Cubietruck Teil 1 – Bestellung und Aufbau

In der Zeitschrift c’t habe ich von interessanten Einplatinen-Computer auf Basis von ARM-Chips gelesen (C’t Ausgabe 13/04, Artikel ARM-Boards für unter 100 Euro). Unter anderem wurden in dem Bericht der Raspberry PI, Cubietruck und BeagleBone Black getestet. Zuerst wollte ich mir einen Raspberry PI bestellen, aber der schwache Prozessor hat mich irgendwie abgeschreckt. Also habe ich mich für den deutlich teureren Cubietruck (auch Cubieboard 3 genannt) entschieden.

Bestellung

Leider könnte ich das Gerät nicht bei den gängigen Elektronikhändlern in Internet finden, also habe ich mir meinen Cubietruck direkt beim Hersteller in China bestellt. Das Bestellung auf der englischsprachigen Website ging relativ reibungslos: Ich habe das Cubieboard ausgewählt, anschließend per PayPal bezahlt und nach ein paar Minuten die Auftragsbestätigung bekommen. Wenige Stunden später wurde mein Paket dem Zusteller übergeben und ich habe einen Tracking Code erhalten. Als Lieferzeit waren 15-20 Tage angegeben.

Update: Inzwischen kann man den Cubietruck auch bei Exp-Tech und Watterott bestellen.

Abholung beim Zoll

Nach 25 Tagen Lieferzeit ist der Cubietruck in Deutschland eingetroffen, allerdings nicht bei mir zu Hause sondern beim Zollamt in Eberswalde. Da ich gerade im Urlaub war, musste ich telefonisch noch die Aufbewahrung meines Pakets erbitten, sonst hätte der Zoll das Paket nach 14 Tagen wieder zurück geschickt.

Über einen Monat nach der Bestellung habe ich das Paket dann tatsächlich beim Zoll abgeholt und durfte noch die 19% Mehrwertsteuer (ca. 13 EUR) plus eine Aufbewahrungsgebühr (7 EUR) nachbezahlen. Aber ich war zufrieden, das Gerät endlich in meinen Händen zu halten.

Auspacken und Testen

Zuhause habe ich das kleine Paket ausgepackt und den Cubietruck erstmalig in Betrieb genommen. Es sind eigentlich alle Komponenten zum Betrieb dabei, lediglich ein Netzteil muss man sich noch besorgen. Ich habe einfach das Netzteil vom iPad 3 verwendet (2.1 A) und es hat ohne Probleme funktioniert. Nach dem Anschluss der Stromversorgung startet der Cubietruck auf Anhieb das Android-Betriebssystem vom internen Speicher und zeigte alles auf meinem VGA-Monitor. Nur die Auflösung scheint etwas schwach zu sein, es sieht jedenfalls auf meinem Monitor etwas verschwommen aus.

Cubier im Wohnzimmer

Hier das verwendete Equipment:

  • Cubietruck
  • Netzteil Apple A1357, Output 5.1V und 2.1A
  • USB-Kabel für die Stromversorgung
  • Monitor LG W2284F (Anschluss über VGA-Kabel)
  • Maus Logitech M-UAG120

Ausblick

Als nächstes werde ich mir ein stärkeres Netzteil und eine MicroSD-Karte besorgen, damit ich mal ein alternatives Betriebssystem ausprobieren kann. Außerdem will ich ausprobieren, ob meine Funktastatur von Microsoft unterstützt wird.

Cubietruck Teil 2 – Ausprobieren und Ausbauen

Roadtrip auf Portoguisisch

Um dem Winter etwas zu entkommen haben Karo und ich wieder einen Urlaub im Süden gebucht. Und wie bei unserem Ausflug nach Rom lagen wir mit der Reisezeit goldrichtig: Die Städte waren noch nicht so überfüllt, die Hotels hatten vorsaisonale Preise und das Wetter war sommerlich.

Den Abend vor dem Abflug waren wir noch bei einer Geburtstagsparty in Friedrichshain und hatten somit nur 4 1/2 Stunden Schlaf. Um nicht noch weniger Schlaf zu haben, vertrauten wir der Berliner S-Bahn und sind auf die Minute am Flughafen eingetroffen. Der Flug war sehr entspannt und nach gut 3 Stunden Flugzeit sind wir bei 19 Grad Temperatur am Flughafen von Lissabon gelandet.

