Ich bin ein Berliner

Es ist schon komisch. Ich lebe jetzt in der Stadt, in der ich eigentlich nie Leben wollte. Als einfacher Brandenburger mische ich mich nun zwischen den Vollbart-Hipstern und den Öko-Tanten, um einen neuen Lebensabschnitt in der Hauptstadt zu beginnen. Schon jetzt kann ich sagen, dass der Umstieg nicht viel extremer hätte sein können.

Von der bäuerlichen Provinz in das moderne Berlin? Weit gefehlt!

Schon bei der Anmeldung meines Wohnsitzes musste ich meine Ansprüche erst mal runter schrauben. Während man in Schwedt einfach zu den Öffnungszeiten in die Stadtverwaltung geht, muss man in Berlin erst telefonisch einen Termin vereinbaren. Wenn man Glück hat, bekommt man dann für 3 Wochen später einen Termin in einem Bürgerbüro am Rande der Stadt. In meinem Fall war das Bürgerbüro in der Wasserstadt Spandau meine Anlaufstelle, welches in genau einer Stunde Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Da kommt Freude auf!

Eigentlich wollte ich dort nur meine neue Adresse angeben, aber letztendlich musste ich mich um die marode Technik in dem Bürgeramt kümmern. Der Tintenstrahldrucker hat einfach nicht meinen Namen auf das Klebe-Etikett für den Ausweis gedruckt. Nachdem auch der fünfte Zettel verschmiert aus dem Drucker kam, empfahl ich dem Beamten Sachbearbeiter, erstmal eine Druckerdüsen-Reinigung durchzuführen. Da er mit der Sache sichtlich überfordert war, gingen wir die Sache gemeinsam durch und innerhalb von 3 Minuten war mein Etikett fertig. Insgeheim fragte ich mich, wie viele Bürger man in der Zeit hätte abfertigen können, aber das war mir dann auch egal. Immerhin bin ich jetzt kein Illegaler mehr!

  

Und sonst?

Während man mich in der Uckermark immer gefragt hat, was mich in diese verlassene Gegend zieht ist, ist Berlin scheinbar die interessanteste Frage, wie viel Miete man bezahlt. Egal ob beim Frisör, beim Feierabendbier oder beim Besuch des Briefträgers. Jeder redet über die horrenden Mieten in dieser Stadt. Dabei gibt es noch so viele andere Probleme hier! Die Kindergärten haben Wartelisten bis zum Mond, bei den Ärzten wartet man mindestens genauso lange wie in der Uckermark und in einigen Ecken kann man Abends nicht mehr lang laufen.

Schöne Aussichten!

Sonnenfinsternis in der Uckermark

Heute gab es ja in unseren Breitengraden (53° 4′ N, 14° 17′ O) eine partielle Sonnenfinsternis. Ich konnte mit bloßem Auge leider nicht erkennen, dass die Sonnenintensität nachgelassen hat. Dafür hat eine Messstation in Schwedt/Oder die Sonnenfinsternis ganz gut eingefangen. Eine Stunde vor und nach Maximimum der Sonnenfinsternis ist ein deutlicher Einbruch in der Sonnenintensität zu erkennen.

Intensität der Sonne

Was für ein Fest!

Im sechsten Jahr seit dem bestehen des Energie Open Airs am Wolletzsee bei Angermünde habe ich es nun endlich mal zum Festival geschafft. Und ich wurde nicht enttäuscht! Es gab tolle Bands, ein super Publikum und bezahlbare Genussmittel. Die Anreise mit dem Auto war auch unproblematisch, denn direkt neben dem Festivalgelände wurde eine riesige Parkfläche bereitgestellt. Ich muss den Organisatoren ein echtes Kompliment aussprechen. So viel Party für so wenig Eintritt hinzubekommen, das ist schon eine Leistung.

