Bildung und Urlaub in Granada

2 Sep
2012

26.August 2012 – 01.September 2012

Gemäß dem Brandenburgischen Weiterbildungsgesetz ist es jedem Arbeitnehmer möglich, maximal 5 Urlaubstage pro Jahr zusätzlich für Bildungszwecke zu bekommen. Diese Möglichkeit wollte ich natürlich nicht verstreichen lassen, also habe ich mich für einen Sprachkurs in Granada entschieden. Warum ausgerechnet Granada? Ich weiß es nicht. Eigentlich war die Maßnahme auch als gemeinsames Event mit meiner Ex-Freundin Janin geplant, aber da wir uns vor ein paar Wochen getrennt haben, ist dieser Grund hinfällig. So hat die Maßnahme leider einen kleinen Schönheitsfehler, der aber in Granada eigentlich keine Rolle spielte.

Die Anreise hätte eigentlich beschissener nicht sein können. Mein Handy Ersatzhandy hat mich morgens nicht geweckt, so dass ich 1 1/2 Stunden vor Abflug immer noch schnarchend im Bett lag. Glücklicherweise hat Janin die Lage erkannt und über Umwege einen Weckruf ausgelöst, so  dass ich es unter Mithilfe meines Schwagers sogar noch rechtzeitig zum Flughafen geschafft hatte. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal! Der Flug selbst war auch eher suboptimal: Abflug um 6 Uhr morgens von Berlin Tegel, Zwischenlandung in Barcelona, Zwischenlandung plus 5 Stunden Aufenthalt in Madrid und anschließend der Flug nach Granada. Nach knapp 14 Stunden sind wir schließlich in unserer Unterkunft eingetroffen. Was ne Strapaze!

Die erste Woche in der Sprachschule (Escuela Montalban) war echt heftig. Obwohl ich schon ein paar Vorkenntnisse hatte und im A1 Kurs war, hatte ich größte Mühe der Gruppe zu folgen. Dafür habe ich mich aber jeden Tag nach der Schule hingesetzt und gelernt, so dass das Gefälle nach ein paar Tagen gar nicht mehr so groß war. Im Intensivkurs am Nachmittag war ich aber trotzdem meistens hilflos überfordet.

Ab Mitte der ersten Woche habe ich dann die ersten Ausflüge mit der Schule gemacht. So waren wir am Mittwoch beim Flamenco de Andalucia in den Gärten der Alhambra (Jardines de la Alhambra). Die Vorführung war sehr schön, auch wenn ich leider den spanischen Gesang nicht verstanden habe. Am Donnerstag waren wir bei einem Freiluft-Kino in Sacromonte (einem Stadtteil nahe Albaicín). Es lief der Zeichentrick-Film „Arrugas“, welcher durchaus einen gesellschaftskritischen Charakter hatte. Leider habe ich auch hier nicht allzu viel verstanden, aber schon alleine die Umgebung war den Besuch wert.

Blick über Albaicín

Am Freitag sind wir dann zum ersten mal richtig raus aus Granada. Wir haben uns für einen Reitausflug nach Dílar am Rande des Nationalpark Sierra Nevada (Parque Nacional de Sierra Nevada) entschieden. Der spanische Reitlehrer war sehr cool drauf und hat mir in nicht mal 3 Minuten die Grundzüge des Reitens erklärt. Mein Pferd hieß Daniela und sie hat echt genau das gemacht, was ich wollte. Wenn nur alle Frauen so gut drauf wären wie sie! Nach ca. 2 Stunden Reiten tat mir der Arsch schon gut weh, aber trotzdem war es ein schönes Erlebnis.

Reiten in der Sierra Nevada

Am Samstag ging es sehr früh los nach Córdoba, wo wir von Juan eine sehr schöne Stadtführung bekommen hatten. Er kannte viele interessante Hinterhöfe und hat uns zu einigen Ecken gebracht, wo man normalerweise wohl nicht langgelaufen wäre. Leider habe ich seine Ausführung zur Geschichte Andalusiens nur sehr selten verstanden, so dass ich auch hier viel Leerlauf hatte.

Córdoba

Der Samstag-Abend des Urlaubs ist dann in typischer Erasmus-Manier über die Runden gegangen. Ich wollte mit meinen spanischen Erasmus-Freunden aus Cottbus (Julio und Victor) eigentlich nur ein paar Tapas essen und dann früh ins Bett gehen. Die beiden hatten eigentlich auch richtig viel zu tun, das sie noch an der Uni in Granada ihre Diplomarbeit schreiben. Aber wie das so ist, wenn man mit Spaniern feiern ist, wurde daraus natürlich nichts. Folgende Bars haben wir letztendlich aufgesucht: Los Diamantes, D’Cuadros. La Taberna del Estudiante, Sonora, Chupiteria Algaida (10 Chupitos!), Van Gogh, Marisma und Pitiki. Den Abend haben wir schließlich im Club Vogue beendet, wo man in Spanien erst gegen 3 Uhr aufschlägt. Dort haben wir auch Maria getroffen, die ebenfalls mal in Cottbus ihr Erasmus gemacht hat. Gegen 6.30 Uhr war ich dann schließlich im Bett, obwohl Julio und Victor durchaus noch länger durchgehalten hätten. Ich liebe Erasmus! Am Sonntag haben wir dann noch mit ein paar Leuten am Wochenendhaus von Julios Familie abgehangen und so langsam hatte ich mich eingelebt.

Pool

Die zweite Woche begann dann wie die Erste. In der Schule war ich nun mit Sony, einem Engländer indischer Abstammung in einer Klasse. Wir waren ein gutes Team und ich habe in der Woche echt viel gelernt. Die Nachmittage habe ich meistens mit Nina abgehangen, einer Deutschen die ich auf der Córdoba-Tour kennengelernt habe. So sind wir noch in den Wissenschaftspark (Parque de las Ciencias), in die Kathedrale von Granada und haben mit meinen spanischen Freunden einen Ausflug an die Küste gemacht. Der Playa Granada war sehr breit und menschenleer, also sind wir weiter zu Victors Ferienhaus nach La Herradura an der Costa Tropical. Der Strand und das Wasser waren absolut geil. Selbst Nina ist mit ins Wasser gekommen, obwohl sie eigentlich nicht wollte. Am Abend waren wir dann – mal wieder – Tapas essen und haben dabei Köstlichkeiten wie Pascado, Quisquilla, Patatas und Chanquetes (junger Fisch der aussieht wie Würmchen und eigentlich nur unter der Hand serviert wird) zu uns genommen.

Science Park

Die Woche verging sehr schnell und ich habe echte Fortschritte in der Schule gemacht. Ich hätte durchaus noch 2-3 Wochen länger bleiben können, aber leider war dann auch diese Woche recht schnell um. So sind wir Samstag morgen wieder aus Granada abgeflogen und ich fand mich im lauwarmen Deutschland wieder.

Zum Schluss noch eine Weisheit von Julio nach der langen Partynacht am Samstag:

Its too late for the restaurant and too early for breakfast.

Erkenntnisse: Es lohnt sich nicht den Tee auf den Märkten in Granada zu holen. Der schmeckt wie feuchte Erde auf Staub.

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