Natur und Massentourismus in Banff

An der Greyhound Station von Banff beginnt unser Abenteuer in den Rocky Mountains. Gleich nach unserer Ankunft donnerte erstmal einer dieser riesigen Güterzüge entlang der nahegelegenen Bahnstrecke. Der Weg vom Bahnhof zu unserer Unterkunft führte uns von der Elk Street über die Wolf Street schließlich zu unserer Unterkunft in der Grizzly Street – ein kurzer Vorgeschmack auf das, was uns die kommenden Tage alles so erwartet.

Für den ersten Abend haben wir uns für einen kleinen Aufstieg auf den nahegelegenen Tunnel Mountain auf 1692 Metern Höhe entschieden. Der Höhenunterschied zu unserer Unterkunft beträgt nur etwa 300 Meter, so dass wir den Berg innerhalb von 90 Minuten bestiegen haben. Endlich konnte ich auch mal meine neuen Wanderschuhe richtig nutzen und mich von der kostspieligen Investition überzeugen.

Aussicht vom Tunnel Mountain Trail

Außerdem haben wir eine erste Begegnung mit einer einheimischen Tierart gehabt. Statt einen Bär oder einen Elch haben wir aber nur einige flinke Erdhörnchen (Callospermophilus lateralis) gesehen.

Kein Wetterglück

Am nächsten Morgen vertrübte uns das schlechte Wetter schon früh die Lust zu wandern. Während hier zu dieser Jahreszeit Temperaturen um die 25 Grad normal sind, erwartete uns eine Regenfront mit Temperaturen um die 12 Grad und einer Windstärke von 11 km/s.

Trotzdem haben wir uns um 9 Uhr auf den Weg gemacht, um den 10 Kilometer entfernten Sulphur Mountain zu besteigen. Der Weg zum Gipfel auf 2451 Metern Höhe war als mittelschwer eingestuft, so dass wir uns körperlich schon etwas anstrengen mussten. Trotzdem sind uns noch Leute begegnet, die den Berg hochgerannt sind. Auf dem Weg nach oben haben wir wieder nur ein Nagetier gesehen, diesmal aber ein Streifenhörnchen (Tamias minimus).

Aussichtspunkt auf Sulphur Mountain

Der Ausblick vom Gipfel war bedingt durch die tiefhängenden Wolken und den Regen sehr bescheiden. So haben wir uns vor lauter Frust in der Bergstation eine fettige Portion Poutine gegönnt. Dies ist ein typisch kanadisches Essen mit Pommes, Käse und Bratensauce. Eigentlich ist das eine ziemlich schmierige Sache, aber für unser Wohlbefinden war es gerade richtig.

Den Weg hinunter haben wir dann mit der Gondel angetreten, auch weil das Wetter immer schlechter wurde. Aber wenigstens können wir nach dem heutigen Tag behaupten, dass wir keine Schönwetter-Touristen sind.

Erkenntnisse: In Banff sind die Ampeln so geschalten, dass man als Fußgänger quer über die Kreuzung laufen kann.