Master of Disaster

Nach der Pflicht kommt ja bekanntlich die Kür und so habe ich heute, 3 Wochen nachdem ich meine Masterarbeit eingereicht habe, meine Verteidigung gehabt. Beim ersten Schnee des Jahres musste ich mich ordentlich beeilen, damit ich nicht zu spät zu meiner eigenen Präsentation komme. Den Beamer hatte ich vorsorglich schon letzte Woche ausprobiert, damit auch gar nichts schief gehen kann. Dummerweise hatte ich dabei nicht getestet, wie sich die geringere Auflösung auf die von mir entwickelte Sichtbarkeitserkennung auswirkt.

So kam es, wie es kommen musste – während der Verteidigung zeigte der Beamer auf einmal etwas anderes an, als ich vorher eingeplant hatte. Meine tolle Visualisierung mit einem U-Boot, einem Schlachtschiff und massig See-Minen war damit erstmal verpufft! Ich habe dann noch im Quelltext etwas geändert, damit wenigstens halbwegs das richtige angezeigt wird. Letztendlich habe ich auf die Verteidigung eine 1.7 bekommen, auch weil ich einige kleinere Dinge nicht genug erläutert bzw. demonstriert habe. Auf die gesamte Masterarbeit habe ich eine 1.5 und so in etwa dürfte auch meine Gesamtnote für den Master ausfallen. Mal schauen, wie lange die Uni für das Masterzeugnis braucht.

Damit ist mein Studium erstmal beendet! Ich weiß nicht so recht, ob ich jetzt darüber lachen oder weinen soll. Auf jeden Fall ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass man die ganze Arbeit hinter sich hat. Aber das Studentenleben möchte ich definitiv nicht missen! Heute Abend gibts erstmal ein Kochen mit Nicole, Kim, Santi und der WG.

20. Film Festival Cottbus

Auch dieses Jahr habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir ein paar Filme beim Festival des osteuropäischen Films anzuschauen. Als erstes bin ich mit Santiago zum Film Ein Krieg in die Stadthalle gegangen. Die russische Produktion zeigt ziemlich direkt die Grausamkeiten auf deutscher und russischer (sowjetischer) Seite im Zweiten Weltkrieg. Ganz konkret wird das Schicksal von Kindern gezeigt, die aus freiwilligen oder unfreiwilligen Beziehungen zwischen deutschen Soldaten und russischen Frauen entstanden sind. Mit dem Kriegsende waren diese Kinder nämlich keinesfalls erlöst. Bis heute ist das noch ein sehr angespanntes Thema in Russland, was auch die Diskussion nach dem Film zeigte. Ein überaus stumpfsinniger Russe hatte wohl die Botschaft des Films nicht verstanden und beschwerte sich lautstark, wie man dieses Thema so einseitig beleuchten konnte. Der hatte echt ein Problem damit, dass die Grausamkeiten der Sowjets so klar dargestellt wurden.

Eingang zur Stadthalle

Am Mittwoch habe ich mir noch zusammen mit Nicole Mutter Teresa der Katzen angeschaut. Der polnische Film zeigt eine Familientragödie aus Polen, bei der eine Mutter von ihren eigenen Kindern ermordet wird. Der Film ist definitiv keine leicht verdauliche Kost, wie man sie normalerweise in modernen Multiplex-Kinos serviert bekommt. Trotzdem sehr empfehlenswert!

Großer Andrang im Foyer der Stadthalle

Alles in allem kann ich das Filmfestival nur weiterempfehlen, das ist echt eine super Bereicherung für Cottbus!

PS: Vielen Dank für die Fotos Santi!

Masterarbeit abgegeben!

Nach einer schier endlosen Leidenphase habe ich es endlich fertig gebracht: Ich habe die Masterarbeit druckfrisch und fristgerecht beim Lehrstuhl eingereicht. Zuvor hatte ich allerdings in einem filmreifen Finale versucht, die Arbeit in Cottbus drucken zu lassen. Leider hatte ich dabei nicht die Unfähigkeit mancher Copyshops beachtet.

Beim ersten Copyshop war der Typ zu blöd, das richtige PDF zu öffnen. Plötzlich hatte der eine Uralt-Version meiner Masterarbeit auf dem Bildschirm und völlig erschrocken musste ich noch mal schnell nach Hause fahren, um die „richtige“ Version auf den USB-Stick zu packen. Dort stellte sich dann heraus, dass die Masterarbeit korrekt auf dem Stick gespeichert war, nur die Schnarchnase im Copyshop zu blöd war, die richtige Datei anzuklicken.

Da mir der Typ ohnehin unsympathisch war („ich kann noch nicht genau sagen, wie lange der Druck dauert, ich muss erst das Dokument sehen“), bin ich gleich zum nächsten Copyshop. Dort wollte jemand ganz viel Geld sparen und hat versucht mehrere Seiten von einem 100 Seiten Skript auf einzelne Blätter zu quetschen. Bis er der osteuropäischen Aushilfskraft klar machen konnte, welche Seiten er gedruckt haben möchte, verging einige Zeit.

Nach reichlich 20 Minuten war ich dann schließlich auch an der Reihe. Wohlbemerkt immer noch in der Hoffnung, in weniger als 30 Minuten meine fertig gedruckte Masterarbeit in den Händen zu halten. Leider hatte aber die (zugegebenermaßen recht gutaussehende) Aushilfskraft nicht die Fähigkeit, einen Farbdrucker zu bedienen. So bekam ich einen Abholtermin nachmittags um 15 Uhr, den ich dann auch zähneknirschend akzeptierte.

Frohen Mutes bin ich dann um 3 zum Copyshop, um meine Masterarbeit in Empfang zu nehmen. Soweit sah auch alles ganz schick aus, nur dass die wohl die Farbpatrone auf Sparmodus gestellt haben. Alle Farben sind blass, verwaschen und nicht wirklich ansehnlich. Als Wiedergutmachung haben sie mir noch ein drittes Exemplar ausgedruckt und gebunden. Ich musste das letztendlich akzeptieren, da ich die Arbeit noch am selben Tag beim Lehrstuhl vorbeibringen musste.

Jetzt bin ich den schriftlichen Teil meiner Masterarbeit erstmal los, aber so richtig ist die Last noch nicht runter von den Schultern. Ende November darf ich dann noch mal zur Verteidigung, dann ist für mich das Kapitel Uni zugeschlagen. Ich möchte eigentlich noch gar nicht daran denken, dass ich dann das Studentenleben aufgeben muss…