Ideen für Cottbus

Diejenigen, die mich näher kennen, wissen ja, dass ich Visionär bin. Im Laufe meines Studiums hier an der BTU hatte ich auch einige Visionen und Ideen, die ich gerne in Cottbus umgesetzt gesehen hätte. Leider sind hier nicht alle Menschen so offen für Neues oder haben die Stadt schon abgeschrieben. Nun ist ja meine wilde Studentenzeit hier vorbei, und ich möchte euch meine Ideen nicht vorenthalten 😉

  • Man könnte Liegestühle und Sonnenplätze an Spree anbieten z.B. nahe dem Café an der Sandower Brücke.
  • Ähnlich wie in München könnte man auch an der Spree eine Surfstation einrichten oder Rafting anbieten. Zugegebenermaßen müsste dafür das große Spreewehr umgebaut werden, aber cool wärs.
  • Man müsste für die Studenten einen Pub-Crawl einrichten, wie man es von den Touristenhochburgen kennt. Die Kneipen hier sind definitiv vorzeigbar, warum kann man diese also nicht regelmäßig mit trinkwilligen Studenten füllen? Oder man führt den Bierathlon wieder ein, der ja leider nach knapp 20 Jahren abgeschafft wurde.

Weitere Ideen können gerne per Kommentar kommuniziert werden. Die Diskussion ist eröffnet!

Wollitz soll bleiben

Eigentlich ist alles perfekt. Energie Cottbus hat heute den VfL Wolfsburg überraschend und überragend mit 3:1 im DFB-Pokal besiegt. Die Tore von Petersen und Shao und vor allem die freche Vorbereitung von Reimerink machen echt Lust auf mehr! Da wurde eine Millionentruppe vorgeführt und unsere Jungs sind über sich hinausgewachsen. Nun stehen wir seit Jahren wieder im Viertelfinale und der Verein kann sich über üppige Einnahmen freuen. Eigentlich alles perfekt, wenn da nicht die Chaoten im Stadion wären!

Schon vor Spielbeginn hat eine Gruppe von Pyromanen mit einem Feuerwerk versucht, den Spielbeginn zu verzögern. So startete das Spiel mit einem deutlich verrauchten Spielfeld. In den folgenden 90 Minuten wurden mehrfach bengalische Feuer und ekelhafte Rauchbomben gezündet, die nicht nur Scheiße aussehen, sondern auch noch extrem gesundheitsgefährdend sind. Einige wenige im Fanblock haben versucht, diese Kokeleien zu unterbinden, aber die große Masse hat es einfach nur hingenommen. So kann ich Pele’s Reaktion in der Halbzeitpause und nach dem Spiel durchaus nachvollziehen! Da machen wir schon mal das Spiel unseres Lebens und irgendwelche Chemnitzer Halbspaten im Fanblock provozieren mit ihren Feuerwerkskörpern den vorzeitigen Abbruch des Spiels. Super gemacht Jungs, ihr könnt euch auf die Schulter klopfen!

Für Wollitz waren diese Vorkommnisse (die leider viel zu oft auftreten) einfach zu viel des Guten. Ohnehin überlegt er den Vertrag nicht zu verlängern, weil er gerne näher an seiner Familie sein möchte. Wenn er wegen seiner Familie den Vertrag nicht verlängert, ist das sicherlich mehr als verständlich. Aber bitte verlasse Cottbus nicht wegen diesen unterentwickelten Klappspaten! Gemeinsam mit den vernünftigen Fans kann man es schaffen, den Fußball in Cottbus sauberer zu machen. Und nicht vergessen, die breite Masse an Fans steht hinter dir Pele! Wir hatten und haben hoffentlich noch viel Freude mit dir, denn du hast den Verein echt zum Positiven verändert. Genieße die Weihnachtstage bei der Familie und dann mach mit neuer Kraft weiter beim FC Energie! Wir brauchen dich hier!

PS: Schon damals gab es Probleme mit kokelnden Fußballfans, leider durfte der damalige Präsident nicht so durchgreifen, wie er wollte Dieter Krein (Präsident vom FC Energie Cottbus) 😉

Mit dem Master in Hartz 4

Eigentlich wollte ich mich in meinem letzten Monat vor dem Arbeitsbeginn noch mal richtig auf der sozialen Hängematte ausruhen und einfach nur Geld vom Staat kassieren. So komisch es klingt, ich wollte einfach mal Hartzer sein! Ich wollte endlich mal mitreden können bei diesen sinnlosen Kneipen-Diskussionen, wo man über den Staat schimpft, der einem keinen Job besorgt. Ich wollte darüber meckern, dass die 350 € monatlich niemals zum Leben reichen. Und ich wollte auf dem Höhepunkt meiner akademischen Laufbahn einfach mal auf einer Party den Spruch bringen: „Hey, Ich bin Hartz 4“!

Artig hatte ich mich auch nach meiner Master-Verteidigung bei der Agentur für Arbeit in Schwedt arbeitslos gemeldet, um in den Genuss der Sozialleistungen zu kommen. Aber leider hatte ich eine Sache nicht beachtet: Wenn ich mich jetzt arbeitslos melde, muss ich eine Exmatrikulationsbescheinigung der Uni vorweisen. Diese kann mir das Studierendensekretariat auch ohne Probleme ausstellen, allerdings müsste ich dafür auch meinen Studentenausweis inklusive Semesterticket abgeben. Da ich aber in den nächsten Wochen noch zwischen Schwedt und Cottbus pendeln möchte, ist das für mich keine Lösung. Also nichts mit sozialer Hängematte!

Also bleibe ich offiziell noch bis zum 31.März 2011 Student an der BTU und werde dann erst geext. Laut Krankenversicherung ist das auch kein Problem, da meine Krankenkassenbeitrage ab Januar eh von meinem neuen Arbeitgeber getragen werden. Meinen Studentenstatus habe ich dann nur noch nebenher.

Um das noch mal auf den Punkt zu bringen: Mir ist es schon bewusst, dass für viele Leute Hartz 4 Ungewissheit, Armut und Elend bedeutet. Ich möchte mich auch keineswegs darüber lustig machen! Ich habe im eigenen Familienkreis Menschen, die auf die Hilfe vom Staat angewiesen sind. Und ich bin absolut dafür, die soziale Grundsicherung in Deutschland weiterhin aufrecht zu erhalten.

Trotzdem sei mir an dieser Stelle ein objektiver Vergleich zwischen dem Studenten-Dasein und Hartz 4 erlaubt. Soweit meine Recherchen stimmen, bekommt man als Hartzer jeden Monat ca. 350 € Taschengeld plus die Erstattung der Miete für die Wohnung. Die Krankenversicherung muss man auch nicht selbst bezahlen. Als Student hatte ich dagegen überhaupt keine Kohle vom Staat bekommen, weder in Form von Taschengeld noch in Form von Mietzahlungen. Meine Krankenversicherung musste ich auch selbst bezahlten (am Ende ca. 65 € im Monat). Stehen Hartzer finanziell besser da als Studenten? Auf dem ersten Blick sicherlich schon, aber man muss dem Staate noch zu Gute heißen, dass er das Studium subventioniert (zumindest in den meisten Bundesländern), also indirekt den Studenten auch Geld gutschreibt. Nichtsdestotrotz, irgendwie ist das schon eine komische Konstellation, oder?