Außerdem habe ich für mich eine neue Lieblingsband erkannt: Madsen. Was die Jungs auf der Bühne veranstaltet haben, war einfach nur der Wahnsinn. Ich hatte diese Band bisher immer nur beiläufig im Radio gehört, aber Live sind die noch so viel besser. Meine Freundin war auch begeistert, so dass dies bestimmt nicht unser letztes Konzert war.

Es geht also doch was in der Uckermark. In diesem Sinne, let’s rock!

Neue Züge beim RE3

Als ich heute den Zug betrat wurde ich angenehm überrascht. Die Bahn hat investiert und für die Strecke des RE3 zwischen Schwedt/Oder und Elsterwerda neue Züge angeschafft. Es sind wieder die typischen Regionalzüge mit zwei Etagen, allerdings gibt es einige sinnvolle Verbesserungen.

So ist in manchen Waggons die komplette untere Etage für Fahrräder vorbehalten. Das macht durchaus Sinn, damit die ganzen Fahrrad-Touristen endlich stressfreier in die Uckermark kommen. Der Raum sieht echt riesig aus, wenn man den das erste mal sieht. Zudem haben so gut wie alle Plätze nun eine Steckdose, das kennt man ja sonst nur von Fernverkehrszügen. Außerdem gibt es nun auch entwas ungewöhnlich anmutende Fünfersitze und an den Enden des Waggons Kameras.

Ich bin wirklich positiv überrascht und freue mich über diesen Generationenwechsel. So macht das Bahnfahren wieder mehr Spaß.

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Na toll, schon wieder Letzter

Diesmal meine ich damit nicht den Tabellenplatz von Energie Cottbus (obwohl das auch zutreffen würde), sondern eine neue Studie von Focus Money zu den wirtschaftlichsten Regionen Deutschlands. Hier hat sich die Uckermark leider erneut in der Schlussgruppe platziert und damit wieder einmal bundesweit für Aufsehen gesorgt. Demnach wurden bei der Studie verschiedene Kriterien wie Arbeitsmarkt, Einkommen, Bevölkerungsentwicklung, Investitionen und Mietpreisentwicklung berücksichtigt. Die Uckermark ist der Landkreis mit der höchsten Arbeitslosigkeit (in dem berücksichtigten Zeitraum 15,2%) und einer negativen Mietpreisentwicklung. Während in Berlin die Mietpreise exorbitant steigen, sinken die Mietpreise nur 100 km entfernt in der Uckermark um 5.8%. Nur die Landkreise Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte sind noch schlechter dran. Insgesamt verglichen die Redakteure von Focus die wirtschaftliche Lage von 388 der bundesweit 402 kreisfreien Städte und Landkreise.

Ich selbst sehe die Entwicklung in der Uckermark durchaus traurig und beängstigend. Keine Region kann überleben, wenn die jungen Leute wegziehen und woanders ihre Existenz aufbauen. Aber ich sehe durchaus auch Leuchttürme in der Region, die mich positiv für die Zukunft stimmen. Der Tourismus wird sich entwickeln, die Nähe zu den Großstädten Berlin und Stettin wird immer wichtiger und letztendlich werden mittlerweile auch hier Fachkräfte gesucht und die Arbeitslosigkeit wird weiter sinken. Abgesehen davon ist es ein bundesweites Phänomen, dass entlegene Regionen nun mal nicht die Wirtschaftskraft haben wie hochindustrialisierte Ballungszentren. Ich jedenfalls lebe gern hier und kann mich nicht beschweren. Meiner Meinung nach ist die Talsohle auch erreicht und es kann eigentlich nur besser werden. Packen wir es an!

PS: Scheinbar habe ich in meinem Leben immer nur in aussichtslosen Regionen gelebt. Meine Studentenstadt Cottbus ist auch in der Schlussgruppe zu finden. Zu dem Wandel der Stadt gibt es auch eine interessante Fotodokumentation von Nico Herzog.

