Immer noch Toronto

15 Jul
2015

Am nächsten Morgen ging unsere Erkundungstour weiter zur Casa Loma. Diese Villa des ehemaligen Finanzunternehmers Sir Henry Pellat liegt an den Hängen des Annex etwas oberhalb der Stadt. Er hat sein Wohnhaus vor 100 Jahren gebaut und dabei sehr kostspielige Details eingebaut. So gibt es hier neben 98 Zimmern auch versteckte Treppen, kleine Türmchen, einen Tunnel zu den Pferdeställen und einen Wintergarten. Das ganze Anwesen wurde mit einem riesigen Dampfkessel beheizt, der auch locker in ein Kreuzfahrtschiff hätte antreiben können. Irgendwann wurden die Unterhaltskosten für das Haus aber zu teuer für Sir Henry und er musste es abtreten. Nun laufen Touristen durch seine Gemäuer und zahlen dafür einen satten Eintritt.

Nach dem Rundgang sind wir zurück in die Innenstadt zum Yonge-Dundas Square gefahren. Eigentlich gibt es hier nicht viel zu sehen, aber durch die enge Bebauung mit den Reklameschildern und dem vielen Straßenverkehr fühlt man sich wie auf dem (alten) Timesquare. Gleich daneben ist das Eaton Centre (man beachte die englische Schreibweise), ein riesiges Einkaufszentrum mit noch riesigerem Restaurantbereich. Wir haben uns dort kurz gestärkt, um anschließend weiter zur City Hall und dem Financial District zu laufen. Die Wolkenkratzer sind zwar nicht so groß wie in Shanghai oder New York, aber als Flachländer ist das schon ziemlich beeindruckend.

Financial District in Toronto

Spannend ist übrigens auch das Tunnelsystem von Toronto (PATH). Hier kann man kilometerlang unter der Erde laufen, ohne auch nur ein einziges Mal Tageslicht zu sehen. Eine Teilstrecke des Tunnels endet an der Union Station, dem größten Bahnhof der Stadt. Unweit davon befindet sich der St. Lawrence Market, der am heutigen Tag aber leider geschlossen war.

Letzter vollständiger Tag

Den letzten vollständigen Tag in Toronto besuchten wir den Kensington Market unweit unseres Hotels. Leider waren wir etwas zu früh dort und es waren bei weitem nicht alle Geschäfte geöffnet. Ohnehin ist das Gebiet aber nicht so wirklich ansehnlich – es stinkt und ist dreckig. So fuhren wir weiter zum St. Lawrence Market, der wesentlich aufgeräumter und sauberer daherkommt. Hier hat Karo ein leckeres italienisch-griechisch-dänisches Potpourri aus Speisen zusammengestellt, so dass wir die Markthalle mit vollem Magen verlassen haben.

Ein paar Straßen weiter östlich befindet sich das ehemalige Brauereiviertel der Stadt (Distillery District). Hier wird heute nichts mehr gebraut, dafür werden in den ehemaligen Lagerhäusern sehr ansehnliche Designer-Möbel und andere Dinge verkauft. Hier war auch ein Fanfest der Pan-Amerikanischen Spiele, allerdings waren die riesigen Wohntürme auf dem Brauereigelände irgendwie spannender.

Da das Wetter immer besser wurde, entschieden wir uns für eine Bootstour zu den Toronto Islands. Dorthin kann man mit einer städtischen Fähre für $7 übersetzen und anschließend die Insel mit dem Fahrrad erkunden. Früher war Toronto Islands eigentlich eine Halbinsel, bis ein Hurrikan 1858 eine Landzunge zum Festland wegspülte. Von der Insel hat man die beste Aussicht auf die Skyline von Toronto, was wir auch für ein ausgiebiges Foto-Shooting genutzt haben.

Skyline von Toronto

Damit haben wir innerhalb der letzten 4 Tage eigentlich alles Wesentliche gesehen und bereiten uns so langsam auf den Abschied aus Toronto vor. Wir werden bei unserem Rückflug noch eine Nacht hier schlafen, aber das wird wohl eher ein technischer Aufenthalt werden.

Erkenntnisse: Die Preise werden hier oft ohne Mehrwertsteuer angegeben, so dass man bei der Rechnung immer einen kleinen Schreck bekommt.

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