Gründung der Piratenpartenpartei in Cottbus

Heute durfte ich einem historischen Moment beiwohnen, denn die recht junge Piratenpartei hat ihre Ortsgruppe in Cottbus gegründet. Um die 10 Leute haben sich im Gasthaus „Zur Sonne“ in Cottbus eingefunden, um Geschichte zu schreiben. Ich habe über den Freund meiner Mitbewohnerin davon erfahren und ich wollte mir die Sache einfach mal anhören. Es waren erstaunliche viele ausschließlich Leute aus dem Umfeld der Universität involviert, das hatte ich nicht so erwartet. Auch wenn ich mich nicht gerne in eine bestimmte politische Schublade drücken lasse bzw. mich der Politik einer bestimmten Partei unterwerfen möchte, einige Ansätze der Piratenpartei finde ich schon sehr innovativ!

Nach einigen Telefonaten, Diskussionen und Abstimmungen war es dann soweit – um 21 Uhr war die Ortsgruppe Cottbus gegründet. Mal schauen, wie sich die Sache weiter entwickelt, eventuell werde ich selbst mal ein aktiver Pirat. Obwohl für mich eigentlich nur lokale Politik interessant wäre, gerade in Cottbus kann man nämlich noch so viel verbessern. Ich wünsche den Leuten jedenfalls viel Erfolg bei ihrer Arbeit!

Automatisierte Funktionstests mit Selenium

Sobald Web-Anwendungen eine gewisse Komplexität überschreiten, ist es schwierig und zeitaufwendig alle Flows dieser Anwendung manuell zu überprüfen. Um die Entwickler hier zu unterstützen, gibt es Tool namens Selenium, welches auch als Firefox-Plugin verfügbar ist. Mit diesem Tool kann man Funktionstests für die Web-Anwendung erstellen und zu jedem Zeitpunkt automatisiert ablaufen lassen. Dazu legt man in dem Tool eigene Test Cases an, die bestimmte Nutzeraktionen (z.B. Formulareingaben, Mausklicks) simulieren und die erwarteten Ergebnisse validieren.

Natürlich sagen diese Art von Tests nichts über die Code-Qualität aus, aber die oberste Schicht kann sehr effizient überprüft werden. Im Folgenden haben wir einen Testfall für ein Registrierungsformular mit einigen zufälligen Eingabewerten erstellt. Bitte nicht wundern, die Selenium Test Cases werden als einfache HTML-Dateien gespeichert.

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" xml:lang="en" lang="en">
<head profile="http://selenium-ide.openqa.org/profiles/test-case">
<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8" />
<link rel="selenium.base" href="" />
<title>TestCaseRegistration</title>
</head>
<body>
<table cellpadding="1" cellspacing="1" border="1">
<thead>
<tr><td rowspan="1" colspan="3">TestCaseRegistration</td></tr>
</thead><tbody>
<tr>
  <td>open</td>
  <td>/foo/bar/</td>
  <td></td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>firstname</td>
  <td>Hans</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>lastname</td>
  <td>Mustermann</td>
</tr>
<tr>
  <td>store</td>
  <td>javascript{ Math.floor( Math.random()*10000 ) }</td>
  <td>random</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>username</td>
  <td>testnutzer${random}</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>email</td>
  <td>testnutzer${random}@testnutzer.de</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>street</td>
  <td>Testraße. 1</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>postcode</td>
  <td>12345</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>city</td>
  <td>Teststadt</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>password</td>
  <td>123456</td>
</tr>
<tr>
  <td>type</td>
  <td>password2</td>
  <td>123456</td>
</tr>
<tr>
  <td>click</td>
  <td>agreement-useragreement</td>
  <td></td>
</tr>
<tr>
  <td>click</td>
  <td>agreement-privacypolicy</td>
  <td></td>
</tr>
<tr>
  <td>clickAndWait</td>
  <td>register</td>
  <td></td>
</tr>
<tr>
  <td>assertTitle</td>
  <td>Registrierung erfolgreich</td>
  <td></td>
</tr>
</tbody></table>
</body>
</html>

Mit der Bahn nach Cottbus

Es doch immer wieder erstaunlich, wie sich der Zustand des Bahnhofes in Passow (Uckermark) jedes mal weiter zum negativen verändert. Als ich vor 2 Jahren das erste mal diesen Bahnhof betrat, gab es immerhin noch Türen mit Fenstern, Licht im dunklen Warteraum und einigermaßen frische Luft in den vor sich hin modernden Warteräumen. Heute kann man den Fäkalgeruch schon vor der zugenagelten Eingangstür wahrnehmen und der Bahnhof ist von oben bis unten zugebrettert. Es wundert mich überhaupt, dass dieses vergammelte Gebäude überhaupt von den Menschen als funktionierender Bahnhof wahrgenommen wird. Die zerstörungswut der örtlichen Jugendlichen gibt dem Bahnhof noch den letzten Rest.

Bahnhof Passow (Uckermark)

Verwahrloster Warteraum im Bahnhof Passow

Mir ist klar, dass sich bei diesem Provinzbahnhof kein Fahrkartenschalter lohnt. Auch über nicht vorhandene Toiletten will ich mich nicht beschweren (es gibt ja genug Ecken in dem Gebäude, wo man seinen Notdurft verrichten kann), aber muss denn der Bahnhof jedes mal mehr verwahrlosen?Liebe Ortsbürgermeister von Passow, liebe Bahn, lieber Dorfverein, bitte macht doch endlich mal etwas aus eurem Bahnhof! Es gibt doch nicht viel historisches in der näheren Umgebung, also kümmert euch doch endlich mal darum!Macht zusammen ein Konzept, kümmert euch um den Verkauf an eine Privatperson oder preist das Gebäude bei Immobilienmessen an. Klar, es ist sehr einfach der Bahn den schwarzen Peter zuzuschieben, aber werdet doch auch mal selbst aktiv. Macht Druck bei euren regionalen Politikern, holt Fernsehteams ran, die die missliche Lage beschreiben oder organisiert vor dem Berliner Hauptbahnhof eine Protestaktion. Solange sich keiner darum kümmert, wird der Bahnhof mit jeden Tag mehr verwahrlosen.

Update vom 07.April 2012: In der Osterausgabe der Märkischen Oderzeitung erschien ein Artikel zum grausamen Zustand der Bahnhöfe in Passow (Uckermark) und Schönow. Demnach gehören die Gebäude gar nicht mehr der Bahn oder den Gemeinden, sondern wurden schon vor Jahren an die Main Asset Management GmbH mit Sitz Dreieich verkauft. Dieses Unternehmen hat die Bahnhöfe offenbar als Rendite-Objekte gekauft. Mittlerweile kann man die Gebäude aber von dem Unternehmen zurückkaufen, anscheinend war die Rendite nicht so gut. Wer hat Interesse?