Was ordentliches studieren

Pünktlich zum Start ins Wintersemester 2017/2018 stellen sich unzählige Schulabgänger wieder die Fragen: Soll ich studieren? Was soll ich studieren? Uns wo soll ich studieren?

Grundsätzlich ist ein Studium natürlich nicht verkehrt, wenn man viel Ausdauer und Antrieb beim Lernen sowie eine entsprechende finanzielle Basis hat. Dann kommt es drauf an, dass man das richtige Studienfach findet und anschließend den passenden Studienort.

Das richtige Studienfach

Es gibt immer wieder Modefächer, die zwar attraktiv erscheinen und von vielen Studenten besucht werden, aber nicht wirklich für den Arbeitsmarkt geschaffen wurden. Solche Füllfächer gibt es an jeder Uni, die diese aus Marketing-Gründen gut ins Profil passen und viele Studenten anziehen.

Das Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik ist definitiv kein Füllfach, sondern ein sehr fundiertes Studium, welches für den Arbeitsmarkt geschaffen wurde. Zu den Höchstzeiten der New Economy war Informatik sogar mal ein Trendstudium, mit dem viele eine schnelle und steile Karriere in der IT-Branche verbunden hatten. Wie wir wissen, haben die meisten nicht mal die ersten Semester überstanden. Inzwischen hat sich die Euphorie gelegt und die Studentenzahlen sind nicht mehr so hoch wie früher.

Inzwischen ist auch klar, dass Informatik einen sehr großen Anteil an mathematischen Fächern hat, die auf den ersten Blick erst mal nichts mit Computern zu tun haben. Umso wichtiger ist es hier einen Studienort zu wählen, bei dem man im harten Grundstudium gut betreut wird und nicht mit den theoretischen Grundlagen allein gelassen wird.

Aus eigener Erfahrung kann ich immer wieder ein Studium an der BTU Cottbus empfehlen. Auch nach der Zwangsvereinigung mit der Hochschule Lausitz (oder vielleicht gerade deshalb?) ist die Qualität der Lehre sehr hoch und hat mich bis zum Master gebracht.

Studieren im Ausland

Wer mal über den Tellerrand schauen möchte und das nötige Kleingeld mitbringt, kann auch ein Studium im Ausland aufnehmen. Neben den klassischen Zielen wie die USA oder England kann man auch in der Schweiz sehr gut studieren. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW in Zürich) bietet zum Beispiel ein Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik an, welches eine gute Mischung aus Informatik und Betriebswirtschaftlichen Themen darstellt (siehe https://www.zhaw.ch/de/sml/studium/bachelor/wirtschaftsinformatik/). So ist wird die Informatik auch ein wenig greifbarer und man wird nicht von mathematischen Grundlagen erschlagen. Dazu kann in der vorlesungsfreien Zeit auch die Schweiz mit all seinen Reizen genossen werden. Arbeitslos ist man nach diesem Studium garantiert nicht.

Zwangsfusion beschlossen

Da ja nun im Brandenburgischen Landtag der Untergang meiner Uni beschlossen wurde, möchte ich allen beteiligten Abgeordneten hier einen Ehrenplatz in meinem Blog geben. Was ihr gemacht habt, hat nichts mit Demokratie zu tun. Ich glaube, die meisten von euch kennen gar nicht den Unterschied zwischen einer (Fach)Hochschule und einer Universität. Ich möchte auch behaupten, dass die meisten von euch nicht mal das Gutachten der Emmermann-Kommission gelesen haben, auf das sich immer so gerne bezogen wird.

Bei der 69. Sitzung des Landtages Brandenburg haben 51 Politiker für die Gleichschaltung der Hochschullandschaft in der Lausitz gestimmt:

  • Sabine Kunst (parteilos)
  • sowie ein Großteil der Abgeordnete der Linken und SPD-Fraktion

Ihr habt die Proteste der 7000 Studenten und Mitarbeiter der BTU ignoriert und setze die erfolgreiche Entwicklung der BTU leichtfertig aufs Spiel. Ihr habt ein Volksbegehren mit 42.000 Unterschriften ignoriert. Ich habt die kreativen Ideen der Studenten mit Füßen getreten. Und warum macht ihr das? Weil ihr unter Pateienzwang blind der schwachwinnigen Idee einer Ministerin folgt, ohne euch einfach mal selbst die Konsequenzen dieser Entwscheindung durchdenkt. Gibt es denn keine dringenderen Probleme in diesem Land zu lösen? Ich bleibe dabei: Diese Fusion ist planlos, politisch motiviert und hat keinerlei Rückendeckung bei den Betroffenen. Die Regierung in Potsdam hat überhaupt nichts aus vergangenen Projekten gelernt.

