Vorerst letzte Dienstreise

Fast 4 Jahre nach meinem Antrittsbesuch in Stuttgart bin ich nun letztmalig in der Landeshauptstadt. Aus der aufregenden und strategisch brisanten Projektarbeit wurde über die Zeit eine eher unspektakuläre Arbeitsgruppe, die mit kleinen Schritten die Zusammenarbeit der deutschen Übertragungsnetzbetreiber verbessert hat.

Ich habe sehr viel aus den vergangen Jahren mitgenommen.

  • Wie stark politische Interessen die eigene Projektarbeit beeinflussen können.
  • Wie wichtig eine gute Kommunikationsstrategie mit allen Projektbeteiligten ist.
  • Und: Wie man ein Millionenprojekt gesichtswahrend noch vor der Ziellinie beenden kann.

Nun übergebe ich meinem Nachfolger das Feld. Ich habe ihn in den letzten Monaten versucht alles Wichtige zu vermitteln und er muss nun die Arbeit fortsetzen.

Ein bisschen Wehmut ist dabei, schließlich haben wir in uns der Gruppe auf neuen Terrain bewegt und mussten unsere Entscheidungen immer wieder kritisch hinterfragen. Teilweise waren wir unserer Zeit sogar ein bisschen voraus. Mit den Leuten hat man am Ende auch viele spannende Momente erlebt, die mich durchaus geprägt haben.

Ich werde mich jetzt neuen Aufgaben widmen, auf die ich mich auch schon mächtig freue. Zudem reduzieren sich damit auch meine Dienstreisen und ich bin mehr bei der Familie. Das neue Jahr kann kommen und ich bin gespannt was uns so erwartet.

Familienurlaub im Ferienpark

Zeitraum: 17.11. – 20.11.2019

Wir nutzten die letzten gemeinsamen Urlaubstage in diesem Jahr für einen viertägigen Ausflug in den Hasseröder Ferienpark nach Wernigerode. Der Ferienpark hat seinen Namen von dem Ortsteil Hasserode, in dem früher das gleichnamige Bier gebraut wurde.

Gleich nach der Ankunft haben wir erstmal das Schwimmbad in Beschlag genommen und damit unser Kind sehr glücklich gemacht. Bedingt durch Bauarbeiten in der Vorwoche war das Wasser zwar noch sehr kalt, aber das sollte sich die nächsten Tage verbessern.

Am Montag haben wir alle Einrichtungen und Kinderprogramme im Ferienpark ausprobiert. Der Nachwuchs hatte auf den Hüpfburgen und in den Bastelecken sichtlich Spaß, aber natürlich kann man im Harz noch viel mehr machen.

So haben wir am Dienstag einen Ausflug mit der Dampflok nach Drei Annen Hohne gemacht. Die Harzer Schmalspurbahnen fahren zu vielen Orten in der Region schnaufen sich wie vor 100 Jahren mit reichlich Dampf den Berg hinauf. Die Wagons sahen von außen aus wie früher und auch die Sicherheitsvorkehrungen waren noch aus dem vorletzten Jahrhundert. So konnte man während der Fahrt aus den Wagons aussteigen und coole Aufnahmen von draußen machen. Nur blöd, wenn gerade ein Tunnel kommt und der Rauch von der Lok einem den Atem raubt. 😐

Nach knapp 30 Minuten Fahrt waren wir auf 540 Meter in Drei Annen Hohne angekommen. Für Wanderer wäre hier ein guter Ausgangspunkt für die Besteigung des Brockens, aber wir sind ja keine Wanderer. 😉 So sind wir nach einem kurzen Aufenthalt zurück zur Haltestelle Wernigerode-Westerntor in der Nähe der Altstadt von Wernigerode gefahren. Hier gibt es sehr schöne Fachwerkhäuser in allen Farben und Formen, so dass man hier wunderbar flanieren kann. Das Mittag haben wir im Restaurant „Ins kleine Paradies“ zu uns genommen und sind anschließend mit vollen Magen wieder zurück in den Ferienpark.

Zum Ausgleich für diesen klimaschädlichen Ausflug haben wir die Fahrt zum Ferienpark mit dem Bus gemacht, welcher aufgrund der bezahlten Kurtaxe für uns kostenlos war. Die Strecke hätte man mit dem eigenen Auto in 5 Minuten erledigen können, aber wir wollten unser CO2-Pensum heute nicht überstrapazieren.

