Sommerurlaub an der Ostsee

Zeitraum: 09.-16.August 2020

Nachdem wir im letzten Monat ein paar Tage im Spreewald waren, wollten wir in diesen Sommer noch einen richtigen Urlaub am Strand machen. Mit etwas Glück haben wir kurzfristig ein Zimmer im Hotel Seeklause in Trassenheide (Usedom) bekommen. 

Der Urlaub hat sich schon alleine wegen dem Wetter gelohnt. Während in der Hauptstadt die Temperaturen mehrfach über 30 Grad klettern, hatten wir auf Usedom entspannte 25 Grad. Zudem ist das Hotel Seeklause insbesondere für Familienurlaube sehr schön und bietet ausreichend Abwechslung für die Kinder und Erholung für die Eltern. Wir haben das Zimmer 110 bekommen und konnten somit direkt von unserer Terrasse zum riesigen Piratenspielplatz gehen.

Stürmische Tage am Strand

Die ersten Tage haben wir vornehmlich am bzw. im Wasser verbracht. Nach der ersten Nacht hatten wir zunächst das hoteleigene Schwimmbad ausprobiert. Dazu musste man sich in Listen eintragen und konnte dann mit maximal 5 Familien gleichzeitig für eine Stunde plantschen. Wir hatten das Glück, dass die anderen Teilnehmer nicht gekommen sind und so hatten wir das ganze Schwimmbad für uns. 

Aber natürlich sind wir nicht wegen dem Schwimmbad, sondern wegen der Ostsee gekommen. So haben wir uns am Nachmittag mit dem Shuttle-Bus des Hotels zum Strand bringen lassen und den starken Wellengang genossen. Der Strand in Trassenheide ist sehr breit, so dass wir stets genug Platz zu unseren Strandnachbarn hatten. 

Am Montagnachmittag wurde der Wind immer stärker und schließlich wurde das Baden von der Rettungswacht untersagt. Da die Mädels ohnehin nichts in tiefe Wasser wollten, haben wir nun ordentlich Gräben und Löcher am Strand gebuddelt. 

Am Dienstag wurden wir auf dem Weg zum Strand vom Puppenspiel Kasper fängt den Räuber Schwarzbart in der Strandmuschel abgefangen. Wir entschieden uns kurzfristig das Theater anzuschauen und die 5 EUR Eintritt (pro Person) haben sich gelohnt. Anschließend haben wir uns über die Mittagszeit am Strand ausgetobt und sind am späten Nachmittag wieder zurück ins Hotel.

Die ersten Großeltern kommen

Am Mittwochvormittag sind dann Oma und Opa zu uns gestoßen und wir haben gemeinsam den Strand unsicher gemacht. Der Wellengang war weiterhin sehr stark, so dass das Baden eher einem Rafting glich. Den Abend haben wir im Restaurant des Hotel Inselhof Vineta mit Aussicht auf das Achterwasser verbracht. Das Essen war deutlich besser als in unserer Unterkunft, dafür war der Kinderspielplatz aber nicht ganz so aufregend. 

Nach drei Tagen Strandurlaub war uns am Donnerstag wieder nach etwas Bewegung. So haben wir uns Fahrräder am Hotel ausgeliehen und sind zusammen mit Oma und Opa zum umgekehrten Haus gefahren (Die Welt steht Kopf). Für happige 8 EUR Eintritt pro Person darf man sich ein umgedrehtes Holzhaus und Modelle von Leuchttürmen ansehen. Da es noch nicht mal einen Kassenbon gab, kann man schon fast von Touristenabzocke sprechen. Auch sonst versprüht die Ecke eher den Charme eines alten Gewerbegebietes. Das dort ansässige Betonwerk wirkt auch nicht gerade einladend für Touristen. 

Bis zum Mittag hatten wir immerhin schon 4 km mit dem Fahrrad zurückgelegt und als Belohnung gab es auch ein großes Eis. Am Abend sind dann meine Eltern nach Hause gefahren und Karos Eltern sind gekommen. 

Wechsel der Großeltern 

Da meine Schwiegereltern die Küste auf der deutschen Seite kennenlernen wollten, sind wir am Freitag erneut zum Strand gefahren. Auf dem Weg wurden wir wieder vom Puppentheater abgefangenen und haben uns Peterson und Findus in der Strandmuschel angeschaut. Inzwischen durften wir auch wieder richtig baden gehen und so haben wir die neue Luftmatratze gleich ausprobiert. Nach ein paar Fischbrötchen zum Mittag sind wir auch schon wieder ins Hotel gefahren. Am Abend haben wir uns im Hotel Restaurant erst die Bäuche voll gehauen und uns dann wieder verabschiedet.