Gegen den Gesetztesentwurf gab es 25 Stimmen:

  • Kerstin Kircheis (SPD)
  • Jürgen Maresch (Linke)
  • Linda Teuteberg (FDP)
  • Marion Vogdt (FDP)
  • Matthias Loehr (Linke)
  • Gerd-Rüdiger Hoffmann (parteilos)
  • sowie die Abgeordneteten von CDU und Grünen

Dieter Groß (Linke) enthielt sich.

Ich bin mir sicher, die Lausitzer werden dieses Ergebnis nicht so einfach auf sich sitzen lassen. Man hört schon etwas von Verfassungsklage und einem Volksbegehren. Ich persönliche werde diese Aktionen mit tiefsten Herzen unterstützen. Noch kann größerer Schaden abgewendet werden!

Mach’s gut liebe Uni!

Auch wenn dieser Artikel wie eine Hommage an die baldige Schließung Zwangsvereinigung unserer Uni klingt, hat es für mich doch auch einen persönlich Charakter. Denn heute, gut 1 1/2 Jahre nach dem Ausscheiden aus der BTU, ist mein E-Mail Konto bei dem Institut für Informatik abgelaufen. Bis gestern konnte ich immer noch die Neuigkeiten aus dem Fachbereich empfangen, nun muss ich meine Infos wohl aus den sozialen Netzen ziehen. Schon irgendwie schade, wie man immer weiter aus dem Studentenleben verabschiedet wird.

Ungeachtet dessen habe ich mal wieder gelernt, wie ungemein wichtig die BTU eigentlich für die Ingenieursausbildung im Land Brandenburg ist. Mein Arbeitgeber finanziert mir ja zur Zeit eine Projektleiter-Schulung (PMI) und so gut wie alle jungen Teilnehmer haben eine Vergangenheit mit der BTU. So sitzen Umweltingenieure, Verfahrenstechniker, Wirtschaftsingenieure, Informatiker, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter und sogar aktuelle Studenten der BTU über mehrere Wochen zusammen in der Schulung und erzählen von ihren tollen Erlebnissen in Cottbus. Nur schade, dass hier keine Abgeordneten vom Landtag dabei sind, sonst würden sie ihre waghalsigen Manöver vielleicht überdenken.

Es lebe die Studentenzeit!

BTU Cottbus auf dem Abstellgleis?

Die Nachricht hat diese Woche große Wellen geschlagen: Brandenburgs Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sieht das Konzept der BTU Cottbus gescheitert und möchte die Uni mit der Hochschule Lausitz vereinigen. Angeblich sind die Forschungsergebnisse der BTU nicht ausreichend und überhaupt ist die Uni nicht erfolgreich. Durch das Zusammenführen von Uni und Hochschule sollen beide Standorte gestärkt und die Profilierung weiter vorangetrieben werden.

Dabei hat die BTU doch gerade in den letzten Jahren für ordentlich Aufsehen gesorgt: Spitzenpositionen in den Rankings von Wirtschaftsingenieurwesen und Architektur, interessante Forschungsprojekte wie das Hybrid-Kraftwerk in Prenzlau und stetig steigende Studentenzahlen sprechen eigentlich eine klare Sprache. Doch davon will die Ministerin nichts wissen. Angeblich macht die BTU zu wenig aus ihrem Geld.

Mein Gefühl sagt mir, dass hier einfach nur nach einer billigen Rechtfertigung gesucht wird, um den Bildungsetat in Brandenburg weiter zu kürzen. Es geht nicht darum die Uni zu profilieren, sondern um den Haushalt zu entspannen. Freiwerdendes Geld kann dann ja gleich in den Aufbau des Potsdamer Stadtschlosses oder anderen Prunkbauten in Potsdam gesteckt werden. Anstatt die Provinz zu unterstützen, wird das Geld mit viel Glanz in der Landeshauptstadt angelegt.

Ich hoffe, dass den Entscheidungsträgern in Potsdam bald klar wird, dass das Land auf die gut ausgebildeten Ingenieure aus Cottbus nicht verzichten kann. Sie werden in den Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Oder sollen etwa Germanisten den neuen Flughafen leiten?