Am letzten Tag nutzten wir noch die Kletterhalle und das Schwimmbad, ehe wir die staureiche Heimreise antraten. Die letzten 10 Kilometer in Berlin haben uns nervlich alles abverlangt, aber nach 4 1/2 Stunden Fahrtzeit waren wir schließlich wieder in Biesdorf.

Erkenntnisse: Die Autobahn A2 ist durchgängig sechsspurig.

Das Verkehrsnetz um den Bahnhof Ostkreuz muss dringend ausgebaut werden.

Aus der Dampflok kommt nicht nur schöner weißer Rauch sondern auch ordentlich Schmauch und Asche.

LTE in der Berliner U-Bahn

In den Medien hört man immer wieder von dem schlechten LTE Empfang und weißen Flecken in den entlegenen Regionen Deutschlands. Dass das kein ausschließliches Problem der Randregionen ist, erlebe ich jeden Tag in der Berliner U-Bahn. Mitten in der deutschen Hauptstadt haben täglich Zehntausende mit einen Mobilfunkstandard des letzten Jahrtausends zu kämpfen.

Schleichen mit der U-Bahn

Im Berliner U-Bahnnetz gab es bis heute nur für o2-Kunden (bzw. im aufgekauften E-Plus) vollen LTE-Empfang. Die größten deutschen Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone waren bisher völlig von 4G abgeschnitten.

So mussten die Pendler auf dem täglichen Weg zur Arbeit mit EDGE durch das Internet schleichen. EDGE? Ja genau, der verbesserte GSM-Standard mit einem praktischen Durchsatz von maximal 220 kBit beim Download. Damit war es nicht mal möglich, den Fahrplan der BVG abzufragen.

Nun hat die BVG den Notstand erkannt und auch die beiden größten Mobilfunk-Anbieter Telekom und Vodafone animiert, endlich mal zeitgemäße Technik anzubieten. Und siehe da: Mit dem heutigen Tag ist die U-Bahn im Industriestandard der Jahrtausendwende angekommen. Glückwunsch!

Geschwindigkeit aufnehmen

Jetzt muss die BVG nur noch die Reisegeschwindigkeit der U5 auf ein zeitgemäßes Tempo anheben. Bisher schleicht diese Linie deutlich langsamer durch die Tunnel als andere U-Bahnen in Berlin. Gerade beim Pendeln aus den Randbezirken macht sich diese Geschwindigkeitserhörung schon bemerkbar.

Team-Ausflug in die Prignitz

Damit unser Team neben dem anstrengenden Job auch mal etwas Anderes zusammen macht, haben sich unsere Leiter wieder etwas nettes einfallen lassen. Wir sind für zwei Tage in die Prignitz gefahren und haben markante Orte der Region besucht.

Am ersten Tag war unser Ziel das Hotel und Brauhaus Alte Ölmühle in Wittenberge. Neben der Brauerei und dem Hotelbetrieb ist dort auch ein Kletterpark, den wir gleich nach der Ankunft im Sinne eines sozialen Miteinanders durchlaufen haben. Zudem haben wir verschiedene Gruppenspiele gemacht, die die Koordination und Interaktion untereinander fördern sollen. Am Abend gab es leckeres Essen und ordentlich flüssiges, so dass wir erst kurz vor Sonnenaufgang wieder in die Betten gefallen sind.

Die Stadt Wittenberge hat übrigens einen sehr beeindruckenden Uhrenturm vom ehemaligen Singer-Werk. Leider ist das Unternehmen nach der Wende zugrunde gegangen (wie viele weitere Betriebe in der Region), so dass die vergangene Wirtschaftskraft ziemlich verblasst ist.

Am folgenden Tag sind wir mit dem Bus ins ehemalige Kombinat Kernkraftwerke „Bruno Leuschner“ nach Rheinsberg gefahren. Die Anreise war schon sehr speziell, denn das Kernkraftwerk befindet sich abseits von der Zivilisation mitten in einem Naturschutzgebiet. Für die Anreise muss man einen schmalen Waldweg einschlagen, der eher wie ein gut ausgebauter Radweg wirkt.

