Auswärtsspiel und trotzdem Lauter

Als Energie-Fan muss man ja zur Zeit ausreichend Nerven haben. Die Mannschaft spielt seit Wochen nur unentschieden und lässt sich in den letzten Minuten die Punkte klauen. So müssen wir diese Saison tatsächlich noch um den Klassenerhalt zittern.

Um den Sack endlich mal zuzumachen, hat der Verein die Mannschaft für heutige Auswärtsspiel gegen Ingolstadt kurzerhand Gästetickets (inkl. Anreise mit dem Bus) rausgehauen. Und wie es sich für richtige Energie-Fans gehört, haben Janin und ich unser Team gegen Ingolstadt lautstark unterstützt.

Cottbus in Ingolstadt

Die Busfahrt begann am Sonntag morgen um 4 Uhr am Sandower Dreieck. Jeder einzelne Mitfahrer wurde namentlich verlesen, so dass es über eine Stunde gedauert hat, um die 1500 Busfahrer abzufertigen. Wir hatten Glück und wurden gleich für den ersten Bus aufgerufen. Und um mal wieder alle Klischees über die Cottbuser zu bestätigen – wir sind mit einem polnischen Bus nach Oberbayern gefahren. Die komischen Gesichter der Ingolstädter bei der Ankunft gab es dann gratis.

Der Audi-Sportpark ist ein schmuckes kleines Stadion am Stadtrand von Ingolstadt. Die Stimmung der Heim-Mannschaft war zwar ziemlich schwach, aber das haben ich von dem Retorten-Club auch nicht anders erwartet. Dafür haben wir in unserem vollen Gästeblock aber richtig gut Krach gemacht. Auch die Mannschaft hat ein ansehnliches Spiel gezeigt, nur das Tor wurde wieder nicht getroffen. So konnte Ingolstadt mit einer einzigen gut ausgespielten Torchance das Spiel für sich entscheiden und wir standen mal wieder mit leeren Händen da. Wäre die Lage nicht so prekär könnte man fast noch drüber lachen. Anfang der Saison standen wir noch auf einem Aufstiegsplatz!

Nun ja, die Rückfahrt war entsprechend gefrustet und wir waren froh wieder um 23 Uhr zu Hause zu sein. Nächste Woche gegen Union muss mindestens ein Unentschieden her, sonst wird es echt eng.

Petersen zu Bayern

Nach langem hin und her ist es nun amtlich: Nils Petersen verlässt Energie Cottbus und wechselt zu Bayern München. Letztendlich muss man sagen, dass Nils einfach der Überflieger der vergangenen Zweitliga-Saison war und es sich durch seine Leistung mehr als verdient hat, zu den Bayern zu wechseln. Nun wird die Zukunft zeigen, ob er sich in München durchsetzen kann.

Und man muss schon ehrlich zugeben, der FC Bayern ist zwar sportlich nur eine Liga höher als Cottbus, aber finanziell ist da mehr als eine Klasse Unterschied. Gerade habe ich nach einem Girokonto gesucht und bin dabei auch auf ein Angebot von FC Bayern Banking gestoßen. Die bieten ein eigenes Girokonto nebst ecKarte und MasterCard. Das ganze natürlich im Design von Bayern München. So weit geht meine Sympathie nun doch nicht, aber für wahre Fans gehört das wohl dazu. 😉

Verarsche in Duisburg

Dass Duisburg keine Veranstaltungen ausrichten kann, wissen wir ja spätestens seitdem bei der Love Parade im letzten Jahr über 20 Leute unschuldig ums Leben gekommen sind. Nun haben die Duisburger mal beim Fußball was blicken lassen, obwohl sie ja eigentlich Erfahrungen damit haben sollten. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Beim DFB-Pokal Halbfinale in Duisburg wurden die Cottbuser behandelt wie der letzte Dreck.

Angefangen hat alles am Duisburger Hauptbahnhof. Der Fanzug aus Cottbus rollt pünktlich ein und die Fans freuen sich schon bald im Stadion zu sein. Schön war’s! Man lässt die Fans über eine Stunde lang sinnlos am Bahnsteig rumstehen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, weiter zum Stadion zu kommen. Das führte dazu, dass eine breite Masse der Fans erst weit nach dem Anpfiff das Stadion erreichte.