Abreise und Bildung

Am letzten Urlaubstag haben wir den ersten richtigen Ausflug in die Umgebung gemacht. Wir sind zur ehemaligen Heeresversuchsanstalt nach Peenemünde gefahren. Hier haben die Nazis vor knapp 85 Jahren damit begonnen, neuartige Raketen für den Krieg zu entwickeln. Das Gelände ist heute eher durchschnittlich erschlossen. Es mischen sich einzelne Museen, Parkplätze und Pommes Buden auf einem trockenen und schlecht beschilderten Gelände.

Wir haben uns entschlossen, nicht das Historisch-Technische Museum sondern das Museum Phänomenta zu besuchen. Dieses befindet sich im ehemaligen Kulturhaus „Waffenbrüderschaft“ der NVA und ist damit baulich schon interessant. Die imposanten Eingangstüren zum Saal und die gut erhaltene Kinotechnik kann man heute noch sehen. Aber in dem Museum gibt es wirklich unzählige Experimente zum Mitmachen und Entdecken. Gleich in der Eingangshalle kann man mit einem langen Hebel einen Trabbi hochheben. Interessant fand ich auch, über ein langes Rohrsystem die Schallgeschwindigkeit akustisch zu erleben oder eine Kerze mit einer Trommel auszumachen. Auf ausdrücklichen Wunsch unserer Tochter haben wir noch das U-461 an der neu gestalteten Uferpromenade besichtigt. Am Ende waren wir etwas in Schwierigkeiten, den Sinn von U-Booten kindgerecht zu erklären, aber mit Analogien zu Trickfilmen und Badewannen-Spielzeug haben wir noch die Kurve bekommen. Dann war unser Urlaub auch schon zu Ende und wir haben uns über die B96 wieder auf den Weg in die Heimat gemacht. Eine schöne Woche war zu Ende!

Mal wieder in den Spreewald

Da wir dieses Jahr nicht ins Ausland fliegen wollten, haben wir uns für einen Urlaub in Brandenburg entschieden. 

Die Abfahrt war erstaunlich stressfrei, so dass wir bereits nach einer Stunde Fahrtzeit unser erstes Zwischenziel erreichten: Die Schlossinsel in Lübben. Dort gibt es einen wunderbaren Wasserspielplatz direkt an der Spree, den wir erstmal in Beschlag genommen haben. Zur Freude der Eltern gab es auch viele Sitzbänke im Schatten, so dass wir es dort einige Zeit ausgehalten haben.

Am späten Nachmittag sind wir dann weiter nach Burg-Kauper zu unserer Unterkunft Ferienidylle Harmony. Hier hatten wir bereits Peggys 40. Geburtstag gefeiert, so dass uns die Anlage schon vertraut war. 

Am nächsten Tag haben wir bei herrlichen Wetter  (29 Grad) eine Paddeltour nach Leipe gemacht. Die knapp 4 km Hinfahrt war noch aufregend. Wir hatten noch genug Kraft in den Armen, die Biber Nutrias, Libellen und Fische sorgten für allgemeine Erheiterung. Auch das Mittag mit dem Fisch-Burger im Restaurant Spreewaldhotel Leipe haben wir sehr genossen.

Paddeln im Spreewald: Auf dem Weg von Burg nach Leipe
Paddeln im Spreewald: Auf dem Weg von Burg nach Leipe

Die Rücktour entwickelte sich immer mehr zum Kraftakt, denn nun mussten wir gegen die Strömung und unsere Knochen ankämpfen. Nach weiteren 3,8 km Paddeln waren wir Glücklich, wieder in unserer Unterkunft zu sein. Da unsere Kleine immer noch keine Müdigkeit zeigte, sind wir anschließend zum Restaurant Il Fienile gefahren und haben uns die Bäuche mit Eis und Sahne vollgeschlagen. Dort gibt es auch einen sehr schönen Minigolfplatz, den wir so dann auch bespielt haben.

Als Abschluss des Tages waren wir noch im Streichelzoo und haben die Ziegen, Esel und Gänse bestaunt. 

