Mein erster Job-Wechsel

Nach über fünf Jahren in einem der vorzeigebetriebe in Brandenburg habe ich mich entschlossen, meine Kündigung einzureichen und die Uckermark zu verlassen. Zugegebenermaßen ist mir dieser Schritt nicht leicht gefallen, denn ich habe mir in den letzten Jahren hier so einiges aufgebaut. Zudem spüre ich, dass es in meiner Heimat so langsam wieder aufwärts geht und neue Leute in die Stadt kommen.

Letztendlich musste ich aber meine beruflichen und privaten Vorstellungen unter einem Hut bringen – hier schien ein Job-Wechsel einfach die beste Lösung. Mein Arbeitgeber hat leider auch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um mich vom Verbleib im Unternehmen zu überzeugen. Noch während meiner letzten Arbeitstage wurde meine Stelle in einer höheren Gehaltsstufe neu ausgeschrieben. So kann man es natürlich auch machen.

Jetzt freue ich mich erst mal auf die neuen Herausforderungen bei einem zukunftsweisenden Unternehmen in Berlin. Ich werde mit meinen Kenntnissen die Energiewende in Deutschland weiter voran bringen und die Stromnetzte der Zukunft aufbauen. Ich bin gespannt, was mich hier so erwartet!

Auf neuen Wegen

Geldanlage für Absolventen

Viele Studenten verlassen die Unis mit einem kleinen Schuldenberg und sind erstmal bemüht diesen Schuldenberg abzubauen. Nachdem man ein paar Jahre gearbeitet hat ist dieser Schuldenberg hoffentlich abgearbeitet und man sollte sich ernsthaft damit beschäftigen, ob man Geld für die spätere Rente anlegt. Klar, man zahlt ja jeden Monat automatisch in die Rentenkasse ein, aber ob die eigenen Rentenpunkte später überhaupt ausreichen?

In Zeichen der Euro-Krise und dem allgemeinen Misstrauen gegenüber Banken muss man schon ein sehr gutgläubiger Mensch sein, um an ein positives Ende zu glauben. Auch ich habe mich mit diesen Themen auseinander gesetzt und möchte ein paar allgemeine Ratschläge loswerden:

  1. Investiere nur in Anlageprodukte, die du auch verstehst.
    Leider neigen Banken und Versicherungen dazu, dem Kunden Finanzprodukte (private Rentenvorsorge) zu verkaufen, die schwer nachzuvollziehen sind. Wenn etwas schief geht ist der Dumme am Ende der Kunde.
  2. Höhere Renditen bedeutet immer höheres Risiko.
    Es lohnt sich nicht in Finanzprodukte zu investieren, die utopisch hohe Renditen offerieren (siehe Prokon-Insolvenz).
  3. Verträge schaffen Abhängigkeiten.
    Wenn man eine private Altersvorsorge abschließt, kommt man nur mit Abschlägen wieder aus diesem Vertrag heraus. Die höchste Flexibilität hat man immer noch, wenn man das Geld auf seinem eigenen Konto hortet.
  4. Nach der Krise ist vor der Krise.
    Das Gedächtnis der Menschen ist manchmal sehr kurzlebig. Gerade wenn die Aktien steigen und die Gewinne fließen vergessen Menschen schnell, dass dies nur eine Momentaufnahme ist. Finanzkrisen wird es in Zukunft auch immer wieder geben.
  5. Wer nicht mit Geld umgehen kann, dem bringen auch die besten Spareinlagen nichts.
    Man muss bei einer Geldanlage schon Disziplin aufbringen, um tatsächlich etwas für die Rente beiseite zu legen.

Wer mit diesen Weisheiten nichts anfagen kann, der kann es ja auch mit Lotto probieren. 😉

 

Mehr Aufmerksamkeit in langweiligen Besprechungen

In meinem Berufsleben habe ich schon in so manchen Besprechungen gesessen, ohne einen Plan von der Thematik zu haben geschweige denn mitreden zu können. Zudem habe ich oft das Schmunzeln bekommen, wenn ebenso planlose Dienstleister versuchen, mit englischen Phrasen ein Verständnis für die Thematik vorzutäuschen.

