Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Da ich nun stolzer Besitzer eines Golf 5 bin, möchte ich mal meine Erfahrungen beim Gebrauchtwagenkauf mit euch teilen. Zunächst habe ich für mich die Frage geklärt, ob ich ein Auto vom Händler oder von Privat kaufen möchte. Um es vorweg zu nehmen, ich habe mein Auto letztendlich beim Händler gekauft. Im Nachhinein betrachtet hätte ich es aber genauso gut von einem Privaten kaufen können. Denn mein Auto war Scheckheftgepflegt, genau wie es auch bei einem privaten Anbieter Scheckheftgepflegt hätte sein können. Da hatte der Händler also erst mal gar nichts mit zu tun. Da bei meinem Wagen der TÜV auch noch nicht so lange her war, hatte der Händler auch absolut nichts an dem Auto gemacht. Zudem war das Auto total leergeräumt: Kein Verbandskasten, kein Warndreieck und auch keine Sonnenschützer (sofern man denn so was überhaupt braucht ^^). Diese Dinge wären bei einem Privatverkauf sicherlich dabei gewesen. Letztendlich habe ich aber beim Händler dein Kaufpreis von 7000 EUR auf 6800 EUR (inkl. Wechsel von Zahnriemen und Wasserpumpe) drücken können und damit war ich dann auch zufrieden.

Folgende Tipps möchte ich euch mit auf den Weg geben:

  • Einen Auszug bei Schwacke machen. Da kann man für 7,90 EUR den Schwacke-Preis des Autos bestimmen. Diese Investition lohnt sich auf alle Fälle, denn damit hat man eine gute Verhandlungsgrundlage.
  • Scheckcheck genau durchsehen und nicht nur mal so zeigen lassen. Es könnte durchaus sein, dass in naher Zukunft Reparaturen anstehen. Bei meinem Auto war der Zahnriemen noch nicht gewechselt, deshalb habe ich das vom Händler auch machen lassen. Wichtige andere Verschleißteile sind der Auspuff, Reifen, Bremsen, Benzin- und Luft- und Ölfilter, Zündkerzen, Scheibenwischer und die Batterie. Die empfohlenen Wartungsintervalle sollten dringendst eingehalten werden.
  • Das Auto genau inspizieren und Zeichen übermäßigen Gebrauchs erkennen. Bei mir war das Lederlenkrad abgegriffen, die Sitze etwas dreckig und im Kofferraum die Halterung für das Warndreieck kaputt. Leider habe ich erst nach dem Kauf gesehen, wie dreckig eigentlich der Tankstutzen war. Ich frage mich heute noch, ob mein Auto nicht vielleicht sogar als Dienstwagen benutzt wurde, denn kein normaler Mensch würde den Tankstutzen so verdrecken lassen.
  • Explizit danach fragen, ob das Auto ein Unfallwagen war. Macht der Verkäufer hier eine unwahre Aussage, kann man später noch etwas geltend machen.
  • Man sollte eine Probefahrt auf unterschiedlichen Straßenverhältnissen machen. Neben der Landstraße kann man vielleicht auch mal ein Stück Kopfsteinpflaster oder Autobahn fahren, um das Fahrzeug unter schwierigeren Bedingungen zu testen. Vielleicht hört man etwas klappern oder merkt Unzulänglichkeiten im Fahrwerk.

Wenn man alle diese Dinge beachtet, kann beim Kauf eigentlich gar nicht so viel schief gehen. Ein Gebrauchtwagen birgt natürlich immer ein kleines Risiko, aber ich denke damit kann man leben.

Update 19.03.2014: Trotz sorgfältiger Prüfung beim Kauf sind mir ein paar Dinge durch die Lappen gegangen: Die Reifen haben nur noch sehr wenig Profil und halten maximal noch eine Saison durch. Zudem hat eine Nebelleuchte hat einen kleinen Sprung in der Scheibe. Beim nächsten TÜV werde ich diese Dinge abstellen müssen.

Einmal Schweden und zurück

Sommerzeit ist bekanntlich Urlaubszeit und so steht für mich auch wieder der nächste Urlaub auf der Agenda. Leider ist meine Freundin diesmal nicht dabei, da sie ihre Urlaubstage bei unserem letzten Urlaub auf Rhodos schon fast aufgebraucht hatte. Trotzdem sollte es eine lustige Runde werden, denn zum ersten Mal macht die Stammtisch-Truppe aus Schwedt einen gemeinsamen Urlaub. Als Reiseziel haben wir uns Schweden ausgesucht. Für eine Woche wird ein 200m² Ferienhaus in Tannsjö nahe Markaryd unser Zuhause sein.

