Daneben war auch gleich eine Disko, dessen Namen ich leider vergessen habe (war eh nicht so der Brüller). Nach ein paar Absackern dort war der Abend aber wirklich zu Ende und wir machten zurück in das Hostel.

Weiter nach Liverpool

Nachdem wir uns alles Sehenswerte in Leeds angeschaut hatten, sind wir heute für sportliche 11 Pfund mit dem Bus weiter nach Liverpool gefahren. Die Stadt kann ihre industriellen Wurzeln nicht wirklich verbergen, in den Vororten gibt es viele leerstehende Gebäude, abgewrackte Wohnhauser und sogar ganze Straßenzüge, bei denen die Fenster zugeklebt sind. Die Stadt wird in den nächsten Jahren wohl noch einen ordentlichen Wandel erleben, laut den Baustellenschildern soll jedenfalls einiges passieren.

Wir haben uns in einem sehr beschaulichen Hostel namens International Inn eingenistet, welches nicht so weit vom Busbahnhof und dem Stadtzentrum gelegen ist. Nachdem wir dort unsere Sachen abgelegt haben, sind wir direkt zum Stadion des FC Liverpool an der Anfield Road gefahren. Zu meiner Überraschung liegt das Stadion mitten in einem Wohngebiet mit typisch Englischen Häusern. Da ist wirklich kein Platz mehr drumherum, es gibt noch nicht einmal Parkplätze.

Die 90-minütige Stadiontour war wirklich beeindruckend. In diesem Stadion steckt so viel Historie drin, das gibt es nur in wenigen Bundesligastadien. Jede Tribüne hat seine eigene Geschichte, besonders beeindruckend ist die ehemalige Stehplatztribüne namens The Kop. Schön war auch den Akzent unseres Stadionführer zu hören, aus dem Wort „holiday“ wurde mal schnell ein „hullidee“. Im Stadion befindet sich auch ein Museum, in dem wir uns bis zur Schließung alle wichtigen Ereignisse dieses traditionsreichen Fußballvereins angeschaut haben. An dieser Stelle möchte ich auch meinen Dank an Anita aussprechen, die es bis zum bitteren Ende ausgehalten hat 🙂

Danach sind wir noch ein wenig durch die Innenstadt geschlendert, in der es viele nette Straßen mit urischen Pubs und leckeren Restaurants gibt. Nur der mächtige Radio City Tower stört da irgendwie. Den Abend haben wir dann ganz entspannt bei einem Glas Wein im Gemeinschaftszimmer unserer Jugendherberge ausklingen lassen, ehe wir uns in unser Zimmer voller Amerikanerinnen begaben.

Sightseeing in Leeds

Nach einem knappen Frühstück mit lediglich 2 Scheiben Toast (der Kellner hat uns irgendwie vergessen) haben wir erstmal zu Fuß die Stadt ein wenig erkundet. Nicht weit weg von unserer Unterkunft war das beeindruckende Rathaus (Leeds Town Hall; erbaut zwischen 1853-1858), das größte überdachte Markthaus Europas Leeds Kirkgate Market oder aber das luxoriöse Einkaufszentrum Victoria Quarter.

Überaus hungrig haben wir uns ein frühes Mittag in der Sandwich Bar Riveresque direkt am Aire Fluss gegönnt, was wirklich extrem lecker war. Dann haben wir uns den Weg durch luxoriöse Wohngebiete am Aire zum Royal Armouries Waffenmuseum gebahnt. Dort gab es unglaublich viele Waffen, angefangen von alten Kanonen bis zu modernen Schnellfeuerwaffen. Nur die Ritterrüstungen fand ich nicht mehr so interessant, die habe ich bis jetzt in jedem Museum in England gesehen. Der Eintritt war aber kostenlos, dafür konnte man echt nicht meckern.