Der nächste Tag zeigte sich von seiner regnerischen Seite, so dass wir den Tag in den Spreewelten in Lübbenau verbrachten. Unsere Lütte ist nun deutlich entspannter im Wasser und hatte richtig Spaß. Das Wellenbad und die Pinguine haben die Angst vor dem Wasser ganz gut verdrängt

Back to the roots

Am nächsten Tag sind wir für einen Tag zu unserer alten Wirkungsstätte nach Cottbus gefahren. Zunächst sind wir mit der Parkeisenbahn vom Bahnhof Sandower Dreieck zum Tierpark gefahren.

Noch nie hatten wir so viel Glück beim Anschauen der Tiere. Elefanten, Tiger und Riesenschildkröten konnten wir hautnah erleben. Das erweiterte Raubtierhaus und der neue Spielplatz haben uns auch sehr gut gefallen. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges entwickelt und wir werden hier sicher irgendwann nochmal vorbei schauen.

Tiger im Tierpark Cottbus
Tiger im Tierpark Cottbus

Nach dem Tierpark sind wir noch zur Uni gefahren und haben den weiteren Ausbau des Campus begutachtet. Es ist schön mit anzusehen, wie der Campus weiter wächst und die Uni junge Menschen in die Stadt zieht. Die Konrad-Wachsmann-Allee hat inzwischen stattliche Bäume und die freien Baufelder aus unserer Studienzeit sind größtenteils geschlossen. Selbst die alte Schwimmhalle wurde abgetragen und hier entsteht gerade ein Gründerzentrum.

Rückfahrt in die Uckermark

Am Freitag war unser Kurzurlaub dann auch schon wieder zu Ende. Als letzten Höhepunkt sind wir zum Irrlandia nach Storkow gefahren. Dort wollten wir schon öfter mal hinfahren und nun hat es endlich mal geklappt. Es gibt hier viele Attraktionen für Kinder, die wir auch alle ausprobiert hatten. Nur die Riesenrutsche war etwas zu viel des Guten, denn so viel Nervenkitzel hatten wir auf einer Kinderrutsche nicht erwartet. Dass meine Tochter auf dem Schoß saß, hat die Sache nicht gerade leichter gemacht. Danach habe ich mich erstmal auf das Zugucken beschenkt und meine Frauen machen lassen.

Am Nachmittag sind wir dann auf der Landstraße (Oder-Lausitz-Trasse) weiter nach Stendell gefahren. Dort haben wir Peggys Geburtstag gefeiert und den Urlaub ordentlich ausklingen lassen.

Ostern in Biesdorf

Anstatt über Ostern zu den Großeltern nach Stendell oder Wschowa zu fahren, erleben wir die Feiertage in Biesdorf. Wir wollen und dürfen uns nicht mit der Familie treffen, denn der Corona-Virus hat das gesellschaftliche Leben voll im Griff.

Normalität trotz Corona

Wir versuchen es trotzdem für unser Kind alles so normal wie möglich zu machen. Und wir haben Glück, denn wir wohnen nicht mehr im zugepackten Friedrichshain sondern im entspannten Biesdorf.

So sind wir am Ostersonntag in den Stadtgarten vor unserer Haustür gegangen und haben die Ostereier gesucht. Und siehe da, der Osterhase war sehr fleißig! Er hat Süßigkeiten, Spielzeuge und ein Buch für uns hinterlassen. Besonders gut sind die Spielsachen von Anna und Elsa angekommen. Woher der Osterhase das wohl wusste?

Die restlichen Feiertage haben wir versucht draußen zu verbringen. So sind wir gemeinsam mit dem Fahrrad an den Biesdorfer Baggersee gefahren oder haben auf dem Balkon den Grill angeworfen.

Vorräte aufgefüllt

Auch unser Vorratslager konnten wir etwas auffüllen. Bei Aldi konnte ich noch vor Ostern die erste Packung Mehl seit langem ergattern. Auch Milch gab es wieder in ausreichenden Mengen. Einzig Klopapier hat unser Supermarkt noch nicht wieder im Sortiment.

Ein Virus begleitet unser Leben

Was wir in den letzten 4 Wochen erlebt haben, kennt man sonst eigentlich nur aus Katastrophen oder Zombie-Filmen. Der Prolog würde etwa so beginnen: „Wir befinden uns im 21.Jahrhundert. Ein neuartiger Virus breitet sich auf der Erde aus. Die Menschheit hat keinem Impfstoff und versucht mit allen Mitteln dagegen anzukämpfen. Es gibt schon viele tausende Tote.“

Klingt das filmreif? Es ist schon Realität!

