Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste

Und zwar ganz ordentlich! Eigentlich wollte ich ja schon immer zu einem Spiel der Eisbären nach Berlin, aber irgendwie hat es nie geklappt. Letzte Woche rief mich dann Martin an, ob ich Lust habe, ein Spiel der Eisbären im VIP-Bereich der O2 World mitzuverfolgen. Zufälligerweise spielen die Eisbären gegen die Adler Mannheim (Tabellenführer in der DEL) und überhaupt ist es ja mal lohnenswerter Ausflug. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt, also bin ich mit Martin, Caro und Tobias am Mittwochabend nach Berlin gefahren.

Dort erwartete uns ein glitzender Premiumbereich mit gut angezogenen Leuten sowie hochklassigen Speisen und Getränken. Das Ganze war schon etwas surreal: In der Halle spielten die Eisbären und ein paar Meter weiter aßen wir gegrillte Auberginen, Flusskrebsnasen und geräucherten Schweinenacken. Neben dem ganzen guten Essen haben wir natürlich auch ein tolles Spiel gesehen, in dem die Eisbären die Adler mit 5:2 aus der Halle gefegt haben. Das Spiel hatten insgesamt 13600 Zuschauer verfolgt – gar nicht mal so schlecht für einen Mittwochabend.

Eishockey in der O2 World Berlin

Wiedermal ist das Leben in Schwedt durch die Stammtisch-Connection deutlich bereichert worden. Danke Martin für die Einladung!

Erkenntnisse: Beim Eishockey tragen die Fotografen Helme.

Neuken in de keuken

Nicht mal 96 Stunden nach meiner Rückkehr aus Istanbul bin ich wieder am Flughafen und trete meinen nächsten Kurzurlaub an. Diesmal geht es mit meinen Arbeitskollegen Tobi und Olek von Berlin-Schönefeld nach Amsterdam. Der Urlaub ist gleichzeitig auch der Abschluss meiner diesjährigen Reisetätigkeit, denn ich habe einfach keine freien Urlaubstage mehr.

Die Ankunft war äußerst angenehm, nicht zuletzt auch weil Schiphol ein sehr guter Flughafen mit perfekter Anbindung ist. Unser Hostel mit dem klangvollen Namen Cocomama liegt am Rande der Innenstadt und war noch vor ein paar Jahren ein Bordell. An den Wänden hängen auch noch Relikte von den ehemaligen Gästen dieses Hauses, ein guter Anfang war also gelegt.

Den ersten Abend am haben wir wie richtige Touris in verschiedenen Bars am Rembrandt Plein verbracht. Eigentlich wollten wir nur einen Absacker trinken, aber letztendlich konnten wir uns nicht gegen den Duft der örtlichen Betäubungsmittel wehren und sind in einer ziemlich touristischen Lokalität abgesackt. Unsere Genussmittel hatten klangvolle Namen wie Royal Dutch und White Widow, aber die Wirkung war eher ernüchternd. Den Amerikanerinnen an unserem Tisch schien es aber gefallen zu haben. Wie sich später herausstellte, kamen sie mit dem gleichen Flieger aus Berlin, da sie gerade ein Auslandssemester dort machen.

Freitag die Stadt

Wir hatten Kollektiv vergessen unsere Wecker auszustellen, so dass wir pünktlich um 5.30 und 6.15 geweckt wurden. Trotzdem sind wir nicht vor zwölf aus den Kojen gekommen, so dass wir beinahe noch unsere Free City Tour verpassten. Diese führte uns vom Dam (zentraler Platz) mit dem Paleis op de Dam (Königlichen Palast) und der Nieuwe Kerk über das Rotlichtviertel mit der Oude Kerk bis hin zum Anne Frank Huis. Unser Tourguide Angel aus Kalifornien war zwar schon vom älteren Kaliber, aber er machte seine Sache sehr gut. Gerade im Rotlichtviertel sind einige Teilnehmer beim Anblick leicht bekleideter Frauen doch etwas nervös geworden, aber er hat die Gruppe gut auf das wesentliche fixiert. Völlig durchgekühlt haben wir die Tour nach gut 3 Stunden beendet und mussten uns erst mal entfrosten.