Nach einem kurzen Abstecher zur City Library, wo Anita noch eine E-Mail an die Uni schicken musste, gingen wir weiter zum Leeds City Museum (ebenfalls kein Eintritt). Wir haben es gerade noch geschafft, die Etage mit der Geschichte von Leeds anzuschauen, da hat das Museum auch schon geschlossen. Schade, denn die Geschichte der Stadt war echt interessant aufgearbeitet. Mittlerweile waren wir aber auch schon ziemlich fertig, da wir den ganzen Tage gelaufen sind. Wir haben dann jemanden auf der Straße nach einem schönen Pub geschickt, wo er uns zielrichtig zu einer urigen Kneipe geschickt hat. Dort haben wir noch einen Absacker getrunken, ehe es zurück zu unser Unterkunft ging.

Erkenntnisse: Leeds hat einen kostenlosen Bus-Service der alle bedeutenden Ort der Stadt anfährt. Leider haben wir das nicht wirklich gerafft.

Auf nach Leeds

Da Anita und ich noch etwas von England sehen wollten, sind wir heute früh nach Leeds aufgebrochen. Das ist zwar nicht das bedeutendste Touristenziel, aber wir wollten einfach mal schauen, was die Stadt so zu bieten hat. Dank NationalExpress Bus sind wir auch recht günstig dort hin gekommen.

In Leeds angekommen, haben wir uns erstmal eine Unterkunft gesucht und auch eine in der Nähe der Uni gefunden. Für 55 Pfund haben wir ein Doppelzimmer mit Frühstück bekommen, welches eigentlich ganz gut gelegen war. Mein erster Eindruck von Leeds ist echt positiv, nicht zuletzt auch aufgrund der hippen Leute, die hier rum laufen. Die Mischung aus 80er, Punk und Hippi-Klamotten war lustig anzuschauen. Das Stadtzentrum ist eigentlich eine riesige Einkaufslandschaft, in der man Abends auch gut feiern konnte.

Wir haben uns in einer noblen Bar direkt am Fluss inmitten knapp bekleideter Engländerinnen und guter Musik bei Sommerlichen temperaturen niedergelassen. Viel schöner wurde es jedoch, als ich nach meinem zweiten Bier tatsächlich festgestellt hatte, dass es hier Blue Moon gab. Dieses Bier habe ich seit meiner Zeit in New York nicht mehr getrunken und es ist geschmacklich ein absoluter Hochgenuss! Der schöne Abend wurde nun noch besser, nur der verregnete Weg nach Hause hat da nicht so richtig ins Bild gepasst.

May Bumps in Cambridge

Heute haben wir ganz im Zeichen des Sports beim Rudern zugeschaut. Es finden nämlich gerade die sogenannten „May Bumps“ statt, bei der Boote aller Colleges gegeneinander antreten. Anders wie beim normalen Rudern starten die Boote aber hintereinander und müssen versuchen, das vordere Boot zu erreichen (das nennt man dann „bumpen“). Vom Ufer aus haben wir uns dieses sehr unterhaltsame Spektakel angeschaut und einige Bumps gesehen. Die Sieger dürfen sich dann mit Grünzeug vom Ufer beschmücken.

Den Abend haben wir ganz gesittet bei einem Becher Rotwein im Pub des Fitzwilliam College ausklingen lassen schließlich wollten wir ja am nächsten Tag ins Landesinnere reisen.

Stadtrundgang und Punting in Cambridge

Nach dem aufregenden ersten Tag haben wir heute Cambridge weiter unsicher gemacht. In einem Rundgang haben uns St.Johns Kollege mit der vielfach abgelichteten Bridge of Sights angeschaut, sind dann rüber zum Trinity College zum Great Court und schließlich zum Queens College, wo uns ein anderer Austauschstudent aus Deutschland schon erwartete. Er ist Ruderer und hat bei seinem College ein Boot reservieren lassen, mit dem wir ganz in Spreewald-Manier durch Cambridge und die Umgebung gestaakt sind. Das ist in Cambridge sehr beliebt und nennt sich punten. Das Wetter hat es dabei echt gut mit uns gemeint, gerade als wir zurück am Queens College waren, hat es angefangen zu regnen. Wir haben uns dann in ein Pub mit dem Namen The Anchor verkrochen und bei einem kühlen Blonden und einem leckeren Hamburger den Niederschlag abgewartet.

Am Nachmittag haben wir uns das Fitzwilliam Museum angeschaut. Neben Ritterrüsten, Münzen und mittelalterlichen Waffen gibt es dort eine schöne Sammlung von Gemälden.

