Und Action bitte

Um dem durchstrukturierten Familienalltag etwas zu entkommen, hat mir meine Liebste einen Flug im Windkanal von Leszno geschenkt. Kurzfristig hat sie sich selbst auch noch entschlossen mitzumachen und so wurde es ein lustiger Familienspaß.

Nachdem wir die Sicherheitshinweise unterschrieben („Haftung für schwere körperliche Schäden wird ausgeschlossen“) und eine Kontaktperson für den Schadensfall angegeben hatten, durften wir auch schon in die schnittigen Anzüge schlüpfen und die Fliegerposition im trockenen üben. Mit dem Beginn der ersten Rückenschmerzen hatten wir unsere Fliegerposition soweit optimiert, dass wir dann schließlich für genau zwei Minuten im richtigen Kanal abheben konnten. Dank eines Helfers hatten wir uns dabei nicht verletzt und mussten nur kleinere Stresssituationen überstehen. Für mich hat es aber gereicht, um ordentlich durchgeschwitzt zu sein.

Erkenntnisse: Zwei Minuten im Windkanal reichen für einen Anfänger völlig aus, um an seine körperlichen Grenzen zu kommen.

Lebensweisheiten eines 30-jährigen

Nachdem ich vor kurzem die dritte Dekade meines Lebens abgeschlossen habe, macht man sich ja schon einige Gedanken über das Alter. Die Falten werden tiefer, das Bäuchlein runder und die Haare dünner. Und die Prostata-Vorsorgeuntersuchung gibt es ab jetzt kostenlos.

Die für mich wichtigsten Erkenntnisse für den Alltag habe ich mal in einer Liste zusammengefasst:

  • Es gibt Dinge im Leben, die kann man auch mit 30 nicht ändern.
  • Man fängt an von Abenteuern aus der Jugend zu berichten und merkt dabei, dass das schon 15 Jahre her ist.
  • Man beurteilt Waren des täglichen Bedarfs nicht mehr nach rein finanziellen sondern auch nach qualitativen Aspekten.
  • Alles was cool ist wird von Leuten vermarktet, die erheblich jünger sind als man selbst.
  • Man weiß mittlerweile, welcher Alkohol einem nicht gut tut.
  • Trotzdem trinkt man immer noch den falschen Alkohol und bekommt am nächsten Tag einen fetten Kater.
  • Es gibt Musikgruppen, von denen man noch nie gehört hat.
  • Man versteht die Sprache der jungen Leute nicht mehr.
  • Man muss sich intensiv um seinen Körper kümmern, um nicht vollständig zu verwahrlosen.
  • Man wird in der Disko im Club von Frauen mit Sie angesprochen.
  • Zur eigenen Geburtstagsparty kommen mindestens drei Pärchen, die schon Kinder haben oder verheiratet sind.
  • Man sucht sich neue Herausforderungen im Leben (z.B. ungewöhnliche Sportarten, Marathon laufen, Instrument lernen, Fremdsprache lernen)
  • Man erwischt sich dabei, einen Pauschalurlaub zu buchen.
  • Man merkt, dass man altersmäßig nicht mehr in die Fußball-Nationalmannschaft passt.
  • Man kümmert sich um Themen wie Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit und Wohneigentum.
  • Man regt sich darüber auf, dass die Partys erst nach 24 Uhr richtig losgehen.
  • Obwohl man schon viel Erfahrung mit Frauen hatte, entdeckt man immer wieder neue Seiten an ihnen.

Was habt ihr noch so für Erkenntnisse? Die Kommentarfunktion darf durchaus benutzt werden. 🙂

Proszę więcej wódki

Ein aufregendes Wochenende in Krakau liegt hinter mir. Bedingt durch den Konsum diverser Genussmittel sind die Erinnerungen zwar etwas verschwommen, aber eins ist mal wieder klar geworden: Die (ehemaligen) Erasmus-Studenten können einfach am besten feiern!

Aber nun erstmal von Anfang an. Mein ehemaliger Mitbewohner in Schweden, Santiago, war dieses mal an der Reihe die halbjährliche Erasmus-Reunion zu organisieren. Er entschied sich für Krakau und organisierte uns Appartements in der Józefa Dietla 75 (direkt im jüdischen Viertel und unweit des Zentrums). Dort haben sich am Freitag Nachmittag letztendlich 16 Leute zusammen gefunden, um die Stadt unsicher zu machen. Der größte Teil der Leute kam aus Deutschland und Spanien, aber wir hatten auch Österreicher, Schweizer und einen Schweden dabei.