Direkt am Flughafen wartete schon unser Fiat 500 auf uns und gemäß unserer Planung sind wir sofort raus auf das Land gefahren. Nach einem Zwischenstopp an der Küste kurz vor Estoril sind wir weiter zur Kleinstadt Sintra gefahren und haben uns den Palast und Garten von Monserrate angeschaut. Dieser wurde als Sommerresidenz von dem englischen Geschäftsmann Francis Cook im Jahre 1856 gebaut und war genau das richtige für unsere erschöpften Körper. Das achteckige Atrium, die maurisch anmutende Galerie und der ausgedehnte Gärten mit exotischen Bäumen und Pflanzen waren sehr schön anzusehen und gaben uns einen Vorgeschmack darauf, was uns die nächsten Tage erwarten würde.

Da man in Sintra noch einiges mehr sehen kann (immerhin gehört die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe), werden wir auf der Rücktour noch mal einen Tag hier verbringen. Für heute mussten wir allerdings erst noch 250 km auf der A1 nach Porto abspulen. Der kleine Transponder in der Windschutzscheibe hat uns regelmäßig in Form eines Piepens darauf aufmerksam gemacht, dass auf den Autobahnen in Portugal eine Maut fällig ist.

Am Abend sind wir erschöpft in unserem Grande Hotel do Porto eingetroffen. Wohlgemerkt das älteste Hotel der Stadt und ein echtes Highlight. Hier hat schon der Dalai Lama und andere Größen genächtigt, nun hatten wir uns hier für 50 EUR die Nacht einquartiert. Zuvor hatte uns die Suche nach einem Parkhaus allerdings einige Nerven gekostet. Bei den ganzen Einbahnstraßen hat man ohne Navi einfach keine Chance.

Erkundung von Porto zu Fuß

Durch die zentrale Lage unseres Hotels konnten wir die Stadt prima zu Fuß erkunden. Unser Rundgang führte uns über die nahegelegene Avenida dos Aliados mit seinen repräsentativen Gebäuden (u.a. Paços do Concelho), vorbei an die Igreja dos Congregados zum Estação de São Bento (Hauptbahnhof). Dieser hat genauso wie die Kirche sehr schöne Azulejos. Um nicht bei dem bergigen Gelände unnötig auf und ab zu gehen, sind wir anschließend quer zur Igreja dos Clérigos gelaufen. Diese hat einen 76 Meter hohen Kirchturm, den wir ebenfalls bestiegen haben.

Blick über Porto

Kamelien überall

Die Kirchen haben hier sehr detaillierte Holzschnitzereien, welche teilweise auch mit Gold überzogen sind. Der Palácio da Bolsa entpuppte sich als ehemaliges Börsengebäude. Schön war auch die Uferpromenade Muro dos Cobertos da Ribeira mit den bunten Wohnhäusern. Von dort hat man auch eine schöne Aussicht auf die Brücke Ponte Luis I., welche man oben und unten zu Fuß überqueren kann. Da wir die Aussicht genießen wollten, sind wir mit der Funicular dos Guindais für ein paar Euro hochgefahren und haben uns damit ehebliche Anstrengungen erspart. Anschließend sind wir über die Brücke zur benachbarten Stadt Vila Nova de Gaia gelaufen.

Porto Ponte Dom Luís I

Wir hatten am Ende des Tages schon das Gefühl, alles Wesentliche gesehen zu haben. Deswegen entschieden wir uns den nächsten Tag – ganz in Roadtrip-Manier – nach Braga zu fahren.

Ab nach Braga

Ohne uns großartig über die Stadt informiert zu haben, sind wir morgens mit dem Auto nach Braga gefahren. Zunächst waren wir etwas enttäuscht, denn die Innenstadt mit der Kathedrale und dem Kloster ist zwar ganz nett, aber kein wirkliches Highlight. Auf einer Postkarte haben wir dann aber noch den Bom Jesus do Monte Sehenswürdigkeit ausgemacht. Dieser befindet sich auf einem Berg am Rande der Stadt. Auf dem schönen Gelände kann man etwas umher laufen und den Kreuzweg Jesu ergründen. Wir haben aber eher die Aussicht bei einem Eis genossen, ehe wir uns auf den Rückweg nach Porto machten.

Bom Jesus do Monte bei Braga

Dort sind wir zunächst zum Strand Praia do Castelo do Queijo gefahren, um das gute Wetter noch mehr zu genießen. Der Strand ist schön breit und der Sand ist sehr fein, nur der viele Plastikmüll und der Anblick auf ein Tanklager trübten den Eindruck ein wenig. In der Nähe ist auch noch ein kleines Fort (Forte de São Francisco Xavier) und das Sea Life Aquarium, das wir allerdings nicht besucht haben.