Einmal Schweden und zurück

Sommerzeit ist bekanntlich Urlaubszeit und so steht für mich auch wieder der nächste Urlaub auf der Agenda. Leider ist meine Freundin diesmal nicht dabei, da sie ihre Urlaubstage bei unserem letzten Urlaub auf Rhodos schon fast aufgebraucht hatte. Trotzdem sollte es eine lustige Runde werden, denn zum ersten Mal macht die Stammtisch-Truppe aus Schwedt einen gemeinsamen Urlaub. Als Reiseziel haben wir uns Schweden ausgesucht. Für eine Woche wird ein 200m² Ferienhaus in Tannsjö nahe Markaryd unser Zuhause sein.

Für die Anreise habe ich mir was Besonderes ausgedacht: Da mein Fahrrad bis auf kurze Aufenthalte in Polen noch keine Auslandserfahrung hat, wollte ich es einfach mal als Transportmittel nutzen und damit nach Schweden fahren. Carina hatte die gleiche Idee, so dass wir zu zweit die Anreise stemmten. Ich habe allerdings etwas geschummelt. Bedingt durch die Hochzeit von Anja reiste ich mit dem Zug nach Rügen und sparte mir somit die Hälfte der Strecke. Ab Lietzow (Rügen) war ich dann aber dabei.

Anreise mit Hindernissen

Schon der Treff mit Carina in Lietzow ging schief. Mein Akku reichte noch kurz um meinen Standort mitzuteilen, aber leider verfehlten wir uns im Ort. So machte ich mich alleine los zum Fährhafen nach Sassnitz. Dort traf ich als erster ein und kurz nach mir waren auch Carina und die Autofahrer am Start.

So verbrachten wir alle gemeinsam die Überfahrt nach Trelleborg, wo sich unsere Wege wieder planmäßig trennten. Während Carina und ich einen Umweg über Malmö machten, nahmen die Autofahrer lieber den direkten Weg nach Markaryd. Zum Glück hatten wir auf der Fähre einen routinierten Radfahrer getroffen, der uns mit seinem Navigationsgerät sicher durch Schonen führte. In nicht mal zwei Stunden waren wir in Malmö und konnten unser Hostel-Zimmer beziehen.

Malmö am Meer

Die Innenstadt von Malmö ist eher unspektakulär, dafür ist das Gebiet um den Torso umso beeindruckender. Der von Santiago Calatrava entworfene Wolkenkratzer befindet sich in einem neu entworfenen Wohnviertel direkt am Wasser. Für mich als Fast-Architekten ein echtes Highlight.

Turning Torso in Malmö

Nachdem wir alle wichtigen Punkte abgefahren hatten, sind wir in den erstbesten Zug nach Älmhult gestiegen. Schon kurz hinter Malmö war aber erst mal Schluss, da wohl ein Polizeieinsatz die Weiterfahrt verhinderte. Mit reichlich Verspätung sind wir dann in Älmhult eingetroffen. Die restlichen 40 km spulten wir fast schon routiniert herunter. Kleinere Regenpausen hinderten uns zwar an einer Bestzeit, aber immerhin sind wir trocken in Tannsjö angekommen.

Die Umgebung erkunden

Die folgenden Tage verbrachten wir mit der Gruppe in Tannsjö und Umgebung. So sind wir am Montag zum Elchpark in der Nähe von Markaryd gefahren, wo wir mit einer Bimmelbahn das Gehege erkundeten. Mit reichlich Futter ausgestattet konnten wir die Tiere bis an den Wagen locken. Und die Elche, die keine Lust hatten, wurden von dem ziemlich konsequenten Fahrer einfach aus dem Mittagsschlaf gerissen. 🙂

Ein weiteres Highlight war für mich die Fahrt nach Växjö am Dienstag. Hier hatte ich ja meinen ersten längeren Auslandsaufenthalt und es war einfach nur schön, wieder da zu sein. Außerdem konnte ich den Leuten einige Highlights zeigen, die ihnen wohl sonst verborgen geblieben wären (Vattentorg, Teleborg Slot, Storgatan).