Zwischenstopp in Warschau

Den ersten Abend haben wir mit ein paar Glas Lech in der Krakow Buddha Bar begonnen und uns dann weiter über das Restaurant Tutto Bene und dem Hard Rock Cafe zum Klub Muzyczny Lizard King in die Innenstadt vorgekämpft. Der Abend endete dann in mehr oder weniger typischen Erasmus-Verhaltensmustern, ohne jetzt genauere Angaben zu machen.

Nach etwas Sightseeing am Samstag (Hauptmarkt, Wawel, Kazimierz, zahlreiche Kirchen und Plätze) begann dann das intellektuelle Highlight des Trips: Das legendäre Russian Dinner. Zugegebenermaßen war es meine erste Teilnahme an dem Dinner und demnach wusste ich noch nicht so richtig, was mich erwarten würde. Aber bei jüdischen Essen gepaart mit koscherem Vodka und einer Horde ehemaliger Erasmus-Studenten – was kann dabei schon schief gehen?

Nun ja..Murphy’s Law hat wohl wieder zugeschlagen und scheinbar unmögliche Dinge sind eingetreten. Unsere Kellnerin Karolina war gerade weg die nächsten Vodka-Flaschen beschaffen, als ein massiver Holzschrank aus Omas Zeiten mit einem lauten Rumms auf den Boden schmetterte. Zugegebenermaßen waren wir nicht ganz unschuldig daran. Eine Mischung aus Schock, Lachen, Intelligenz und reflexartiger Schadensbegrenzung half uns, dass wir den drohenden Rausschmiss abwenden konnten. Stattdessen kam Karolina und brachte uns wie gewohnt eine neue Ladung Vodka. Am Ende brachten wir es auf eine Rechnung von über 700 €. Wieviel Vodka das macht, überlasse ich jetzt mal euren mathematischen Fähigkeiten. Danach haben wir uns auf Pirsch gemacht und studentische Pubs wie den Klub Pod Jaszczurami gestürmt.

Feiern mit den alten FreundenWawel

Am Sonntag war dann schon wieder Abschied und die Leute verließen scheibchenweise Krakau. Nach einer Bootstour auf dem Wawel und einer Portion Bigos im Restauracja Sioux war dann auch für mich der Urlaub beendet. Per Nachtzug bin ich um 22 Uhr wieder zurück nach Stettin gefahren, wo ich mit einer satten Stunde Verspätung eingetroffen bin.

Es war mal wieder ein geiles Wochenende mit den Leuten aus Växjö. Sehr kurz, aber dafür extrem intensiv. Es gibt eigentlich nur noch eins zu sagen: God bless Erasmus!

Berlin, das größte Dorf Deutschlands

Ich möchte diesen Artikel mal nutzen, um etwas über Berlin bzw. die teilweise selbstherrlichen Kinder dieser Stadt abzulassen. Obwohl der größte Teil der Berliner absolut in Ordnung ist, treffe ich immer mal wieder vereinzelte Subjekte dieser Stadt, die scheinbar total verblendet sind oder noch nie aus ihrer Stadt rausgekommen sind. Gerade gestern hatte ich bei einer Party in Cottbus mal wieder eine Studentin aus Berlin getroffen, die mir mit Stolz verkündet hat, dass sie aus Berlin kommt.

Klar, als Kind der deutschen Hauptstadt kann man schon ein wenig mit geschwollener Brust rumrennen. Aber Berlin ist ganz gewiss keine Weltstadt, wie es mir das Mädel auf der Party verständlich machen wollte. Jeder, der schon mal in New York, Tokyo, Bejing oder London unterwegs war, weiß, was richtige Weltstädte sind. Dagegen ist Berlin sowohl von der Einwohnerzahl als auch kulturell und wirtschaftlich eher eine Kleinstadt. Das mag in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts anders gewesen sein, aber spätestens mit der totalen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hat Berlin seinen Status als Weltstadt verloren.

Zudem wurde die Chance eines geordneten Wiederaufbaus der Stadt nach der Wiedervereinigung vertan. Am Mauerstreifen entstanden Schnellstraßen oder triste Wohnbauten. Den repräsentativen Palast der Republik hat man aus fadenscheinigen Gründen abgerissen. Am Potsdamer Platz wurde der Stadt ein Schmalspur-Manhattan gegegeben, was in Größe, Schönheit und Flair aber nicht mal annähernd New York das Wasser reichen kann. Das historische Zentrum der Stadt um den Alexanderplatz und das Nikolaiviertel wurde in den letzten Jahren konzeptlos mit Einkaufsbunkern zugepflastert. Verglichen mit dem Marienplatz in München hat dieses Gebiet den Charme einer Autobahnraststätte.

