Fazit eines Urlaubs

Da die WordPress-App abgestürzt ist und dabei mein gesamtes Urlaubsfazit gelöscht hat, kann ich den ganzen Mist jetzt noch mal schreiben. Toll!

Wir haben in den vergangenen drei Wochen viel erlebt und das muss erstmal verarbeitet werden. In unserem Mazda haben wir knapp 3000 Meilen zurückgelegt und dabei 4 Bundesstaaten besucht (Kalifornien, Nevada, Arizona, Utah). So viel Kilometer bin ich in den vergangenen 5 Jahren nicht gefahren! Dafür haben wir aber auch atemberaubende Landschaften gesehen und viele nette Leute kennengelernt. Besonders positiv werden mit die Abende in Page und Beatty in Erinnerung bleiben, wo wir mit den Einheimischen um die Häuser gezogen sind und dabei so manche kritische Situation zu umschiffen hatten. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Tankstelle in Williams, wo wir von einem zahnlosen Kassierer herzlich empfangen wurden und liebend gern auf das Wechselgeld verzichtet hatten. Oder als wir den Mexikanern in San Francisco unseren Autoschlüssel gaben und die dann mit unserer Karre abgezischt sind. Von den betrunkenen Truckern in Beatty ganz zu schweigen. Die größte Enttäuschung war für mich aber der Besuch in Los Angeles. Die Stadt ist einfach nur riesig und schlecht bebaut.

Nahezu täglich konnten wir sehen, wie marode die Sozialsysteme in den USA sind. In den Großstädten teilt man sich den Bürgersteig mit vielen Obdachlosen und wird alle paar Minuten angebettelt. Selbst an glanzvollen Plätzen wie dem United Nations Plaza in San Francisco sieht man dutzende Bettler und Obdachlose. Wenn man den Leuten ins Gesicht schaut, kann man wirklich erkennen, wie schlecht es denen geht.

Trotzdem werde ich auch viele Dinge vermissen. Das leckere Blue Moon zum Beispiel, welches man in Deutschland leider nicht bekommen kann. Oder die aufregenden Städte mit den vielen jungen Leuten. Es gibt auch durchaus innovative Ansätze hier, wie zum Beispiel extra Fahrspuren auf den Highways für Fahrzeuge mit mehreren Insassen. Und die ganzen Nationalparks waren sowieso Weltklasse.

Am St. Patricks Day verlassen wir schließlich die USA. Überall um uns herum rennen Leute mit grünen Hüten rum, um dann in irgendwelchen Bierzelten zu versacken. Vom Feeling her wie Männertag bei uns. Das Wetter hat es die letzten beiden Tage nicht gut mit uns gemeint, so wird der Temperatursprung für uns nicht so heftig sein. Am Montag geht dann wieder um 7.30 Uhr die Arbeit los.

Aus archivarischen Gründen hier noch eine Auflistung aller unser Tankstopps:

Ort Kilometerstand (in Meilen) Preis (in US-Dollar)
Los Angeles 5316 Auto abgeholt
Barstow 5512 4.219$
Williams 5833 3.590$
Springdale 6168 3.439$
Beatty 6545 3.659$
Wafford Heights 6871 4.339$
Kings Canyon 7117 4.199$
Sacramento 7592 4.279$
Santa Barbara 8071 4.479$
Los Angeles 8XXX Auto abgegeben

Big Sur

Unser erstes Tagesziel nach San Francisco ist die Kleinstadt Monterey. Früher wurden hier jede Menge Sardinen gefangen, heute holt man sich eher die Touristen ins Netz. Die Strände und die Altstadt sind wirklich schön und werden im Sommer von vielen Leuten besucht. Da wir noch außerhalb der Saison hier sind, ist aber noch relativ wenig los. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass wir unser Zimmer in der Travelodge für unter $100 bekommen haben. Im Sommer kostet es fast das Doppelte.

Boote in Monterey, Kalifornien

Nach einem ruhigen Tag in Monterey sind wir am nächsten Morgen weiter auf dem Highway 1 Richtung Süden gefahren. Die Strecke führt direkt an der Küste entlang und trägt den Beinamen Big Sur. Alle paar Kilometer befindet sich ein Aussichtspunkt, von denen man die Klippen und Strände bewundern kann. Am Hearst San Simeon State Park bekommt man sogar die Gelegenheit, Seelöwen und -elefanten an den Stränden zu beobachten.

