Silvester auf Gran Canaria

2 Jan
2016

Der Winter hat zwar noch gar nicht richtig angefangen, aber trotzdem hat es uns über Silvester in das warme Gran Canaria gezogen. Mit dabei waren wieder alte Kommilitonen aus Cottbus, so dass es ein paar lustige Tage unter der warmen kanarischen Sonne wurden.

Anreise über Hamburg

Da wir keine guten Verbindungen von Berlin gefunden haben, sind wir von Hamburg mit Norwegian Air geflogen. In einem Café am Hamburger Hauptbahnhof sind wir auf die Mitreisenden aus Krieschow und München getroffen. Der Flug hatte wegen Gegenwind eine halbe Ewigkeit gedauert, aber immerhin gab es kostenloses WLAN an Bord. Nach über 6 Stunden sind wir schließlich sicher in Las Palmas gelandet.

Für die nächsten Tage sollte ein VW Polo unser treuer Begleiter werden. Trotz der späten Ankunft konnten wir diesen noch am Flughafen von Las Palmas entgegen nehmen und über die hervorragend ausgebaute GC-1 bis nach Playa del Inglés schweben.

Bei der Ankunft in unserem Bungalow im HD Parque Cristobal wurde uns „als besonderer Service des Hauses“ die Villa vom Hotel-Besitzer angeboten. So waren wir nicht auf dem eigentlichen Gelände des Hotels untergebracht, sondern etwas abseits in einem unscheinbaren Haus. Der Begriff Villa war zwar reichlich übertrieben, aber immerhin hatten wir hier viel Platz.

Am nächsten Morgen erkundeten wir zunächst die nähere Umgebung und machten einen Fußmarsch durch die Sanddünen von Maspalomas. Der Sand war sehr hell und fein, so dass wir die Wüste ohne Brandblasen und Stichwunden durchqueren konnten. Ohne einen Tropfen Wasser erreichten wir nach einigen (Diskussions-)Pausen schließlich den Atlantik mit dem dortigen FKK-Strand. Von hier ist die Sahara nur etwa 200 km entfernt und irgendwie hat man das auch gespürt. Auf dem Rückweg hatte der Wind ziemlich aufgedreht und so wurde die entspannte Wanderung auf der Uferpromenade zum Kampf gegen den Sandstrahl.

Dünen von Maspalomas

Am Nachmittag sind wir mit dem Auto zur Schlucht von Guayadeque gefahren. Auf dem Weg dorthin passiert man die kleine Ortschaft Agüimes, welche man sich durchaus näher anschauen kann. Es gibt hier viele kleine Kunstwerke und schöne Plätze, was sich aber anscheinend noch nicht bei den Touristen herumgesprochen hat.

Ein paar Kilometer weiter in Cueva Bermeja kann man in Felsen eingehauene Wohnungen besichtigen. Die Bewohner machen dort einfach die Türen auf und gegen eine kleine Spende kann man sich die Wohnung anschauen. Es gibt hier auch einige Restaurants in den Felsen. Wir haben uns für das Restaurante Tagoror entschieden und hier unsere ersten kanarischen Gerichte probiert. Die Vorsuppe (Potaje Canario) und die Brötchen mit Alioli waren noch sehr lecker, doch mit jedem weiteren Gang wurde das Essen schlechter. Anscheinend wird hier mehr Augenmerk auf Ambiente statt auf das Essen gelegt.

Am nächsten Tag zog es uns weiter in den Norden in der Insel nach Las Palmas de Gran Canaria. In dieser Metropole lebt fast die Hälfte der Einwohner Gran Canarias und dementsprechend voll ist es auch. Hat man erst mal einen Parkplatz gefunden, kann man die Stadt relativ entspannt zu Fuß erkunden. Die Catedral de Santa Ana kann man besteigen und von oben einen schönen Blick auf die Altstadt genießen. Spätestens hier bin ich auch Fan von dem Selfie-Stick unserer Mitreisenden geworden!

Las Palmas

Das Museo Canario haben wir übersprungen und sind dafür die Fußgängerzone entlang der Calle Mayor de Triana gelaufen. Da wir in diesem Urlaub noch nicht einmal baden waren, sind wir abends noch zum Playa de Las Canteras auf der Westseite von Las Palmas gefahren. Für mehr als einen kurzen Sprung in das sehr salzige Wasser hat es aber nicht gereicht. Stattdessen haben wir versucht, unser akrobatisches Geschick vor der untergehenden Sonne mit unseren Smartphones zu erfassen.

Um den gelungenen Tag standesgemäß zu beenden, haben wir uns ein leckeres Essen in der Taberna Chica direkt an der Strandpromenade gegönnt. Mein Seebarsch war echt gut und die typisch kanarischen Kartoffeln mit Mojo Picón Sauce waren auch sehr lecker.

