Finale in Buenos Aires

Wir sind wieder in die argentinische Hauptstadt zurückgekehrt, wo wir die letzten 5 Tage unserer Reise verbringen werden. Hier haben wir uns im Esplendor Palermo Hollywood eingenistet, welches das mit Abstand beste Hotel unserer Reise ist. Es befindet sich im Stadtteil Palermo, der sich gut mit Berlin-Friedrichshain vergleichen lässt. In unserer direkten Nachbarschaft gibt es viele Bars, Restaurants und Medien-Unternehmen. Aber auch ein paar unschöne Ecke findet man hier. Ein paar Blöcke weiter südlich in Soho (in Anlehnung an das Soho in New York) gibt es tolle Designer-Läden.

Palermo in Buenos Aires

Am ersten Abend sind wir der Einladung des Hochzeitspaares gefolgt und zur Tango-Bar La Catedral gefahren. Diese befindet sich in einem ziemlich runtergekommenen Gebäude, aber durch die schöne Beleuchtung und die Tango-Musik stört man sich nicht daran. Leider sind wir für den Tango-Kurs etwas zu spät gekommen, so dass wir nur noch zuschauen konnten. Aber der Meister hat es schon drauf gehabt, das konnte man sehen.

Am folgenden Tag haben wir nahezu das komplette Touristenprogramm abgelaufen. Wir waren am Obelisk, am Teatro Colón, am Palacio de Justicia und sind die Prachtstraßen Avenida 9 de Julio und Avenida de Mayo abgelaufen. Wir waren in den
Galerías Pacífico (Einkaufszentrum mit schöner Innen-Architektur) sowie auf dem Plaza de Mayo mit dem Casa Rosada (Präsidentenpalast), dem Cabildo und der Catedral Metropolitana. Wir waren sogar in den Hafendocks unterwegs und auf der Korvette Uruguay (Segelschulschiff). Am Abend sind wir aber nur noch in die Betten gefallen und haben auf unserem riesigen Fernseher Friends auf Englisch angeschaut.

Obelisk in Buenos Aires

Da uns das argentinische Bargeld (Pesos) ausgegangen ist, haben wir am folgenden Tag in der Calle Florida Geld umgetauscht. Das klingt erstmal harmlos, aber man muss wissen, dass es in Argentinien einen offiziellen (schlechten) und inoffiziellen (guten) Umtauschkurs gibt. In der Calle Florida hat man die Möglichkeit, über Mittelsmänner an die guten inoffiziellen Umtauschkurse zu kommen. Wir haben unseren Vermittler sorgsam ausgesucht und uns anschließend darauf eingelassen, unsere 200 EUR in der Hintertür eines Kiosks zu tauschen. Dafür gab es einen sehr guten Wechselkurs von 1:15, den wir bei keiner offiziellen Wechselstube bekommen hätten.

Da am Tag danach so schlechtes Wetter war, haben wir uns für einen Besuch des Einkaufszentrums Alto Palermo entschieden. Diesmal haben wir auch einigermaßen zugeschlagen und das frisch umgetauschte Geld wieder in die argentinische Wirtschaft investiert. Abends waren wir auf ein paar Cocktails in der Bar Victoria Brown und haben uns mit ein paar anderen Hochzeitsgästen auf die morgige Party eingestellt.

Mittlerweile haben wir auch verstanden, warum vor unserem Hotel immer so viele Teenager auf dem Bürgersteig lungern. Es handelt sich dabei um Anhänger der spanischen Band Ska-P. Diese nächtigt bei uns im Hotel und hat morgen ihr Konzert in Buenos Aires. Dies erklärt auch die unrasierten Gestalten aus unserem Frühstücksraum.

Traumhochzeit im Traumschloss

Am Samstag war dann schließlich die Hochzeit von unseren Freunden. Die Trauung in der Kirche Parroquia Nuestra Señora de las Mercedes ging zu unserem Überraschen sehr schnell von statten. Anschließend fuhren wir in den Palacio Sans Souci, wo die eigentliche Hochzeitsfeier stattfand. Unsere Gastgeber haben wirklich eine unglaubliche Location angemietet. Das ganze Ambiente inklusive Musik, Essen und Räumlichkeiten war wirklich einzigartig. Auch die Leute waren sehr feierfreudig, so dass wir sehr viel Spaß hatten. Trotzdem sind wir schon mit dem Sonnenaufgang wieder zurück in unser Hotel gefahren, sicherlich auch weil wir schon 14 Tage Erlebnisurlaub hinter uns hatten.