Es ist einfach so, wie es ist. Mode wird in Paris, London und Mailand gemacht. Finanzen in New York, London und Frankfurt. Schöne Strände und Sonnenschein gibt es in Rio. Theater und Unterhaltung findet man am Broadway. Auch erstklassige Fußballmannschaften findet man anderswo und selbst einen Apple-Store, den Städte wie Dresden oder Oberhausen besitzen, sucht man in Berlin vergeblich. Das einzige Weltstädtische in Berlin ist für mich die Museumslandschaft. Die bedeutendsten Kunstgalerien (MoMa, Met, Luvre) stehen zwar in anderen Städten, aber dafür gibt es wirklich gute historische Museen wie das Pergamon-Museum.

Ansonsten ist Berlin einfach eine (für deutsche Verhältnisse) große Stadt, in der man zwar viel erleben kann, aber gewiss nicht auf dem Niveau von Weltstädten. Trotzdem bin ich gerne in Berlin und genieße den Trubel.

Also liebe Berliner, nun bin ich mal auf eure Reaktionen gespannt. Zum Glück kann man ja in einem Blog seine Meinung mittels Kommentaren verbreiten. Die arrogante Bekanntschaft bei der Party kam übrigens aus Berlin-Tegel. Darauf kann man wahrhaftig stolz sein. 🙂

5 Tage München

Obwohl ich mich gerade in der Endphase meiner Masterarbeit befinde, habe ich mir ein paar Tage Auszeit in der bayerischen Landeshauptstadt gegönnt. Eine Freundin war dort auf Schulung bei BMW und so konnten wir ein wenig die Stadt erkunden. Und ich muss sagen, ich bin zum München-Fan geworden! Wir haben eigentlich so ziemlich alles erkundet, was es so zu erkunden gab. Blöd nur, dass das Oktoberfest erst eine Woche später angefangen hat.

Immer wieder Abschied

Alles im Leben ist irgendwann mal zu Ende, so auch die tolle Zeit mit den Erasmusstudenten vom Jahre 2009/2010 in Cottbus. Nachdem das Semester vor 2 Wochen zu Ende gegangen ist, verabschieden sich nun mehr und mehr Studenten aus der Lausitz. Leider konnte ich nicht zu so vielen Abschiedsfeiern gehen, da meine Masterarbeit mir die Zeit und Lust zum Feiern raubt.

Heute sind nun Julio und Victor zurück nach Spanien geflogen, die beide in den letzten Monaten gute Freunde geworden sind. Wir haben uns geschworen, dass wir uns bei einer Re-Union bald wiedersehen werden und ich hoffe, das klappt auch! Ich hatte eine coole Zeit mit euch (und natürlich all den anderen Leuten), das war noch mal ein schönes letztes Kapitel für mein eigenes Studium. Ob ich im nächsten Semester noch einmal Betreuer für die Austauschstudenten mache, muss ich erstmal überlegen. Ich glaube, die Zeit wird ganz schön knapp!

Party im Quasimono
Party im Quasimono

Haste Luego Julio y Victor!

Sport frei!

Am Montag musste ich auch mal wieder leidlich erfahren, dass Sport auch Risiken birgt. Ich bin wie jeden Montag zum Volleyball in die Uni-Sporthalle und dann durfte ich nach 30 Minuten schon wieder das Training beenden. Ich lass jetzt einfach mal das Foto sprechen, die Geschichte dahinter könnt ihr euch selbst ausmalen. 😉

Mein Fußgelenk

In Rostock gehen die Lichter aus

Mensch Hansa, was macht ihr denn!? Ich bin geschockt und fühle mich tatsächlich leer. Es ist einfach unvorstellbar, dass ihr nicht mehr in der Bundesliga vertreten seid! Auch wenn ich überzeugter Energie Cottbus Fan bin, so einen Abgang habt ihr echt nicht verdient. Die Derbys mit Hansa waren doch immer etwas, worauf man sich gefreut hat. Ich erinnere mich noch an das Abstiegsduell in der 1.Bundesliga 2008/2009, als Cottbus in den letzten 15 Minuten die Partie gedreht hat und damit quasi den Abstieg von Rostock besiegelt hat. Aber was soll ich denn jetzt im Stadion der Freundschaft machen? Audi Ingolstadt bringt doch nicht mal 50 Fans mit nach Cottbus. Solche Retortenclubs braucht echt kein Mensch.

