Und auf einmal war ich in Cottbus
Speziell für die Immobilienmesse EXPO REAL 2011 in München hat die Stadt Schwedt/Oder als regionaler Wachstumskern einen neuen Image-Film erstellt. Ich finde die Sache eigentlich sehr gelungen, deswegen möchte ich das euch nicht vorenthalten:
Bei wem der Film Interesse an der Region geweckt hat, kann hier mal auf dem Immobilienmarkt nachschauen. Als Schwedter nimmt man die Erdölraffinerie, die Papierfabriken und den Hafen schon als ganz normal hin. Dabei sind es sehr große Unternehmen mit einer großen Ausstrahlung für die gesamte Region. Der Film macht dies noch einmal mehr deutlich.
Gestern fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) nach der Sommerpause statt. Als Neu-Bürger von Schwedt wollte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, mir mal die herrschende Klasse bei der Arbeit anzuschauen. Außerdem hatte ich ein kleines Anliegen, das ich den örtlichen Politikern mal vorschlagen wollte. Dafür gibt es glücklicherweise zu Beginn jeder SVV eine Einwohnerfragestunde, in der man seine eigenen Ideen vortragen kann.
Nachdem der Denkmalschutzpreis verliehen wurde, durfte ich als Erster im Rahmen der Einwohnerfragestunde mein Anliegen vortragen. Ich hatte vor den Stadtverordneten angemerkt, dass ich mir eine bessere Anbindung von Berlin nach Schwedt wünsche. Und zwar ganz speziell an Wochenende nach 24 Uhr. Da sieht es nämlich ganz dürftig aus und man kommt nicht mehr weg aus Berlin.
Der Vorsitzende der SVV entgegnete mir, dass es diesbezüglich schon einige Versuche gab und man deswegen einen Bus von Eberswalde nach Schwedt eingerichtet hat. Der Bürgermeister von Schwedt hat es aber richtig aufgefasst und bemerkt, dass ich mir eine Verbindung auch nach 24 Uhr wünsche. Er wird mein Anliegen an die örtliche Busgesellschaft weiterleiten. Damit war ich erstmal durch.
Leider hat man als Bürger nicht die Möglichkeit, auf die Antworten der Verordneten einzugehen. Man soll sich nach der Fragestellung wieder artig zurück zu seinem Platz bewegen. Eine richtige Diskussion kommt so nicht auf, aber anscheinend ist das auch nicht gewünscht.
Ich für meinen Teil bin aber trotzdem erstmal zufrieden. Mein Anliegen wurde weitergeleitet und ich werde jetzt erstmal warten, was noch kommt. Wer weiß, vielleicht gibt es ja demnächst wirklich einen Partybus nach Berlin, der den Ansprüchen junger Leute gerecht wird. Im Sitzungssaal selbst habe ich den Altersdurchschnitt wohl um ca. 20 Jahre unterboten, aber vielleicht findet sich ja trotzdem ein Stadtverordneter, der auf meiner Seite ist
. Schön wärs!
Update 21.09.11: Ich habe nun tatsächlich eine Nachricht von der UVG (Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH) bekommen. Sie wollen sich gerne mit mir treffen und mögliche Perspektiven für den Partybus besprechen. Das finde ich schon mal sehr schön! Ich werde also an der Sache dran bleiben.
Bedingt durch meine Fußverletztung habe ich es mir den in letzten Wochen gut gehen lassen und mir mein Essen regelmäßig in Form von heißen Pizzen nach Hause liefern lassen. Zu meiner Überaschung habe ich festgestellt, dass es in Schwedt einige gute Pizza-Lieferanten gibt, die ich hier gerne weiterempfehlen möchte:
Pizzaland hat einen kostenlosen Lieferservice innerhalb von Schwedt, allerdings erst ab einem Mindestbestellwert von 7 Euro. Bei Pizza Planet ist es ähnlich, man muss hier aber für mindestens 7,50 Euro bestellen. Geschmacklich sind beide Anbieter sehr lecker, wobei ich Pizza Planet aufgrund der leckeren Burger bevorzugen würde. Einziger Wermutstropfen: Alle Lieferanten schließen Werktags von 13.30 – 16.00 bzw. 17.00 Uhr. Ein studentisches Mittag kann man hier also vergessen
Übrigens kann man auch im örtlichen China-Restaurant und beim Griechen Essen bestellen, allerdings muss man es sich dann selbst abholen. Wer wie ich neu in eine Stadt gekommen ist, der kann beim Lieferhelden seinen Pizza Lieferdienst finden. Ich konnte jedenfalls gut damit überleben
Nach langem hin und her ist es nun amtlich: Nils Petersen verlässt Energie Cottbus und wechselt zu Bayern München. Letztendlich muss man sagen, dass Nils einfach der Überflieger der vergangenen Zweitliga-Saison war und es sich durch seine Leistung mehr als verdient hat, zu den Bayern zu wechseln. Nun wird die Zukunft zeigen, ob er sich in München durchsetzen kann.