An unserem letzten Tag in Buenos Aires haben wir noch ein paar offene Punkte auf unserer Touristen-Liste abgearbeitet. So sind wir zur Buchhandlung El Ateneo nach Recoleta gefahren. Diese befindet sich in einem ehemaligen Theater, wo die Zuschauerränge mit Büchern zugestellt sind. Die frühere Bühne ist eine Kaffee-Bar, so dass man es hier einige Zeit aushalten kann.

El Ateneo Buchhandlung

Danach sind wir noch zum Palacio del Congreso de la Nación, dem Parlamentsgebäude von Argentinien, gefahren. Dort haben wir noch ein paar letzte Empanadas im La Americana gegessen, bevor wir unser Gepäck vom Hotel abgeholt haben.

Bei sommerlichen Temperaturen verließen wir schließlich am späten Abend Buenos Aires. Es bleiben die Erinnerungen an eine wunderbare Reise mit sehr vielen Höhepunkten und nur ganz wenigen Tiefpunkten. Mir wird die freundliche und offene Art der Argentinier, die tollen Nationalparks, die aufregende Stadt Buenos Aires und auch das leckere Essen mit Sicherheit fehlen. Insbesondere der Stadtteil Palermo hat es mir angetan, dort kann man durchaus auch mal länger bleiben.

Nach einem langen Flug treffen wir bei 6 Grad Celsius wieder in Berlin ein. Die winterliche Realität in Deutschland hat uns wieder eingeholt.

Ab in den Regenwald

Per Flugzeug sind wir aus dem kühlgemäßigten El Calafate ins subtropische Puerto Iguazú geflogen. Die Kleinstadt liegt in der Provinz Misiones am Dreiländereck (Triple Frontera) zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks Iguazú.

Schon bei der späten Ankunft am Flughafen von Iguazú hatten wir das Gefühl, mitten im Urwald zu sein. Von überall hörte man Geräusche und übergroße Schnetterlinge kreuzten unseren Weg. In unserem Hotelzimmer wurde diese Artenvielfalt bestätigt. Wir teilten uns das Zimmer mit Kakerlaken, Spinnen und Schimmelpilzen. 🙁 Wie dieses Hotel eine gute Bewertung haben konnte, ist uns wirklich ein Rätsel.

Die Hauptattraktion im Nationalpark sind zweifelsohne die Wasserfälle des Iguazú Flusses (Cataratas del Iguazú). Dieser scheinbar langsam dahinfließende Fluss entfacht im Nationalpark eine Urgewalt, die man sich kaum vorstellten kann. Auf einer länge von 2.7 Kilometer überwinden fast 300 einzelne Wasserfälle bis zu 84 Meter Höhenunterschied. Leider konnten wir beim Besuch nicht die oberste Plattform direkt über den Teufelsschlund (Garganta del Diablo) betreten, da diese wegen zu viel Wasser gesperrt war. Den Anblick der herunterstürzenden Wassermassen bei den kleineren Wasserfällen Adam und Eva war aber auch gewaltig.

Man trifft übrigens an vielen Stellen im Nationalpark auf den südamerikanischen Nasenbären. Diese betteln mehr oder weniger aggressiv nach Futter, welches sie sich auch gerne mit Einsatz ihrer Zähne und Krallen erkämpfen.

Südamerikanischer Nasenbär

Ein Tag Brasilien

Da wir am Vortag leider nicht die kompletten Wasserfälle sehen konnten, sind wir am folgenden Tag nach Brasilien gefahren und haben uns von dort die kompletten Wasserfälle angeschaut. Für diesen Grenztourismus gibt es viele Busunternehmen in der Stadt, die einen für wenige Euro über die Grenze bringen. Wir sind mit Rio Uruguay gefahren und können diese Agentur wärmstens weiter empfehlen. Nebenbei haben wir insgesamt 4 neue Stempel in unsere Reisepässe bekommen. Keine schlechte Bilanz für einen Tag.

Die brasilianische Seite des Nationalparks scheint mehr die Familien ansprechen zu wollen. Hier gibt es mehr Safaris, Bootstouren und sonstige Ausflüge, so dass man locker einen Tag hier verbringen kann. Dafür darf man hier aber nicht so viel individuell herumlaufen, wie auf der argentinischen Seite und muss jeden Spaß extra bezahlen.

