BTU Cottbus auf dem Abstellgleis?

Die Nachricht hat diese Woche große Wellen geschlagen: Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sieht das Konzept der BTU Cottbus gescheitert und möchte die Uni mit der Hochschule Lausitz vereinigen. Angeblich sind die Forschungsergebnisse der BTU nicht ausreichend und überhaupt ist die Uni nicht erfolgreich. Durch das Zusammenführen von Uni und Hochschule sollen beide Standorte gestärkt und die Profilierung weiter vorangetrieben werden.

Dabei hat die BTU doch gerade in den letzten Jahren für ordentlich Aufsehen gesorgt: Spitzenpositionen in den Rankings von Wirtschaftsingenieurwesen und Architektur, interessante Forschungsprojekte wie das Hybrid-Kraftwerk in Prenzlau und stetig steigende Studentenzahlen sprechen eigentlich eine klare Sprache. Doch davon will die Ministerin nichts wissen. Angeblich macht die BTU zu wenig aus ihrem Geld.

Mein Gefühl sagt mir, dass hier einfach nur nach einer billigen Rechtfertigung gesucht wird, um den Bildungsetat in Brandenburg weiter zu kürzen. Es geht nicht darum die Uni zu profilieren, sondern um den Haushalt zu entspannen. Freiwerdendes Geld kann dann ja gleich in den Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses oder anderen Prunkbauten in Potsdam gesteckt werden. Anstatt die Provinz zu unterstützen, wird das Geld mit viel Glanz in der Landeshauptstadt angelegt.

Ich hoffe, dass den Entscheidungsträgern in Potsdam bald klar wird, dass das Land auf die gut ausgebildeten Ingenieure aus Cottbus nicht verzichten kann. Sie werden in den Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Oder sollen etwa Germanisten den neuen Flughafen leiten?

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