Endlich im Wiener Prater

Ein Kindheitstraum wurde wahr! Ungefähr zwei Jahrzehnte nachdem ich ein Modell vom Wiener Prater im Legoland gesehen habe, konnte ich nun endlich den echten Prater besuchen. Bedingt durch die günstige Konstellation von Christi Himmelfahrt hat es sich einfach angeboten, für ein paar Tage nach Wien zu fliegen. Zudem wohnt Peter (ein Kommilitone aus Erasmus-Zeiten) dort und konnte uns Obdach sowie Tipps für die Stadtbesichtigung geben.

Rein ins Vergnügen

So bin ich mit Karo am Mittwoch gleich nach der Arbeit losgeflogen und wir waren kurz vor Schlafenszeit schon in Peters Wohnung im dritten Bezirk.

Am nächsten Morgen zeigte er uns im Schnellverfahren die Sehenswürdigkeiten innerhalb des Ringes. Dabei sind wir an bekannten Orten wie den Stephansdom (auch Steffl genannt), den Graben (Einkaufsstraße), der Hofburg, der Spanischen Hofreitschule, dem Museumsquartier sowie dem Rathaus vorbei gekommen. Gleich gegenüber des Rathauses befindet sich das Café Landtmann, welches zu den ältesten noch existierenden Cafés der Stadt gehört. Nach einer guten Wiener Melanche sind wir anschließend zum Bahnhof Wien Mitte gefahren, um mit Peters Freundin Susanne gemeinsam zu essen.

Stephansplatz in Wien

Anschließend begaben wir uns alleine auf Entdeckungstour, welche uns zunächst zum Kunsthistorischen Museum (KHM) führte. Vor allem die Gemäldegalerie mit dem Großen Turmbau zu Babel und den Werken von Albrecht Dürer kann ich wärmstens weiter empfehlen.

Als Tagesabschluss gönnten wir uns eine Schokoladentorte im Café Central, ehe wir zur Nachtruhe übergingen.

Auf eigene Faust mit dem Fahrrad

An vielen Orten in der Stadt sieht man einen elektronischen Fahrradverleih. Auch in der Nähe unseres Schlafplatzes konnte man Fahrräder ausleihen, also haben wir uns kurzerhand entschlossen mit dem Fahrrad Richtung Innenstadt zu fahren. Dort war es deutlich voller als am Tag zuvor, so konnten wir leider keine guten Tickets für die Vorführung der Spanischen Hofreitschule bekommen. Stattdessen sind wir in das nahegelegene Sisi-Museum gegangen, in dem das schwierige Leben dieser Frau dokumentiert wird.

Anschließend fuhren wir zum Schwedenplatz, wo es einen leckeren Würstelstand gibt. In der Nähe ist auch die Griechengasse, in der man das mittelalterliche Flair von Wien spüren kann. Nur eine U-Bahn Station weiter befindet sich der Stephansdom, den wir auch besichtigt haben. Besonders interessant war dabei die Führung durch die Katakomben, die teils unter der Kirche und teils unter dem Stephansplatz liegen. Man sollte allerdings ein dickes Fell haben, denn so viele Skelette sieht man sonst eher selten.

Wiener PraterAm Abend gingen wir alle zusammen zum Wurstelprater und ließen uns von den Fahrgeschäften ordentlich durchschütteln. Immerhin steht dort das höchste Kettenkarussell der Welt. Aber auch die Black Mamba hat es durchaus in sich. Zuvor hatten wir allerdings noch im traditionsreichen Schweizerhaus eine 1.4 kg Stelze (Schweinshachse) mit Senf und Kren gegessen. Dadurch wurde die Fahrt auf dem Rummel zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Wien Prater Turm

Architekturtag

Hundertwasser-Haus in WienDer letzte Tag war unser Architekturtag. So besuchten wir das Gasometer, das Hundertwasser Haus und schließlich auch das Schloss Schönbrunn. Letzteres ist die meistbesuchte Attraktion in Österreich – und das nicht zu unrecht. Die Ausmaße des Schlosses und der Parkanalage sind wirklich gewaltig und zeugen von der starken Stellung der Habsburger Monarchie. Von der Gloriette auf einer erhöhten Stelle hat man einen tollen Ausblick auf das weitläufige Gelände und Wien.

Schloss Schönbrunn

Am Abend hatten wir sogar noch die Gelegenheit, den Böhmischen Prater in Wien zu besuchen (ja Wien hat tatsächlich zwei Vergnügungsparks). Dort war ein Mittelalterfest und zudem hatte Peters Arbeitskollege zum Grillen eingeladen. So haben wir in sehr geselliger Runde bei leckeren Steaks und einem Gösser Gold den Urlaub ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen ging es mit einer ungewohnten Fluglinie (NIKI) und einem noch ungewohnteren Flugzeug (Embraer 190) zurück in die Heimat. Der erste Test von elektronischen Tickets auf dem Handy hat auch hervorragend funktioniert, also sind wir zufrieden in Berlin eingetroffen.

Erkenntnisse: Der Vergnügungspark auf dem Gelände des Wiener Praters wird Wurstelprater genannt.

Wien ist deutlich fahrradfreundlicher als Berlin. Es gibt bessere Radwege und einen unkomplizierten Fahrradverleih.

In Österreich zahlt man mitunter  20% Mehrwertsteuer.