Unser Tagesziel war Santa Maria, eine Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern und dem klangvollen Beinamen BBQ Capitol of California. Hier wurde auch Michael Jackson von 2003-2005 der Prozess gemacht, da seine Neverland Ranch nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Ansonsten gibt es hier eigentlich nur Landwirtschaft und ein paar Weinanbaugebiete, weswegen wir hier auch eher einen ruhigen geschoben haben.

Am Donnerstagmorgen kehrten wir schließlich an den Ort zurück, wo unsere Reise angefangen hat: Venice Beach. Wir hatten noch gehofft zwei schöne Strandtage zu erwischen, aber der Wettergott hat es leider nicht gut mit uns gemeint. Während in Cottbus Rekordtemperaturen gemessen werden, dümpelt bei uns das Thermometer bei 15 Grad herum. Trotzdem genießen wir das Meer und stellen uns mental auf den Bruch ein, der uns in Deutschland erwarten wird.

Venice Beach

Erkenntnisse: Trader Joe’s ist eine Art Öko-Supermarkt (oder in Englisch Organic Supermarket). Hier gibt es viele natürliche Produkte (keine Cola) und man wird an der Kasse gefragt, ob man denn wirklich eine Tüte braucht.

Cairo Cowboy in Venice Beach ist ein richtig gutes vegetarisches Restaurant.

San Francisco

Eine weitere wichtige Station unserer Reise ist San Francisco. Wir haben uns für $50 die Nacht im 8.Stock des Hotel Dakota einquartiert, welches sich in fußläufiger Entfernung zum Union Square, dem Financial District und einem Haufen Bars befindet. Das einzige Problem ist: wo können wir unser Auto parken? Die Stadt ist zugebaut mit Häusern und es gibt einfach keine kostenlosen Parkplätze.

Relativ leichtsinnig haben wir unser Auto (inkl. Autoschlüssel!) in die Hände ein paar Mexikaner gegeben, die es für $25 die Nacht irgendwo geparkt haben. Zuerst waren wir erleichtert, überhaupt einen bezahlbaren Parkplatz gefunden zu haben. Am Abend bekamen wir aber etwas Muffensausen, ob wir denn unseren geliebten Mazda je wieder sehen werden. Zu allem Überfluss hatte Jason auch noch die Quittung verschlampt, so dass wir echt gar nichts mehr in den Händen hatten. Notiz am Rande: Es sollte nicht der letzte wichtige Zettel sein, der uns in San Francisco verloren geht.

Um uns vom drohenden Verlust unseres Auto abzulenken, haben wir uns am Abend einen der typischen Pub Crawls angeschlossen. Unsere Hoffnungen auf einen schönen Abend mit internationalen Leuten haben sich aber recht schnell aufgelöst. Es ist schon fast peinlich, das zu schreiben, aber beim Pub Crawl waren genau 8 Männer dabei und alles waren Deutsche! Die einzige Frau in unserer Runde war unsere Führerin Sarah (irgendwie klingt der Begriff politisch unkorrekt), die eigentlich aus Irland stammt.

Aus Mangel an Alternativen haben wir das Ding durchgezogen (im Gegensatz zu den anderen Waschlappen unserer Runde) und haben mit Sarah in der Taylor bzw. Sutter Street einige Bier getrunken. Die anderen Deutschen haben schon nach der zweiten Kneipe schlapp gemacht, aber wir haben die deutsche Ehre noch gerettet. Zum Abschluss sind wir noch in einem Club um die Ecke gegangen und haben unsere europäischen Körper im Takt der eher durchschnittlichen House Musik bewegt.

Anscheinend ist das ganz gut angekommen, denn eine Afro-Amerikanerin hat ziemlich eindeutiges Balzverhalten an den Tag gelegt. Wir waren uns nur nicht sicher, ob die Frau mit 1.90 Körpergröße und kaum ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen nicht doch einen Bolzen in der Hose hatte. So haben wir nichts anbrennen lassen und uns einfach auf unser Stella Artois und die Musik besonnen.

Die nächsten beiden Tage haben wir einen auf Touri gemacht und die Stadt mit dem Sightseeing-Bus erkundet. Ich möchte die Orte jetzt nicht alle aufzählen, aber wir haben wirklich jede Minute genutzt. Zudem wurde ich in China Town beinahe von einem Taubenschiss getroffen.

San Francisco vom Coit Tower aus gesehen

Golden Gate Bridge

Alles in allem ist Frisco eine sehr lebenswerte Stadt mit vielen schönen Ecken. Wir hätten auch durchaus noch ein paar Tage länger hier bleiben können, aber wir haben ja noch ein kleines Stück vor uns.

