In die Hauptstadt – Edinburgh

Mit ein paar kalten Pizza-Resten als Frühstück sind wir pünktlich um 9 Uhr von Dundee losgefahren. Statt den direkten Weg nach Edinburgh fuhren wir aber einen Umweg über St. Andrews, der alten Universitätsstadt an der Nordsee. Und der kleine Abstecher hat sich durchaus gelohnt, denn dort gibt’s ein paar nette Straßenzüge mit alten Universitätsgebäuden und die Reste einer riesigen Kathedrale.

Eigentlich wollten wir dann noch ganz unbeschwert nach Edinburgh gleiten und den Mietwagen pünktlich um 12 abgeben. Der Trip in die Innenstadt erwies sich aber als Horror-Trip in mehreren Akten. Erst versuchten wir knapp eine Stunde lang, eine Europcar-Station zu finden, die es gar nicht gibt. Dann versuchten wir vom Anrufbeantworter des Verleihs eine vernünftige Wegbeschreibung herauszuhören (was uns natürlich erst nach einigen kostspieligen Anrufen gelang). Und schließlich mussten wir den Weg durch das größte Verkehrschaos zur Waverley Station finden, wo uns ein winzig kleines Schild auf den Autoverleih aufmerksam machte. Total durchnässt gaben wir inmitten der Großbaustelle auf einem entlegenen Gleis schließlich die Autoschlüssel ab – mit einer Stunde Verspätung.

Nach diesem Chaos wurden wir aber von einem extrem ansehnlichen Edinburgh empfangen. Die Royal Mile haben wir noch am selben Tag abgelaufen und einen ersten Eindruck von der Stadt bekomme.

Blick vom Grassmarket zum Edinburgh Castle

Unser Appartement (Edinburgh City Hostel Appartements) hatte außer einer tollen Lage (direkt am Grassmarket) eigentlich nicht viel zu bieten. Wir teilten uns die Wohnung mit Kathrin und Sebastian aus Belgien, die wir aber kaum zu Gesicht bekamen.

Abends kann man in Edinburgh sehr gut feiern gehen, was sich scheinbar auch gut rumgesprochen hat. An jeder Ecke hat man mehr oder weniger trunkene Briten gesehen. Wir haben uns eher für die ruhige Variante entschieden und sind schön essen gegangen.

Mit einer kleinen Erkältung im Gepäck haben wir Schottland an Sonntag wieder über Glasgow verlassen. Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub, auch wenn ich mir den Stress mit dem Mietwagen und dem Linksverkehr gerne erspart hätte. Nächste Woche muss ich wieder arbeiten, ehe dann in 5 Wochen der nächste Urlaub ansteht.

Whisky, Schlösser und Zärtlichkeiten

Nachdem Janin beim morgentlichen Duschen fast den Boiler zum explodieren gebracht hat, sind wir ohne viel Zeit zu verlieren wieder schnell auf die Piste. Weit sind wir erstmal nicht gekommen, denn unlängst unseres Bed and Breakfast führt der legendäre Malt Whisky Trail vorbei. Also sind wir nach ein paar Minuten bei der legendären Glenfiddich Distillerie vorbei gefahren.

Diese Brennerei ist immer noch in Familienbesitz und ist laut Tourguide überhaupt die beste der Welt. Man konnte so ziemlich alles besichtigen und ein paar deutsche Landsleute nahmen die Sache auch wirklich ernst. Jedes Fass und jeder Kessel wurde genauestens hinterfragt. Nicht nur das das für uns eher uninteressant war, sondern ich hatte zudem Angst, dass mein Handy die ganze Anlage zum explodieren bringt. Bekannterweise kann ich dieses ja nicht mehr ausschalten, und das macht sich in Ex-Geschützten Bereichen einfach mal nicht gut. Naja, irgendwie haben wir sie Sache dann doch überstanden und als Bonus gab es am Ende noch kostenlose Kostproben.

Washbacks in der Glenfiddich Whiskybrennerei

Nach ein paar Schluck vom 12-jährigen sind wir zurück ins Auto und haben uns auf den Weg nach Aberdeen gemacht. Diese Stadt erlebt durch die Nähe zu den Nordsee-Bohrinseln gerade einen industriellen Aufschwung. Wir haben es bedingt durch Parkplatzmangel in der Innenstadt nur an den Strand von Aberdeen geschafft, der aber auch nicht unbedingt einen Besuch Wert ist.