Was die Fans bis dahin nicht wussten, auch der Teambus von Energie Cottbus wurde von Duisburger Idioten blockiert, so dass die Mannschaft ebenfalls später am Stadion eintraf. Der Pressesprecher von Energie Cottbus bringt es auf den Punkt: „Wir haben uns gefühlt wie im Viehtransport“. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie groß der Aufschrei gewesen wäre, wenn so etwas in Cottbus passiert wäre.

Auch nach Anpfiff ging die Verasche weiter. Der Schiri hatte seine Duisburger Brille auf, als er Cottbus einen glasklaren Elfer in der 11.Minute verwehrte. Auch die Entscheidung, ob der Ball in der 89.Minute vor oder hinter der Linie war, ist zumindest fragwürdig. Es passt einfach alles zusammen, ein unfähiger Gastgeber, überforderte Ordner, ein beschissener Schiri und ein unterdurchschnittliches Spiel der eigenen Mannschaft.

Interssant fand ich im Übrigen auch, wie die Reporter den hohen Ausländeranteil in der Duisburger Mannschaft kommentierten. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hat Cottbus mit weitaus weniger Ausländern gespielt und es wurde vor jedem Spiel durchgekaut, dass die Mannschaft eigenlich nur aus Ausländern besteht. Gestern hat Duisburg das Spiel mit 10 Ausländern begonnen und es wurde überhaupt nicht kommentiert. Cottbus startete das Pokalspiel übrigens mit 9 deutschen Spielern, aber anscheinend ist das auf einmal nicht mehr wichtig.

Danke für nichts ihr Duisburger Idioten!

Wollitz soll bleiben

Eigentlich ist alles perfekt. Energie Cottbus hat heute den VfL Wolfsburg überraschend und überragend mit 3:1 im DFB-Pokal besiegt. Die Tore von Petersen und Shao und vor allem die freche Vorbereitung von Reimerink machen echt Lust auf mehr! Da wurde eine Millionentruppe vorgeführt und unsere Jungs sind über sich hinausgewachsen. Nun stehen wir seit Jahren wieder im Viertelfinale und der Verein kann sich über üppige Einnahmen freuen. Eigentlich alles perfekt, wenn da nicht die Chaoten im Stadion wären!

Schon vor Spielbeginn hat eine Gruppe von Pyromanen mit einem Feuerwerk versucht, den Spielbeginn zu verzögern. So startete das Spiel mit einem deutlich verrauchten Spielfeld. In den folgenden 90 Minuten wurden mehrfach bengalische Feuer und ekelhafte Rauchbomben gezündet, die nicht nur Scheiße aussehen, sondern auch noch extrem gesundheitsgefährdend sind. Einige wenige im Fanblock haben versucht, diese Kokeleien zu unterbinden, aber die große Masse hat es einfach nur hingenommen. So kann ich Pele’s Reaktion in der Halbzeitpause und nach dem Spiel durchaus nachvollziehen! Da machen wir schon mal das Spiel unseres Lebens und irgendwelche Chemnitzer Halbspaten im Fanblock provozieren mit ihren Feuerwerkskörpern den vorzeitigen Abbruch des Spiels. Super gemacht Jungs, ihr könnt euch auf die Schulter klopfen!

Für Wollitz waren diese Vorkommnisse (die leider viel zu oft auftreten) einfach zu viel des Guten. Ohnehin überlegt er den Vertrag nicht zu verlängern, weil er gerne näher an seiner Familie sein möchte. Wenn er wegen seiner Familie den Vertrag nicht verlängert, ist das sicherlich mehr als verständlich. Aber bitte verlasse Cottbus nicht wegen diesen unterentwickelten Klappspaten! Gemeinsam mit den vernünftigen Fans kann man es schaffen, den Fußball in Cottbus sauberer zu machen. Und nicht vergessen, die breite Masse an Fans steht hinter dir Pele! Wir hatten und haben hoffentlich noch viel Freude mit dir, denn du hast den Verein echt zum Positiven verändert. Genieße die Weihnachtstage bei der Familie und dann mach mit neuer Kraft weiter beim FC Energie! Wir brauchen dich hier!

