Nach nur zwei Nächten im überfüllten Banff machten wir uns per Mietwagen auf den Weg nach Jasper. Diese Kleinstadt verspricht eine ähnliche Natur wie Banff, beherbergt aber weitaus weniger Touristen.

Der Weg nach Jasper führte uns zunächst auf den Bow Valley Parkway, dann ein kurzes Stück auf den Trans-Canada Highway und schließlich auf den Icefields Parkway. Letztere gilt als eine der schönsten Fernstraßen der Welt – und das zurecht! Auf den 230 km gibt es unzählige Seen, Flüsse, Wasserfälle, Canyons, Berge, Täler, Aussichtspunkte und sogar Gletscher. Alles ist hervorragend erschlossen, so dass man eigentlich nur aus dem Auto aussteigen muss und schon mittendrin ist.

Für mich waren die beiden Seen Moraine Lake und Peyto Lake die absoluten Highlights. Das ist wirklich Kanada, wie es im Bilderbuch steht. Dafür fanden wir die hochlobte Fahrt auf dem Columbia Icefield so uninteressant, dass wir diese gar nicht erst mitgemacht haben. Einziger Wermutstropfen waren die vielen Touristen bei den Attraktionen.

Moraine Lake

Am Ortseingang von Jasper wurden wir dann von einer Horde Wapitis (Hirsche mit einem auffälligen weißen Hinterteil) begrüßt. Damit waren wir endgültig in der Natur angekommen und werden in den nächsten Tagen hoffentlich auch noch andere Tiere zu Gesicht bekommen. Ein Bär steht bei uns ganz oben auf der Wunschliste, denn eigentlich ist dieser schon längst überfällig.

Wapitis in Jasper

Erkenntnisse: Der Icefields Parkway ist mindestens genau so schön wie der Big Sur in Kalifornien.

Ein Liter Benzin kostet in Kanada schlappe 0.92 Euro.

An der Greyhound Station von Banff beginnt unser Abenteuer in den Rocky Mountains. Gleich nach unserer Ankunft donnerte erstmal einer dieser riesigen Güterzüge entlang der nahegelegenen Bahnstrecke. Der Weg vom Bahnhof zu unserer Unterkunft führte uns von der Elk Street über die Wolf Street schließlich zu unserer Unterkunft in der Grizzly Street – ein kurzer Vorgeschmack auf das, was uns die kommenden Tage alles so erwartet.

Für den ersten Abend haben wir uns für einen kleinen Aufstieg auf den nahegelegenen Tunnel Mountain auf 1692 Metern Höhe entschieden. Der Höhenunterschied zu unserer Unterkunft beträgt nur etwa 300 Meter, so dass wir den Berg innerhalb von 90 Minuten bestiegen haben. Endlich konnte ich auch mal meine neuen Wanderschuhe richtig nutzen und mich von der kostspieligen Investition überzeugen.

Aussicht vom Tunnel Mountain Trail

Außerdem haben wir eine erste Begegnung mit einer einheimischen Tierart gehabt. Statt einen Bär oder einen Elch haben wir aber nur einige flinke Erdhörnchen (Callospermophilus lateralis) gesehen.

Kein Wetterglück

Am nächsten Morgen vertrübte uns das schlechte Wetter schon früh die Lust zu wandern. Während hier zu dieser Jahreszeit Temperaturen um die 25 Grad normal sind, erwartete uns eine Regenfront mit Temperaturen um die 12 Grad und einer Windstärke von 11 km/s.

Trotzdem haben wir uns um 9 Uhr auf den Weg gemacht, um den 10 Kilometer entfernten Sulphur Mountain zu besteigen. Der Weg zum Gipfel auf 2451 Metern Höhe war als mittelschwer eingestuft, so dass wir uns körperlich schon etwas anstrengen mussten. Trotzdem sind uns noch Leute begegnet, die den Berg hochgerannt sind. Auf dem Weg nach oben haben wir wieder nur ein Nagetier gesehen, diesmal aber ein Streifenhörnchen (Tamias minimus).

Aussichtspunkt auf Sulphur Mountain

Der Ausblick vom Gipfel war bedingt durch die tiefhängenden Wolken und den Regen sehr bescheiden. So haben wir uns vor lauter Frust in der Bergstation eine fettige Portion Poutine gegönnt. Dies ist ein typisch kanadisches Essen mit Pommes, Käse und Bratensauce. Eigentlich ist das eine ziemlich schmierige Sache, aber für unser Wohlbefinden war es gerade richtig.