Schmach für süddeutsche Unis

„Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.“

Als Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diese Worte vor 3 Monaten in die Kameras sprach, dachte ich noch, er wurde Opfer einer Hetzkampagne gegen einen jungen, aufstrebenden Politiker. Nun ist ja scheibchenweise die Wahrheit ans Licht gekommen und ich finde es moralisch schon sehr bedenklich, wenn sich ein Politiker einen Doktortitel erschleicht und dann auch nicht mal die Eier hat, sein Fehlverhalten auf Anhieb zuzugeben. Peinlich ist die Sache auch für die Uni Bayreuth, die ja seine Arbeit mit mit der Bestnote summa cum laude bewertete.

Ein wenig später entzog die Universität Heidelberg der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin ebenfalls ihren Doktortitel. Und ich bin mir sicher, dass noch weitere Plagiate von Personen der aktuellen Zeitgeschichte aufgedeckt werden. Traurig ist die ganze Sache nur für die Studenten, die sich in mehrjähriger Forschungsarbeit einen Doktortitel hart erarbeiten. Die haben wirklich etwas geleistet! In der Öffentlichkeit wird ja momentan über die Wertigkeit von wissenschaftlichen Abschlüssen gespottet. Und auch für mich gehören solche Blender an den moralischen Pranger. Aber Moral und Ehrlichkeit sind einfach keine Tugenden, mit denen sich Politiker schmücken können.

Update: Nun wurden ja auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann, der FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis und Stoibers Tochter „entzaubert“. Wer kommt noch alles?

Auf Wiedersehen Fahrrad!

Heute habe ich meinen geliebten Drahesel an einen hoffentlich würdigen Nachfolger verkauft. Ein bisschen Wehmut war schon dabei, denn an diesem Fahrrad hängen echt unzählige, gute Erinnerungen. So hat mich das Bike zum Beispiel bei meinem Auslandssemester in Schweden täglich auf dem Weg zur Uni begleitet, oder mich nach so mancher wilden Party in Cottbus sicher nach Hause verfrachtet. Bedingt durch meinen neuen Job steht das Fahrrad aber nun mehr im Keller als es draußen ist, also habe ich mich dazu entschlossen, es zu verkaufen.

So hatte ich das Fahrrad vor 3 Tagen bei ebay Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten, und nicht mal 72 Stunden später hat es schon den Besitzer gewechselt. Es gehört jetzt einer Austauschstudentin, die dank ihres deutschen Freundes auf meine Anzeige gestoßen ist. Bei dem Schnäppchenpreis von 20 € brauchten die beiden wohl auch nicht lange überlegen. Nun hoffe ich, dass das Fahrrad weiterhin Geschichte schreibt 🙂

Weihnachtsbaum verfrachten mit Fabienne

Mit dem Master in Hartz 4

Eigentlich wollte ich mich in meinem letzten Monat vor dem Arbeitsbeginn noch mal richtig auf der sozialen Hängematte ausruhen und einfach nur Geld vom Staat kassieren. So komisch es klingt, ich wollte einfach mal Hartzer sein! Ich wollte endlich mal mitreden können bei diesen sinnlosen Kneipen-Diskussionen, wo man über den Staat schimpft, der einem keinen Job besorgt. Ich wollte darüber meckern, dass die 350 € monatlich niemals zum Leben reichen. Und ich wollte auf dem Höhepunkt meiner akademischen Laufbahn einfach mal auf einer Party den Spruch bringen: „Hey, Ich bin Hartz 4“!

Artig hatte ich mich auch nach meiner Master-Verteidigung bei der Agentur für Arbeit in Schwedt arbeitslos gemeldet, um in den Genuss der Sozialleistungen zu kommen. Aber leider hatte ich eine Sache nicht beachtet: Wenn ich mich jetzt arbeitslos melde, muss ich eine Exmatrikulationsbescheinigung der Uni vorweisen. Diese kann mir das Studierendensekretariat auch ohne Probleme ausstellen, allerdings müsste ich dafür auch meinen Studentenausweis inklusive Semesterticket abgeben. Da ich aber in den nächsten Wochen noch zwischen Schwedt und Cottbus pendeln möchte, ist das für mich keine Lösung. Also nichts mit sozialer Hängematte!

Also bleibe ich offiziell noch bis zum 31.März 2011 Student an der BTU und werde dann erst geext. Laut Krankenversicherung ist das auch kein Problem, da meine Krankenkassenbeitrage ab Januar eh von meinem neuen Arbeitgeber getragen werden. Meinen Studentenstatus habe ich dann nur noch nebenher.