Und man muss schon ehrlich zugeben, der FC Bayern ist zwar sportlich nur eine Liga höher als Cottbus, aber finanziell ist da mehr als eine Klasse Unterschied. Gerade habe ich nach einem Girokonto gesucht und bin dabei auch auf ein Angebot von FC Bayern Banking gestoßen. Die bieten ein eigenes Girokonto nebst ecKarte und MasterCard. Das ganze natürlich im Design von Bayern München. So weit geht meine Sympathie nun doch nicht, aber für wahre Fans gehört das wohl dazu
Nachdem ich in den letzten Monaten wirklich extrem mit Spam in meinem Blog zu kämpfen hatte, habe ich nun das Plugin Math Comment Spam Protection installiert. Und siehe da, innerhalb der letzten Wochen habe ich keinen einzigen Spam-Kommentar bekommen. Zuletzt war das echt nicht mehr auszuhalten, da ich jeden Tag ca. 20 Kommentare von irgendwelchen Spam-Bots bekommen hatte. Nun bin ich zuversichtlich, dass das Problem gelöst ist.
Der einzige Nachteil: Zum Kommentieren müsst ihr nun immer eine kleine Mathe-Aufgabe lösen. Aber ich denke, das bekommt ihr hin
“Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus.”
Als Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) diese Worte vor 3 Monaten in die Kameras sprach, dachte ich noch, er wurde Opfer einer Hetzkampagne gegen einen jungen, aufstrebenden Politiker. Nun ist ja scheibchenweise die Wahrheit ans Licht gekommen und ich finde es moralisch schon sehr bedenklich, wenn sich ein Politiker einen Doktortitel erschleicht und dann auch nicht mal die Eier hat, sein Fehlverhalten auf Anhieb zuzugeben. Peinlich ist die Sache auch für die Uni Bayreuth, die ja seine Arbeit mit mit der Bestnote summa cum laude bewertete.
Ein wenig später entzog die Universität Heidelberg der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin ebenfalls ihren Doktortitel. Und ich bin mir sicher, dass noch weitere Plagiate von Personen der aktuellen Zeitgeschichte aufgedeckt werden. Traurig ist die ganze Sache nur für die Studenten, die sich in mehrjähriger Forschungsarbeit einen Doktortitel hart erarbeiten. Die haben wirklich etwas geleistet! In der Öffentlichkeit wird ja momentan über die Wertigkeit von wissenschaftlichen Abschlüssen gespottet. Und auch für mich gehören solche Blender an den moralischen Pranger. Aber Moral und Ehrlichkeit sind einfach keine Tugenden, mit denen sich Politiker schmücken können.
Update: Nun wurden ja auch der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann, der FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis und Stoibers Tochter “entzaubert”. Wer kommt noch alles?
Ein aufregendes Wochenende in Krakau liegt hinter mir. Bedingt durch den Konsum diverser Genussmittel sind die Erinnerungen zwar etwas verschwommen, aber eins ist mal wieder klar geworden: Die (ehemaligen) Erasmus-Studenten können einfach am besten feiern!
Aber nun erstmal von Anfang an. Mein ehemaliger Mitbewohner in Schweden, Santiago, war dieses mal an der Reihe die halbjährliche Erasmus-Reunion zu organisieren. Er entschied sich für Krakau und organisierte uns Appartements in der Józefa Dietla 75 (direkt im jüdischen Viertel und unweit des Zentrums). Dort haben sich am Freitag Nachmittag letztendlich 16 Leute zusammen gefunden, um die Stadt unsicher zu machen. Der größte Teil der Leute kam aus Deutschland und Spanien, aber wir hatten auch Österreicher, Schweizer und einen Schweden dabei.

