Was in Deutschland schlecht läuft

Nicht erst seit dem Buch von Thilo Sarrazin ist eine große Diskussion darüber entfacht worden, was in Deutschland alles verkehrt läuft. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass hier vieles gut läuft, möchte ich an dieser Stelle auch mal ein paar Kritikpunkte loswerden. Ich möchte damit weder populistisch sein noch eine bestimmte politische Richtung einschlagen. Es ist einfach mein subjektives Empfinden über das Leben in Deutschland.

Deutschland ist so unnational. Jeder Bürger in Deutschland wird ja mit dem schweren Laster geboren, dass man den Ausbruch zweier Weltkriege zu verantworten hat und eine friedliebende Religionsgemeinschaft auslöschen wollte. Wenn man dann noch aus dem Osten kommt, ist man gleichzeitig auch verantwortlich für die hohe Staatsverschuldung, den schleppenden Straßenbau im Westen und die hohe Arbeitslosigkeit. Dabei können wir eigentlich stolz darauf sein, was wir in den letzten 70 Jahren geschafft haben. Meine Großeltern haben das Nachkriegsdeutschland wiederaufgebaut, meine Eltern haben einen sozialistischen Staat friedlich gestürzt und in meiner Generation herrscht eine Weltoffenheit und Internationalität, die es nie vorher gegeben hat.

Deutschland ist ungerecht. Wir sind zwar ein reiches Land, aber leider ist das Vermögen völlig falsch verteilt. Während die Reichen immer reicher werden, sind die Armen immer ärmer. Wir haben zu viele Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können. Gleichermaßen haben wir aber Vorstandsvorsitzende in Unternehmen, die das hundert- oder sogar tausendfache eines durchschnittlichen Angestellten verdienen. Dabei sind die einfachen Angestellten die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg. Zudem übernehmen die Firmenchefs nicht wirklich Verantwortung für Ihre Entscheidungen. Die Boni fließen, egal wie schlecht man das Unternehmen geführt hat.

Deutschland ist pleite. Selbst in den Jahren des Booms schafft es Deutschland nicht, einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine zu stellen geschweige denn Schulden abzubauen. Wir finanzieren lieber korrupte Banken oder werfen das Geld auf den Kapitalmarkt. Es ist kein Ende in Sicht und das finde in Bezug auf meine zukünftige staatliche Fürsorge durchaus besorgniserregend. Die Sorgen der Leute werden von den Politikern ignoriert und geben damit immer wieder Randparteien neuen Aufschwung.

Deutschland ist in den Köpfen immer noch geteilt. Die Wiedervereinigung ist zwar schon 25 Jahre her, aber trotzdem wird man stets und ständig an die historische Trennung erinnert. Ob bei der Arbeitslosenstatistik, bei der Bevölkerungswanderung oder bei der Verteilung der Parteien im Bundestag. Leider fehlt es an Respekt von beiden Seiten für die eigene Geschichte. Es gibt Neid, Vorurteile und Diffamierungen die durch leider regelmäßig durch fragliche Medienberichten befeuert werden. Dabei sind wir ein Land!

Das war es erst mal mit meiner Kritik. Ich hoffe, ich habe damit niemanden zu Unrecht kritisiert oder verletzt. Falls jemand eine Diskussion starten möchte, kann er oder sie das gern im Kommentarbereich tun.