Ab in den Regenwald

19 Nov
2014

Per Flugzeug sind wir aus dem kühlgemäßigten El Calafate ins subtropische Puerto Iguazú geflogen. Die Kleinstadt liegt in der Provinz Misiones am Dreiländereck (Triple Frontera) zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung des Nationalparks Iguazú.

Schon bei der späten Ankunft am Flughafen von Iguazú hatten wir das Gefühl, mitten im Urwald zu sein. Von überall hörte man Geräusche und übergroße Schnetterlinge kreuzten unseren Weg. In unserem Hotelzimmer wurde diese Artenvielfalt bestätigt. Wir teilten uns das Zimmer mit Kakerlaken, Spinnen und Schimmelpilzen. 🙁 Wie dieses Hotel eine gute Bewertung haben konnte, ist uns wirklich ein Rätsel.

Die Hauptattraktion im Nationalpark sind zweifelsohne die Wasserfälle des Iguazú Flusses (Cataratas del Iguazú). Dieser scheinbar langsam dahinfließende Fluss entfacht im Nationalpark eine Urgewalt, die man sich kaum vorstellten kann. Auf einer länge von 2.7 Kilometer überwinden fast 300 einzelne Wasserfälle bis zu 84 Meter Höhenunterschied. Leider konnten wir beim Besuch nicht die oberste Plattform direkt über den Teufelsschlund (Garganta del Diablo) betreten, da diese wegen zu viel Wasser gesperrt war. Den Anblick der herunterstürzenden Wassermassen bei den kleineren Wasserfällen Adam und Eva war aber auch gewaltig.

Man trifft übrigens an vielen Stellen im Nationalpark auf den südamerikanischen Nasenbären. Diese betteln mehr oder weniger aggressiv nach Futter, welches sie sich auch gerne mit Einsatz ihrer Zähne und Krallen erkämpfen.

Südamerikanischer Nasenbär

Ein Tag Brasilien

Da wir am Vortag leider nicht die kompletten Wasserfälle sehen konnten, sind wir am folgenden Tag nach Brasilien gefahren und haben uns von dort die kompletten Wasserfälle angeschaut. Für diesen Grenztourismus gibt es viele Busunternehmen in der Stadt, die einen für wenige Euro über die Grenze bringen. Wir sind mit Rio Uruguay gefahren und können diese Agentur wärmstens weiter empfehlen. Nebenbei haben wir insgesamt 4 neue Stempel in unsere Reisepässe bekommen. Keine schlechte Bilanz für einen Tag.

Die brasilianische Seite des Nationalparks scheint mehr die Familien ansprechen zu wollen. Hier gibt es mehr Safaris, Bootstouren und sonstige Ausflüge, so dass man locker einen Tag hier verbringen kann. Dafür darf man hier aber nicht so viel individuell herumlaufen, wie auf der argentinischen Seite und muss jeden Spaß extra bezahlen.

Cataratas del Iguazú

Nachdem wir unsere langersehnten Schnappschüsse am Teufelsschlund gemacht haben, sind wir noch auf eine geführte Tour durch den Urwald gegangen. Anschließend ging es wieder mit dem Bus zurück nach Iguazú. Dort angekommen haben wir uns noch das Dreiländereck angeschaut und uns La Dama Juana ein leckeres Abendessen gegönnt. Damit war unser Abstecher in die Subtropen auch schon zu Ende. Insgeheim freuten wir uns auch schon auf Buenos Aires, welches wir am nächsten Tag ansteuern werden.

Erkenntnisse: Puerto Iguazú ist keine schöne Stadt, aber der Nationalpark ist wunderbar.

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