Ohne etwas wirklich spannendes gesehen zu haben, machten wir uns weiter auf den Weg nach Dundee. Dank gut ausgebauter Straßen hat die Fahrt nicht mal eine Stunde gedauert, so dass wir kurz vor Dundee noch beim Glamis Castle ranfuhren (unser erstes vollständig erhaltenes Schloss auf dieser Tour). Ein sehr netter Tourguide führte uns durch die Räumlichkeiten des Grafen von Strathmore und erzählte dabei so manche Anekdoten. Unter anderen hat hier Queen Mum (ja genau, die sich gerne mal einen größeren Schluck gegönnt hat) den Großteil ihrer Kindheit hier verbracht. Achja, und ich wurde von einer Schweizerin fälschlicherweise für den Freund gehalten, so dass ich ohne zu fragen eine zärtliche Nackenmassage erhalten hatte.

Den Abend verbrachten wir dann in unserem Hilton Hotel, welches nahezu vollständig von Baustellen und abrissreifen Gebäuden umgeben war. Die Innenstadt von Dundee ist nett, aber nichts besonderes.

Entlang der Lochs

Nach dem reichhaltigen Frühstück im Burntree House sind wir relativ früh bei Regenwetter losgefahren. Der Weg führte uns vorbei am langen und tiefen Loch Ness, welches auch ohne Loch Ness Monster Center einen Besuch Wert ist. Sehr schön ist auch das Urquhart Castle, obwohl der Eintritt für eine Burgruine schon ganz ordentlich ist.

Ein Geheimtipp ist das Duffus Castle etwas nördlich von Elgin. Wenn man den Weg dorthin erstmal gefunden hat, bekommt man eine richtig schöne Burgruine für Lau zu sehen. Der nahegelegene Flugplatz der Royal Air Force erlaubt zudem interessante Blicke auf die anfliegenden Jets.

Duffus Castle

Bei der Tour machten wir auch einige Zwischenhalte in Städten, wobei mir Elgin und Huntly am besten gefallen hatten. Inverness war eher enttäuschend, da fand ich die kleinen Städte irgendwie ansehnlicher. Nahe einer solchen haben wir auch unser Bed and Breakfast aufgeschlagen – im Drumdelgie House nahe Huntly.

Erkenntnisse: Das schottische Frühstück ist deutlich besser als sein Ruf.

Ab in die Highlands

Am Morgen hatten wir uns noch im Hotel-Restaurant für £5 ein reichhaltiges Frühstück gegönnt. Dies hat erstaunlich gut geschmeckt und widersprach allem, was wir vorher über schottische Frühstücke gehört hatten. Und zu sehen gab es auch was: Der etwas überdimensionierte Toaster hat sich an einem kleinen Stück Brot verschluckt und sich dabei selbst in Brand gesetzt. Mit vollem Einsatz konnte der Hotelbetreiber noch das Feuer löschen und den drohenden Feueralarm abwenden, aber Toast war dann für den Morgen erstmal gestorben. Dafür hat Janin noch zwei Joghurts an der Rezeption vorbei geschmuggelt.

Eigentlich war alles perfekt, bis wir bei Europcar unser Auto abholen wollten. Dieses war nämlich noch nicht fertig und so mussten wir noch knapp 3 Stunden Tod schlagen. Glücklicherweise war gleich um die Ecke ein Hop On-Hip Off Haltepunkt, so dass wir uns noch eine Tour durch Glasgow gönnten. Dabei hatten wir unter anderem noch die Glasgow University besucht.

Die ersten Kilometer mit dem Mietwagen waren echt so heftig. Auf der rechten Seite sitzen, mit links Schalten und auf der linken Seite fahren war erstmal zu viel für mich. So habe ich mitten in der Stadt erstmal eine Verkehrsinsel mitgenommen und einige Fußgänger zu Tode erschreckt. Aber die Stahlfelgen haben das ganz gut weg gesteckt, so dass die Sache wohl keine weiteren Folgen haben wird.

Mit jedem Kilometer ging es aber besser, so dass wir noch am selben Tag sicher in Fort William angekommen sind. Der Ort liegt direkt am Loch Lomond und dem Ben Navis (die höchste Erhebung Großbritanniens). Wir entschlossen uns aufgrund des bescheiden Wetters allerdings nicht für eine Tour, sondern verbrachten den Abend im Restaurant des West End Hotels.