Nun gehen ich seit ein paar Monaten regelmäßig zu einer Projektleiter-Schulung (neudeutsch Training) und muss mich mit genau diesen Phrasen selbst auseinander setzen. Für alle Berufsanfänger (neudeutsch Young Professionals) habe ich mal eine kleine Liste mit den wichtigsten bescheuertsten Begriffen zusammengestellt:

Zum Anfang eines Projektes

– Haben wir Awareness beim Fachbereich? Wir haben sogar Management Attention!
– Ist das Proof of Concept schon fertig?
– Wie hoch ist unser Return?
– Wir haben nicht alle Stakeholder berücksichtigt.
– Was sind eigentlich unsere KPIs?
– Die Work Breakdown Structure scheint noch nicht ausgereift.

Während des Projektverlaufes (wo viele Probleme auftreten)

– Wir können unsere Baseline nicht ständig ändern.
– Der Scope ist in der Functional Design Specification nicht klar abgesteckt.
– Haben wir alle Business Cases abgedeckt?
– Die ständigen Change Requests nerven!
– Ist unser Approval Prozess überhaupt ausgereift?
– Wir müssen unseren Business Value schützen!
– Wenn wir so weiter machen, werden wir den Break Even nie erreichen!
– Dann müssen wir die Sache halt eskalieren lassen.

Zum Ende des Projekts

– Laut Benchmark haben sich unsere Durchlaufzeiten um 10% verringert.
– Sind wir mit dieser Lösung Compliant?
– Wir müssen in der Dokumentation das Wording überarbeiten.
– Der Rollout wird sich nach hinten verschieben.
– Was sind unsere Lessons Learned?

Mit diesen Phrasen kann man eigentlich in keiner Besprechung falsch liegen 😀 Was die einzelnen Wörter bedeuten, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt erläutern.

Was man als Berufseinsteiger lernen muss

Mittlerweile bin ich im Berufsleben angekommen und habe den Gedanken akzeptiert, dass man nicht ewig wie ein Student weiterleben kann. Zwar wohne ich immer noch in einer (super) WG und versuche möglichst viel zu unternehmen, aber man schafft einfach nicht mehr alles. Genauso wie ich an der Uni viel neues erfahren habe, ist dies auch in der Arbeitswelt. Die für mich wichtigsten Erkenntnisse habe ich mal zusammen gefasst:

  1. An der Uni war man der alte Weise, nun ist man der junge Wilde.
  2. Man wendet nur einen äußerst kleinen Teil seines erworbenen Wissens in der Arbeitswelt an.
  3. Man muss sich dran gewöhnen, dass man nicht mehr viel Zeit für selbstfindende Beschäftigungen hat.
  4. Man kann auf der Arbeit nicht immer die beste Lösung umsetzen, da es zu viele andere Randbedigungen gibt.
  5. Mit dem Kopf durch die Wand erreicht man genauso wenig wie still in der Ecke sitzend.
  6. Die Kommiltonen, mit denen man vor kurzem noch die wildesten Partys gefeiert hat, sind plötzlich Portfolio Manager oder Human Capital Manager.
  7. Die großen Unternehmen kochen auch nur mit Wasser
  8. Es gibt Dinge im Leben, die wichtiger sind als Karriere.

Unterschiede zwischen Großunternehmen und Einzelunternehmen

Seit einiger Zeit bin ich beruflich in einem großen Unternehmen der Mineralölbranche tätig. Da ich vorher als selbständiger Web-Entwickler aktiv war, kann ich einen ganz guten Vergleich zwischen den beiden Arbeitsformen ziehen.