Für die Anreise habe ich mir was Besonderes ausgedacht: Da mein Fahrrad bis auf kurze Aufenthalte in Polen noch keine Auslandserfahrung hat, wollte ich es einfach mal als Transportmittel nutzen und damit nach Schweden fahren. Carina hatte die gleiche Idee, so dass wir zu zweit die Anreise stemmten. Ich habe allerdings etwas geschummelt. Bedingt durch die Hochzeit von Anja reiste ich mit dem Zug nach Rügen und sparte mir somit die Hälfte der Strecke. Ab Lietzow (Rügen) war ich dann aber dabei.

Anreise mit Hindernissen

Schon der Treff mit Carina in Lietzow ging schief. Mein Akku reichte noch kurz um meinen Standort mitzuteilen, aber leider verfehlten wir uns im Ort. So machte ich mich alleine los zum Fährhafen nach Sassnitz. Dort traf ich als erster ein und kurz nach mir waren auch Carina und die Autofahrer am Start.

So verbrachten wir alle gemeinsam die Überfahrt nach Trelleborg, wo sich unsere Wege wieder planmäßig trennten. Während Carina und ich einen Umweg über Malmö machten, nahmen die Autofahrer lieber den direkten Weg nach Markaryd. Zum Glück hatten wir auf der Fähre einen routinierten Radfahrer getroffen, der uns mit seinem Navigationsgerät sicher durch Schonen führte. In nicht mal zwei Stunden waren wir in Malmö und konnten unser Hostel-Zimmer beziehen.

Malmö am Meer

Die Innenstadt von Malmö ist eher unspektakulär, dafür ist das Gebiet um den Torso umso beeindruckender. Der von Santiago Calatrava entworfene Wolkenkratzer befindet sich in einem neu entworfenen Wohnviertel direkt am Wasser. Für mich als Fast-Architekten ein echtes Highlight.

Turning Torso in Malmö

Nachdem wir alle wichtigen Punkte abgefahren hatten, sind wir in den erstbesten Zug nach Älmhult gestiegen. Schon kurz hinter Malmö war aber erst mal Schluss, da wohl ein Polizeieinsatz die Weiterfahrt verhinderte. Mit reichlich Verspätung sind wir dann in Älmhult eingetroffen. Die restlichen 40 km spulten wir fast schon routiniert herunter. Kleinere Regenpausen hinderten uns zwar an einer Bestzeit, aber immerhin sind wir trocken in Tannsjö angekommen.

Die Umgebung erkunden

Die folgenden Tage verbrachten wir mit der Gruppe in Tannsjö und Umgebung. So sind wir am Montag zum Elchpark in der Nähe von Markaryd gefahren, wo wir mit einer Bimmelbahn das Gehege erkundeten. Mit reichlich Futter ausgestattet konnten wir die Tiere bis an den Wagen locken. Und die Elche, die keine Lust hatten, wurden von dem ziemlich konsequenten Fahrer einfach aus dem Mittagsschlaf gerissen. 🙂

Ein weiteres Highlight war für mich die Fahrt nach Växjö am Dienstag. Hier hatte ich ja meinen ersten längeren Auslandsaufenthalt und es war einfach nur schön, wieder da zu sein. Außerdem konnte ich den Leuten einige Highlights zeigen, die ihnen wohl sonst verborgen geblieben wären (Vattentorg, Teleborg Slot, Storgatan).

Paparazzi am Bahnhof Växjö

Am Donnerstag entschieden wir uns für eine Tour nach Göteborg. Das Stadtzentrum empfand ich als eher unspektakulär, aber immerhin hatten wir dort ein leckeres Mittag im Tranquillo. Direkt an der Ostsee liegt die Maritiman mit den ausrangierten (Kriegs)Schiffen. Obwohl ich bekennender Pazifist bin, haben es mir der Zerstörer HMS Småland und das U-Boot Nordkaparen sehr angetan.