Verheerende Bilder aus Italien

Erst in den letzten Tagen ist den Leuten in Europa klar geworden, wie bedrohlich dieses Virus eigentlich ist. Die Bilder von den überfüllten Krankenhäusern in Italien und den Mangel an Beatmungsgeräten sind um die Welt gegangen. Der Mensch ist auf einmal so verletzlich und man weiß überhaupt nicht, ob das erst der Anfang ist. Das öffentliche Leben in Italien ist nun im ganzen Land eingestellt. Beim Supermarkt bilden sich Schlangen, weil nur noch sehr wenige Leute gleichzeitig rein dürfen. Man macht sich sorgen um die Versorgung der Menschen.

In Deutschland sind wir noch nicht ganz so schlimm betroffen, aber so langsam wird auch hier das öffentliche Leben zunehmend eingeschränkt. Theater und Museen sind ab heute geschlossen. Praktisch alle Konzerte, Messen und Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen wurden abgesagt. Fußballspiele werden vor leeren Rängen ausgetragen.

Fahrlässig finde ich allerdings, dass hierzulande immer noch Bars und Clubs öffnen dürfen. Allein an einem Abend im Berliner Club Trompete haben sich mindestens 17 Leute angesteckt (siehe Tagesspiegel vom 10.03.2020). Es ist auch nicht mehr zeitgemäß, dass sich weiterhin täglich Zehntausende ohne jeglichen Schutz in die überfüllen Busse und Bahnen quetschen. Aus meiner Sicht darf es nicht mehr lange dauern, bis unsere Regierung auch diese Gefahrenherde einschränkt.

Nicht in Panik verfallen

Wir versuchen uns als Familie optimal auf eine mögliche verschärfte Ausgangssperre vorzubereiten. Der Kühlschrank ist gut gefüllt, unseren Schreibtisch haben wir gerade rechtzeitig fertiggestellt und auch der neue Internetzugang ist bereits eingerichtet. Um es kurz zu machen, wir verfallen nicht in Panik und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Wenn nötig, werden wir eine längere Zeit von zu Hause arbeiten.

Eiserne Hochzeit in Angermünde

Meine Großeltern haben etwas geschafft, worauf man wahrlich stolz sein kann. Sie sind mit dem heutigen Tag 65 Jahre glücklich verheiratet. Und trotz des hohen Alters können sie das Leben noch richtig genießen und wie damals feiern. So haben sie eine tolle Feier im Hotel 1912 in Angermünde auf die Beine gestellt, die uns für immer in Erinnerung bleiben wird.

Start zum Kaffee

Pünktlich um 15 Uhr ging es los mit den Glückwünschen für unsere Großeltern. Alle waren festlich gekleidet und bei leckerer Schoko- und Mandeltorte haben wir den kulinarischen Grundstein für die nächsten 11 Stunden gelegt.

Schon bald hatte DJ Frank die ersten Töne gespielt und meine Großeltern eröffneten das Tanzparkett. Der Plattenleger hatte uns ordentlich eingeheizt und schon vor dem Abendessen hatten alle die Hüften geschwungen. Je später der Abend, desto ausgelassener war auch die Stimmung. Vom Holstein Lied über Sirtaki bis zu den Ärzten war alles dabei, was unsere Familie auf Temperatur bringt. Das Brandenburg Lied hatte allerdings nur die Schwedter angesprochen. 🙂

Die Polonäse haben wir dann wieder alle vereint zu ungewöhnlicher Musik gemacht, aber es war trotzdem lustig. Für Annika und Maik war es übrigens die erste Familienfeier vor größerer Runde und sie haben sich sehr gut geschlagen.

Feiern bis nach Mitternacht

Um 0.30 Uhr wurde das letzte Lied gespielt und die Gäste verschwanden langsam auf ihre Zimmer. Der letzte harte Kern machte noch die Flaschen leer und dann war wirklich Feierabend.

Am nächsten Morgen genossen wir noch ein gemeinsames Frühstück im Hotel, ehe die ersten zurück in die Heimat oder zur Arbeit fuhren. Es war eine wirklich tolle Feier, die genau zur richtigen Zeit stattfand. Nur wenige Tage später sollte der Corona-Virus auch Deutschland stärker treffen und das öffentliche Leben größtenteils einschränken. Die Feier wäre dann in dieser Form definitiv nicht mehr möglich gewesen.