Paparazzi am Bahnhof Växjö

Am Donnerstag entschieden wir uns für eine Tour nach Göteborg. Das Stadtzentrum empfand ich als eher unspektakulär, aber immerhin hatten wir dort ein leckeres Mittag im Tranquillo. Direkt an der Ostsee liegt die Maritiman mit den ausrangierten (Kriegs)Schiffen. Obwohl ich bekennender Pazifist bin, haben es mir der Zerstörer HMS Småland und das U-Boot Nordkaparen sehr angetan.

Durch Sabrinas Hinweis haben wir zudem einen wahren Geheimtipp für Göteborg gefunden. Etwa 15 km südwestlich vom Stadtzentrum befindet sich der Vorort Saltholmen (Endstation der Straßenbahnen 9 und 11). Mit ein wenig pfadfinderischen Geschick findet man dort einen Weg hoch zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Ausblick auf die raue Felsenküste rund um Göteborg hat.

Die restlichen Tage haben wir entspannt in unserem Haus in Tannsjö verbracht und etwas Kraft für die folgenden Wochen getankt. Den örtlichen Badesee kann man übrigens nicht empfehlen. Nach einem kurzen Bad war mein ganzer Körper braungefärbt. Die Gewässerprobe von Martin steht aber noch aus.

Rücktour mit dem Fahrrad

Obwohl das Wetter weiterhin sehr bescheiden war, bin ich mit Carina den Rückweg mit dem Fahrrad angetreten.

Wir hatten gleich am ersten Reisetag die längste Etappe mit über 100 Kilometer eingeplant. So fuhren wir einmal quer durch Småland von Tannsjö vorbei an Markaryd, Hishult, entlang der Bundesstraße 114, Munka-Ljungby, Ängelholm bis nach Helsingborg. Der zwischenzeitliche Regen hat sich nicht gerade positiv auf meine Stimmung ausgedrückt, aber wenn man einmal richtig nass ist, ist der Rest auch egal.

In Helsingborg hatte Carina für uns eine Couchsurfingmöglichkeit organisiert und unsere Gastgeberin Linn hat ihre kulturelle Verantwortung durchaus ernst genommen. So hatten wir nach den 100 km auf dem Rad noch locker 5 km zu Fuß die Stadt erkundet. Immerhin weiß ich jetzt, dass es schöne Strände, Parks und Restaurants in Helsingborg gibt.

Am nächsten Morgen war das Wetter leider immernoch schlecht, so dass wir uns entschlossen, die 35 km nach Kopenhagen mit dem Zug zu fahren. So nahmen wir früh die Fähre über den Öresund nach Helsingør und anschließend die Bahn nach Kopenhagen. Innerhalb von 2 Stunden waren wir dort und konnten unsere Taschen am Hostel ablegen. Da ich schon einige Male in Kopenhagen war, überlies ich Carina das Sightseeing und traf mich stattdessen mit Morten in Frederiksberg. Dort haben wir uns die das geistige und wissenschaftliche Erbe der Carlsberg-Familie angeschaut und statteten dem nahegelegenen Park einen Besuch ab. Im Park können Jogger auf einem 2,5 Kilometer langen Rundweg ihre gewünschte Geschwindigkeit an einem Automaten einstellen und anschließend signalisieren Lichter am Streckenrand die eigene Leistung. Echt eine coole Erfindung!

Sascha mit Sturmfrisur im Nyhavn Kopenhagen

Am Montagmorgen war für mich schon der geistige Abschied vom Urlaub, denn wir sollten am Ende des Tages wieder deutsches Territorium betreten. Zunächst fuhren wir mit den Danske Statsbaner (DSB) von Kopenhagen nach Nykøbing Falster. Anschließend überbrückten wir 25 Kilometer bis zur Fähre nach Gedser per Fahrrad und dann sollten wir gefühlt auch schon fast wieder zu Hause sein. Leider haben wir die Fähre vor der ursprünglich anvisierten um wenige Minuten verpasst, so dass wir dann doch noch knapp zwei Stunden am Fährhafen warten mussten. Mir war das Ganze irgendwie zu viel, weswegen ich für mich die Reise beendet habe. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf schlechtes Wetter und fremde Couches. Daher trennten sich unsere Wege in Rostock und ich nahm den nächsten Zug Richtung Heimat.