Durch Sabrinas Hinweis haben wir zudem einen wahren Geheimtipp für Göteborg gefunden. Etwa 15 km südwestlich vom Stadtzentrum befindet sich der Vorort Saltholmen (Endstation der Straßenbahnen 9 und 11). Mit ein wenig pfadfinderischen Geschick findet man dort einen Weg hoch zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Ausblick auf die raue Felsenküste rund um Göteborg hat.

Die restlichen Tage haben wir entspannt in unserem Haus in Tannsjö verbracht und etwas Kraft für die folgenden Wochen getankt. Den örtlichen Badesee kann man übrigens nicht empfehlen. Nach einem kurzen Bad war mein ganzer Körper braungefärbt. Die Gewässerprobe von Martin steht aber noch aus.

Rücktour mit dem Fahrrad

Obwohl das Wetter weiterhin sehr bescheiden war, bin ich mit Carina den Rückweg mit dem Fahrrad angetreten.

Wir hatten gleich am ersten Reisetag die längste Etappe mit über 100 Kilometer eingeplant. So fuhren wir einmal quer durch Småland von Tannsjö vorbei an Markaryd, Hishult, entlang der Bundesstraße 114, Munka-Ljungby, Ängelholm bis nach Helsingborg. Der zwischenzeitliche Regen hat sich nicht gerade positiv auf meine Stimmung ausgedrückt, aber wenn man einmal richtig nass ist, ist der Rest auch egal.

In Helsingborg hatte Carina für uns eine Couchsurfingmöglichkeit organisiert und unsere Gastgeberin Linn hat ihre kulturelle Verantwortung durchaus ernst genommen. So hatten wir nach den 100 km auf dem Rad noch locker 5 km zu Fuß die Stadt erkundet. Immerhin weiß ich jetzt, dass es schöne Strände, Parks und Restaurants in Helsingborg gibt.

Am nächsten Morgen war das Wetter leider immernoch schlecht, so dass wir uns entschlossen, die 35 km nach Kopenhagen mit dem Zug zu fahren. So nahmen wir früh die Fähre über den Öresund nach Helsingør und anschließend die Bahn nach Kopenhagen. Innerhalb von 2 Stunden waren wir dort und konnten unsere Taschen am Hostel ablegen. Da ich schon einige Male in Kopenhagen war, überlies ich Carina das Sightseeing und traf mich stattdessen mit Morten in Frederiksberg. Dort haben wir uns die das geistige und wissenschaftliche Erbe der Carlsberg-Familie angeschaut und statteten dem nahegelegenen Park einen Besuch ab. Im Park können Jogger auf einem 2,5 Kilometer langen Rundweg ihre gewünschte Geschwindigkeit an einem Automaten einstellen und anschließend signalisieren Lichter am Streckenrand die eigene Leistung. Echt eine coole Erfindung!

Sascha mit Sturmfrisur im Nyhavn Kopenhagen

Am Montagmorgen war für mich schon der geistige Abschied vom Urlaub, denn wir sollten am Ende des Tages wieder deutsches Territorium betreten. Zunächst fuhren wir mit den Danske Statsbaner (DSB) von Kopenhagen nach Nykøbing Falster. Anschließend überbrückten wir 25 Kilometer bis zur Fähre nach Gedser per Fahrrad und dann sollten wir gefühlt auch schon fast wieder zu Hause sein. Leider haben wir die Fähre vor der ursprünglich anvisierten um wenige Minuten verpasst, so dass wir dann doch noch knapp zwei Stunden am Fährhafen warten mussten. Mir war das Ganze irgendwie zu viel, weswegen ich für mich die Reise beendet habe. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf schlechtes Wetter und fremde Couches. Daher trennten sich unsere Wege in Rostock und ich nahm den nächsten Zug Richtung Heimat.

Ich werde einige Erkenntnisse aus dieser Reise mitnehmen. Zum Beispiel, dass man in Schweden sehr gut Fahrrad fahren kann. Die kleinen Überlandstraßen sind in sehr gutem Zustand und kaum befahren. In den Städten ist ohnehin vieles auf die Radfahrer ausgerichtet, so dass man sich eigentlich keine Sorgen machen braucht. Auch unsere große Gruppe hat gut harmoniert und somit schreit der Urlaub fast schon nach einer Fortsetzung. Mal schauen, ob wir damit bis zum nächsten Sommer warten müssen. 🙂