Den Weg hinunter haben wir dann mit der Gondel angetreten, auch weil das Wetter immer schlechter wurde. Aber wenigstens können wir nach dem heutigen Tag behaupten, dass wir keine Schönwetter-Touristen sind.

Erkenntnisse: In Banff sind die Ampeln so geschalten, dass man als Fußgänger quer über die Kreuzung laufen kann.

Gegen Mittag haben wir Toronto per Flugzeug verlassen, um 2700 Kilometer weiter westlich in Calgary aufzuschlagen. Begünstigt durch den Öl-Boom in der Region hat diese Stadt mittlerweile über eine Million Einwohner und wächst stetig weiter. Hier haben wir das Vergnügen, bei einer ehemaligen Kommilitonin zu schlafen und mussten uns somit nicht um ein Hotel kümmern.

Nach der Ankunft am Flughafen sind wir erstmal mit dem Linienbus für überzogene $9 ins Stadtzentrum gefahren. Es gibt hier definitiv mehr Grünflächen als in Toronto und trotz der Wolkenkratzer wirkt die Stadt irgendwie beschaulicher. Es gibt eine zentrale Fußgängerzone (Steven Ave), wo man gut Essen und Einkaufen kann. Wir haben uns einen Burger im Milestone’s Grill gegönnt, ehe wir zu Nadine nach Tuscany am Rande von Calgary gefahren sind.

Stevens Ave in Calgary

Am nächsten Morgen wurden wir vom Regen geweckt und mussten unseren geplanten Stadtrundgang somit etwas abkürzen. Nichts desto trotz haben wir es geschafft, das Fahrwerk unseres Rollkoffers zum Schmelzen zu bringen und damit unsere Nerven auf ein äußerstes zu strapazieren. Der kurze Fußmarsch entlang des Bow River Path wurde somit zum ungeplanten Belastungstest für Körper und Seele. Der Ausblick vom Prince’s Island Park auf die Skyline von Calgary hat aber dafür einiges entschädigt.

Skyline von Calgary

Anschließend sind wir mit dem Greyhound Bus über den Transcanada Highway in das 140 Kilometer entfernte Banff gefahren. Diese Stadt in den Rocky Mountains ist eines der Ausflugsziele für Natur-Touristen in Kanada. Der gleichnamige Nationalpark um Banff ist der drittälteste in der Welt, wir erwarten also ein richtiges Highlight.

Transcanada Highway vor Banff

Erkenntnisse: Bei WestJet-Flügen kann man im Flugzeug fernsehen.

Man sieht in Calgary relativ viele Männer mit Cowboy-Hüten. Nicht umsonst findet hier jedes Jahr das Calgary Stampede statt.

Immer noch Toronto

15 Jul
2015

Am nächsten Morgen ging unsere Erkundungstour weiter zur Casa Loma. Diese Villa des ehemaligen Finanzunternehmers Sir Henry Pellat liegt an den Hängen des Annex etwas oberhalb der Stadt. Er hat sein Wohnhaus vor 100 Jahren gebaut und dabei sehr kostspielige Details eingebaut. So gibt es hier neben 98 Zimmern auch versteckte Treppen, kleine Türmchen, einen Tunnel zu den Pferdeställen und einen Wintergarten. Das ganze Anwesen wurde mit einem riesigen Dampfkessel beheizt, der auch locker in ein Kreuzfahrtschiff hätte antreiben können. Irgendwann wurden die Unterhaltskosten für das Haus aber zu teuer für Sir Henry und er musste es abtreten. Nun laufen Touristen durch seine Gemäuer und zahlen dafür einen satten Eintritt.

Nach dem Rundgang sind wir zurück in die Innenstadt zum Yonge-Dundas Square gefahren. Eigentlich gibt es hier nicht viel zu sehen, aber durch die enge Bebauung mit den Reklameschildern und dem vielen Straßenverkehr fühlt man sich wie auf dem (alten) Timesquare. Gleich daneben ist das Eaton Centre (man beachte die englische Schreibweise), ein riesiges Einkaufszentrum mit noch riesigerem Restaurantbereich. Wir haben uns dort kurz gestärkt, um anschließend weiter zur City Hall und dem Financial District zu laufen. Die Wolkenkratzer sind zwar nicht so groß wie in Shanghai oder New York, aber als Flachländer ist das schon ziemlich beeindruckend.