Erkenntnisse: Bei mit verhärtet sich immer mehr der Verdacht, dass es keine Kleinwagen bei den Autovermietern gibt. Heute hatten wir schon wieder ein kostenloses Upgrade von Vauxhall Corsa nach Vauxhall Astra.

Any Tea or Coffee?

Sommerzeit ist ja bekanntlich Urlaubszeit, also haben Janin und ich uns vor einigen Monaten entschieden, eine Reise nach Schottland zu unternehmen. Mit dem Billigflieger unseres Vertrauens flogen wir vom alten Schönefeld direkt nach Glasgow.

Bei typisch schottischen Wetter erreichten wir den Flughafen in Glasgow. Ohne eine Information zu finden sind wir mit dem ersten Bus Richtung Stadtzentrum gefahren und waren nach nicht mal 30 Minuten in unserem Ibis Hotel direkt im Business District.

Erster Einsruck von Glasgow: Sehr bergig (fast wie San Fran), aufgeräumt und eher modern. Die Leute hier scheinen auch ganz gut drauf zu sein und bei den Mädels sind enge Leggins bis zum Bauchnabel sehr modern.

Wir auf dem George Square und City Chambers

Die wenigen Sehenswürdigkeiten wie George Square, City Chamberss, Sauchiehall Street oder Nelson Mandela Place hat man innerhalb wenigen Stunden abgelaufen. Auch zum Ufer des Clyde sind war mal hingelaufen, aber der Anblick war eher unspektakulär.

Zum Schluss noch ein Zitat einer Persönlichkeit von Glasgow:

Take care of your pence, the pounds will take care of themselves

Andrew Carnegie (1835-1919)

Erkenntnisse: Sean Connery heißt eigentlich Thomas mit Vornamen.

Leben eines Rückkehrers

Auch wenn es die Stadtväter nicht hören wollen, aber als junger Rückkehrer hat man in Schwedt größte Mühe, eine geeignete Wohnung zu finden. Schöne Altbauten gibt es nicht kaum und an die wenigen Neubauten kommt man nur mit guten Beziehungen. So bleibt eigentlich nur der Gang in eine der vielen Plattenbauwohnungen. Nicht gerade die Erfüllung für einen Ingenieur, der vielleicht schon in anderen Einrichtungen gewohnt hat. :-/ Möchte man zudem noch eine WG gründen, fangen die Probleme richtig an. Aber inzwischen haben sich die Wogen geglättet und wir konnten in einem persönlichen Gespräch mit unserem Vermieter glaubhaft darstellen, dass eine WG nichts schlimmes ist und auch die Nachbarn nicht darunter leiden müssen. Somit muss mein Mitbewohner nicht jedes Jahr einen neuen Antrag stellen, dass er weiter bei mir wohnen darf.

Ansonsten gibt es einige Neuigkeiten bezüglich unseres Rückkehrer-Stammtisches. Dieser entwickelt sich langsam zu einem lustigen und erlebnisreichen Netzwerk, aus dem auch viele Freizeitaktivitäten münden. Beim Treffen der Dritten Generation Ostdeutschland im Mai konnten wir auch dem Bürgermeister und wichtigen Vertretern aus der Wirtschaft von unserer Initiative berichten. Nahezu jede Woche trifft man auf neue Leute, die alleine in Schwedt sind und Probleme haben, Anschluss zu finden. Mittlerweile sind wir über ein Dutzend Leute, die alle neu nach Schwedt gekommen sind und alle so ziemlich die gleichen Probleme haben.

Nach einigen kleineren Unternehmungen wie Kino, DVD-Abende oder Fahrradtouren haben wir uns für heute einen größeren Ausflug vorgenommen. Relativ spontan haben Caro, Carina, Heidi und meine Wenigkeit sich entschlossen, mal einen Tag nach Usedom zu fahren. Wir hatten zwar nur 3 Stunden Sonne, aber das hat gereicht um mir einen ordentlichen Sonnenbrand zu verschaffen. Sei es drum, der Ausflug war wieder sehr cool und man bekommt auch in Schwedt das Gefühl, Leute zu haben, mit denen man auf einer Wellenlänge ist. So kann es weiter gehen!

Mit den Mädels am Strand