Am Kraftwerk wurden wir von zwei ehemaligen Mitarbeitern empfangen, die uns mehr über die Geschichte und die Technologie dieses beeindruckenden Standorts erzählt haben. Absoluter Höhepunkt war für alle der Rundgang durch die Gebäude und die Leitwarten mit Blick in den ehemaligen Reaktorraum. Für den Blick muss hier noch eine meterdicke Glasscheibe aus Bleiglas die Strahlung abschirmen, da die Dekontamination hier noch nicht abgeschlossen ist. Es ist schon etwas erdrückend, die Konsequenzen dieser Technologie so hautnah zu erleben.

Nach dem Rundgang sind wir in den Bus gestiegen und haben die 90 minütige Heimreise angetreten. Pünktlich um 16 Uhr waren wir wieder am Netzquartier.

Erkenntnisse: Die Prignitz ist landschaftlich ähnlich reizvoll wie die Uckermark, aber leider auch genauso leer.

Das Kernkraft Rheinberg wurde schon länger zurückgebaut als es überhaupt in Betrieb war.

Auf der Rückseite des 10-Mark-Scheins der DDR war die Blockwarte des Kernkraftwerks Rheinsberg abgebildet.

Verkehrskollaps in Berlin

Die Stadt wächst täglich und mit ihr auch die Anzahl an Pendlern, die täglich die Straßen- und Schienenwege nutzen. Es ist eine Tragödie dabei zuzusehen, wie die eigentlich gute Verkehrsinfrastruktur von Berlin mehr und mehr zerfällt und notwendige Investitionen nicht angestoßen werden.

Besonders der öffentliche Nahverkehr kann mit der Entwicklung der Stadt nicht Schritt halten. Wie auch, wenn Projekte zum Ausbau der Infrastruktur sich um Jahre verzögern. Die Verzögerung fängt in der Planungsphase an und zieht sich bis in die eigentliche Umsetzung. Man fragt sich manchmal, wie unsere Urgroßväter vor 100 Jahren mit bescheidener Technik so ein Verkehrsnetz ausbauen konnten? Und wie sorglos unsere Landesregierung heute damit umgeht.

Straßenwege

Der Bau wichtiger Straßen verzögert sich schon in der Planungsphase. Beispiel: Tangentialverbindung Ost (TVO). Dieses wichtige Teilstück zwischen Marzahn und Köpenick ist unabdingbar für einen fließenden Verkehr im Osten der Stadt. Mit der Verlängerung zum Flughafen Schönefeld bekäme auch der Osten eine gute Straßenanbindung zum neuen Hauptstadt-Flughafen. Aber die Planung zieht sich und zieht sich und nichts passiert. Dabei ist es zu einfach die Verzögerung auf Bürgerproteste zu schieben.

Schienenwege

Auch der Bau wichtiger S-Bahnlinien verzögert sich auf Jahrzehnte: Beispiel: S21 Diese S-Bahn wurde eigentlich zur verbesserten Anbindung des Hauptbahnhofs geplant. Der Hauptbahnhof ist seit 2006 fertig, nur die Anbindung wird noch etliche Jahre auf sich warten lassen. Die Anbindung des „Europaviertels“ an der Heidestraße wird nicht mehr umgesetzt, so entsteht im aktuell größten Baugebiet der Stadt verkehrstechnisch erstmal eine Leere.

Immerhin wird der Ausbau der U5 wohl bis Ende 2020 fertig. Leider wird aber die Erfahrung und das Potential der Projektbeteiligten nicht weiter genutzt. Mit der Fertigstellung ziehen die Leute weiter und auf Jahrzehnte wird es keinen weiteren Ausbau der U-Bahn Linien geben. Dabei ist genug Geld im Haushalt vorhanden, nur der Wille fehlt.

Weniger Lebensqualität

So verliert die Stadt Berlin mit jedem neuen Einwohner ein Stück Lebensqualität. Dazu kommt der Trend von den Unternehmen, neue und repräsentative Unternehmenssitze in das Stadtzentrum zu verlagern. In der Konsequenz pendeln noch mehr Leute aus den Randbezirken zur Arbeit. Das Chaos ist schon jetzt vorhanden und wird noch schlimmer. Für mich ist das nicht mehr arm und sexy, sondern überheblich und peinlich.

