Stopover in Barstow

Heute verließen wir Los Angeles über die Interstates 10 und 15 Richtung Westen mit dem Tagesziel Barstow. Dort gibt es neben unendlich vielen Trucker-Hotels (der Ort liegt an der alten Route 66) auch eine alte Minenstadt mit dem Namen Calico, in der am Ende des 19. Jahrhunderts sehr viel Silber abgebaut wurde. Heute ist es eine (wiederaufgebaute) Geisterstadt, die man wie ein Freilichtmuseum besichtigen kann. Der Besuch lohnt sich, auch weil man eine alte Mine besichtigen kann.

Calico Ghost Town

In der Umgebung von Barstow gibt es außer schönen und menschenleeren Landschaften (Mojave-Wüste) nicht allzu viel zu sehen. So konnten wir abends ohne Zeitdruck unseren ersten Walmart-Einkauf in Angriff nehmen. Hier wurden eigentlich alle amerikanischen Klischees bestätigt: Die Obstabteilung war ungelogen nur eine kleines Regal mit ein paar Bananen, Orangen und Mangos. Dafür gab es gefühlt 100 Regalmeter mit Chips, Muffins und anderen gezuckerten Snacks.

Erkenntnisse: Ein 6er von Blue Moon kostet in Walmart nicht mal 8 Dollar. Eine 1.75 Liter Flasche von Captain Morgan kostet nicht mal 20 Dollar.

Jede Tankstelle in Deutschland hat ein größeres Obst- und Gemüseangebot als der Walmart in Barstow.

Unser Mazda schluckt 8 Liter auf 100 Kilometer.

Hollywood und Beverly Hills

Nachdem wir LA in den vergangen zwei Tagen zu Fuß erkundet hatten, gönnten wir uns ab heute einen Mietwagen. Die Busfahrt zum Verleih hat zwar deutlich länger gedauert als eingeplant (das Busnetz ist einfach nicht so intuitiv wie in Deutschland), aber dafür haben wir erneut nette Busfahrer kennengelernt. Einer hat uns von seiner tollen Zeit als Soldat in Augsburg erzählt und wollte uns unbedingt mit Händedruck verabschieden.

Angekommen beim Autoverleih gab es erstmal das Problem, dass unser reservierter Wagen nicht verfügbar war. Als Entschädigung bekamen wir einen deutlich größeren Wagen, als wir eigentlich bezahlt hatten. Wir staunten nicht schlecht, als uns der Autoschlüssel zu einem schwarzen Mazda 6 führte. Nach einer kleinen Probefahrt um den Block (die Automatik musste erstmal ausprobiert werden) konnte es auch schon losgehen. Unser Tagesziel für heute war das ca. 25 Kilometer entfernte Hollywood.

Bevor wir uns aber die Straßen der hiesigen Filmindustrie anschauten, sind wir zum Griffith Observatorium gefahren. Von dort hat man einen unglaublich guten Ausblick über Los Angeles und bekommt ein Gefühl für die Dimension dieser Stadt. Leider war die Fernsicht nicht so toll, aber für ein Foto vor dem Hollywood-Schild hat es noch gereicht.

Aussicht vom Griffith Observatorium

Anschließend fuhren wir zum Hollywood Boulevard mit dem bekannten Walk of Fame. Dieser hat sich als schier endlose Ansammlung von unbekannten Künstlern erwiesen. Lediglich im Bereich zwischen Kodak Theatre und Chinese Theatre findet man neben reichlich Touristen auch die Sterne vieler bekannter Künstler. Einen Tag vorher wurden hier die Oscars verliehen, deswegen war noch einiges abgesperrt.

Der Rückweg nach Venice Beach führte uns über den Sunset Boulevard, der vor allem in Beverly Hills mit extrem ansehnlichen Villen auf sich wartet. Wenn ich später mal zu viel Geld hätte, würde ich mir sicherlich in der Gegend um den Rodeo Drive ein nettes Häuschen holen.

Mit dem Sonnenuntergang sind wir wieder in unserer Unterkunft eingetroffen und haben den Abend ohne den Genuss von Alkohol ausklingen lassen.

Erkenntnisse: Los Angeles ist so verdammt riesig.

An 4 gleichberechtigten Straßen hat derjenige Vorfahrt, wer zuerst an der Kreuzung ankommt.

Ab nach Kalifornien

Der Wecker klingelte um 4 Uhr, wach war ich aber schon kurz nach halb. So waren wir tatsächlich schon um kurz nach 5 am Flughafen. Dort sind wir mit Jason zusammengetroffen und dann war unsere Reisegruppe auch schon komplett.