PS: Schon damals gab es Probleme mit kokelnden Fußballfans, leider durfte der damalige Präsident nicht so durchgreifen, wie er wollte Dieter Krein (Präsident vom FC Energie Cottbus) 😉

Idiotentreff in Hamburg

Seit langem habe ich mir vorgenommen, meine alte Freundin Kati in Hamburg zu besuchen und gleichzeitig ein Auswärtsspiel von Energie Cottbus anzuschauen. Dieses Wochenende sollte dann alles passen: Kati hatte Samstag Nachmittag frei und Energie spielte Sonntag bei St.Pauli. Also bin ich Samstag Mittag mit dem Berlinlinienbus für schlappe 9 EUR nach Hamburg gefahren, wo ich mich dann mit Kati getroffen habe. Wir haben gleich die Gunst der Stunde genutzt und ein wenig Sightseeing gemacht (Mönckebergstraße, Rathausmarkt, St. Pauli-Landungsbrücken, Binnenalster), bis wir dann mit der S-Bahn zu ihr nach Pinneberg gefahren sind.

Rathausmarkt in Hamburg
Rathausmarkt in Hamburg

Eine andere gute Freundin, Shelly, hatte uns dort schon erwartet, schließlich wollten wir doch Pizza backen. Und ich muss sagen, die Pizza war überaus lecker! Leider hat das Ganze etwas länger gedauert als erwartet, so dass wir erst gegen 1 Uhr nachts auf die Pirsch gehen konnten. Wir sind schnurstracks auf die Reeperbahn, genauer gesagt Hans-Albers-Platz und haben uns im Drafthouse niedergelassen. Dort gab es reichlich Rock-Musik von einer Live-Band, also genau das Richtige für mich! Die Mädels haben sich auch gut amüsiert, auch wenn sie sonst wohl eher nicht in solche Clubs gehen. Dank Zeitumstellung konnten wir auch ne Stunde länger feiern, so dass wir gegen 4.30 Uhr neuer Zeit wieder zu Hause waren.

Nach einem kurzen, aber gemütlichen Schlaf auf der Couch mussten wir dann früh los, um rechtzeitig zum Spiel von Cottbus gegen St.Pauli zu kommen. Obwohl wir eine U-Bahn Station zu früh ausgestiegen sind, haben wir es noch rechtzeitig zum Anpfiff in den ausverkauften Fanblock von Energie geschafft. Ich war überrascht über den Zustand des Stadions bzw. des Umfeldes, hier sah es nicht nur aus wie 70er Jahre sondern es roch auch so (ich stelle einfach mal diese Behauptung auf, obwohl in den 70ern noch gar nicht gelebt habe)! Nichtsdestotrotz, die St-Paulianer machen schon ordentlich Stimmung, das hat man wirklich selten, dass von jeder Ecke Lärm kommt.

Leider haben einige Idioten im Cottbuser Fanblock das Spiel zum Anlass genommen, ihre beschränkte politische Auffassung bzw. ihren Frust abzulassen. Das Spiel musste wegen abgeschossener Feuerwerkskörper und Wurfaktionen gegen einen Spieler von St.Pauli unterbrochen werden. Es war einfach nur beschämend, was einige dort abgezogen haben. Ich kann es nur wiederholen, was der Großteil des Fanblocks geschrien hat: „IHR SEID KEINE COTTBUSER JUNGS!“. Als das Pack auch noch „Fußballfans sind keine Verbrecher“ anstimmen wollte, gabs ein schönes Pfeifkonzert aus den eigenen Reihen. Leider hat der Gegensupport nicht allzulange angehalten, die obere Hälfte des Blocks hat nach den Vorkommnissen den (ohnehin schon mageren) Support gänzlich eingestellt. Auf dem Feld entwickelte sich aber ein höchstspannendes Spiel, in dem Energie erstaunlich gut wegkam. Mit dem 1:1 müssen beide Seiten zufrieden sein, obwohl es für Energie sicherlich erfreulicher ist als für Hamburg.

Fußballspiel St.Pauli gegen Energie Cottbus
Fußballspiel St.Pauli gegen Energie Cottbus

Nach dem Spiel ging es mit überfüllten Bummelzügen zurück nach Cottbus, kurz vor 23 Uhr bin ich dann dort auch völlig erschöpft angekommen. Ein weiteres schönes Wochenende war vorbei!