Financial District in Toronto

Spannend ist übrigens auch das Tunnelsystem von Toronto (PATH). Hier kann man kilometerlang unter der Erde laufen, ohne auch nur ein einziges Mal Tageslicht zu sehen. Eine Teilstrecke des Tunnels endet an der Union Station, dem größten Bahnhof der Stadt. Unweit davon befindet sich der St. Lawrence Market, der am heutigen Tag aber leider geschlossen war.

Letzter vollständiger Tag

Den letzten vollständigen Tag in Toronto besuchten wir den Kensington Market unweit unseres Hotels. Leider waren wir etwas zu früh dort und es waren bei weitem nicht alle Geschäfte geöffnet. Ohnehin ist das Gebiet aber nicht so wirklich ansehnlich – es stinkt und ist dreckig. So fuhren wir weiter zum St. Lawrence Market, der wesentlich aufgeräumter und sauberer daherkommt. Hier hat Karo ein leckeres italienisch-griechisch-dänisches Potpourri aus Speisen zusammengestellt, so dass wir die Markthalle mit vollem Magen verlassen haben.

Ein paar Straßen weiter östlich befindet sich das ehemalige Brauereiviertel der Stadt (Distillery District). Hier wird heute nichts mehr gebraut, dafür werden in den ehemaligen Lagerhäusern sehr ansehnliche Designer-Möbel und andere Dinge verkauft. Hier war auch ein Fanfest der Pan-Amerikanischen Spiele, allerdings waren die riesigen Wohntürme auf dem Brauereigelände irgendwie spannender.

Da das Wetter immer besser wurde, entschieden wir uns für eine Bootstour zu den Toronto Islands. Dorthin kann man mit einer städtischen Fähre für $7 übersetzen und anschließend die Insel mit dem Fahrrad erkunden. Früher war Toronto Islands eigentlich eine Halbinsel, bis ein Hurrikan 1858 eine Landzunge zum Festland wegspülte. Von der Insel hat man die beste Aussicht auf die Skyline von Toronto, was wir auch für ein ausgiebiges Foto-Shooting genutzt haben.

Skyline von Toronto

Damit haben wir innerhalb der letzten 4 Tage eigentlich alles Wesentliche gesehen und bereiten uns so langsam auf den Abschied aus Toronto vor. Wir werden bei unserem Rückflug noch eine Nacht hier schlafen, aber das wird wohl eher ein technischer Aufenthalt werden.

Erkenntnisse: Die Preise werden hier oft ohne Mehrwertsteuer angegeben, so dass man bei der Rechnung immer einen kleinen Schreck bekommt.

Angekommen in Toronto

13 Jul
2015

Wir sind angekommen – in der größten Stadt Kanadas, der fünftgrößten Stadt des nordamerikanischen Kontinents und in der Stadt mit der höchsten Quote an Zuwanderern in Kanada.

Wir gesellen uns also in eine multikulturelle Großstadt, in der die Einwohner aus der ganzen Welt kommen. Unser Hotel Super 6 Downtown befindet sich im Herzen von Chinatown unweit des Stadtzentrums. Für leckeres Essen ist also in den nächsten Tagen schon mal gesorgt.

Auf den ersten Blick ist die Stadt typisch (US-)amerikanisch. Es gibt viele Wolkenkratzer, einen eher unterdurchschnittlichen Personennahverkehr, die Klimaanlagen laufen überall auf Hochtouren und man sieht mehr Beton als grün. Manche Straßen haben französische Namen, da die Stadt auch mal unter französischer Kontrolle stand. Allerdings hört man hier auf den Straßen trotz der vielen Zuwanderer fast ausschließlich Englisch. Vielleicht ein Beweis für das gute kanadische Einwanderungssystem?

Wir machen uns den Jetlag zunutze und sind nach der ersten Nacht schon um 7 Uhr beim Frühstück. Nach einer kurzen Erkundung unserer Umgebung haben wir das Highlight der Stadt bestiegen – den CN Tower (Canadian National Tower). Dieses Wahrzeichen hat mich seit meiner Kindheit begeistert und nun war ich endlich auf der Aussichtsplattform in 342 Metern Höhe. Für mich hat sich der Urlaub schon gelohnt! Es gibt im Tower auch einen netten Glasboden, wo einen die Höhe noch mal schön bewusst wird.