Beim ersten richtigen Regen auf dieser Reise verließen wir San Francisco und die Bay Area Richtung Süden. Unmittelbar südlich von Frisco startet das Silicon Valley mit den weltbekannten Orten Palo Alto, Stanford und Mountain View. Wenn nicht so mieses Wetter gewesen wäre, hätte ich mir die Orte gerne mal angeschaut. Ab Santa Cruz sind wir immer den Highway 1 entlang bis Monterey, wo wir die folgende Nacht verbringen.

Erkenntnisse: San Francisco ist sehr bergig, selbst im Stadtzentrum.

Die Golden Gate Bridge ist eigentlich Orange.

The City of Trees – Sacramento

Eigentlich wollten wir noch hoch zum Lake Tahoe fahren, aber da die Anreise von Oakhurst wohl 6 Stunden gedauert hätte, sind wir stattdessen direkt nach Sacramento gefahren. Dies ist die Hauptstadt von Kalifornien und sie befindet sich ca. 120 km östlich von San Francisco.

Die Stadt ist so anders wie viele andere amerikanische Städte: Es gibt hier eine Altstadt (Old Town) mit historischen Gebäuden, es gibt viele Fahrradfahrer und es gibt sogar eine Straßenbahn. Bei der Ankunft haben wir uns das teuerste Parkhaus der Stadt gegönnt und direkt vom Capitol aus die Stadt erkundet.

Capitol in Sacramento

Das Capitol ist der Verwaltungssitz von Kalifornien und durchaus einen Besuch wert. Nach einer Sicherheitskontrolle kann man nahezu frei im Inneren des Gebäudes umherlaufen und einen Blick in die historischen Amtsstuben werfen. Auf dem Fluren hängen Gemälde von allen Gouverneuren des Landes, nur Arni konnten wir nicht finden.

Die Altstadt von Sacramento ist ebenfalls ansehnlich, auch wenn man hier keine europäischen Maßstäbe ansetzen sollte. Die historischen Gebäude wirken ein wenig wie in einen Wild Western Park, aber hier ist wohl alles authentisch.

Sacramento Old Town

Durch Zufall haben wir mitbekommen, dass am Freitag die Sacramento Kings gegen die Dallas Mavericks spielen. So sind wir zur Spielstädte gefahren und haben uns für $30 Tickets in der Arco Arena Power-Balance Pavilion besorgt (mit 17.000 Sitzplätzen die kleinste NBA-Halle).

Auf dem Weg dorthin hatten wir einen ersten direkten Kontakt mit der örtlichen Polizei: Beim Linksabbiegen hatte ich einen roten Pfeil übersehen und bin erst hinter der Haltelinie zum Stehen gekommen. Wie aus dem Nichts heulte hinter uns auf einmal eine Polizeisirene auf und forderte uns zum sofortigen Anhalten auf. Mit einer Hand am Abzug suchte der Cop zunächst nach Waffen und forderte mich anschließend zur Herausgabe der Papiere auf. Nach einer Prüfung der Unterlagen und einer Ermahnung durften wir aber weiterfahren. Ich muss schon sagen, diese Basketball-Tickets waren echt hart erarbeitet!

Das abendliche Spiel war ein echtes Highlight. Die Kings haben das Spiel ihres Lebens gemacht und die Mavs 110:97 besiegt. Nowitzki hat ein gutes Spiel gemacht, aber er wurde regelmäßig ausgewechselt und konnte so nicht übermäßig viele Körbe machen.

Sacramento Kings

Der Weg nach Hause war wieder ein echtes Highlight: Kurz vor der Auffahrt zur Autobahn und inmitten einer riesen Blechlawine ging plötzlich der Alarm los, dass der Reifendruck zu niedrig ist. So langsam beginne ich das Autofahren zu hassen! Mit einem flauen Gefühl im Magen und nicht, ohne uns zu verfahren, sind wir zur Tanke neben unser Unterkunft und konnten den Reifendruck überprüfen.

Die zweite Nacht im Days Inn war genauso laut wie die erste. Von Autolärm, Baby-Geschrei, lauten Gangstern bis hin zu irgendwelchen unsinnigen Telefonanrufen bei uns war alles dabei. Mittlerweile sehnten wir uns danach, weiterzufahren. Also sind wir am Samstag früh auf nach San Francisco.