Um das noch mal auf den Punkt zu bringen: Mir ist es schon bewusst, dass für viele Leute Hartz 4 Ungewissheit, Armut und Elend bedeutet. Ich möchte mich auch keineswegs darüber lustig machen! Ich habe im eigenen Familienkreis Menschen, die auf die Hilfe vom Staat angewiesen sind. Und ich bin absolut dafür, die soziale Grundsicherung in Deutschland weiterhin aufrecht zu erhalten.

Trotzdem sei mir an dieser Stelle ein objektiver Vergleich zwischen dem Studenten-Dasein und Hartz 4 erlaubt. Soweit meine Recherchen stimmen, bekommt man als Hartzer jeden Monat ca. 350 € Taschengeld plus die Erstattung der Miete für die Wohnung. Die Krankenversicherung muss man auch nicht selbst bezahlen. Als Student hatte ich dagegen überhaupt keine Kohle vom Staat bekommen, weder in Form von Taschengeld noch in Form von Mietzahlungen. Meine Krankenversicherung musste ich auch selbst bezahlten (am Ende ca. 65 € im Monat). Stehen Hartzer finanziell besser da als Studenten? Auf dem ersten Blick sicherlich schon, aber man muss dem Staate noch zu Gute heißen, dass er das Studium subventioniert (zumindest in den meisten Bundesländern), also indirekt den Studenten auch Geld gutschreibt. Nichtsdestotrotz, irgendwie ist das schon eine komische Konstellation, oder?

Masterarbeit abgegeben!

Nach einer schier endlosen Leidenphase habe ich es endlich fertig gebracht: Ich habe die Masterarbeit druckfrisch und fristgerecht beim Lehrstuhl eingereicht. Zuvor hatte ich allerdings in einem filmreifen Finale versucht, die Arbeit in Cottbus drucken zu lassen. Leider hatte ich dabei nicht die Unfähigkeit mancher Copyshops beachtet.

Beim ersten Copyshop war der Typ zu blöd, das richtige PDF zu öffnen. Plötzlich hatte der eine Uralt-Version meiner Masterarbeit auf dem Bildschirm und völlig erschrocken musste ich noch mal schnell nach Hause fahren, um die „richtige“ Version auf den USB-Stick zu packen. Dort stellte sich dann heraus, dass die Masterarbeit korrekt auf dem Stick gespeichert war, nur die Schnarchnase im Copyshop zu blöd war, die richtige Datei anzuklicken.

Da mir der Typ ohnehin unsympathisch war („ich kann noch nicht genau sagen, wie lange der Druck dauert, ich muss erst das Dokument sehen“), bin ich gleich zum nächsten Copyshop. Dort wollte jemand ganz viel Geld sparen und hat versucht mehrere Seiten von einem 100 Seiten Skript auf einzelne Blätter zu quetschen. Bis er der osteuropäischen Aushilfskraft klar machen konnte, welche Seiten er gedruckt haben möchte, verging einige Zeit.

Nach reichlich 20 Minuten war ich dann schließlich auch an der Reihe. Wohlbemerkt immer noch in der Hoffnung, in weniger als 30 Minuten meine fertig gedruckte Masterarbeit in den Händen zu halten. Leider hatte aber die (zugegebenermaßen recht gutaussehende) Aushilfskraft nicht die Fähigkeit, einen Farbdrucker zu bedienen. So bekam ich einen Abholtermin nachmittags um 15 Uhr, den ich dann auch zähneknirschend akzeptierte.

Frohen Mutes bin ich dann um 3 zum Copyshop, um meine Masterarbeit in Empfang zu nehmen. Soweit sah auch alles ganz schick aus, nur dass die wohl die Farbpatrone auf Sparmodus gestellt haben. Alle Farben sind blass, verwaschen und nicht wirklich ansehnlich. Als Wiedergutmachung haben sie mir noch ein drittes Exemplar ausgedruckt und gebunden. Ich musste das letztendlich akzeptieren, da ich die Arbeit noch am selben Tag beim Lehrstuhl vorbeibringen musste.

Jetzt bin ich den schriftlichen Teil meiner Masterarbeit erstmal los, aber so richtig ist die Last noch nicht runter von den Schultern. Ende November darf ich dann noch mal zur Verteidigung, dann ist für mich das Kapitel Uni zugeschlagen. Ich möchte eigentlich noch gar nicht daran denken, dass ich dann das Studentenleben aufgeben muss…

Super-GAU im Zielspurt

Gemäß Murphy’s Gesetz „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“ ist mir heute doch tatsächlich die Festplatte meines Computers abgeschmiert. Ich wollte ganz normal meinen Rechner starten, als auf einmal eine kryptische Fehlermeldung auf meinem Bildschirm erschien. Ich dachte nur: Das kann doch nicht wahr sein!

