19. Filmfestival in Cottbus

Nach der Volljährigkeit des Filmfestivals im letzten Jahr war in dieser Woche nunmehr die 19.Ausgabe des Internationalen Festivals des Osteuropäischen Films zu verzeichnen. Und ich muss sagen, das Festival wird jedes Jahr größer! Nicht nur die Anzahl der Filme ist gestiegen sondern auch die allgemeine Präsenz in der Stadt sowie die subjektiv wahrgenommenen Zuschauerzahlen. Der Kinosaal in der Stadthalle war sehr gut gefüllt, als ich mir zusammen mit Nicole den Film Kleine Füchse (LISTICKY) angeschaut habe. Diese tschechisch-slowakische Produktion zeigte die Missstände und Probleme des slowakischen Mädchens Martina, die ihre Vergangenheit nicht so einfach abschütteln kann. Das war defintiv nicht mein letzter Film beim Festival…

Vor der Stadthalle beim 19.Filmfestival in Cottbus Vor der Stadthalle beim 19.Filmfestival in Cottbus

Ein Wochenende in Prag

Durch meinen ehrenamtlichen Job beim Akademischen Auslandsamt an der BTU hatte ich den vergangenen Wochen viele Austauschstudenten in Cottbus kennengelernt. Letzte Woche hatte Benoit aus Frankreich mal rumgefragt, wer denn Lust hat mit nach Prag zu kommen. Da habe ich mich natürlich gleich gemeldet und so sind wir mit insgesamt 9 Leuten in einem gemieteten Minibus nach Prag gefahren. Mit dabei waren neben Benoit auch Titika aus Griechenland, Blanca aus Nicaragua, Rumbi aus Simbabwe, Elvis aus Kamerun, Elyor aus Usbekistan und David aus England. Also eine internationale Truppe voll nach meinem Geschmack!

Freitag Mittag ging es zunächst mit dem Zug nach Dresden und anschließend weiter mit dem Mietwagen nach Prag. Insgesamt hatte die Tour um die 5 Stunden gedauert, wobei wir in Dresden auch ziemlich getrödelt hatten. In Prag selbst hatten wir uns dank französischer Steuerung kombiniert mit englischer Karte und deutscher Navigation sicher den Weg zur Unterkunft (Chili Hostel) gebahnt. Nur an einen Parkplatz hatten wir nicht gedacht, was sich in der Innenstadt von Prag als äußerst hartnäckiges Problem herausstellte. Mit Glück haben wir dann noch in der Nähe der Unterkunft einen Parkplatz gefunden, wo man am Wochenende frei parken konnte.

Der erste Abend führte uns in einem kleinen Stadtrundgang zum Altstädter Ring (Marktplatz in der Altstadt) mit dem Rathaus, der Teynkirche und der astronomischen Uhr. Vom Hunger getrieben waren wir auf der Suche nach einem kostengünstigen Restaurant, welches sich im absoluten Stadtzentrum leider nicht finden ließ. Nach geschätzten 5 Kilometern Fußweg durch die verwinkelten Gassen in Prag haben wir dann in der Jakubská ein schönes tschechisches Restaurant gefunden. Die Preise dort waren ganz gut, nur die Portionen etwas klein bemessen. In einem abschließenden Spaziergang zur Karlsbrücke und einem Stadtrundgang auf der westlichen Seite der Moldau haben wir uns den Weg zurück zu unserer Unterkunft gebahnt. Elyor hat es sich nicht nehmen lassen und gleich mal am ersten Tag bis morgen um 7 durchgefeiert. Wir anderen sind es etwas ruhiger angegangen, schließlich wollten wir am nächsten Tag auch noch feiern.

Straßenbahnen mit Charme
Straßenbahnen mit Charme
Schöne Häuser in der Innenstadt
Schöne Häuser in der Innenstadt

Am Samstag nutzten wir eine sogenannte „Free City Tour“. Eine überaus nervende Stadtführerin aus den USA/Tschechien wollte uns dann weismachen, dass die Deutschen die Technik des Bierbrauens eigentlich von den Tschechen geklaut haben. Ich habe das mal mit einem Lächeln aufgenommen, auch weil ich von der überaus ansehnlichen Architektur der Stadt absolut beeindruckt war. Man hat das Gefühl, auf diese Stadt ist nie eine Bombe gefallen, überall sieht man Gebäude im Jugendstil, kleine Kirchen und verwinkelte Gassen. Echt toll!