Ich werde einige Erkenntnisse aus dieser Reise mitnehmen. Zum Beispiel, dass man in Schweden sehr gut Fahrrad fahren kann. Die kleinen Überlandstraßen sind in sehr gutem Zustand und kaum befahren. In den Städten ist ohnehin vieles auf die Radfahrer ausgerichtet, so dass man sich eigentlich keine Sorgen machen braucht. Auch unsere große Gruppe hat gut harmoniert und somit schreit der Urlaub fast schon nach einer Fortsetzung. Mal schauen, ob wir damit bis zum nächsten Sommer warten müssen. 🙂

Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste

Und zwar ganz ordentlich! Eigentlich wollte ich ja schon immer zu einem Spiel der Eisbären nach Berlin, aber irgendwie hat es nie geklappt. Letzte Woche rief mich dann Martin an, ob ich Lust habe, ein Spiel der Eisbären im VIP-Bereich der O2 World mitzuverfolgen. Zufälligerweise spielen die Eisbären gegen die Adler Mannheim (Tabellenführer in der DEL) und überhaupt ist es ja mal lohnenswerter Ausflug. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt, also bin ich mit Martin, Caro und Tobias am Mittwochabend nach Berlin gefahren.

Dort erwartete uns ein glitzender Premiumbereich mit gut angezogenen Leuten sowie hochklassigen Speisen und Getränken. Das Ganze war schon etwas surreal: In der Halle spielten die Eisbären und ein paar Meter weiter aßen wir gegrillte Auberginen, Flusskrebsnasen und geräucherten Schweinenacken. Neben dem ganzen guten Essen haben wir natürlich auch ein tolles Spiel gesehen, in dem die Eisbären die Adler mit 5:2 aus der Halle gefegt haben. Das Spiel hatten insgesamt 13600 Zuschauer verfolgt – gar nicht mal so schlecht für einen Mittwochabend.

Eishockey in der O2 World Berlin

Wiedermal ist das Leben in Schwedt durch die Stammtisch-Connection deutlich bereichert worden. Danke Martin für die Einladung!

Erkenntnisse: Beim Eishockey tragen die Fotografen Helme.

Fotoshooting am Bollwerk

Damit unser Stammtisch noch bekannter wird, haben wir uns entschlossen, eine eigene Postkarte über uns zu entwerfen. Diese Postkarte soll an verschiedenen Orten der Stadt ausgelegt werden, um junge Rückkehrer auf uns aufmerksam zu machen. Zu meiner Freude hat sich mein Arbeitgeber dazu entschlossen, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen und sowohl die Postkarten zu bezahlen als auch ein Fotoshooting zu organisieren. So haben sich ca. 15 Leute am Bollwerk in Schwedt eingefunden, um vor der Kamera der Fotografin das junge Schwedt zu präsentieren. Die Sache war sehr lustig und hat einige verwunderte Blicke bei den Passanten hervorgerufen. Die fertigen Bilder sind super geworden und werden nun die Vorderseite unseres Flyers zieren.