Großunternehmen Einzelunternehmen
Wenn Mitarbeiter auf einer bestimmten Software eingearbeitet werden müssen, wird eine (kostenintensive) Schulung bestellt. Wenn man sich in ein unbekanntes Thema einarbeitet, kauft man sich ein Buch, liest Online-Tutorials oder holt sich Rat bei ehemaligen Studienkollegen.
Bei Problemen und offenen Fragen wendet man sich an einen Consultant, der die Fragen und Probleme gegen ein üppiges Honorar klärt. Wenn man nicht mehr weiter kommt, stellt man Fragen in Foren und Communities.
Im Idealfall kann man nach der Arbeit abschalten und sein Privatleben genießen. Man hat Projekte im Hinterkopf und muss sich zwingen, berufliches und privates Leben strikt zu trennen.
Im Krankheitsfall wird man Krank geschrieben und kuriert die Krankheit zu Hause aus. Über den Lohn braucht man sich zunächst keine Sorgen zu machen. Im Krankheitsfall versucht man weiterhin, seine offenen Aufgaben zu lösen, denn im Endeffekt bedeutet jeder Ausfalltag auch einen Einnahmeverlust.

Welche Form des Arbeitens nun die bessere ist, mag ich hier nicht beurteilen. Beide Unternehmensformen haben ihre Vor- und Nachteile, die einfach jeder für sich selbst gewichten muss.

Mit dem Master in Hartz 4

Eigentlich wollte ich mich in meinem letzten Monat vor dem Arbeitsbeginn noch mal richtig auf der sozialen Hängematte ausruhen und einfach nur Geld vom Staat kassieren. So komisch es klingt, ich wollte einfach mal Hartzer sein! Ich wollte endlich mal mitreden können bei diesen sinnlosen Kneipen-Diskussionen, wo man über den Staat schimpft, der einem keinen Job besorgt. Ich wollte darüber meckern, dass die 350 € monatlich niemals zum Leben reichen. Und ich wollte auf dem Höhepunkt meiner akademischen Laufbahn einfach mal auf einer Party den Spruch bringen: „Hey, Ich bin Hartz 4“!

Artig hatte ich mich auch nach meiner Master-Verteidigung bei der Agentur für Arbeit in Schwedt arbeitslos gemeldet, um in den Genuss der Sozialleistungen zu kommen. Aber leider hatte ich eine Sache nicht beachtet: Wenn ich mich jetzt arbeitslos melde, muss ich eine Exmatrikulationsbescheinigung der Uni vorweisen. Diese kann mir das Studierendensekretariat auch ohne Probleme ausstellen, allerdings müsste ich dafür auch meinen Studentenausweis inklusive Semesterticket abgeben. Da ich aber in den nächsten Wochen noch zwischen Schwedt und Cottbus pendeln möchte, ist das für mich keine Lösung. Also nichts mit sozialer Hängematte!

Also bleibe ich offiziell noch bis zum 31.März 2011 Student an der BTU und werde dann erst geext. Laut Krankenversicherung ist das auch kein Problem, da meine Krankenkassenbeitrage ab Januar eh von meinem neuen Arbeitgeber getragen werden. Meinen Studentenstatus habe ich dann nur noch nebenher.

Um das noch mal auf den Punkt zu bringen: Mir ist es schon bewusst, dass für viele Leute Hartz 4 Ungewissheit, Armut und Elend bedeutet. Ich möchte mich auch keineswegs darüber lustig machen! Ich habe im eigenen Familienkreis Menschen, die auf die Hilfe vom Staat angewiesen sind. Und ich bin absolut dafür, die soziale Grundsicherung in Deutschland weiterhin aufrecht zu erhalten.

Trotzdem sei mir an dieser Stelle ein objektiver Vergleich zwischen dem Studenten-Dasein und Hartz 4 erlaubt. Soweit meine Recherchen stimmen, bekommt man als Hartzer jeden Monat ca. 350 € Taschengeld plus die Erstattung der Miete für die Wohnung. Die Krankenversicherung muss man auch nicht selbst bezahlen. Als Student hatte ich dagegen überhaupt keine Kohle vom Staat bekommen, weder in Form von Taschengeld noch in Form von Mietzahlungen. Meine Krankenversicherung musste ich auch selbst bezahlten (am Ende ca. 65 € im Monat). Stehen Hartzer finanziell besser da als Studenten? Auf dem ersten Blick sicherlich schon, aber man muss dem Staate noch zu Gute heißen, dass er das Studium subventioniert (zumindest in den meisten Bundesländern), also indirekt den Studenten auch Geld gutschreibt. Nichtsdestotrotz, irgendwie ist das schon eine komische Konstellation, oder?