Cataratas del Iguazú

Nachdem wir unsere langersehnten Schnappschüsse am Teufelsschlund gemacht haben, sind wir noch auf eine geführte Tour durch den Urwald gegangen. Anschließend ging es wieder mit dem Bus zurück nach Iguazú. Dort angekommen haben wir uns noch das Dreiländereck angeschaut und uns La Dama Juana ein leckeres Abendessen gegönnt. Damit war unser Abstecher in die Subtropen auch schon zu Ende. Insgeheim freuten wir uns auch schon auf Buenos Aires, welches wir am nächsten Tag ansteuern werden.

Erkenntnisse: Puerto Iguazú ist keine schöne Stadt, aber der Nationalpark ist wunderbar.

Patagonien entdecken – El Calafate

Unsere Unterkunft in El Calafate ist die Posada Larsen, früher unter dem Namen Posada Newenkelen bekannt. Gleich nach der Ankunft haben wir bei der Agentur Hielo y Aventura einen Ausflug zum Perito-Moreno-Gletscher gebucht. Dieser befindet sich ca. 70 km von hier am Südende des Nationalparks Los Glaciares. Er mündet in einen Seitenarm des Lago Argentino, welcher der größte See Argentiniens ist. Mehrmals am Tag brechen tonnenschwere Eisbrocken von dem Gletscher in den See und erzeugen dabei einen riesigen Lärm.

Dieses Spektakel haben wir uns dann am folgenden Tag aus nächster Nähe angeschaut. Der Anblick der 50 Meter hohen Gletscherwand und das Abbrechen der Eisbrocken waren wirklich beeindruckend. Dank hervorragend ausgebauter Terrassen muss man dafür nicht mal besondere Anstrengungen unternehmen. Man setzt sich einfach hin und wartet eine halbe Stunde und an irgendeiner Stelle wird schon etwas abbrechen.

Perito-Moreno-Gletscher

Noch schöner war es allerdings, den Gletscher zu besteigen und in der Mondlandschaft abzutauchen. Dank spezieller Eiskrallen und geschulten Tour-Guides kann man relativ sicher auf dem spitzen Eis marschieren. Wir hatten ein sehr lässigen Führer erwischt, der in dieser Landschaft mit seiner Gitarre Musik macht. Auf seiner Website www.icepatagonia.com bekommt man davon übrigens einen kleinen Vorgeschmack.

Gletscherwanderung

An der felsigen Landschaft neben dem Gletscher kann man Andenkondore herumfliegen sehen. Die Tiere haben Spannweiten von über 3 Metern und sind auch noch aus größerer Entfernung sehr gut erkennbar.

Für den zweiten Tag in El Calafate hatten wir uns eigentlich eine Mountainbike-Tour vorgenommen, aber irgendwie war uns nach dem Aufstehen nicht so nach Abenteuer. Stattdessen haben wir einen ruhigen Tag in der Stadt verbracht und uns das örtliche Vogelreservat (Laguna Nimez Reserva Natural) angeschaut. Der behutsame Anblick von Flamingos und Magellangänsen war genau der richtige Ausgleich für unsere ausgemergelten Körper. Am Abend haben wir dank rechtzeitiger Reservierung endlich einen Tisch in dem Restaurant Don Pichot benommen. Nach dem überaus leckeren Abendessen sind wir nur noch in die Betten gefallen. Morgen geht es per Flugzeug in den absoluten Nordosten Argentiniens nach Iguazú. Dort erwartet uns ein subtropischer Regenwald bei hochsommerlichen Temperaturen.

Erkenntnisse: Man spürt den italienischen Einfluss in der argentinischen Sprache.

In Restaurants sollte man immer reservieren, da man sonst keinen Tisch mehr bekommt.

El Calafate ist voll von freilaufenden Hunden. Ein falscher Blick genügt und man führt unfreiwillig eine Heerschar von Hunden durch die Stadt.

Patagonien entdecken – El Chaltén

Mit Aerolineas sind wir am frühen Nachmittag in El Calafate eingeflogen. Per Bus sind wir anschließend direkt vom Flughafen ins 220 km entfernte El Chaltén gefahren. Das Gebiet hier ist extrem dünn besiedelt und außer den Natur-Touristen verirrt sich eigentlich Niemand hier hin.