Kurzbesuch in Binz

Zeitraum: 22.07.-25.07.2019

Zwischen dem Sommerurlaub in Wendisch-Rietz und dem Geburtstag der Kleinen hatten wir noch ein paar Tage Luft, um das gute Wetter im Binz zu genießen. Statt tropischen 35 Grad in Berlin sind an der Küste entspannte 25 Grad und auch sonst ist es deutlich schöner als in der Hauptstadt.

Meine Großeltern haben uns wie immer voll versorgt, sodass wir uns voll auf den Strand konzentrieren konnten. Für die Kleine hat Karo noch einen Bade-Pelikan geholt, mit dem sie sehr viel Spaß hatte. Sie hat damit furchtlos alle Wellen gemeistert und ist mit Papa sogar bis zur Boje geschippert.

Nach praktisch 3 Tagen am Strand sind wir gut erholt zurückgefahren. Ich bin diesmal die alte Entlastungsstrecke über die Fähre Glewitz-Stahlbrode gefahren, um den Mädels mal was Neues zu zeigen. Rein zeitlich holt man dabei nichts raus, aber man sieht dabei ein paar Orte abseits der Touristenpfade.

Auf dem Festland haben wir einen längeren halt in Greifswald gemacht. Die Stadt ist wirklich sehr schön und es waren trotz der vorlesungsfreien Zeit sehr viele junge Leute unterwegs. Ein wirklich positiver Kontrast zum schmutzigen und überfüllten Berlin.

Dort sind wir schließlich gegen 17 Uhr eingetroffen und haben erstmal für die bevorstehenden Geburtstagsfeiern eingekauft.

Sommerurlaub in Brandenburg

Zeitraum: 13.07. – 20.07.2019

Eine Mischung aus Faulheit, Umweltbewusstsein und Heimatverbundenheit brachte uns dazu, unseren diesjährigen Sommerurlaub nicht am Mittelmeer, sondern in der Mark Brandenburg zu verbringen.

Um trotzdem nicht auf den Badespaß mit der Kleinen zu verzichten, haben wir uns ein Ferienhaus am zweitgrößten See in Brandenburg – dem Scharmützelsee – gebucht. Schon im letzten Jahr war ich mit Steffen hier campen und konnte die tolle Gegend kennenlernen. Nun wollten wir die Gegend mit der ganzen Familie genießen und buchten uns das Ferienhaus Seestern im Ferienpark Scharmützelsee in Wendisch-Rietz.

Der Ferienpark liegt nur 60 km von Berlin und bietet neben dem großen See auch viele Freizeitaktivitäten für schlechtes Wetter. Das war nämlich in den ersten Tagen des Urlaubs sehr durchwachsen. Direkt auf dem Feriengelände ist auch die Anlegestelle für die Scharmützelsee Schifffahrtsgesellschaft.

Unser erstes Ausflugziel war der fußläufig erreichbare Freizeitpark Wendisch Rietz. Dort haben wir zur Freude der Kleinen die Spielplätze unsicher gemacht und heimische Tiere gefüttert.

Am Sonntag haben uns Steffen und Diana zusammen mit Tux besucht und wir haben in alter Studentenmanier den Tag verbracht. Ich habe die Gelegenheit genutzt, meinen neuen Gasgrill erstmals mit Gästen auszuprobieren und es hat wunderbar geklappt. Leider mussten unsere Gäste am Montag wieder zurück nach Cottbus, um ihre Doktorarbeiten zu vollenden.

Kinderprogramm in der Woche

Die folgenden Tage verbrachten wir im Umkreis von 1000 Metern unseres Ferienhauses. Wir genossen es sehr, einfach mal nichts zu planen und spontan in den Tag zu leben. Glücklicherweise hat der Ferienpark genug Möglichkeiten für ideenlose ausspannende Eltern, um die Kinder bei Laune zu halten.

Am Montagabend sind wir zum Puppentheater „Kasper und der Räuber Pfefferkorn“ in Eddys Gasthaus gegangen. Die Vorstellung wurde durch Tränkler‘s Puppentheater organisiert, welche das auch wirklich gut gemacht haben.

Die restlichen Wochentage haben wir so ziemlich alle Unterhaltungsprogramme des Ferienparks mitgenommen. So haben wir am Indianer-Basteln, Indinaner-Fest, Kinderbingo und Piratenfest teilgenommen und unzählige Male Boote, Fahrräder und Kettcars ausgeliehen.