Vorerst letzte Dienstreise

Fast 4 Jahre nach meinem Antrittsbesuch in Stuttgart bin ich nun letztmalig in der Landeshauptstadt. Aus der aufregenden und strategisch brisanten Projektarbeit wurde über die Zeit eine eher unspektakuläre Arbeitsgruppe, die mit kleinen Schritten die Zusammenarbeit der deutschen Übertragungsnetzbetreiber verbessert hat.

Ich habe sehr viel aus den vergangen Jahren mitgenommen.

  • Wie stark firmenpolitische Interessen die eigene Projektarbeit beeinflussen können.
  • Wie wichtig eine gute Kommunikationsstrategie mit allen Projektbeteiligten ist.
  • Und: Wie man ein Millionenprojekt gesichtswahrend noch vor der Ziellinie beenden kann.

Nun übergebe ich meinem Nachfolger das Feld. Ich habe ihn in den letzten Monaten versucht alles Wichtige zu vermitteln und er muss nun die Arbeit fortsetzen.

Ein bisschen Wehmut ist dabei, schließlich haben wir uns in der Projektgruppe auf neuem Terrain bewegt und mussten unsere Entscheidungen immer wieder kritisch hinterfragen. Teilweise waren wir unserer Zeit sogar ein bisschen voraus. Mit den Leuten hat man am Ende auch viele spannende Momente erlebt, die mich durchaus geprägt haben.

Ich werde mich jetzt neuen Aufgaben widmen, auf die ich mich auch schon mächtig freue. Ich bin nun näher dran am operativen Betrieb des Stromnetzes und versuche meinen Teil für einen ausfallsicheren Betrieb beizutragen. Damit reduzieren sich auch meine Dienstreisen und ich bin mehr bei der Familie. Das neue Jahr kann kommen und ich bin gespannt was uns so erwartet.

Familienurlaub im Ferienpark

Zeitraum: 17.11. – 20.11.2019

Wir nutzten die letzten gemeinsamen Urlaubstage in diesem Jahr für einen viertägigen Ausflug in den Hasseröder Ferienpark nach Wernigerode. Der Ferienpark hat seinen Namen von dem Ortsteil Hasserode, in dem früher das gleichnamige Bier gebraut wurde.

Gleich nach der Ankunft haben wir erstmal das Schwimmbad in Beschlag genommen und damit unser Kind sehr glücklich gemacht. Bedingt durch Bauarbeiten in der Vorwoche war das Wasser zwar noch sehr kalt, aber das sollte sich die nächsten Tage verbessern.

Am Montag haben wir alle Einrichtungen und Kinderprogramme im Ferienpark ausprobiert. Der Nachwuchs hatte auf den Hüpfburgen und in den Bastelecken sichtlich Spaß, aber natürlich kann man im Harz noch viel mehr machen.

So haben wir am Dienstag einen Ausflug mit der Dampflok nach Drei Annen Hohne gemacht. Die Harzer Schmalspurbahnen fahren zu vielen Orten in der Region und schnaufen sich wie vor 100 Jahren mit reichlich Dampf den Berg hinauf. Die Wagons sahen von außen aus wie früher und auch die Sicherheitsvorkehrungen waren noch aus dem vorletzten Jahrhundert. So konnte man während der Fahrt zwischen den Wagons umherlaufen und coole Aufnahmen von draußen machen. Nur blöd, wenn gerade ein Tunnel kommt und der Rauch von der Dampflok einem den Atem raubt. 😐

Nach knapp 30 Minuten Fahrt waren wir auf 540 Meter in Drei Annen Hohne angekommen. Für Wanderer wäre hier ein guter Ausgangspunkt für die Besteigung des Brockens, aber wir sind ja keine Wanderer. 😉 So sind wir nach einem kurzen Aufenthalt zurück zur Haltestelle Wernigerode-Westerntor in der Nähe der Altstadt von Wernigerode gefahren. Hier gibt es sehr schöne Fachwerkhäuser in allen Farben und Formen, so dass man hier wunderbar flanieren kann. Das Mittag haben wir im Restaurant „Ins kleine Paradies“ zu uns genommen und sind anschließend mit vollen Magen wieder zurück in den Ferienpark.

