Na toll, schon wieder Letzter

Diesmal meine ich damit nicht den Tabellenplatz von Energie Cottbus (obwohl das auch zutreffen würde), sondern eine neue Studie von Focus Money zu den wirtschaftlichsten Regionen Deutschlands. Hier hat sich die Uckermark leider erneut in der Schlussgruppe platziert und damit wieder einmal bundesweit für Aufsehen gesorgt. Demnach wurden bei der Studie verschiedene Kriterien wie Arbeitsmarkt, Einkommen, Bevölkerungsentwicklung, Investitionen und Mietpreisentwicklung berücksichtigt. Die Uckermark ist der Landkreis mit der höchsten Arbeitslosigkeit (in dem berücksichtigten Zeitraum 15,2%) und einer negativen Mietpreisentwicklung. Während in Berlin die Mietpreise exorbitant steigen, sinken die Mietpreise nur 100 km entfernt in der Uckermark um 5.8%. Nur die Landkreise Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte sind noch schlechter dran. Insgesamt verglichen die Redakteure von Focus die wirtschaftliche Lage von 388 der bundesweit 402 kreisfreien Städte und Landkreise.

Ich selbst sehe die Entwicklung in der Uckermark durchaus traurig und beängstigend. Keine Region kann überleben, wenn die jungen Leute wegziehen und woanders ihre Existenz aufbauen. Aber ich sehe durchaus auch Leuchttürme in der Region, die mich positiv für die Zukunft stimmen. Der Tourismus wird sich entwickeln, die Nähe zu den Großstädten Berlin und Stettin wird immer wichtiger und letztendlich werden mittlerweile auch hier Fachkräfte gesucht und die Arbeitslosigkeit wird weiter sinken. Abgesehen davon ist es ein bundesweites Phänomen, dass entlegene Regionen nun mal nicht die Wirtschaftskraft haben wie hochindustrialisierte Ballungszentren. Ich jedenfalls lebe gern hier und kann mich nicht beschweren. Meiner Meinung nach ist die Talsohle auch erreicht und es kann eigentlich nur besser werden. Packen wir es an!

PS: Scheinbar habe ich in meinem Leben immer nur in aussichtslosen Regionen gelebt. Meine Studentenstadt Cottbus ist auch in der Schlussgruppe zu finden. Zu dem Wandel der Stadt gibt es auch eine interessante Fotodokumentation von Nico Herzog.