Vancouver in fünf Tagen

28 Jul
2015

Unsere Weiterreise nach Vancouver begann morgens um 5.40 Uhr auf dem Busbahnhof in Jasper. Dort bestiegen reichlich unausgeschlafen einen Greyhound-Bus, der uns innerhalb von 12 Stunden an die Pazifikküste brachte. Eigentlich war die Fahrt ruhig und entspannt, bis ein Typ plötzlich unseren gesamten Bus mit einem lauten Kampfschrei aus den Schlaf riss. Dem Busfahrer ist vor Schreck fast das Lenkrad entglitten und alle schauten entsetzt auf den schreienden Zeitgenossen. Dieser machte aber recht schnell deutlich, dass er nur schlecht geträumt hatte. Zum Schlafen war uns danach aber nicht mehr zumute.

Mit der Ankunft in Vancouver betraten wir nach Ontario und Alberta mit British Columbia eine weitere kanadische Provinz. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass wir wieder in eine andere Zeitzone springen und somit eine Stunde länger schlafen können. Übrigens ist Vancouver nach Calgary auch schon die zweite Olympiastadt unserer Reise.

Auf den ersten Blick hat Vancouver irgendwie Ähnlichkeit mit San Francisco. Die Stadt ist direkt am Pazifik an der Straße von Georgia, etwas bergig und hat auch diese typischen viktorianischen Häuser mit Holzveranda und Erker. Diese wechseln sich ab mit modernen Glasbauten, die bedingt durch eine kluge Stadtplanung eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen.

Bute Street unweit unserer Unterkunft

Wir haben das Glück, die folgenden sechs Nächte in einem viktorianischen Haus im West End von Vancouver zu nächtigen. Von hier ist es nicht weit zu den belebten Straßen Davie und Robson Street sowie zum Strand und dem Stanley Park.

Nach unserer Ankunft am späten Nachmittag haben wir ein paar Straßen weiter bei Judges Indian Cousine in der Davie Street das leckerste Indisch unseren Lebens gegessen. Danach sind wir auch schon in die Betten gefallen. Die vielen Stunden in dem Greyhound-Bus haben doch ganz schön geschlaucht.

Stadterkundung oder Strandtag?

Den folgenden Tag haben wir am Strand des Third Beach verbracht. Wir hatten in den letzten Tagen leider nicht so viel Glück mit dem Wetter, deswegen wollten wir heute die Sonne gänzlich auskosten. Das Meer hatte erfrischende 19 Grad und die Lufttemperatur lag bei 22 Grad, also konnte man es hier gut aushalten. Das Wasser war erstaunlich klar, trotz der Nähe zum Hafen von Vancouver und den vielen Containerschiffen am Horizont.

Third Beach in Vancouver

Am folgenden Tag hatten wir leider wieder schlechtes Wetter, so dass wir uns für einen Einkaufs- und Museumstag entschieden. Der Einkaufsbummel im Pacific Centre war leider nicht so erfolgreich, aber dafür war der Besuch in der Vancouver Art Gallery umso besser. Dort war gerade eine Sonderausstellung von Herzog & De Meuron, welche ja unter anderem die Uni-Bibliothek in Cottbus entworfen haben. Als der Regen etwas nachließ, haben wir noch Gastown besucht. Dieser historische Straßenzug ist eines der Touristenzentren der Stadt und dementsprechend überlaufen war es auch. Wenn man etwas genauer hinschaut, kann man hier neben Souvenirläden sich imposante Industriegebäude aus dem frühen 20.Jahrhundert finden. In dieser Zeit war Kanada noch unter Führung des Vereinigten Königreiches und dies hat sich auch auf die Architektur ausgewirkt. Bei einigen Gebäuden kann man Parallelen zu den Bauten in Manchester oder Glasgow entdecken.

Gastown in Vancouver

Am Samstag haben wir auf dem Fahrrad den Stanley Park umrundet und sind die Uferpromenade bis zum Ende des False Creek gefahren. Die Radwege sind dort sehr gut ausgebaut und auch beschildert – davon kann sich Berlin durchaus eine Scheibe abschneiden.

Zudem hatten wir das Glück, dass am Abend die Celebration of Light stattfindet. Bei diesem Wettbewerb werden von einer schwimmenden Plattform im English Bay Feuerwerkskörper hochgeschossen. Jedes Jahr drängeln sich mehrere hunderttausend Zuschauer an die Uferpromenade, um dieses Spektakel aus nächster Nähe zu sehen. Unsere Unterkunft war nicht mal 800 Meter davon entfernt, so dass wir dieses nach einem kleinen Spaziergang verfolgen konnten.

Da am folgenden Tag das Wetter wieder einmal bescheiden war, sind wir zum Museum of Anthropology auf der Campus der UBC (University of British Columbia) gefahren. Die Uni hat fast 50.000 Studenten und dementsprechend groß ist auch der Campus. Das Museum sollte man auf jeden Fall besucht haben, um die Entwicklung der First Nations (älteste Bewohner Kanadas) zu verstehen. Auf dem Rückweg haben wir auf Ratschlag unserer Gastgeber einen Zwischenstopp im Queen Elizabeth Park gemacht. Von dort hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und kann sich im Bloedel Conservatory tropische Pflanzen ansehen.

Blick vom Queen Elizabeth Park

Am letzten Tag verließen uns irgendwie die Kräfte, so dass wir den geplanten Ausflug nach Seattle bzw. Vancouver Island für einen weiteren Strandtag eingetauscht haben. So langsam müssen wir uns auch aus Kanada verabschieden. Morgen fliegen wir schon zurück nach Toronto und einen Tag später weiter nach Berlin.

Erkenntnisse: In Vancouver fährt die Metro (SkyTrain genannt) völlig automatisch ohne einen Fahrer. Dadurch kann man während der Fahrt schön nach vorne bzw. hinten rausschauen.

Kommentar hinterlassen

Hoch