Danach sind wir in die Innenstadt zur Kings College Chappel, eine riesige Kathedrale am gleichnamigen College. Dort gab es eine heilige Messen, die wir uns angeschaut haben. Dort gab es zwar mehr Religion als mir Lieb war, aber die Chor war echt gut. Total hungrig sind wir dann mit einem Umweg über das Christ College zu Anitas Wohnung.

Abends sind wir dann mit dem Fahrrad (Linksverkehr!) nochmal in die Innenstadt, um einer Party im Keller des Clare Colleges beizuwohnen. Bei einem Glas Famous Grouse und dem Tisch-Kicker konnte man es sich durchaus gut gehen lassen. Da der Laden aber auch bald zu machte, sind wir noch in die Stadt zum Eagle, wo ein paar Schlaue Köpfe von einiger Zeit die Idee der Doppelhelix entwickelt haben. Dort wurden wir dann nach unserem Bier auch dezent auf die Schließzeiten hingewiesen, so dass wir weiter ins benachbarte Bathhouse zogen. Die Nacht ließen wir dann am Trailer of Life ausklingen, wo es wohl die leckersten Sandwiches der Stadt gibt.

Ab in den Urlaub

Ich habe gerade mal eine Woche im Praktikum gearbeitet, und schon geht es in den Urlaub. Da ich den Urlaub rechtzeitig angemeldet hatte, stellte dies aber kein Problem dar. Der Zeitpunkt ist gerade sehr günstig, denn eine alte Weggefährtin aus Schwedter Zeiten hat gerade ihr Semester an der Univsität in Cambridge (England) zu Ende gebracht und da bietet sich natürlich eine kleiner Besuch mit anschließender Rundreise an.

Also bin ich Mittwoch früh mit Ryanair nach Stansted geflogen, um dann mit dem Bus nach Cambridge zu fahren. Dort angekommen haben wir nach einem ordentlichen Sandwich erstmal die Stadt nebst den ganzen Colleges unsicher gemacht. Und ich muss sagen, ich bin schwer angetan! Die Uni ist an jeder Ecke der Stadt spürbar (immerhin gibt es die Uni schon seit 800 Jahren) und viele Sehenswürdigkeiten der Stadt sind eigentlich genutzte Gebäude der Universität. Insgesamt gibt es hier 31 Colleges, die sich jeweils um die Unterbringung, Bertreuung und Verpflegung der Studenten kümmern. Anita ist am Fitzwilliam College unter gebracht, welches mit 140 Jahren Geschichte eher zu den jüngeren gehört.

Nach einem kleinen Rundgang durch das College haben wir uns die Hauptbibliothek der Uni angeschaut. Als normaler Tourist kommt man da gar nicht rein, aber dank Anita durfte ich als Gast mit rein kommen. Ich musste allerdings zustimmen, dass ich keine Bücher anfasse und keine Studien betreibe. Außerdem musste ich soeinen „Blindenaufkleber“ tragen und durfte mich nicht ohne meine Begleitperson bewegen. Aber was man dort drinnen findet, ist echt der Wahnsinn. Es gibt dort extra eine Sektion für alte Bücher, wo sich Anita mal ein original Piratenbuch aus dem 16.Jahrhundert (!) ausgeliehen hat. Da wir nett gefragt hatten, durfte ich sogar dabei zu gucken. Außerdem haben wir uns im Kartenraum noch eine original Deutschland-Karte von 1642 (!) rausgeben lassen. An anderen Orten liegen solche Karten im Museum, hier wurde die Karte für uns auf einem extra Tisch ausgebreitet. Schwedt war übrigens auch auf der Karte eingezeichnet, wenn auch mit etwas anderer Schreibweise.

Erkentnisse: Tradition und Geschichte ist hier nich nur ein Siegel auf dem Briefkopf, sondern an allen Stellen der Stadt erlebbar.

Pickle ist eine marmeladenähnliche Masse, die etwas nach Pflaumenmus schmeckt.

Der Ryanair-Flug hat mich irgendwie an eine Verkaufsveranstaltung erinnert, bei anderen Airlines ist das nicht so schlimm.