Den ersten Abend haben wir mit ein paar Glas Lech in der Krakow Buddha Bar begonnen und uns dann weiter über das Restaurant Tutto Bene und dem Hard Rock Cafe zum Klub Muzyczny Lizard King in die Innenstadt vorgekämpft. Der Abend endete dann in mehr oder weniger typischen Erasmus-Verhaltensmustern, ohne jetzt genauere Angaben zu machen.
Nach etwas Sightseeing am Samstag (Hauptmarkt, Wawel, Kazimierz, zahlreiche Kirchen und Plätze) begann dann das intellektuelle Highlight des Trips: Das legendäre Russian Dinner. Zugegebenermaßen war es meine erste Teilnahme an dem Dinner und demnach wusste ich noch nicht so richtig, was mich erwarten würde. Aber bei jüdischen Essen gepaart mit koscherem Vodka und einer Horde ehemaliger Erasmus-Studenten – was kann dabei schon schief gehen?
Nun ja..Murphy’s Law hat wohl wieder zugeschlagen und scheinbar unmögliche Dinge sind eingetreten. Unsere Kellnerin Karolina war gerade weg die nächsten Vodka-Flaschen beschaffen, als ein massiver Holzschrank aus Omas Zeiten mit einem lauten Rumms auf den Boden schmetterte. Zugegebenermaßen waren wir nicht ganz unschuldig daran. Eine Mischung aus Schock, Lachen, Intelligenz und reflexartiger Schadensbegrenzung half uns, dass wir den drohenden Rausschmiss abwenden konnten. Stattdessen kam Karolina und brachte uns wie gewohnt eine neue Ladung Vodka. Am Ende brachten wir es auf eine Rechnung von über 700 €. Wieviel Vodka das macht, überlasse ich jetzt mal euren mathematischen Fähigkeiten. Danach haben wir uns auf Pirsch gemacht und studentische Pubs wie den Klub Pod Jaszczurami gestürmt.

Am Sonntag war dann schon wieder Abschied und die Leute verließen scheibchenweise Krakau. Nach einer Bootstour auf dem Wawel und einer Portion Bigos im Restauracja Sioux war dann auch für mich der Urlaub beendet. Per Nachtzug bin ich um 22 Uhr wieder zurück nach Stettin gefahren, wo ich mit einer satten Stunde Verspätung eingetroffen bin.
Es war mal wieder ein geiles Wochenende mit den Leuten aus Växjö. Sehr kurz, aber dafür extrem intensiv. Es gibt eigentlich nur noch eins zu sagen: God bless Erasmus!
Wieder mal nutze ich meinen Blog, um etwas Frust abzulassen. Denn während die Kraftswerksbetreiber von Fukushima mit Selbstmordkommandos versuchen, die Lage in ihrem havarierten Atomkraftwerk zu stabilisieren, geistern in der deutschen Presse viele sogenannte “Expertenberichte” mit unsinnigen bis absurden Aussagen über die Vorteile von Atomkraftwerken in Deutschland.
Zugegebenermaßen war ich schon vor dem GAU in Japan kein großer Unterstützer von Atomkraftwerken. Doch was die deutschen Energieunternehmen nun für Unwahrheiten verbreiten, bringt für mich persönlich das Fass zum Überlaufen.
Größtes Argument der Betreiber ist ja, dass der Strom günstiger ist. Auf dem ersten Blick scheint dies vielleicht auch so, aber wenn man die Argumente mal etwas genauer untersucht, findet man heraus, dass der deutsche Steuerzahler hier die Zeche zahlt.
1) Die Milliarden von Entwicklungs- und Forschungskosten für Atomkraftwerke wurden und werden zum großen Teil über öffentliche Gelder (also vom Steuerzahler) finanziert.
2) Der Rückbau der alten AKWs kostet Milliarden. Die Energieunternehmen bilden dafür nur minimale Rücklagen, die nicht annähernd ausreichen, um den Rückbau zu finanzieren. Die nicht gedeckten Kosten werden letztendlich auf den Steuerzahler abgewälzt.
3) Kastortransporte müssen regelmäßig von Polizisten bewacht werden. Wer kommt für die Kosten der Polizeieinsätze auf? Na klar, der Steuerzahler.