Am Freitag sind wir noch zum Eisenbahn-Park direkt am Bahnhof von Wendisch-Rietz gefahren. Dort kann man auf zwei (Kleinst-) Zügen durch verschiedene Landschaften fahren und in einem Verkehrspark gefahrlos den Straßenverkehr nachspielen. Die Kleine wollte gar nicht mehr von der Eisenbahn runter und wäre gern den ganzen Tag hier geblieben.

Gegen Mittag sind allerdings noch Peggy mit Familie zu uns gestoßen und wir haben eine schöne Zeit zusammen verbracht. Die Jungs haben toll mit unserer kleinen gespielt, so dass sich die Erwachsenen entspannen konnten.

Am folgenden Samstag – dem wettermäßig schönsten Tag des ganzen Urlaubs – mussten wir den Ferienpark schließlich wieder verlassen. Die Woche verging sehr schnell und wir haben viel unternommen. Die Entspannung kam trotzdem nicht zu kurz.

Am Sonntag besuchen uns unsere Münchener Freunde in Berlin und am Montag geht es nach Binz. Der Sommer bleibt spannend!

Erkenntnisse: Den Ferienpark Scharmützelsee hat mit seinem Unterhaltungsprogramm für Kinder und den vielen Freizeitmöglichkeiten kann man wärmstens weiter empfehlen.

Eine Woche München

Zeitraum: 25.Mai 2019 – 01.Juni 2019

Aufgrund des Feiertages und der damit verbundenen Kita-Schließzeiten hat es sich angeboten, für ein paar Tage Urlaub einzureichen und die Stadt zu verlassen. Und weil wir schon lange nicht mehr bei unseren Freunden in München waren, haben wir uns für einen Besuch der bayrischen Landeshauptstadt entschieden.

Anreise schon ein Highlight

Da uns die Autofahrt mit Kind zu stressig ist und wir auch nicht mehr so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen wollen, haben wir uns für eine Anreise mit dem Zug entschieden. Bei Kosten von 150 EUR für Hin- und Rückfahrt kann man auch nicht meckern. Dazu wurde im vorletzten Jahr die Strecke ausgebaut, so dass man nun mit bis zu 300 Stundenkilometern durch die Republik rauscht. Zu den Erfahrungen mit der Zugfahrt nach München habe ich einen gesonderten Beitrag geschrieben.

Nach 5 Stunden Zugfahrt sind wir in München Hauptbahnhof eingetroffen und wurden freundlich von Daniela in Empfang genommen. Sie hat uns dann auch zu Steffens Wohnung gebracht, wo wir freundlicherweise die nächsten Tage schlafen dürfen.

Zeit mit den Freunden

Sonntag früh haben wir bei unseren Freunden erst mal ausgiebig gefrühstückt. Die Kinder haben sich nach einer kurzen Eingewöhnung prächtig verstanden und so haben wir zunächst die örtlichen Spielplätze unsicher gemacht.

Nach dem Mittagsschlaf haben wir den nahegelegenen Westpark besucht und im Café Gans ein Eis geschleckt. Spätestens ab diesem Punkt hat bei uns die Erholung eingesetzt. Den gleichen Park haben wir am Abend noch komplett durchlaufen, um zu unserer Gästewohnung in der Berchemstraße zu kommen.

Keine Trendwende bei Europawahl

Erst im Bett habe ich von den Ergebnissen der Europawahl erfahren. Die großen Volksparteien haben mal wieder mächtig Federn gelassen und Parteien wie der AfD oder den Grünen mächtig Stimmen beschafft. Ich frage mich, wann die etablierten Parteien endlich den Ernst der Lage erkennen und gegensteuern?

Die Bedürfnisse der Bevölkerung müssen ernstgenommen werden, ansonsten werden die gewählten Protestparteien irgendwann die Regierung stellen. Gerade die SPD sollte sich mal daran erinnern, mit welchen Forderungen die Partei einst so groß geworden ist. Gesundheitsversorgung, Wohnungsbau und soziale Gerechtigkeit sind auch zur heutigen Zeit noch brandaktuelle Themen.

München entdecken

Am nächsten Tag sind wir früh losgefahren, um die vorerst letzten Sonnenstrahlen im englischen Garten zu genießen. Dort haben wir diverse Spielplätze unsicher gemacht und am Chinesischen Pavillon eine Schweinshachse nebst örtlichen Braugut zu uns genommen.