Erkenntnisse: Sacramento wurde 1848 an dem gleichnamigen Fluss gegründet und ist seit 1854 Hauptstadt von Kalifornien. Es wurde Endstation einer bedeutenden Eisenbahnstrecke (1856) und vom sogenannten Pony Express (1860). Mittlerweile hat die Stadt 2 Millionen Einwohner.

Die Autobahnkreuze hier sind der Horror. Einmal falsch eingereiht, hat man keine Chance mehr auf eine Korrektur.

In die Nationalparks

Nachdem wir Janin am Flughafen in Las Vegas verabschiedet hatten, sind wir noch mal ordentlich Kilometer gefahren und haben uns in der Ortschaft Beatty (ausgesprochen Bädi) niedergelassen. Obwohl der Ort mitten im Nirgendwo liegt, scheint er massig Biker anzuziehen. Im örtlichen Pub wurden wir auf unsere sexuelle Ausrichtung angesprochen (zwei Männer sieht man hier wohl nicht so oft umherziehen), aber bei ein paar Jägerbums mit den örtlichen Truckern konnten wir unsere Heterogenität wohl überzeugend nachweisen. Die Jungs fanden uns so gut, dass sie uns gleich mit in den örtlichen Puff mitnehmen wollten. Nur mit vielen Treueschwüren für unsere wartenden Freundinnen konnten wir dieses Angebot ausschlagen und sind Minuten später in unsere Betten gefallen.

Am nächsten Morgen sind wir ins nahe Death Valley gefahren. Bei Temperaturen knapp unter 30 Grad wurde uns schnell klar, woher das Tal seinen Namen hat. Man fühlt sich dort wie auf einer riesigen Herdplatte ohne Chance auf eine Abkühlung. So werden hier im Sommer ohne Probleme 45 Grad – im Schatten. Nach einem Besuch im tiefsten Punkt des Tals zog es uns raus aus diesem unwirtlichen Lebensraum hin zur Sierra Nevada. In einer Ortschaft namens Wofford Heights direkt am Lake Isabell fanden wir unser Domizil für die Nacht.

Lake Isabella

Erkenntnisse: Vallarta ist ein mexikanischer Supermarkt.

Am Montag besuchten wir den Sequoia Nationalpark mit dem Giant Forest. Wie der Name schon verrät, gibt es dort riesige Bäume mit knapp 100 Metern Höhe. Hier steht der massivste Baum der Erde (General Sherman Tree) mit einem Durchmesser von 103 Fuß und einem Gewicht von 1385 Tonnen. Ansonsten erinnert die Landschaft irgendwie sehr an die Alpen, nicht nur weil hier noch Schnee lag.

Sequoia Nationalpark

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich im nahegelegenen Kings Canyon wandern gehen, aber leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Noch vor der Grenze zum Nationalpark mussten wir wegen starken Schneefalls umkehren. So haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und einen Pool- und Waschtag eingelegt. Für gerade mal $4 (inkl. Waschmittel) konnte ich meine Wäsche im „Triple Load Washer“ reinigen lassen. Damit habe ich wieder genug saubere Wäsche bis zum Ende des Urlaubs.

Am Mittwoch sind wir zu dem wohl bekanntesten aller Nationalparks auf unserer Route gefahren – dem Yosemite Nationalpark. Dort gibt es auch die Mammutbäume (die sogenannten Sequoias), aber zusätzlich auch noch traumhafte Wasserfälle und bewaldete Canyons. Wir hatten uns in einer Ortschaft direkt am Nationalpark niedergelassen (Oakhurst), damit wir schnell in den Nationalpark kommen.

Las Vegas Baby!

Nachdem wir in den letzten Tagen eher in ruhigen Gegenden unterwegs waren, hat es uns wieder in aufregendere Gefilde gezogen. So haben wir uns entschlossen, zwei Tage in Las Vegas zu verbringen und Janin damit einen würdigen Abschluss ihrer Amerika-Reise zu verschaffen (sie verlässt uns am Samstag und fliegt weiter nach Costa Rica).

So nisteten wir uns für nicht mal 30€ die Nacht im Luxor Hotel – direkt an der Vergnügungsmeile (dem Strip)- ein. Das Hotel ist trotz seines Alters immerhin noch in den Top 10 der größten Hotels der Welt.

Luxor in Las Vegas

Während wir am ersten Abend noch total aufgeregt waren, in diesem Hotel schlafen zu dürfen, stellte sich spätestens in der zweiten Nacht heraus, dass im Luxor eher das preisbewusste Klientel zu finden ist. Während man im Bellagio in Abendgarderobe an einem hochwertigen Poker-Tisch spielt, sitzt man bei uns im Jogging-Anzug vor blinkenden Maschinen.