Wie die meisten jungen Leute in der Umgebung haben wir uns in das Gebäude Edifício Transparente begeben, um im Tiralinhas etwas zu essen und einen frischgemachten Fruchtsaft zu trinken. Hier scheint sich die Szene von Porto zu treffen, hier war Optik wichtiger als Verstand. Für uns war es auch ein wenig der Abschied aus Porto, den ab morgen ging es wieder in den Süden.

Ab nach Venedig

Der Hinweis eines Kollegen von Karo brachte uns auf dem Rückweg Richtung Süden in die Stadt Aveiro, welche uns als Venedig Portugals angepriesen wurde. Aufgrund mangelnder Ortskenntnis sind wir aber zunächst nicht der Stadt selbst, sondern am nahegelegenen Strand Praia da Barra angekommen. Dieser war wirklich schön und lud geradezu zum Verweilen ein. Scheinbar kann man hier auch gut surfen, es waren jedenfalls einige Surfer auf dem Wasser.

Praia da Barra

Da wir uns ungern einen Sonnenbrand einholen wollten, sind wir bereits nach einem kurzen Spaziergang zurück zum Auto und dann über die Schnellstraße nach Aveiro gefahren. Zuerst dachten wir, bis auf eine Kirche ist nichts Sehenswertes in dem Ort. Doch dann haben wir einen Kanal an einem Einkaufszentrum gefunden, welchen wir auch gleich mit einen traditionellen Moliceiros (Boot zum Fang und Transport von Algen) abgefahren hatten. Nach einem lecken Dorsch in der Altstadt von Aveiro haben wir uns wieder in die Spur gemacht.

Aveiro

Unser Tagesziel für diesen Tag war nämlich die Stadt Ericeira, welche in ganz Portugal als Surferhauptstadt bekannt ist. Da wir erst am Abend eintrafen, haben wir davon aber nicht so viel mitbekommen. Trotzdem war die Altstadt mit ihren beleuchteten Gassen und leckeren Restaurants sehr schön anzusehen. Wir gingen früh schlafen, da wir uns am nächsten Tag erneut Sintra anschauen wollten.

Wiedersehen in Sintra

Bevor wir in Sintra eintrafen, haben wir uns noch den königlichen Klosterpalast von Mafra angeschaut. Dieses riesige Gebäude ließ König João V. ab dem Jahr 1717 bauen, um ein Versprechen gegenüber einem Mönch einzulösen. Die Ausmaße sind schon gewaltig und lassen auf den Reichtum der damaligen Seemacht Portugal schließen. Wir schauten uns nur die Klosterkirche in der Mitte des Gebäudes an und fuhren dann weiter nach Sintra.

Hier wohnten einst die portugiesischen Könige und haben der Stadt ein dementsprechendes Erscheinen gegeben. Heute sind die Bürgen und Paläste als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt und ziehen reichlich Touristen an. Für heute hatten wir uns den Palácio Nacional da Pena vorgenommen, welcher oft auch als das „Neuschwanstein Portugals“ bezeichnet wird. Der Palast ist in der Tat auch sehr verspielt und hat genauso wie Schloss Neuschwanstein eine sehr exponierte Lage auf einem Gipfel. Dafür hat man bei den Zimmer gespart, die waren nämlich echt mickrig. Sehr cool war hier die Sonnenuhr auf der Terrasse: Diese ist mit einer kleinen Kanone verbunden und sobald die Sonne eine bestimmte Höhe erreicht, wird ein Schuss abgefeuert.

Blick auf das Castelo dos Mouros

Unweit davon befindet sich das Castelo dos Mouros, eine Befestigungsanlage aus der Zeit als die Mauren hier noch die Macht innehatten. Man kann entlang der Mauern wandern und dabei einen tollen Ausblick auf Sintra und Umgebung genießen.

Unweit von Sintra befindet sich noch die Hafenstadt Cascais, welche wir ebenfalls noch ansteuerten. Nach einem kurzen Rundgang packte uns der Hunger und so entschieden wir uns, wieder in einem Restaurant Fisch zu essen. Nach dem leckeren Dorsch am Tag zuvor war der Schwertfisch heute eher für die Tonne. Karos Fisch war auch nicht besser, weswegen der nette Kellner mit unangenehmen Fragen und keinem Trinkgeld konfrontiert würde. Das Restaurant hieß übrigens Restaurante Castro und befindet sich in der Rua das Flores. Die haben bestimmt auch Gutscheine, falls ihr mal jemanden was schlechtes schenken möchtet. 😉

Die letzten Kilometer auf der überfüllten Küstenstraße nach Lissabon haben noch mal unsere Nerven strapaziert, ehe wir dann am frühen Abend den Mietwagen und damit auch ein Stück Verantwortung abgeben konnten. Unser Hotel war schnell mit der Metro zu erreichen und so waren wir mit dem Sonnenuntergang in unserer letzten Unterkunft dieser Reise angekommen. Leider entpuppte sich das vermeintliche Budget-Hotel als abgedroschenes Hostel in der wohl lautesten Straße der Stadt. Mit Ohrstöpseln konnte man es einigermaßen aushalten, nur der Gestank nach Holzschutzmitteln war unerträglich.