Aussicht vom Glasboden im CN-Tower

In der Stadt sind übrigens gerade die Pan-Amerikanischen Spiele. So gibt es an mehreren Orten mehr oder weniger gut besuchte Fanmeilen. Hin und wieder sieht man auch Sportler oder Funktionäre mit ihren Schildchen. Ansonsten bekommt man aber eher nicht so viel davon mit – sicherlich auch, weil ein Großteil der Sportstätten in den Randbezirken der Greater Toronto Area (Ballungsgebiet) liegen.

Nach dem Besuch der Fanmeile im Harbourfront Centre sind wir entlang der Uferpromenade des Ontariosees (Waterfront) in Richtung Westen gelaufen. Hier kann man auch gut mit Fahrrad lang fahren, was wir aber leider zu spät bemerkt haben. Auf der Höhe der Bathurst Street haben wir uns durch die Wohnpaläste der Waterfront zum Fort York durchgeschlagen. Diese militärische Verteidigungsanlage stammt aus den Gründerzeiten der Stadt, als man diese noch vor den angreifenden Amerikanern verteidigen musste. Es gibt dort schöne Führungen und Vorführungen in original Uniformen, der Eintritt von $10 hat sich also gelohnt. Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel (die Zeitverschiebung von 6 Stunden macht sich bemerkbar), sind wir abends noch auf ein Bier ins Pub The Black Bull gegangen.

Erkenntnisse: Steam Whistle Pilsner ist ein leckeres lokales Bier.

Es geht endlich los

11 Jul
2015

Nach einigen Wochen Vorbereitung sind wir nun endlich am Flughafen Berlin-Tegel und werden in wenigen Minuten den Flieger nach Frankfurt und anschließend weiter nach Toronto besteigen. Wir werden in den nächsten 3 Wochen die aufregenden kanadischen Großstädte Toronto, Calgary und Vancouver sowie die erlebnisreichen Nationalparks Banff und Jasper bereisen.

Zuvor hatten uns einige Dinge aber ordentlich Kopfzerbrechen bereitet. Erst habe ich ausversehen einen falschen Flieger gebucht und damit unsere komplette Reiseplanung auf den Kopf gestellt. Statt einen Flug nach Vancouver hatte ich einen ins 3360 Kilometer entfernte Toronto gebucht (und ich hatte mich noch über die günstigen Preise gewundert). Außerdem haben wir den anhaltenden Verfall des Euros mit ziemlicher Sorge verfolgt, da der Umtauschkurs zum kanadischen Dollar immer schlechter wurde.

Zuletzt hatte die polnische Dame am Check-In Schalter in Tegel noch für reichlich Verwunderung gesorgt. Das nette „Dzień Dobry“ als Begrüßung für Karo kann man ja noch als guten Kundenservice versehen. Als sie aber anschließend darauf bestand, dass ich ein Visum für Kanada brauche, war die Sache nicht mehr so lustig. Erst mit Hilfe der Kollegen wurde klar, dass mich der Computer ausversehen nach Australien eingecheckt hat. Aber auch das haben wir geregelt, so dass nun einer spannenden Reise nichts mehr im Wege steht. Die nächste Meldung gibt’s dann vom amerikanischen Kontinent.

Abflug von Tegel

Die kurze Woche nach Ostern haben Karo und ich für einen Ausflug in die kroatische Küstenstadt Dubrovnik genutzt. Dieses überschaubare Städtchen ist genau das richtige für uns, um bei frühsommerlichen Temperaturen ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen.

Unser Hotel Hilton Imperial Dubrovnik erwies sich als echter Glücksgriff und lag nur einen Steinwurf von der historischen Altstadt von Dubrovnik entfernt. Diese ist seit dem letzten großen Erdbeben in 1667 praktisch unverändert und steht deswegen seit 1979 auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Um die Stadt herum befindet sich eine mächtige Stadtmauer, die man vollständig begehen kann.

Placa (Stradun) in Dubrovnik

Am ersten Abend haben wir erst mal die Hauptstraße (Stradun) und einige Nebengassen abgelaufen. Der positive Eindruck hat sich hier bestätigt. In der etwas höher gelegenen Ulica Prijeko befindet sich ein kleines vegetarisches Restaurant namens Nishta, wo wir einen leckeren Falafel gegessen haben. Den restlichen Abend haben wir ganz wie spießige Pauschaltouristen im Wellness-Bereich unseres Hotels verbracht.