Anscheinend ist in meinem Studium aber doch etwas hängengeblieben, so konnte ich mein Windows wenigstens so wieder hinrichten, dass der Computer halbswegs venünftig startet. Zwar funktionieren die USB-Ports nicht, aber wenigstens ist meine Masterarbeit unversehrt. In einer Woche ist Abgabe!

Nebenjobs für Studenten

Wenn man nicht gerade mit einem elterlichen oder staatlichen Bafög ausgestattet ist, muss man als Student schon zusehen, wie man an das Geld für seinen Lebensunterhalt kommt (schließlich müssen ja die Partys, die Frauen und der Alkohol irgendwie finanziert werden ;-)). Durch meine Arbeit im Fachschaftsrat werde ich häufig gefragt, wo man als Student in Cottbus arbeiten gehen könnte. Eigentlich gibt es hier schon gutbezahlte und angenehme Nebenjobs, doch es gilt wie immer an der Uni – man muss sich verdammt noch mal selbst darum kümmern!

Die einfachste Möglichkeit ist wohl ein Nebenjob am Lehrstuhl bzw. einer anderen Einrichtung der Uni (Akademisches Auslandsamt, Multimediazentrum, …). Solche Jobs nennen sich dann Hiwi-Jobs (Hilfswissenschaftler) und der Stundenlohn wurde von der Landesregierung gerade auf 8,28 EUR angehoben. Mit Bachelorabschluss bekommt man als wissenschaftliche Hilfskraft sogar 9,65 EUR in der Stunde. Die Verträge sind meistens auf 9 Stunden pro Woche ausgelegt, also kann sich jeder selbst ausrechnen, wieviel man damit verdienen kann.

Für sportbegeisterte Studenten bietet sich die Möglichkeit, beim Hochschulsport als Übungsleiter anzuheuern. Fast alle Sportkurse an der Uni werden von einem studentischen Übungsleiter geleitet, da kann man also problemlos einen eigenen Sportkurs aufmachen. Je nachdem, ob man einen Übungsleiter-Schein (bzw. sogar Trainer-Lizenz) in der Sportart hat, bekommt man entweder 150 EUR pro Semester oder 100 EUR. Das klingt jetzt vielleicht nicht viel, aber wenn man ohnehin den Sport machen wollte, bekommt man quasi seinen Freizeitsport bezahlt.

Wenn man einen Führerschein hat und sich bei der Jobsuche nicht unbedingt auf den Campus beschränken möchte, kann man auch als Paket-Lieferant bei der Deutschen Post anfangen. Dort darf man die Pakete im Postauto zu den entsprechenden Empfängern fahren und bekommt dafür ca. 12 EUR pro Stunde. Wohlgemerkt macht die Post damit immer noch einen Reibach, da man als Student nicht sozialversicherungspflichtig ist (zumindest, wenn man unter einem bestimmten Stundensatz bleibt). Alternativ kann man auch als Fahrer bei einer der vielen Pizza-Lieferanten anfangen, aber hier sind Stundenlöhne von unter 5 EUR keine Seltenheit (den Rest soll man sich durch Trinkgeld dazu verdienen – keine Ahnung, wie gut das funktioniert).

Dadurch, dass Cottbus eine Fußball-Hochburg ist, werden häufig Studenten als Parkplatz-Einweiser, Ordner oder zur Einlasskontrolle bei den Fußballspielen gesucht. Kann mir hier jemand sagen, wieviel man dort verdient? Auch für das internationale Filmfestival im November werden jedes Jahr Studenten zur Betreuung gesucht.

Weitere große Arbeitgeber für Studenten sind die Call-Center, von denen es einige hier gibt. Ich weiß gerade nicht, wie hoch die Stundenlöhne da sind, aber für umsonst wird man da sicherlich auch nicht arbeiten. Daneben gibt es natürlich auch die ganzen normalen Nebenjobs als Kassierer im Supermarkt oder Kino, Kellner, Eisverkäufer oder als Zubereiter bei McDonalds/Burger King/Subway.

Also, Ärmel hoch gekrämpelt und Geld verdient!

Update: Ich habe nun von Leuten gehört, die im Nebenjob als Straßenbahnfahrer in Cottbus arbeiten. Sowas ist ja schon fast kultig! Ich versuche mal noch rauszubekommen, wieviel man da verdient.