Aufstieg zum Letná-Hügel mit dem Astronom
Aufstieg zum Letná-Hügel mit dem Astronom
Wenzelsplatz mit Nationalmuseum im Hintergrund
Wenzelsplatz mit Nationalmuseum im Hintergrund
Altstädter Ring (Marktplatz)
Altstädter Ring (Marktplatz)
Prager Burg mit Veitsdom
Prager Burg mit Veitsdom

Überaus erschöpft und hungrig haben wir nach dem Stadtrundgang in einem Restaurant ein leckeres Abendessen gehabt. Irgendwie kamen wir auf die Idee, das leckere Bier mit Tabasco zu würzen. Die Dosierung ist uns zwar nicht wirklich gelungen, aber wie richtige Männer haben wir das Zeug ausgetrunken, um dann wenige Meter weiter im Chapeau Rouge abzufeiern. Naja, zumindest hatten wir das vorgehabt. Der Eintritt von 100 Kronen (ca. 4 EUR) und die überaus aufdringlichen Drogenverkäufer haben uns dann doch abgeschreckt. Also sind wir auf Tipp eines Tschechen weiter zum M1, wo wir zwar keinen Eintritt zahlen mussten, aber dafür neben knapp angezogenen Frauen (Wir waren uns nicht sicher, ob die Frauen noch einer Nebenbeschäftigung nachgehen) und Männern mit angegelten Pferdeschwänzen ein kleines Staropramen für „schlappe“ 65 Kronen trinken durften.

Glücklicherweise hatte David irgendwie von einem Rock-Club namens Vagon erfahren, der auch noch auf dem Weg zu unserer Unterkunft lag. Ohne Eintritt zu zahlen, konnten wir dort bei angenehmen Bierpreisen zu Rammstein, Bruce Springsteen und Tschechischen Death Metal ordentlich abrocken. Was wir auch getan haben! Der Morgen kam leider schneller, als mir lieb war und schon bald fanden wir uns in unseren Doppelstockbetten im Hostel wieder.

Nach einer kurzen Nacht und einer chaotischen Badezimme-Besetzung am nächsten Morgen (immerhin mussten sich 30 Leute 2 Badezimmer teilen!) machten wir uns wieder zurück nach Deutschland. Der Rückweg führte uns, bedingt durch einen Tankstopp, zur Stadt Ústí nad Labem nahe der Deutschen Grenze. Die Stadt ist wohl nicht für ihre Schönheit bekannt, denn hier sah man viele heruntergekommene Häuser, abgewrackte Industriebetriebe und marode Straßen. Viel krasser hätte der Kontrast zu Prag nicht sein können! Am späten Nachmittag waren wir dann wieder in Dresden, um nach einem kurzen Stadtrundgang wieder mit dem Zug in Cottbus einzutreffen. Ja, es war ein schönes Wochenende!

Erkenntnisse: Becherovka kann man gut trinken.

Die Preise in Tschechien sind immer noch günstig (auch wenn es vor wenigen Jahren sicherlich noch günstiger war).

Das Nachtleben in Prag war eher enttäuschend, da bieten andere Städte mehr.

In Tschechien herrscht in den Kneipen und Lokalitäten (noch) kein Rauchverbot, man stinkt am nächsten Morgen also wie ein herumwandelnder Aschenbecher.

Neuerungen von PHP 5.3

Eigentlich hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon über die neuen Möglichkeiten von PHP 6 sprechen sollen, aber entgegen der ursprünglichen Planung müssen wir uns nun noch mit einer 5 vor dem Komma zufrieden geben. Zugegebenermaßen gibt es aber trotzdem einige interessante Neuerungen, die es sich lohnt, zu erwähnen:

  • Es wurde eine neue Fehlerklasse E_DEPRECATED eingeführt, um Programmierer vor nicht mehr erwünschten Funktionen zu warnen. Genauso wie E_STRICT-Fehlermeldungen führen diese aber nicht zum Programmabbruch.
  • Die magischen Methoden (z.B. __get() oder __isset()) wurden um die magische Methode __callStatic() erweitert. Diese Methode wird immer dann aufgerufen, wenn eine nicht existierende statische Methode einer Klasse aufgerufen wurde. Somit kann man nun auch nicht existierende statische Methoden einer Klasse abfangen.
  • Es wurde eine neue Funktion array_replace() eingeführt, mit der man Arrays zusammenführen kann und dabei bestehende Schlüssel überschrieben werden (anders als bei array_merge()).
  • Es wurde eine neue Konstante __DIR__ eingeführt, die das Verzeichnis des gerade ausgeführten Skriptes enthält. Damit können Include- und Require Anweisungen optimiert werden, um die Einbindung anderer Dateien basierend auf einem absoluten Pfad zu ermöglichen. Das evtl. Durchsuchen anderer Verzeichnisse ralativ zur aktuellen Position im Verzeichnisbaum entfällt damit.
  • Es wurden Namespaces eingeführt, um Namenskonflikte in größeren PHP-Projekten zu vermeiden. Das Trennzeichen für Namensräume (namespace separator) ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber sinnvoll ist dieses Sprachfeature allemal. Gerade bei der Arbeit mit externen Bibliotheken wie PEAR, Zend Framework oder sonstigen Frameworks kann es leicht zur Dopplung von Klassennamen kommen.
  • Lamda-Funktionen müssen jetzt nicht mehr umständlich mit create_function() erzeugt werden, sondern können jetzt direkt im Quelltext angelegt werden.

Natürlich kann man diese Liste noch beliebig erweitern, aber wir haben uns auf die wichtigsten Neuerungen beschränkt. Leider lässt die Unicode-Unterstützung weiter auf sich warten, so dass man momentan noch die PHP-Erweiterung mbstring verwenden muss, um vernünftig mit UTF-8-Strings zu arbeiten.