Die Fahrt entlang der Ruta 40 war trotz der kargen Landschaft sehr reizvoll. Wie überall in Patagonien gibt es hier nur kleinere Trockengewächse und keine natürlichen Bäume. Dafür ist die Tierwelt um so reicher und wir konnten fremde Tiere wie Nandus (Rhea americana) oder Guanakos in freier Wildbahn sehen.

Die Ortschaft El Chaltén wurde vor knapp 30 Jahren gegründet, um im Grenzstreit mit Chile vollendete Tatsachen zu schaffen. Nebenbei liegt der Ort am Nordende des Nationalparks Los Glaciares und ist damit ein perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks. Irgendwie spürt man immer noch die Entwicklung der Stadt. Es wirkt wie ein Aussteiger-Paradies, wo jeder an seinem eigenen Lebenstraum arbeitet. Und die Stadt wächst jedes Jahr etwas weiter. Seit kurzem gibt es sogar Handy-Empfang. 🙂

El Chaltén

Unser Hotel Cumbres Nevadas war ein massiv gebautes Haus in der Stadtmitte. Sonst findet man hier viele Holzhäuser, Blechhütten oder am Stadtrand sogar Wohnwagen. Insgesamt ist es ein schöner Ort, wo man auf viele interessante Leute trifft.

Das Restaurant La Tapera wird zum Beispiel von einem Globetrotter betrieben, der sich auf einer seiner Reisen ein Nummernschild vom Landkreis Oder-Spree gesichert hat. Anscheinend hat er auch gute Köche anwerben können, denn das Essen war sehr lecker.

Wir entschieden uns am ersten und einzigen vollständigen Tag in El Chaltén für eine Wanderung zur Laguna de los Tres, welche laut Reiseführer 12.5 Kilometer entfernt ist. Von dort hat man einen traumhaften Ausblick auf den Cerro Fitzroy, der in nahezu allen Reiseführern von Patagonien abgelichtet ist. Der Schwierigkeitsgrad des Wanderwegs wurde aufgrund des starken Anstiegs mit vier Ausrufezeichen angegeben, was auf unserer Touristenkarte die höchste Einstufung war. Vorsorglich des langen Marsches haben wir auch ein Lunch-Paket inkl. Getränke bei einem lokalen Lieferanten bestellt.

Bei unserer ersten Pause nach ca. 1 km mussten wir allerdings feststellen, dass in dem Lunch-Paket keine Getränke vorhanden waren. Da wir schon ordentlich Höhenmeter geschafft haben, wollten wir aber nicht mehr umdrehen und sind direkt weiter gelaufen. So schafften wir es ohne Wasser immerhin noch 5 weitere Kilometer bis zur Laguna Capri. Dort konnten wir ein paar Quellen anzapfen und unsere ausgetrockneten Kehlen wieder mit ordentlich Wasser versorgen. Durch die Euphorie über unsere eigene Stärke haben wir anschließend den Berg zur Laguna de los Tres bestiegen.

Aufstieg zur Laguna de los Tres

Da wir auf dem Rückweg nicht wieder die gleiche Strecke laufen wollten, entschieden wir uns für einen anderen Weg entlang der Laguna Madre und Laguna Hija. Nach wenigen Kilometern wurde dieser Weg immer schmaler und wir fanden uns zwischen Mückenschwärmen und umgestürzten Bäumen wieder. Der Weg war kaum mehr zu erkennen und wir hatten auch seit einer langen Zeit keine Leute mehr getroffen. Uns erschlich immer mehr das Gefühl, dass wir einen falschen Weg gewählt haben. Keiner wollte es laut aussprechen, aber innerlich hatten wir schon darüber nachgedacht, wie man eine Nacht in dieser rauen Landschaft überstehen kann. Nach ca. 10 Kilometern ohne Hinweisschild geschweige denn Menschen trafen wir auf ein junges Paar aus Argentinien. Diese Versicherten uns, dass wir „nur noch den Berg runter“ müssen und dann an einer wichtigen Kreuzung zurück nach El Chaltén sind. Wir waren glücklich und gingen voller Energie den Abstieg an. Die kurze Strecke den Berg runter erwies sich allerdings als 90 minütige Strapaze durch stark abfallendes Gelände, bis wir schließlich das Hinweisschild von der Größe eines Briefumschlags gefunden hatten. Überglücklich sind wir vor dem Schild zusammen gebrochen und fühlten uns wieder zurück in der Zivilisation. Dem war aber leider noch nicht so.