Zum Ausgleich für diesen klimaschädlichen Ausflug haben wir die Fahrt zum Ferienpark mit dem Bus gemacht, welcher aufgrund der bezahlten Kurtaxe für uns kostenlos war. Die Strecke hätte man mit dem eigenen Auto in 5 Minuten erledigen können, aber wir wollten unser CO2-Pensum heute nicht überstrapazieren.

Am letzten Tag nutzten wir noch die Kletterhalle und das Schwimmbad, ehe wir die staureiche Heimreise antraten. Die letzten 10 Kilometer in Berlin haben uns nervlich alles abverlangt, aber nach 4 1/2 Stunden Fahrtzeit waren wir schließlich wieder in Biesdorf.

Erkenntnisse: Die Autobahn A2 ist durchgängig sechsspurig.

Das Verkehrsnetz um den Bahnhof Ostkreuz muss dringend ausgebaut werden.

Aus der Dampflok kommt nicht nur schöner weißer Rauch sondern auch ordentlich Schmauch und Asche.

LTE in der Berliner U-Bahn

In den Medien hört man immer wieder von dem schlechten LTE Empfang und weißen Flecken in den entlegenen Regionen Deutschlands. Dass das kein ausschließliches Problem der Randregionen ist, erlebe ich jeden Tag in der Berliner U-Bahn. Mitten in der deutschen Hauptstadt haben täglich Zehntausende mit einen Mobilfunkstandard des letzten Jahrtausends zu kämpfen.

Schleichen mit der U-Bahn

Im Berliner U-Bahnnetz gab es bis heute nur für o2-Kunden (bzw. im aufgekauften E-Plus) vollen LTE-Empfang. Die größten deutschen Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone waren bisher völlig von 4G abgeschnitten.

So mussten die Pendler auf dem täglichen Weg zur Arbeit mit EDGE durch das Internet schleichen. EDGE? Ja genau, der verbesserte GSM-Standard mit einem Durchsatz von maximal 220 kBit beim Download. Damit war es in der Praxis nicht mal möglich, den Fahrplan der BVG abzufragen.

Nun hat die BVG den Notstand erkannt und auch die beiden größten Mobilfunk-Anbieter Telekom und Vodafone animiert, endlich mal zeitgemäße Technik anzubieten. Und siehe da: Mit dem heutigen Tag ist die U-Bahn im Industriestandard der Jahrtausendwende angekommen. Glückwunsch!

Geschwindigkeit aufnehmen

Jetzt muss die BVG nur noch die Reisegeschwindigkeit der U5 auf ein zeitgemäßes Tempo anheben. Bisher schleicht diese Linie deutlich langsamer durch die Tunnel als andere U-Bahnen in Berlin. Gerade beim Pendeln aus den Randbezirken macht sich diese Geschwindigkeitserhörung schon bemerkbar.

Team-Ausflug in die Prignitz

Damit unser Team neben dem anstrengenden Job auch mal etwas Anderes zusammen macht, haben sich unsere Leiter wieder etwas Nettes einfallen lassen. Wir sind für zwei Tage in die Prignitz gefahren und haben markante Orte der Region besucht.

Am ersten Tag war unser Ziel das Hotel und Brauhaus Alte Ölmühle in Wittenberge. Neben der Brauerei und dem Hotelbetrieb ist dort auch ein Kletterpark, den wir gleich nach der Ankunft im Sinne eines sozialen Miteinanders durchlaufen haben. Zudem haben wir verschiedene Gruppenspiele gemacht, die die Koordination und Interaktion untereinander fördern sollen. Am Abend gab es leckeres Essen und ordentlich flüssiges, so dass wir erst kurz vor Sonnenaufgang wieder in die Betten gefallen sind.

Die Stadt Wittenberge hat übrigens einen sehr beeindruckenden Uhrenturm vom ehemaligen Singer-Werk. Leider ist das Unternehmen nach der Wende zugrunde gegangen (wie viele weitere Betriebe in der Region), so dass die vergangene Wirtschaftskraft ziemlich verblasst ist.

Am folgenden Tag sind wir mit dem Bus ins ehemalige Kombinat Kernkraftwerke „Bruno Leuschner“ nach Rheinsberg gefahren. Die Anreise war schon sehr speziell, denn das Kernkraftwerk befindet sich abseits von der Zivilisation mitten in einem Naturschutzgebiet. Für die Anreise muss man einen schmalen Waldweg einschlagen, der eher wie ein gut ausgebauter Radweg wirkt.