Walking Tour durch Amsterdam

Den Abend haben wir mit Lena, meiner ehemaligen Kommilitonin aus Schweden verbracht. Vor einer Woche hatten wir noch in Istanbul zusammen gefeiert, nun zeigte sie uns das Nachtleben von Amsterdam. An dieses Leben könnte ich mich echt gewöhnen! Letztendlich führte sie uns uns in ein sehr geiles Rock-Pub namens Waterhole, welches direkt in der zentralen Partymeile (Leidse Plein) liegt.

Lena und Sascha im Waterhole

Samstag das Bier

Reichlich ausgeschlafen versuchten wir zunächst die coole Brauerei in der De Gooyer Windmill zu besichtigen. Dort soll es nicht so viele Touristen geben und außerdem viel anschaulicher als in der anderen großen Brauerei sein. Anscheinend waren die wirklich nicht auf Touristen eingestellt, denn wir hatten kein Ticket mehr für die Führung bekommen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als in der völlig überfüllten Heineken Brauerei die Entstehung des Bieres zu durchlaufen. Leider hat man dort aber mehr darüber erfahren, wie cool und umweltfreundlich und geschichtsträchtig das Heineken Bier eigentlich ist. Es geht einfach nur ums Branding, gebraut wird dort heute gar nichts mehr.

Den Abend wollten wir eigentlich zusammen mit Lena in einer Location in der Innenstadt verbringen, aber letztendlich sind wir schon ein paar Kneipen früher abgesackt. Besonders gefiel uns dabei das Pata Negra, wo man in spanischer Gesellschaft zu Raggaeton Musik einen Mochito trinken kann.

Erkenntnisse: In den Straßenbahnen gibt es eine kleine Kabine in der die Tickets von einer Person verkauft werden.

Schiphol ist ein richtig guter Flughafen. Kurze Wege, schnelle Abfertigung und chillige Lounges.

Gutes Gras gibt’s im Greytown.

Nächste Haltestelle: Bosporus

Oder wie Big Brother Jürgen schon sang: „Heute fährt die 18 bis nach Istanbul!“. Mit dabei sind meine alten Freunde aus der Zeit in Schweden. Zugleich ist es für mich auch ein wenig der Monat der Wahrheit, denn ich werde im November kein freies Wochenende mehr haben. Nächstes Wochenende geht’s nach Amsterdam und darauf die beiden Samstage bin ich auf Projektleiter Schulung. Viel mehr geht echt nicht. Aber nun zurück zum Reisebericht aus Istanbul.

Die Anreise mit der Bahn hat wieder einige Nerven gekostet, da der Zubringer nach Angermünde kräftig Verspätung hatte. Aber zum Glück hat der Anschlusszug gewartet, so dass ich meinen Flug nach Istanbul  (Turkish Airlines TK 1722) noch rechtzeitig bekommen hatte. Dort angekommen bin ich schon auf Iñaki, Carsten, Igor und Nadine getroffen. Nach einem ersten Efes im Terminal sind wir dann per Bus in die Stadt. Unser Arch-Ist Hostel befindet sich unweit des Taksim-Platzes und direkt gegenüber des Alman Hastanesi (deutsches Krankenhaus), in dem Partyviertel schlechthin.

Kameriye Sokak in Istanbul

Nachdem eine kritische Masse an Leuten im Hostel eingetroffen sind, haben wir die Partytauglichkeit der Türken untersucht und wurden positiv überrascht. Es ist hier echt eine Menge los und man merkt kaum einen Unterschied zu anderen (westlichen) Metropolen. Obwohl wir eigentlich nicht so lange machen wollten, ist es mal wieder ganz schön lange geworden. Besonders wird wohl die Freiluft-Party in der Kasette in Erinnerung bleiben.

Am Freitag haben wir erst mal die Stadt etwas ausgiebiger erkundet, was mit 20 Leuten gar nicht so ein leichtes Unterfangen ist. Letztendlich haben wir uns einen Weg quer durch Galata (heute Karaköy) über die gleichnamige Brücke bis rüber nach Fatih auf dem Goldenen Horn gebahnt. Dort haben wir den Kapalı Çarşı (Großen Basar) besucht, welcher neben reichlich Touristenzeugs auch ein paar brauchbare Dinge anbietet. Nach einer Stärkung mit Kebab und Efes in einem nahegelegenen Restaurant mussten wir auch schon wieder zum Hostel, den am Abend besuchten wir  Sultana’s Dinner and 1001 Nights Show  unweit vom Taksim Platz. Dieses Abendessen hatte Kostas organisiert und zur Feier des Tages durfte er auch gleich bei der Bauchtanz-Show mitmachen. Wir haben den Laden echt gut gerockt und ich glaube die Kellner waren auch reichlich froh, als unsere Horde das Etablissment verlassen hat. Den angebrochenen Abend haben wir dann vernünftig im Araf ausklingen lassen (ein Club, den man durchaus weiterempfehlen kann!).

