Ein Wochenende voll Gaudi

Obwohl ich in meinem Leben schon viel herum gekommen bin, habe ich es bisher noch nie zum Oktoberfest nach München geschafft. Diesen weißen Fleck in meiner Vita habe ich nun endlich ausgemerzt und bin zusammen mit Karo in den Süden gefahren.

Die Rahmenbedingungen waren an diesem Wochenende einfach perfekt. Wir konnten bei Karos Freundinnen schlafen, es gab günstige Spar-Tickets bei der Bahn und das Wetter hat auch mitgespielt. So sind wir Freitagabend in den Zug nach München gestiegen und einige Stunden später mit einem Glas Rotwein bei unseren Gastgebern empfangen worden. Neben uns waren noch weitere ehemalige Kommilitonen aus Cottbus dabei, so dass wir insgesamt zu siebent die Wohnung belagert haben. Für uns ist sogar das Einzelzimmer herausgesprungen 🙂

Am Samstag sind wir dann gegen 15 Uhr beim Oktoberfest eingetroffen und es war richtig voll. Demnach hatten wir es auch erst gar nicht probiert, in die Zelte zu kommen, und haben zunächst mal die Fahrgeschäfte in Beschlag genommen. Diese waren mit 8 EUR zwar nicht wirklich günstig, aber dafür haben wir ordentlich Adrenalin für den Abend getankt. Wir mussten nämlich noch die schier unlösbare Aufgabe lösen, dass wir alle zusammen in ein Festzelt kommen. Wohlgemerkt am Samstagabend, wo jeder gern ins Zelt möchte.

Oktoberfest 2014 in München

Glücklicherweise war unsere Gruppe sehr Oktoberfest-Erfahren und hat mit geschulten Augen einen Hintereingang zum Paulaner-Biergarten gefunden. Dort war ein Mann mit einem Megafon hinter einer winzigen Absperrung etwas überfordert und konnte die Leute nur schwer zum Weitergehen bewegen. Wenn er mal kurz weg geschaut hat, ist Einer nach dem Anderen unter die Absperrung hindurch getaucht. Nach einer Stunde waren wir dann vollzählig auf der anderen Seite der Absperrung und konnten unseren Erfolg mit ein paar Maß begießen.

Richtig abenteuerreich wurde der Abend dann noch, als wir im Festzelt waren. Wir hatten einen halbleeren Tisch in Beschlag genommen, den sich wohl ein angetrunkener Typ reserviert hatte. Irgendwie hatte er aber nicht den richtigen Umgangston (zu viel Alkohol?), um uns das verständlich zu machen. So haben wir gefeiert und er war gefrustet. Als Rache hatte er sich noch eine kleine Bierdusche ausgedacht, womit er aber seine Diskussionsgrundlage weiter verschlechterte.

Am Ende war uns das dann aber auch egal, weil wir einen verdammt guten Abend hatten. Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen sind wir nach Hause gegangen. Einen großen Dank an dieser Stelle noch mal an unsere Gastgeber Yuliya und Daniela! Wir kommen gerne wieder 🙂

Ein Abend beim Bundespräsidenten

Vor einigen Wochen bekam ich einen überraschenden Brief vom Bundespräsidialamt mit der Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten. Zeitgleich meldete sich die Staatskanzlei Brandenburg per E-Mail bei mir, dass man mich aufgrund des Engagements für den Stammtisch in Schwedt ehren möchte.

Ich war wirklich positiv überrascht und konnte die Sache erst gar nicht so richtig glauben. Aber als ich dann tatsächlich die Einladungskarte mit meinem Namen in der Hand hielt, war ich schon sehr begeistert. So viel Bürgernähe hätte ich unseren Ministerien gar nicht zugetraut. Und dazu noch in der Brandenburgischen Provinz. 😉

Als Begleitung habe ich natürlich Karo ausgewählt, so dass wir gemeinsam der Einladung des Bundespräsidenten folgten und zum Schloss Bellevue fuhren. Dort erwartet uns schon eine kleine Warteschlange, da alle Personen nach metallischen Gegenständen untersucht wurden. Karos massives Silbermedaillon sorgte für einen kurzen Aufseher bei der Security, aber wir konnten den Herren schließlich noch überzeugen, dass es sich hierbei wirklich nur um Schmuck handelt. Die ganze Veranstaltung spielte sich eigentlich hinter dem Schloss in dem riesigen Garten statt. Dort waren mehrere Bühnen und reichlich (Essens-)Stände von renommierten Firmen aufgebaut. Beim Flanieren durch den Gärten konnte man sich so über die verschiedenen sozialen Projekte der Firmen informieren und gleichzeitig ein paar Happen essen.

Vor dem Schloss Bellevue

Auf den Bühnen haben Moderatoren wie Barbara Schöneberger oder Eckard von Hirschhausen verschiedene Diskussionsrunden geleitet und auch musikalisch würde einiges geboten. Auch der Bundespräsident hat sich natürlich gezeigt und in einer lockeren Rede sein Verhältnis zum Ehrenamtlichen Engagement ausgedrückt. Am späteren Abend haben wir noch einen Schlossrundgang unternommen. Die Innenausstattung dort ist ziemlich nüchtern – Prunk und Luxus sucht man in dem Schloss vergeblich. Am schönsten fand ich noch das riesige Gemälde im Treppenhaus vom Berliner Kreuzberg.

Kurz vor dem großen Feuerwerk haben wir die Veranstaltung dann verlassen, weil wir von der Arbeitswoche ziemlich kaputt waren. Mit einer schönen Erinnerung und der Gewissheit, das Ehrenamt tatsächlich etwas bewegt, waren wir am frühen Abend wieder zu Hause.