Beim Umsteigen in London-Heathrow hatten wir zwar mit den Abgasen eines Franzosen zu kämpfen, aber haben den Weg zum Terminal 2 trotzdem gemeistert. Jason durfte sich noch mal extra durchsuchen lassen, bis uns Virgin Atlantik sicher über den gleichnamigen Ozean verfrachtete. In einem schier endlos langem Flug(zeug) duften wir uns in Reihe 62 platzieren. Bis zuletzt konnten wir die Frage nicht klären, welcher VIP sich in der ersten Klasse hinter Sonnenbrille und Hut versteckte.

Umsteigen in London-Heathrow

Bei der Grenzkontrolle zu den USA durften wir wie erwartet noch eine Stunde anstehen, aber dafür war die Arbeit der „Warteschlangen-Optimierer“ auch lustig mit anzusehen. Kurz noch die Fingerabdrücke hinterlassen und dann waren wir auch schon drin.

Janin von Terminal 4 abgeholt und mit dem Bus nach Venice Beach die ersten Auseinandersetzungen zwischen Latinos und Afro-Amerikanern gekonnt umschifft.

Unser Hostel nennt sich Venice Beach Cotel und ist wirklich extrem gut gelegen. Venice Beach ist selbst eigentlich nur ein Kiffer- und Hippie Strandabschnitt gewürzt mit Obdachlosen und Tattoo-Studios. Erstere kann man auch bei interessanten Dialogen wie „Ey brother, you owe me some shit maaaan!“ beobachten. Haben eigentlich nur noch die brennenden Mülltonnen gefehlt und schon wäre es wie in einer schlechten amerikanischen Gangster-Komödie. Dafür bietet die zweite Reihe hinter dem Strand ein paar schöne Bars, die es sich definitiv zu besuchen lohnt.

Mit dem Sonnenuntergang leert sich der Strandabschnitt auch zusehends, sodass wir uns mit einer guten Flasche kalifornischen Weins in den Common Room unseres Hotels verkrochen haben. Anstatt eines ruhigen Abends in unserem Hotel entwickelte sich dort aber eine typische Trinkparty mit Studenten aus Down Under und England, so dass wir unser Schlafdefizit verdrängt haben und mit den Leuten ein Trinkspiel gespielt haben. Als die Meute dann noch zur Party wollte, sind wir aber ausgestiegen und um 22 Uhr Ortszeit ins Bett gefallen. Wohlgemerkt waren wir zu diesem Zeitpunkt auch schon mehr als 24 Stunden unterwegs.

Feiern im Venice Beach Cotel

Übrigens, Janin schreibt unter janin-auf-reise.auslandsblog.de auch ein Blog. Lesen lohnt sich!

Erkenntnisse: Kalifornischen Chardonney kann man durchaus auch in größeren Mengen konsumieren, ohne Kopfschmerzen zu bekommen.

Los Angeles ist von der Fläche so riesig, da braucht man selbst mit dem Flugzeug 30 Minuten zum Überfliegen.

BTU Cottbus auf dem Abstellgleis?

Die Nachricht hat diese Woche große Wellen geschlagen: Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sieht das Konzept der BTU Cottbus gescheitert und möchte die Uni mit der Hochschule Lausitz vereinigen. Angeblich sind die Forschungsergebnisse der BTU nicht ausreichend und überhaupt ist die Uni nicht erfolgreich. Durch das Zusammenführen von Uni und Hochschule sollen beide Standorte gestärkt und die Profilierung weiter vorangetrieben werden.

Dabei hat die BTU doch gerade in den letzten Jahren für ordentlich Aufsehen gesorgt: Spitzenpositionen in den Rankings von Wirtschaftsingenieurwesen und Architektur, interessante Forschungsprojekte wie das Hybrid-Kraftwerk in Prenzlau und stetig steigende Studentenzahlen sprechen eigentlich eine klare Sprache. Doch davon will die Ministerin nichts wissen. Angeblich macht die BTU zu wenig aus ihrem Geld.

Mein Gefühl sagt mir, dass hier einfach nur nach einer billigen Rechtfertigung gesucht wird, um den Bildungsetat in Brandenburg weiter zu kürzen. Es geht nicht darum die Uni zu profilieren, sondern um den Haushalt zu entspannen. Freiwerdendes Geld kann dann ja gleich in den Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses oder anderen Prunkbauten in Potsdam gesteckt werden. Anstatt die Provinz zu unterstützen, wird das Geld mit viel Glanz in der Landeshauptstadt angelegt.

Ich hoffe, dass den Entscheidungsträgern in Potsdam bald klar wird, dass das Land auf die gut ausgebildeten Ingenieure aus Cottbus nicht verzichten kann. Sie werden in den Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Oder sollen etwa Germanisten den neuen Flughafen leiten?