Reichlich Infos am Samstag

Auch für diesen Tag hatte Kostas etwas organisiert, nämlich einen geführten Stadtrundgang mit einem extra Tourguide. Die erste Herausforderung des Tages war es jedoch, erst mal alle Leute aus den Betten zu bekommen. Etwas verspätet trafen wir auf unseren Tourguide Burak, der keinen Zweifel daran ließ, das die Geschichte Istanbuls seine Leidenschaft ist. Mit ihm haben wir unter anderem das Hippodrom, die Sultanahmet Camii (Sultan-Ahmed-Moschee oder Blaue Moschee) und die Hagia Sophia besichtigt. Mit rauchenden Köpfen und der Erkenntnis, dass es auf dem Sultan-Ahmed-Platz einen deutschen Brunnen (Alman Çeşmesi) gibt, haben wir den Abend schließlich auf einem Boot auf dem Bosporus eingeleitet. Die Entspannung war auch bitter nötig, denn es sollte noch das kulturelle Highlight dieses Urlaubs folgen: Das Russian Dinner.

Russian Dinner

Wie sonst auch immer haben sich alle mächtig in Schale geworfen. Für die Männer war wieder der Oberlippenbart (franz. moustache) obligatorisch, der bedingt durch mangelnden Bartwuchs mehr oder weniger gut umgesetzt war. So sind wir alle gut gekleidet mit unserem Bus zum  Kumkapi Restaurant gefahren und haben bei Fisch, Lamm und sonstigen örtlichen Köstlichkeiten unsere Konzepte für das nächste Treffen vorgestellt. Mein Vilnius-Konzept hat es leider nicht in die nächste Runde geschafft, dafür haben sich Santi und Anton bis ins Finale vorgekämpft und sehr schöne Reisezeile präsentiert. Letztendlich hat Anton mit seinem Tiflis-Konzept gewonnen, was wieder richtig Vorfreude auf die nächste Reunion bringt.

Die Nacht haben wir wieder im Araf gefeiert, der Club hat es uns einfach angetan. Irgendwann in den frühen Morgenstunden war ich dann auch todmüde im Bett, die kurzen Nächte haben einfach mächtig geschlaucht.

Rückflug mit Hindernissen

Der erste Tag, an dem wir mal mehr als 4 Stunden schlafen konnten, war auch gleichzeitig der letzte. Zum Glück hatte Iñaki eine ähnliche Abflugzeit, so dass wir beide zusammen den Weg zum Flughafen antreten konnten. Beim Einchecken machte mich die unfreundliche wortkarge Frau am Schalter darauf aufmerksam, dass ich eventuell nicht mehr in die Maschine passe und umgebucht werden muss. Super Sache, auf einmal war ich also nur noch stand by passenger. Und das, obwohl ich genauso bezahlt hatte wie jeder andere. Bei der Abfertigung bin ich dann auch noch auf Nadine getroffen, die eigentlich schon um 10 Uhr morgens (!) fliegen sollte, aber ebenfalls keinen Platz mehr bekommen hat. So durfte ich zusehen wie alle in die Maschine gingen und musste gleichzeitig hoffen, dass manche Leute ihre Reise nicht antreten. Und so war es dann auch: Ich hatte Glück und durfte einen freien Platz in der Business Class belegen. Auch Nadine hat es in meine Maschine geschafft, obwohl sie eigentlich nach Hamburg wollte. Danke an Turkish Airlines nochmal für diese aufregenden Momente!

Erkenntnisse: Araf ist ein geiler Club mit toller Aussicht auf das nächtliche Istanbul.

Mir scheint die Türken in Istanbul sind liberaler als die Türken bei uns in Deutschland.

Die Polizei ist in Istanbul sehr präsent.

Etablissement