Update: Der Flyer ist fertig und wurde in einer Erstauflage von 1000 Exemplaren gedruckt. Ich freue mich sehr, was unsere Truppe hier geleistet hat. 🙂

Stammtisch in Schwedt

Leben eines Rückkehrers

Auch wenn es die Stadtväter nicht hören wollen, aber als junger Rückkehrer hat man in Schwedt größte Mühe, eine geeignete Wohnung zu finden. Schöne Altbauten gibt es nicht kaum und an die wenigen Neubauten kommt man nur mit guten Beziehungen. So bleibt eigentlich nur der Gang in eine der vielen Plattenbauwohnungen. Nicht gerade die Erfüllung für einen Ingenieur, der vielleicht schon in anderen Einrichtungen gewohnt hat. :-/ Möchte man zudem noch eine WG gründen, fangen die Probleme richtig an. Aber inzwischen haben sich die Wogen geglättet und wir konnten in einem persönlichen Gespräch mit unserem Vermieter glaubhaft darstellen, dass eine WG nichts schlimmes ist und auch die Nachbarn nicht darunter leiden müssen. Somit muss mein Mitbewohner nicht jedes Jahr einen neuen Antrag stellen, dass er weiter bei mir wohnen darf.

Ansonsten gibt es einige Neuigkeiten bezüglich unseres Rückkehrer-Stammtisches. Dieser entwickelt sich langsam zu einem lustigen und erlebnisreichen Netzwerk, aus dem auch viele Freizeitaktivitäten münden. Beim Treffen der Dritten Generation Ostdeutschland im Mai konnten wir auch dem Bürgermeister und wichtigen Vertretern aus der Wirtschaft von unserer Initiative berichten. Nahezu jede Woche trifft man auf neue Leute, die alleine in Schwedt sind und Probleme haben, Anschluss zu finden. Mittlerweile sind wir über ein Dutzend Leute, die alle neu nach Schwedt gekommen sind und alle so ziemlich die gleichen Probleme haben.

Nach einigen kleineren Unternehmungen wie Kino, DVD-Abende oder Fahrradtouren haben wir uns für heute einen größeren Ausflug vorgenommen. Relativ spontan haben Caro, Carina, Heidi und meine Wenigkeit sich entschlossen, mal einen Tag nach Usedom zu fahren. Wir hatten zwar nur 3 Stunden Sonne, aber das hat gereicht um mir einen ordentlichen Sonnenbrand zu verschaffen. Sei es drum, der Ausflug war wieder sehr cool und man bekommt auch in Schwedt das Gefühl, Leute zu haben, mit denen man auf einer Wellenlänge ist. So kann es weiter gehen!

Mit den Mädels am Strand

Berliner vs. Schwedter Mode

Nachdem ich neulich eine Freundin in Berlin am Flughafen abgeholt hatte, sind wir noch ein wenig in der Stadt unterwegs gewesen. Im Vergleich zu Schwedt sieht man in Berlin schon etwas besser gekleidete Gestalten rumrennen. An die Türken mit den Socken über die Jogginghose habe ich mich aber bis heute nicht gewöhnt, obwohl das damals zu meiner Studienzeit in Schweden auch sehr angesagt war.

Beim Shoppen haben wir dann etwas gesehen, was uns ein wenig erstaunt hat: Eine stilvoll gekleidete Frau wurde direkt vor uns relativ professionell fotografiert. Ein Fotoshooting mitten auf der Straße?! Etwa Germany’s Next Top Model? Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Fotos für die Internetseite dit-is-fashion.de gemacht wurden, auf der besonders modische Zeitgenossen schon mal auf der Straße fotografiert und veröffentlicht werden.

Ich als Informatiker und Mode-Ikone musste natürlich zu Hause mal stöbern und ich muss schon sagen, dass die Seite nicht schlecht ist, wenn man sich einige Inspiration holen will. Auf der Seite wird man im feinster Berliner Schnauze begrüßt und kann sich über die Trends der Hauptstadt informieren. Der Stil der Seite erinnert mich ein wenig an das 032c Magazin, das allerdings mehr nackte Haut zeigt. Neben Mode gibt es allerdings noch mehr zu entdecken: ich habe einen Artikel zu einem (besonders stylischem) Backwarengeschäft namens Cakeville gelesen. Vielleicht ist Berlin ja doch trendiger, als ich immer dachte?