Auf der Jagd nach der kanarischen Rieseneidechse

Am folgenden Tag erkundeten wir das bergige Zentrum der Insel. Über die GC-60 arbeiteten wir uns Kurve für Kurve in das Zentralmassiv rund um den Pico de las Nieves (höchster Berg der Insel) vor. Hier sind einige schöne Orte wie Fataga oder Tajeda, die man sich definitiv anschauen sollte.

Ganz in der Nähe ist auch der Roque Nublo (spanisch Wolkenfels). Dieser Berg hat auf der Spitze einen auffälligen Basaltfelsen und gilt als Wahrzeichen Gran Canarias. Über einen Wanderweg kann man den Berg vom Parkplatz aus in einer halben Stunde besteigen. Leider haben wir den Parkplatz irgendwie verfehlt, so dass wir uns den Gipfel nur aus der Ferne ansehen konnten. Dafür hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten von der Straße aus mehrfach den Pico del Teide von der benachbarten Insel Teneriffa sehen. Außerdem haben wir am Cruz de Tajeda einen traumhaften Sonnenuntergang erbebt. Dieses Kreuz auf 1560 Metern Höhe ist auch der geografische Mittelpunkt der Insel und ein beliebter Startpunkt für Wanderungen.

Cruz de Tajeda

Von dort aus fuhren wir mit dem Auto weiter auf die nördliche Hälfte der Insel und erreichten schlagartig in eine andere Vegetationszone. Während im Süden allenfalls ein paar Kakteen am Straßenrand stehen, gibt es im Norden üppigen Baumwuchs und viele grüne Pflanzen. Von nun an fuhren wir nur noch Abwärts in die spanische Gemeinde Teror. Hier versprach uns der Reiseführer ein Prachtexemplar des Kanarischen Drachenbaums, den wir aber erst mal finden mussten. Im Innenhof eines unscheinbaren Gebäudes haben wir schließlich den Baum gefunden, der von der Größe her eher durchschnittlich war. Ansonsten kann man sich in Teror noch die Stadtkirche (Nuestra Señora del Pino) und die Innenstadt mit den vielen Holzbalkonen anschauen.

Strandtag und Silvester

Am vorletzten Tag der Reise fuhren wir mit dem Auto zu den Stränden westlich von Maspalomas. Der Playa de Amadores hinter Puerto Rico ist unglaublich schön – war an diesem Tag aber auch unglaublich voll. So haben wir den Tag schließlich am weniger überfüllten Playa Taurito verbracht, auch wenn hier der Sand nicht ganz so schön war.

Die Silvesternacht haben wir mit vielen anderen Touristen am Leuchtturm von Maspalomas verbracht. Die dortigen Hotels haben reichlich Feuerwerk in den Himmel geschossen, so dass wir uns eigentlich nur um den Sekt kümmern mussten.

Schon zu Ende

Nach der kurzen Silvesternacht mussten wir auch schon wieder die Sachen packen und Playa del Ingles verlassen. An der rauhen Küste von Playa de Quintanilla genossen wir die letzte Mittagssonne in diesem Urlaub. Der Strand dort ist sehr felsig und nicht zum Baden geeignet. Dafür kann man von den Ufern unglaublich hohe Wellen beobachten, die aber nur einen einzigen Surfer angezogen hatten.

Playa de Quintanilla

Das nahegelegene Städtchen Arucas hat eine imposante gotische Kathedrale und einen schönen Stadtpark. Vom Mirador de Montaña de Arucas (ein ehemaliger Vulkan mit 412 Metern Höhe) hat man einen tollen Ausblick auf die Umgebung. Nach einem letzten Kaffee in Arucas sind wir schließlich über Telde zurück zum Flughafen gefahren. Von dort ging es mit dem Spätflug nach Nürnberg und am folgenden Tag mit dem Zug zurück nach Berlin. Ein wirklich schöner Urlaub war wieder zu Ende!

Erkenntnisse: Auf Gran Canaria werden Bananen angebaut.

Ein Liter Super kostet hier schlappe 0,89 Euro.

Das Spanisch hier ist ähnlich wie in Granada.

2 Antworten zu Silvester auf Gran Canaria

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Daniela

Januar 10th, 2016 at 19:55

eine tolle Zusammenfassung unseres super tollen Urlaubs

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Mihael Duran

Oktober 30th, 2016 at 19:52

Eigentlich habe ich nach Informationen für Studenten gesucht und bin auf diesen Blog gestoßen. Jetzt muss ich gerade lachen, dass ich mich in einen Artikel über Gran Canaria fest gelesen habe. 🙂 Gut gelungen der Artikel, so gut, dass ich von meinem eigentlichen Plan abkam.

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