Am nächsten Morgen haben wir uns für eine geführte Tour durch die Altstadt entschieden. Zusammen mit unserer Stadtführerin Maria hatten wir alles Wesentliche in zwei Stunden abgelaufen, so dass wir am Nachmittag noch die Stadtmauer bestiegen haben. Diese ist noch komplett erhalten, so dass man hier durchaus einige Meter zurücklegen kann. Etwas erschöpft haben wir anschließend eine (etwas zu kleine) Portion Fisch im Restaurant Koloseum gegessen und ein frisches Laško getrunken, ehe wir die Festung Lovrijenac (Tvrđava Lovrijenac) besichtigt haben. Diese befindet sich etwas außerhalb der Stadtmauer auf einem großen Felsen und lässt sich mit der Eintrittskarte von der Stadtmauer kostenlos besteigen. Der Ausblick von der Festung erlaubt schöne Fotos auf die Altstadt, gerade wenn die Sonne langsam untergeht.

Am letzten vollständigen Tag haben wir uns für einen Ausflug zu der nahegelegenen Insel Lokrum entschieden. Dort gibt es kleine Wanderwege und ein altes Fort, von dem man eine wunderbare Sicht auf die Küstenlinie hat. Trotz den Kniebeschwerden von Karo haben wir es bis nach oben geschafft und konnten den Ausblick genießen.

Den Nachmittag nutzten wir für einen Ausflug zum Hausberg von Dubrovnik (Brdo Srđ), den man bequem mit einer Seilbahn erklimmen kann. Oben ist ein altes Fort (Fort Imperial) aus der Zeit der Besetzung Dubrovniks durch Napoleon 1806-1816. Dort befindet sich heute ein Museum zum kroatischen Unabhängigkeitskrieg in den frühen 1990er Jahren, welches das Kriegsgeschehen in Dobrovnik sehr emotional dokumentiert. Damit hatten wir erstmal genug unternommen und stimmten uns langsam auf das Ende unseres Urlaubs ein.

Dubrovnik vom Brdo Srđ

Am Freitag genossen wir noch ein paar letzte Sonnenstrahlen, ehe wir am frühen Nachmittag zurück nach Berlin flogen. Dort sollte uns bestes Wetter erwarten, so dass wir gut gelaunt ins Wochenende starteten.

Erkenntnisse: San Servolo ist ein sehr leckeres kroatisches Bier.

Amerikanische Fernsehserien werden in Kroatien in Originalsprache mit Untertiteln ausgestrahlt.

Die Altstadt von Dubrovnik ist klein aber schön.

Heute gab es ja in unseren Breitengraden (53° 4′ N, 14° 17′ O) eine partielle Sonnenfinsternis. Ich konnte mit bloßem Auge leider nicht erkennen, dass die Sonnenintensität nachgelassen hat. Dafür hat eine Messstation in Schwedt/Oder die Sonnenfinsternis ganz gut eingefangen. Eine Stunde vor und nach Maximimum der Sonnenfinsternis ist ein deutlicher Einbruch in der Sonnenintensität zu erkennen.

Intensität der Sonne

Mit dem vorinstallierten Android-Betriebssystem sowie der App TuneIn Radio kann man schon recht komfortabel Musik bzw. Web-Radio auf dem Cubietruck wiedergeben. Ich wollte dies aber auch auf einem Linux-Betriebssystem schaffen und eine komfortable Steuerung über mein Smartphone ermöglichen.

Als Grundlage hierfür habe ich das HomeNAS Dual SD-Card Image von Stefanius genommen. Dieses lässt sich über den Win32DiskImager auch von einem Windows-PC auf die SD-Karte übertragen und funktioniert anschließend problemlos. Der HDMI-Ausgang des Cubietruck war bereits vorkonfiguriert und lieferte eine problemlose Ausgabe auf meinem Toshiba-Flachbildschirm.

Hinweis: Der Cubietruck hat meine 16GB microSDHC von Fujifilm leider nicht angenommen. Mit der 8GB microSDHC von Kingston hat es aber funktioniert. Ich empfehle außerdem, aus Gründen der Geschwindigkeit eine Class 10 Karte zu verwenden.

Das Image von Stefanius enthält erstmal keine Anwendung, um MP3s oder Web-Radio wiederzugeben. Ich habe mich entschlossen, für die Wiedergabe die Anwendung Music Player Daemon (MPD) nebst zugehörigen Client (MPC) zu verwenden. In dieser Konsolenanwendung kann man problemlos seine Musik verwalten und abspielen. Dazu gibt es verschiedene Apps für das Smartphone, mit dem man den MPD fernsteuern kann. Für Apple-Smartphones kann ich dafür MPod empfehlen.