Auf den Weg dorthin sind wir am Karlsplatz umgestiegen. Hier kreuzen sich mehrere S- und U-Bahn Linien und dementsprechend tief wird es auch. Der Bahnsteig der Linie U5 liegt sogar 35 Meter und der Erde und ist nur über eine lange Rolltreppe zu erreichen.

Der Dienstag stand wieder im Zeichen des schlechten Wetters, sodass wir uns Ausflugsziele mit einem Dach herausgesucht haben. Zunächst sind wir zur BMW Welt gefahren, die eine große Enttäuschung für uns war. Wir hätten erwartet, dass es dort etwas zum Ausprobieren oder Spielen für die kleinen Gäste gibt. Stattdessen stehen dort nur überteuerte Autos und es gibt einen für Schulklassen reservierten Wissensbereich.

Besser war dagegen der Besuch der Allianz Arena. Im Stadion gibt es eine Bayern München Erlebniswelt (Museum), welche die Geschichte des Vereins eindrucksvoll darstellen. Daneben gibt es noch einen großzügigen Paulaner Fan-Treff, bei dem wir gut gegessen und getrunken haben. Dazu habe ich mir noch eine Stadiontour gegönnt und habe somit alle wichtigen Ecken des Stadions kennenlernen dürfen. Nach meinen Stadiontouren in Manchester, Liverpool, Madrid und Barcelona und Kiew war es meine erste deutsche Stadiontour überhaupt. Als alter Bayern Fan war es schon schön anzusehen, auch wenn meine Emotionen eigentlich in der Lausitz hängen.

Am Mittwoch haben wir uns das deutsche Museum angeschaut. Für mich war der Starkstrom und Informatikbereich am interessantesten. Im letzteren steht der Nachbau einer Zuse Z3, auf der man (trotz altertümlicher Relais-Schaltungen) schon die Grundzüge moderner Computer erkennen kann. Insgesamt sollte man für das Museum mehr als einen Tag einplanen, wenn man Interesse an Technik hat.

Umland von München entdecken

Passenderweise wurde das Wetter ab Christi Himmelfahrt wieder besser, so dass es sich richtig gelohnt hat, aus der Stadt zu fahren. Die Mädels haben mal wieder tolle Touren rausgesucht.

So haben wir am Donnerstag das Gut Aiderbichl Iffeldorf im Bayerischen Oberland besucht. Für unsere (Großstadt-)Kinder war es ein richtiges Highlight, mal einen Kuhstall oder Schweinestall zu betreten. Der Geruch und die „komischen“ Geräusche waren unserer kleinen aber nicht so wirklich geheuer, so dass sie schnell wieder ins Freie wollte. Dafür hat der Kaiserschmarrn zum Mittag richtig gemundet.

Anschließend sind wir ein paar Kilometer weiter zur Südspitze des Starnberger Sees gefahren. In der Ortschaft Seeshaupt ist eine schöne Promenade, die wir mit unserer mitgebrachten Kreide noch schöner gemacht haben. Insgesamt ist die Region sehr wohlhabend und dementsprechend gepflegt ist es überall.

Am Freitag sind wir zum Schliersee gefahren und haben zunächst den örtlichen Wasserspielplatz in Beschlag genommen. Da sich das Wetter weiter aufgeklärt hat, sind wir mit der Seilbahn auf die Schliersberger Alm gefahren. Bei herrlichen Sonnenschein haben wir erneut die Spielplätze in Beschlag genommen und bayrische Grundnahrungsmittel (Schweinshaxe und Ayinger) zu uns genommen. In unserer Gruppe mit den 3 Frauen und 3 Mädchen fühlte es sich für mich fast wie ein richtiger Herrentag an.

Den Weg nach unten haben Yuliya und ich über eine super schöne Sommerrodelbahn (Ferienpark Schliersberger Alm) zurückgelegt. Mit Kind im Wagen war ich aufgrund der schlechten Balance eher langsam unterwegs, aber der Ausblick und die Strecke war echt gut. Damit waren unsere Ausflüge und unser Urlaub auch schon fast beendet.