Erkenntnisse: Der Hoover Dam wurde nach dem 31.Präsidenten der USA benannt.

500 Miles and More

Obwohl ich total dehydriert, betrunken angetrunken und übermüdet bin, versuche ich mal die Ereignisse der letzten 24 Stunden zusammenzufassen. Während der Abend für Jason und mich auf dem Sofa eines Navajo-Indianers ausklang, war es für Janin eine Horror-Nacht mit Ungewissheit und Angst. Aber zunächst mal alles von vorne.

Der Tag begann recht ruppig in unseren Hotel in Barstow. Ich musste meine Reisepartner Jason unsanft aus seinem studentischen Schlaf reißen, denn Google Maps hatte mir eine 6-stündige Anreise (!) zum Grand Canyon Nationalpark prognostiziert – da wollte ich nicht erst im Dunkeln Eintreffen.

So waren wir tatsächlich schon kurz nach halb acht auf der Interstate 40 und
fuhren der aufgehenden Sonne entgegen. Die schier endlosen Landschaften der Mojave-Wüste, die menschenleere Autobahn und Jasons Chillout-Musik ließen bei uns erahnen, wie sich der amerikanische Freiheitsgedanke anfühlt. Nach über 350 Meilen in unserem weich gefederten Wagen erreichten wir den Ort Williams. Die Leute hier scheinen nicht allzu oft herumzukommen, so wurde der Besuch der Tankstelle zum reinsten Abenteuer. Ein Typ mit wenigen Zähnen im Mund und einem Akzent, den ich nie in meinem Leben gehört habe, füllte für $40 unseren halbleeren Tank auf. Beim Kassieren mussten wir in einen verrauchten Raum, wo ein anderer zahnloser Mensch auf einen verblassten Farbfernseher starrte. Da wir nicht genau wussten, ob die Typen uns gleich ausrauben, haben wir lieber einen Dollar Trinkgeld gegeben und sind schnell wieder verschwunden.

Zum Grand Canyon selbst schreibe ich mal nicht so viel, und lasse mal lieber die Bilder sprechen.

Grand Canyon mit Janin

Coole Typen am Grand Canyon

Nach dem aufregenden Besuch beim Grand Canyon wollten wir noch möglichst viele Kilometer machen, um am nächsten Tag nicht zu spät in Vegas anzukommen. So spülte es uns eher zufällig an eine Stadt namens Page, die kurz vor der Grenze nach Utah gelegen ist.

Wiederum zufällig besuchten wir die örtliche Bowling-Bahn, in der wir zum ersten mal die stereotypischen Amerikaner getroffen haben: Hier spielte das Team Truthahn (Turkey) gegen das Team Tankstelle (Shell Car Wash) ein Bowling-Turnier. Spätestens als uns der Barkeeper die verfügbaren Whisky-Sorten mit Vornamen vorstellte, wussten wir, dass wir hier richtig sind. Jason entschied sich für ein Glas Jack, ich dagegen entschied mich für das frischgezapfte Blue Moon.

Auf jeden Fall fielen wir in dem Laden mächtig auf, denn wir hatten

  1. kein Übergewicht
  2. noch alle Zähne im Mund
  3. keine langen Haare (Janin mal ausgenommen)

So sind ein paar örtliche Navajo-Indianer auf uns aufmerksam geworden und haben uns zu einer Partie Billard herausgefordert. Wir kamen immer mehr ins Gespräch und plötzlich fanden wir uns mit ein paar anderen Leuten in einer Bar um die Ecke wieder. Janin war schon nach Hause gegangen, da wir ja eigentlich nur unsere Billard-Partie zu Ende spielen wollten. Ein Glas nach dem anderen floss der Jägerbums (Jägermeister plus Vodka) unsere Kehlen herunter und die Runde wurde immer illustrer. Einer der Navajos lud unsere Truppe dann zu sich nach Hause ein, wo er noch weiteren Erdbeerwein gelagert hatte. Janin war mittlerweile schon 2 Stunden alleine im Motel und machte sich zunehmend Sorgen, wo wir denn bleiben (ihr Handy ging ja nicht). Letztendlich haben wir uns um kurz vor 5 von der Truppe losgesagt und die aufgeregte schlafende Janin aus ihren Horror-Träumen erlöst.

Erkenntnisse: In Arizona ist der Sprit günstiger als in Kalifornien.

Bei TacoBell kann man durchaus essen.