Hinweis auf dem Wanderweg

Wir mussten noch weitere 9 Kilometer über Berge und durch Täler wandern, bis wir endlich hinter einem Berg El Chaltén erblicken konnten. Unsere Füße taten weh, wir waren ausgetrocknet und wir hatten schon fast aufgegeben. Aber nun waren wir nach über 10 Stunden endlich wieder zurück in der Zivilisation. Es war ein Wahnsinnserlebnis, dass wir so schnell nicht mehr vergessen werden.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Busunternehmen Las Lengas zurück nach El Calafate. Dort werden wie die nächsten 3 Tage verbringen und das Südende des Nationalparks Los Glaciares erkunden.

Erkenntnisse: Jeans und Turnschuhe sind nur bedingt zum Wandern geeignet.

Feuerland entdecken

Wir sind angekommen. Am Ende der Welt. In der südlichsten Stadt der Erde. Dem Tor zur Antarktis.

Dabei ist der erste Eindruck von Ushuaia eher durchwachsen. Die Stadt ist landschaftlich sehr schön gelegen zwischen den Bergen Feuerlands und dem Beagle-Kanal. Aber die städtische Bebauung sieht an einigen Stellen leider sehr wildwüchsig aus. Um es mal vorsichtig auszudrücken: Die Stadt selbst ist kein touristisches Highlight.

Ushuaia

Nach dem obligatorischen Foto am Ende der Welt-Schild und dem Abstempeln unserer Postkarten mit dem Ende der Welt-Stempel sind wir zum Ende der Welt-Museum gelaufen. Dieses befindet sich in einem ehemaligen Bankgebäude und zeigt die Entwicklung der Stadt und gibt Einblicke in den Artenreichtum dieser Region. Wir hatten zugegebenermaßen etwas mehr erwartet, gerade auch für den happigen Eintrittspreis von 9 EUR.

Am nächsten Tag sind wir mit dem ersten Bus zum nahegelegenen Parque National Tierra del Fuego gefahren. Und mit dem Besuch dieses Nationalparks hat sich die lange Anreise in den Süden wirklich gelohnt. Es gibt dort super ausgebaute Wanderwege mit reichlich Natur und tollen Aussichtspunkten. Auch die Infrastruktur ist sehr gut ausgebaut, so dass man theoretisch nicht mal Proviant mitnehmen muss.

Feuerland Nationalpark

Wir sind ca. 5 km entlang der Lapataia-Bucht und dem Largo Negro im Südwesten des Parks gelaufen. Es gab auch noch deutlich längere Routen, aber für uns als unerfahrene Wanderer hat das erstmal gereicht.

Am frühen Nachmittag haben wir spontan noch eine Bootstour auf dem Beagle-Kanal mitgemacht. Der Preis dafür war zwar auch nicht gerade billig (ca. 50 EUR pro Person), aber es hat sich definitiv gelohnt. Wir haben Seelöwen, Komorane und Albatrosse aus nächster Nähe gesehen und sind auf einer der Inseln im Beagle-Kanal ausgestiegen. Dort gibt es interessante Pflanzen wie Chareta (Bolax gummifera), welche auf dem ersten Blick wie ein moosbedeckter Stein aussieht und mit den Karotten verwandt ist. Der Kapitän unseres Bootes hatte auch sichtlich Spaß dabei, unser Boot möglich eng an den felsigen Ufern vorbei zu führen, so dass die Tour auch eine kleine Portion Action beinhaltete. Den Anbieter Patagonia Adventure Explorer können wir also wärmstens weiter empfehlen.

Bootstour auf dem Beagle-Kanal

Am nächsten Morgen waren wir noch in dem Schifffahrts- und dem Gefängnis-Museum von Ushuaia. Man kann dort viel über die Schifffahrt und insbesondere über die hier gestrandeten Schiffe lernen. So gab es zum Beispiel ein deutsches Passagierschiff Monte Cervantes, welches in der rauen Küstenlandschaft vor Ushuaia auf Grund gelaufen ist. Alle 1100 Insassen konnten sich retten und mussten von einer deutlich kleineren Anzahl von Einwohnern in Ushuaia versorgt werden.