Die Installation geht wie folgt:


# mpd installieren
apt-get install mpd

# mpc installieren
apt-get install mpc

# Benutzerrechte setzen, damit MPD dort schreiben kann
chown -R mpd /var/lib/mpd
chown -R mpd /var/log/mpd
chgrp -R audio /var/lib/mpd

# MPD Zugriff auf das Dateisystem und die Soundkarte geben
adduser mpd fsusers
adduser mpd audio

Wenn man diese Schritte ausführt, spielt der MPD zwar Musik ab, aber es kommt kein Signal aus den Audioausgängen. Dazu muss man in der Konfigurationsdatei von MPD noch die Soundkarte einstellen.


# In der Konfigurationsdatei die Soundkarte aktivieren
nano /etc/mpd.conf

# Abschnitt Audio Output bearbeiten
audio_output {
type "alsa"
name "My ALSA Device"
device "hw:1,0" # Ausgabe auf Klinkenstecker
# device "hw:0,0" # Ausgabe über Digitalausgang
# mixer_type "hardware" # optional
# mixer_device "default" # optional
# mixer_control "PCM" # optional
# mixer_index "0" # optional
}

# Änderung speichern und nano verlassen

# MPD neu starten
service mpd restart

Anschließend kann man über die Konsole mit den Befehlen

mpc load Radiosender.m3u
mpc playlist # Aktuelle Playliste ausgeben
mpc play # Musik abspielen
mpc clear

eine Playlist zusammenstellen und abspielen. Das geht natürlich auch über die oben angesprochene Smartphone-App MPoD.

Da ich auch noch viel Musik auf einem USB-Stick habe, wollte ich diese auch komfortabel abspielen können. Dazu muss man in der Konfiguration von MPD symbolische Links aktivieren:


# MPD stoppen
sudo service mpd stop

# Konfigurationsdatei aufrufen
nano /etc/mpd.conf

# Zeilen einkommentieren
follow_outside_symlinks "yes"
follow_inside_symlinks "yes"

# Änderung speichern und nano verlassen

# Symbolischen Link im Musikverzeichnis anlegen
sudo ln -s /media/usb0/ /srv/fileserver/multimedia/Musik

# Nutzer mpd zu plugdev Gruppe hinzufügen, damit Zugriff auf USB-Stick funktioniert
sudo usermod -G plugdev -a mpd

# MPD starten
sudo service mpd start

# Musikbibliothek aktualisieren
mpc update

Wenn Ihr Verbesserungsvorschläge oder Ergänzungen habt, nutzt bitte die Kommentarfunktion. Ansonsten viel Spaß beim Fummeln. 🙂

Wir sind wieder in die argentinische Hauptstadt zurückgekehrt, wo wir die letzten 5 Tage unserer Reise verbringen werden. Hier haben wir uns im Esplendor Palermo Hollywood eingenistet, welches das mit Abstand beste Hotel unserer Reise ist. Es befindet sich im Stadtteil Palermo, der sich gut mit Berlin-Friedrichshain vergleichen lässt. In unserer direkten Nachbarschaft gibt es viele Bars, Restaurants und Medien-Unternehmen. Aber auch ein paar unschöne Ecke findet man hier. Ein paar Blöcke weiter südlich in Soho (in Anlehnung an das Soho in New York) gibt es tolle Designer-Läden.

Palermo in Buenos Aires

Am ersten Abend sind wir der Einladung des Hochzeitspaares gefolgt und zur Tango-Bar La Catedral gefahren. Diese befindet sich in einem ziemlich runtergekommenen Gebäude, aber durch die schöne Beleuchtung und die Tango-Musik stört man sich nicht daran. Leider sind wir für den Tango-Kurs etwas zu spät gekommen, so dass wir nur noch zuschauen konnten. Aber der Meister hat es schon drauf gehabt, das konnte man sehen.