4) Das Finden geeigneter Lagerstätten wird vom deutschen Steuerzahler bezahlt. In Gorleben wird seit Jahrzenten gesucht, eine wirkliche Lagerstätte hat man immer noch nicht gefunden. Andere Bergwerke müssen wieder aufgemacht werden, weil der radioaktive Abfall aus den Behältern austritt.
Letztendlich ist Atomkraft für die Energieunternehmen einfach nur eine skrupellose Art, auf Kosten der Steuerzahler hohe Gewinne einzufahren. Und dann wird uns nachher noch erzählt, der Strom ist billiger. Aber so lange die Lobbyisten dieses Land regieren, werden wir auch weiterhin für dumm verkauft. Deswegen, Hirn einschalten!
Seit nunmehr 10 Wochen lebe und arbeite ich wieder in meiner alten Heimat in Schwedt. Heute habe ich es endlich mal geschafft, einen Rundgang durch meine ehemalige Wohngegend zu machen. Und ich muss schon sagen, mir blutet echt das Herz, wenn ich sehe, wie viele Orte der Kindheit abgerissen wurden oder vor sich hingammeln. An den Orten, wo früher das blühende Leben tobte, sieht man heute nur noch grüne Wiesen. Vereinzelt lassen noch alte Straßen die früheren Ausmaße der Wohnkomplexe erahnen. Meine Kindheitserinnerungen sind noch präsent, nur die Orte finde ich heute nicht mehr.

Welchen Wandel die Stadt in den letzten Jahren durchgemacht hat, ist schon Wahnsinn. Einst eine der jüngsten Städte der DDR mit einem Altersdurchschnitt von nicht mal 30 Jahren (!), nun eine alternde Stadt scheinbar ohne Zukunftsperspektive. Ich bin einer der wenigen, die nach Jahren wieder zurückgekommen sind. Viele sind gegangen und kommen nie mehr zurück. Ich frage mich, was für Schicksale hinter den tausenden von Leuten stecken, die diese Stadt verlassen haben. Niemand verlässt freiwillig seine Heimat, seine Familie und Freunde. Was ist aus den Leuten geworden? Geht es den Leuten jetzt besser? Wie würde Schwedt heute aussehen, wenn die Wiedervereinigung nicht gekommen wäre? Fragen, die mir keiner beantworten kann.
Ich möchte an dieser Stelle die Zukunft von Schwedt aber nicht allzu düster ausmalen. Vielmehr konzentriere ich mich auf die schönen Aspekte von Schwedt, von denen es zweifellos einige gibt. Ich freue mich schon auf den Sommer, wenn Schwedt wieder zum Leben erweckt und man die Natur genießen kann. Ich freue mich, die Gegend mit dem Fahrrad neu zu entdecken. Und ich freue mich auf viele neue Bekanntschaften und Gesichter. Erste Kontakte sind geknüpft, aber diese gilt es nun auszubauen.
Da ich ja nun seit einigen Wochen stolzer Besitzer eines iPhones bin, möchte ich mal von meinen Erfahrungen mit den beiden iPhone Apps Byline und Reeder berichten. Ich hatte zuerst Reeder runtergeladen, da es im Apple Store gute Bewertungen hatte und angeblich auch das Offline-Lesen von RSS-Feeds erlauben soll. Dem war aber leider nicht so. Die App ist zwar einfach zu bedienen und superschnell beim Synchronisieren, aber leider werden bei den RSS-Feeds immer nur die Anreißer auf dem iPhone gespeichert. Wer also denkt, man kann zu Hause schön die Feeds synchronisieren und dann auf dem Weg zur Arbeit die vollständigen Artikel lesen, hat sich getäuscht. Es werden wirklich nur die in den RSS-Feeds veröffentlichten Anreißer gespeichert.
Darum habe ich weiter im App Store gesucht und noch den RSS-Reader Byline entdeckt. Dieser synchronisiert zwar nicht ganz so schnell, kann aber auf Wunsch auch die komplette Internetseite eines Feeds zwischenspeichern. Also genau das, was ich brauchte! Damit kann man morgens sein iPhone synchronisieren und dann unterwegs ohne Internetverbindungen den kompletten Artikel des Feeds lesen. Es wird dann einfach die komplette Internetseite angezeigt. Einziger Nachteil hier, das synchronisieren dauert gefühlt eine halbe Ewigkeit.
Trotzdem, der Sieg geht ganz klar an Byline!