Ein Gefängnistrakt des Zuchthauses ist noch im Originalzustand und kann auch begangen werden. Mehr als 3 Minuten habe ich es da drin aber nicht ausgehalten.

Erkenntnisse: Es gibt an vielen Sehenswürdigkeiten unterschiedliche Eintrittspreise für Einheimische und Ausländer.

Nuestro viaje por Argentina

Wieder einmal nehmen wir eine Hochzeit zum Anlass, um dem deutschen Alltag zu entkommen und in ein fremdes Land zu reisen. Diesmal wurden wir zu einer Hochzeit in Buenos Aires eingeladen und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Vor der Hochzeit werden wir noch das Land erkunden und uns vom äußersten Süden des Landes nach Norden durcharbeiten. Dabei werden wir die Städte Ushuaia, El Calafate, El Chaltén, Iguazu und schließlich Buenos Aires bereisen.

Lange Anreise zum Ende der Welt

Bedingt durch die Streiks der GDL mussten wir mit einem Taxi zum Flughafen Berlin-Tegel fahren. Immerhin konnten wir so noch die Licht-Installationen entlang der ehemaligen Mauer ansehen, die anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren aufgebaut wurden.

Der Flug mit Iberia über Madrid war eher unspektakulär. Einzig ein Grenzbeamter beim Umstieg in Madrid sorgte für etwas Erheiterung, da er halb tanzend mehr Passagiere abfertigte als drei seiner Kollegen zusammen. Im Flugzeug nach Buenos Aires gab es leider nicht das erhoffte Entertainment-Paket sondern nur Filmklassiker auf einem angestaubten Röhrenmonitor. Die 13 Stunden Flug vergingen also echt langsam. Immerhin funktionierte die USB-Dose, so das mein Handy immer genug Akku zum Spielen hatte.

Nach 10073 Kilometern Flug sind wir dann auch tatsächlich in Buenos Aires angekommen. Genauer gesagt in Ezeiza, einem Ort 25 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt entfernt. Da wir einfach nur schnell in die Betten wollten, haben wir uns ein weiteres Taxi für 60 EUR (!) bis zu unserem Hotel gegönnt.

Die Lage und Ausstattung des Hotels (Hotel Nuñez Suites) erwies sich als eher durchschnittlich. Komisch auch, dass die Frau an der Rezeption meine gesamten Kreditkarteninformationen benötigte, obwohl wir eigentlich in Bar bezahlten. Mit viel Vertrauen sind wir dann in unsere miefigen Betten geschlüpft.

Am nächsten Morgen riss uns ein paarungswilliger Vogel schon frühzeitig aus dem Schlaf, aber bedingt durch den Jetlag war ohnehin nicht an Ausschlafen zu denken. So konnten wir noch schnell unser Reisegeld mit den Eltern einer Bekannten tauschen und uns clevere Verstecke für das viele Bargeld ausdenken. Meine Liebste hat sich dabei als sehr kreativ erwiesen. 🙂

Dann mussten wir noch mal in den Flieger steigen, um weiter zu unserem eigentlichen Startpunkt auf Feuerland zu kommen. Bei der Fahrt zum Flughafen haben wir einen typischen Touristenfehler begannen und sind in ein Taxi ohne Kennzeichnung gestiegen. Der Mann hinter dem Lenkrad war aber sehr nett und hat uns sicher zum innerstädtischen Flughafen Aeroparque Jorge Newbery gebracht. Wahrscheinlich war sein Verdienst mit 15 EUR aber auch recht fürstlich.

Aeroparque Jorge Newbery

Dieser Flughafen hat eine echt tolle Lage mit Blick auf die modernen Appartement-Hochhäuser von Palermo und den Río de la Plata (spanisch für Silberfluss). Unsere Maschine hob pünktlich um 11.55 Uhr ab und gute 3 Stunden später befanden wir uns in der Provinz Tierra del Fuego (Land des Feuers) am äußersten Südende des Landes und des gesamten Kontinents.

Jetzt sind wir erstmal richtig angekommen und genießen unseren Aufenthalt. In den nächsten Tagen gibt es weitere Berichte.

Erkenntnisse: In Argentinien spricht man das S am Wortende nicht aus.

Feuerland ist eigentlich eine Insel getrennt vom südamerikanischen Festland.