Es kann nur besser werden

Nach einer Horrornacht im Hostel haben wir uns erstmal mit dem Elevador Santa Justa einen Überblick von Lissabon verschafft. Für 5 EUR wird man dort 32 Meter nach oben gefahren und kann die Stadt von oben sichten. Und was viele nicht wissen, das Ticket kann zwei Mal benutzt werden.

Wir arbeiteten uns von oben zum Praça do Comércio vor, von dem wir mit dem Bus weiter zur Mosteiro dos Jerómimos zum Stadtteil Belém gefahren sind. Im Sommer kann man die Strecke auch mit dem Boot fahren, aber leider hat der Sommer noch nicht offiziell angefangen. Direkt am Rio Tejo befindet sich auch noch ein moderner Aussichtsturm (Padrão dos Descobrimemtos), der in Gedenken an Heinrich den Seefahrer gebaut wurde. Für 4 EUR durften wir mit dem Fahrstuhl bis zur Spitze hochfahren und den Ausblick genießen. Vor dem Turm befindet sich ein schönes Mosaik, dass die Entdeckungen der portugiesischen Seefahrer anschaulich darstellt.

Ponte 25 de Abril und wir

In Belem haben wir uns anschließend noch dem Belem Tower angesehen. Leider war dieser geschlossen, so dass wir wieder zurück nach Baixa gefahren sind. Dort sind wir in eine der vielen historischen Straßenbahnen gestiegen, um die Gegend noch etwas bequemer zu erkunden. Die Fahrt mit einer solchen Straßenbahn bedeutet für den Fahrer richtig Stress. Nicht nur, dass er zur Steuerung der Straßenbahn viele Hebel in Bewegung setzten muss, sondern auch die zugeparkten Gassen waren echt Millimeterarbeit.

Am Abend haben wir diesmal die Grundregeln der Restaurantsuche befolgt und sind in ein Restaurant gegangen wo viele Leute waren und man einen Blick auf das Essen werfen konnte. Das Ristorante Locanda Italiana in der Rua das Portas de Santo Antão erfüllte beide Kriterien und bescherte uns tatsächlich ein sehr leckeres Abendessen.

Letzter vollständiger Tag in Lissabon

Da wir unsere Metro-Karte noch ein paar Stunden benutzen durften, sind wir erneut mit der historischen Straßenbahn gefahren. Da die Linie 28 aber total überfüllt war, sind wir an der Rua da Conceiçao einfach mal in die 12E eingestiegen. Letztendlich fährt die Linie fast genauso und hat uns eine schöne Fahrt durch den Stadtteil Alfama beschert. An der Station Miradouro de Santa Luzia gibt es auch den schönsten Aussichtspunkt der Stadt. Wir sind allerdings erst mal weiter gefahren zur Endstation Largo Martim Moniz. Von dort kann man die Treppen hoch zum Castelo de São Jorge nehmen, was wir auch getan haben. Vom Castelo selbst hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt (wieder mal) und kann einiges über die Geschichte Lissabons erfahren. Es gibt dort auch kostenlose Führungen und eine Camera Obscura, welche in einem verdunkelten Raum aktuelle Bilder der Stadt anzeigt.

Nachdem wir alles gesehen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Praça do Comércio und genossen die Sonnenstrahlen bei einem kühlen Eiscafé. Am Abend kehrten wir wieder im Locanda Italiana ein, wo wir mittlerweile per Handschlag begrüßt wurden. Bei einem leckeren Fleischgericht ließen wir gemeinsam die letzten Tage Revue passieren und verabschiedeten uns moralisch von Lissabon und den ganzen Urlaub.

Praça do Comércio

Am nächsten Morgen ging es pünktlich mit Flieger zurück nach Berlin, wo wir dann auch nach einem üblen Landeanflug sicher angekommen sind.

Erkenntnisse: Es gibt bei fast allen größeren Sehenswürdigkeiten auch kostenlose Führungen.

Die Mauren haben auch in Portugal viele Einflüsse hinterlassen.

In Lissabon wird man auf belebten Plätzen regelmäßig von Dealern angesprochen, ob man irgendwelche harten Drogen kaufen möchte.