Alles Gute für den Wiederaufstieg Hansa Rostock!

UMTS-Empfang im Zug zwischen Cottbus und Berlin

Bei der Fahrt nach Berlin habe ich heute mal den UMTS-Empfang auf der Strecke des RE2 von Cottbus nach Berlin ausprobiert. Als Hardware habe ich folgendes verwendet:

  • Acer Aspire D250 Netbook (Akkubetrieb)
  • UMTS-Stick Huawei K3520
  • Blau.de SIM-Karte im Stick (E-Plus)
  • Mobile Partner Software

Man muss anmerken, dass ich den Stick ohne USB-Verlängerungskabel direkt an den Netbook gesteckt habe – Empfangstechnisch ist das sicherlich nicht die optimalste Variante. Damit ich nicht ständig der Gebührenzähler tickt, habe ich mir eine 24-Stunden Flatrate meines Mobilfunkanbieters gegönnt.

Messergebnisse

Im ersten Streckenabschnitt von Cottbus nach Lübbenau konnte ich leider keine Messung durchführen, da ich meinen UMTS-Stick noch nicht konfiguriert hatte. Zwischen Lübbenau und Brand konnte ich folgende Messung machen:

UMTS-Messung von Lübbenau nach Brand

Ich hatte in diesem Abschnitt zwar keinen sonderlich hohen Durchsatz, dafür aber eine einigermaßen stabile Verbindung.

Ein ganz anderes Bild bekam ich im Abschnitt von Brand nach Königs-Wusterhausen. Dort hatte ich gar keinen Empfang und konnte das mobile Internet überhaupt nicht nutzen. Erst im Gebiet um Groß Köris konnte ich wieder einen guten Empfang nutzen, obwohl dieser danach auch wieder rapide abgefallen ist.

Empfang zwischen Brand und Groß Köris

In Berlin wurde der Empfang dann deutlich besser und ich kam teilweise auch in den vollen UMTS-Genuss. Bei einem Zwischenhalt kurz vor Ostbahnhof hatte ich den besten Empfang auf der ganzen Strecke.

UMTS-Empfang bei Berlin Ostbahnhof

Fazit

Bequemes Surfen war nicht möglich, dafür war die durchschnittliche Übertragungsrate einfach zu niedrig. Außerdem gab es besonders in Brandenburg häufig längere Zeitspannen, in denen gar kein Empfang vorhanden war. Nur äußerst selten (und wenn dann für max. 1 Minute) hatte ich in Brandenburg einen Durchsatz von mehr als 50 KB/s. Die meiste Zeit war ich gefühlt mit 2-3KB/s unterwegs, was für einen Messenger zwar ausreicht, aber das Surfen unerträglich macht. Insgesamt ist die Verbindung 2 mal komplett weggebrochen, so dass ich wieder neu verbinden musste. Im Stadtgebiet von Berlin war der Empfang und der Datendurchsatz aber relativ gut und man konnte einigermaßen bequem surfen. Wohlgemerkt wurde diese Messung entlang der Bahntrassen gemacht, für die Autobahn könnte das Ergebnis komplett anders ausfallen.

Falls ihr eigene Erfahrungsberichte habt, könnt ihr diese gerne hier rein schreiben 🙂

Im Osten nichts Neues

Bei der Recherche zu meiner Masterarbeit bin ich heute zufällig im Internet auf überraschend professionelles Liedgut aus Cottbus gestoßen. Zwar wusste ich spätestens seit SPN-X, dass es hier eine durchaus konkurrenzfähige Punkszene gibt, aber dass es hier auch gute Rapper gibt, war mir neu.

Ich bin zwar kein sonderlicher Rap-Fan, aber was Dissziplin respektive Ostmob so an Musik produziert, klingt schon sehr gut. Ich könnte mein Leben in Cottbus auch nicht besser formulieren als er in seinen Liedern:

„Die Stimmung negativ, weil hier keiner Arbeit hat,
auch wenn sie nicht die schönste ist,
ich liebe meine Stadt.“ (Zitat von Dissziplin – Ich liebe mein Land)

Macht weiter so Jungs!