Am Kraftwerk wurden wir von zwei ehemaligen Mitarbeitern empfangen, die uns mehr über die Geschichte und die Technologie dieses beeindruckenden Standorts erzählt haben. Absoluter Höhepunkt war für alle der Rundgang durch die Gebäude und die Leitwarten mit Blick in den ehemaligen Reaktorraum. Für den Blick muss hier noch eine meterdicke Glasscheibe aus Bleiglas die Strahlung abschirmen, da die Dekontamination noch nicht abgeschlossen ist. Es ist schon etwas erdrückend, die Konsequenzen dieser Technologie so hautnah zu erleben.

Nach dem Rundgang sind wir in den Bus gestiegen und haben die 90-minütige Heimreise angetreten. Pünktlich um 16 Uhr waren wir wieder am Netzquartier.

Erkenntnisse: Die Prignitz ist landschaftlich ähnlich reizvoll wie die Uckermark, aber leider auch genauso leer.

Das Kernkraftwerk Rheinsberg wurde schon länger zurückgebaut als es überhaupt in Betrieb war.

Auf der Rückseite des 10-Mark-Scheins der DDR war die Blockwarte des Kernkraftwerks Rheinsberg abgebildet.

Verkehrskollaps in Berlin

Die Stadt wächst täglich und mit ihr auch die Anzahl an Pendlern, die täglich die Straßen- und Schienenwege nutzen. Es ist eine Tragödie dabei zuzusehen, wie die eigentlich gute Verkehrsinfrastruktur von Berlin immer mehr zerfällt und notwendige Investitionen nicht angestoßen werden.

Besonders der öffentliche Nahverkehr kann mit der Entwicklung der Stadt nicht Schritt halten. Wie auch, wenn sich Projekte zum Ausbau der Infrastruktur sich um Jahre verzögern. Die Verzögerung fängt in der Planungsphase an und zieht sich bis in die eigentliche Umsetzung. Man fragt sich manchmal, wie unsere Urgroßväter vor 100 Jahren mit bescheidener Technik so ein Verkehrsnetz ausbauen konnten? Und wie sorglos unsere heutige Landesregierung mit diesem Erbe umgeht.

Straßenwege

Der Bau wichtiger Straßen verzögert sich schon in der Planungsphase. Beispiel: Tangentialverbindung Ost (TVO). Dieses wichtige Teilstück zwischen Marzahn und Köpenick ist unabdingbar für einen fließenden Verkehr im Osten der Stadt. Mit der Verlängerung zum Flughafen Schönefeld bekäme auch der Osten eine gute Straßenanbindung zum neuen Hauptstadt-Flughafen. Aber die Planung zieht sich und zieht sich und nichts passiert. Dabei ist es zu einfach, die Verzögerung auf Bürgerproteste oder mangelnde Finanzen zu schieben. Es fehlt einfach der politische Wille, in den Außenbezirken ordentlich zu investieren.

Schienenwege

Auch der Bau wichtiger S-Bahnlinien verzögert sich auf Jahrzehnte: Beispiel: S21 Diese S-Bahn wurde eigentlich zur verbesserten Anbindung des Hauptbahnhofs geplant. Der Hauptbahnhof ist seit 2006 fertig, nur die Anbindung wird noch etliche Jahre auf sich warten lassen. Die Anbindung des „Europaviertels“ an der Heidestraße wird nicht mehr umgesetzt, so entsteht im aktuell größten Baugebiet der Stadt verkehrstechnisch erstmal eine Leere.

Immerhin wird der Ausbau der U5 wohl bis Ende 2020 fertig. Leider wird aber die Erfahrung und das Potential der Projektbeteiligten nicht weiter genutzt. Mit der Fertigstellung ziehen die Leute weiter und auf Jahrzehnte wird es keinen weiteren Ausbau der U-Bahn Linien geben.

Weniger Lebensqualität

So verliert die Stadt Berlin mit jedem neuen Einwohner ein Stück Lebensqualität. Dazu kommt der Trend von den Unternehmen, neue und repräsentative Unternehmenssitze in das Stadtzentrum zu verlagern. In der Konsequenz pendeln noch mehr Leute aus den Randbezirken zur Arbeit. Das Chaos ist schon jetzt vorhanden und wird noch schlimmer. Für mich ist das nicht mehr arm und sexy, sondern überheblich und peinlich.