Am folgenden Tag haben wir nahezu das komplette Touristenprogramm abgelaufen. Wir waren am Obelisk, am Teatro Colón, am Palacio de Justicia und sind die Prachtstraßen Avenida 9 de Julio und Avenida de Mayo abgelaufen. Wir waren in den
Galerías Pacífico (Einkaufszentrum mit schöner Innen-Architektur) sowie auf dem Plaza de Mayo mit dem Casa Rosada (Präsidentenpalast), dem Cabildo und der Catedral Metropolitana. Wir waren sogar in den Hafendocks unterwegs und auf der Korvette Uruguay (Segelschulschiff). Am Abend sind wir aber nur noch in die Betten gefallen und haben auf unserem riesigen Fernseher Friends auf Englisch angeschaut.

Obelisk in Buenos Aires

Da uns das argentinische Bargeld (Pesos) ausgegangen ist, haben wir am folgenden Tag in der Calle Florida Geld umgetauscht. Das klingt erstmal harmlos, aber man muss wissen, dass es in Argentinien einen offiziellen (schlechten) und inoffiziellen (guten) Umtauschkurs gibt. In der Calle Florida hat man die Möglichkeit, über Mittelsmänner an die guten inoffiziellen Umtauschkurse zu kommen. Wir haben unseren Vermittler sorgsam ausgesucht und uns anschließend darauf eingelassen, unsere 200 EUR in der Hintertür eines Kiosks zu tauschen. Dafür gab es einen sehr guten Wechselkurs von 1:15, den wir bei keiner offiziellen Wechselstube bekommen hätten.

Da am Tag danach so schlechtes Wetter war, haben wir uns für einen Besuch des Einkaufszentrums Alto Palermo entschieden. Diesmal haben wir auch einigermaßen zugeschlagen und das frisch umgetauschte Geld wieder in die argentinische Wirtschaft investiert. Abends waren wir auf ein paar Cocktails in der Bar Victoria Brown und haben uns mit ein paar anderen Hochzeitsgästen auf die morgige Party eingestellt.

Mittlerweile haben wir auch verstanden, warum vor unserem Hotel immer so viele Teenager auf dem Bürgersteig lungern. Es handelt sich dabei um Anhänger der spanischen Band Ska-P. Diese nächtigt bei uns im Hotel und hat morgen ihr Konzert in Buenos Aires. Dies erklärt auch die unrasierten Gestalten aus unserem Frühstücksraum.

Traumhochzeit im Traumschloss

Am Samstag war dann schließlich die Hochzeit von unseren Freunden. Die Trauung in der Kirche Parroquia Nuestra Señora de las Mercedes ging zu unserem Überraschen sehr schnell von statten. Anschließend fuhren wir in den Palacio Sans Souci, wo die eigentliche Hochzeitsfeier stattfand. Unsere Gastgeber haben wirklich eine unglaubliche Location angemietet. Das ganze Ambiente inklusive Musik, Essen und Räumlichkeiten war wirklich einzigartig. Auch die Leute waren sehr feierfreudig, so dass wir sehr viel Spaß hatten. Trotzdem sind wir schon mit dem Sonnenaufgang wieder zurück in unser Hotel gefahren, sicherlich auch weil wir schon 14 Tage Erlebnisurlaub hinter uns hatten.

An unserem letzten Tag in Buenos Aires haben wir noch ein paar offene Punkte auf unserer Touristen-Liste abgearbeitet. So sind wir zur Buchhandlung El Ateneo nach Recoleta gefahren. Diese befindet sich in einem ehemaligen Theater, wo die Zuschauerränge mit Büchern zugestellt sind. Die frühere Bühne ist eine Kaffee-Bar, so dass man es hier einige Zeit aushalten kann.

El Ateneo Buchhandlung

Danach sind wir noch zum Palacio del Congreso de la Nación, dem Parlamentsgebäude von Argentinien, gefahren. Dort haben wir noch ein paar letzte Empanadas im La Americana gegessen, bevor wir unser Gepäck vom Hotel abgeholt haben.

Bei sommerlichen Temperaturen verließen wir schließlich am späten Abend Buenos Aires. Es bleiben die Erinnerungen an eine wunderbare Reise mit sehr vielen Höhepunkten und nur ganz wenigen Tiefpunkten. Mir wird die freundliche und offene Art der Argentinier, die tollen Nationalparks, die aufregende Stadt Buenos Aires und auch das leckere Essen mit Sicherheit fehlen. Insbesondere der Stadtteil Palermo hat es mir angetan, dort kann man durchaus auch mal länger bleiben.

Nach einem langen Flug treffen wir bei 6 Grad Celsius wieder in Berlin ein. Die winterliche Realität in Deutschland hat uns wieder eingeholt.

Hoch