Den letzten Abend (und die letzte Nacht) verbrachten wir bei den Mädels. Der Rückweg am Samstagmorgen mit dem ICE 800 von München nach Berlin war – wie die Hinfahrt – sehr entspannt.

Erkenntnisse: In der U-Bahn München hat man mit dem Netz der Telekom überall vollen LTE-Empfang.

Das Tarifsystem im Münchener Nahverkehr mit seinen Streifen und Zonen ist nicht wirklich intuitiv.

Helles Bier ist kein Weißbier.

Tegernsee Hell ist mein neues Lieblingsbier.

Erfahrungsbericht auf der Schnellfahrstrecke von Berlin nach München

Mit der Fertigstellung aller Schnellfahrstrecken im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE) hat sich die Reisezeit mit dem Zug von Berlin nach München auf 4 1/2 Stunden reduziert. Nun haben wir einen privaten Besuch zum Anlass genommen, die neue Hochgeschwindigkeits-Strecke mal auszuprobieren.

Zunächst mussten wir allerdings eine (zeitraubende) Rundreise mit dem ICE durch Berlin ertragen. Bedingt durch Bauarbeiten in Teltow sind wir nicht einfach über den Nord-Süd Tunnel rausgefahren, sondern mussten zunächst nach Norden Richtung Pankow fahren, um dann über das Karower Kreuz auf den Außenring bis nach Ludwigsfelde zu fahren. Lustiger weise führte uns die Strecke durch Biesdorf, wo wir ca. 1 Stunde vorher losgefahren sind.

Geschwindigkeit aufnehmen

Einen ersten Eindruck von der Geschwindigkeit der neuen Bahnstrecke haben wir auf der Neubaustrecke zwischen Halle (Saale) und Erfurt bekommen. Hier fährt der Zug mit über 250 km/h durch sehr reizvolle Landschaften mit hohen Brücken und vielen Tunneln. Eines der Highlights ist die Saale-Elster-Talbrücke gleich hinter Halle, welche mit 6465 Meter auch die längste Brücke in Deutschland ist. Weitere Highlights sind:

  • Unstruttalbrücke, 2668 Meter, 2012, Sachsen-Anhalt, nahe Karsdorf
  • Bibratunnel, 6467 Meter, 2012, Sachsen-Anhalt
  • Finnetunnel, 6965 Meter, 2013, Landesgrenze Sachsen-Anhalt/Thüringen

Ab Erfurt beginnt die Schnellfahrstrecke nach Nürnberg (Eröffnung Dezember 2017, 107 km) . Auch hier sind einige bauliche Highlights hervorzuheben:

  • Tunnel Silberberg, 7407 Meter, 2017, Thüringen
  • Tunnel Bleßberg, 8326 Meter, 2017, Thüringen
  • Talbrücke Froschgrundsee, 2011, Landesgrenze Thüringen/Bayern

Ab Nürnberg folgt die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München, welche allerdings schon seit 2006 existiert. Auf dem Teilstück hatten wir auch die höchste Geschwindigkeit der Reise mit 295 km/h.

Nach 5 Stunden Zugfahrt sind wir pünktlich am Hauptbahnhof München eingetroffen. Die Reise ist vom Komfort deutlich dem Flugzeug überlegen, da man nicht erst zum Flughafen laufen muss und sich auch im Zug frei bewegen kann. Die Reisezeit ist mit dem Flugzeit sicherlich noch einen Tick schneller, aber ich würde die Bahn immer bevorzugen.

Git Server auf Synology NAS einrichten

Damit man auf dem heimischen Synology NAS auch Git nutzen kann, muss man ein paar Einstellungen vornehmen.

Installation benötigter Komponenten

Zunächst muss man das Git Server Zusatzpaket über die Administrationsoberfläche das NAS installieren. Falls der NAS keinen Internetzugriff hat, kann man das entsprechende Git-Paket auch von den Synology Packet-Repository manuell herunterladen und später einspielen.

Nach der Aktivierung von Git im Disk Station Manager muss man noch den SSH-Dienst im Kontrollzentrum aktivieren. Dieser Zugriff ist notwendig, damit man über die Kommandozeile komfortabel ein Git-Repository anlegen kann.

Zudem muss man Git im Paket-Zentrum öffnen und einen ausgewählten Nutzer (hier: nutzername) dafür berechtigen. Dadurch wird in einer Datei ein Eintrag angelegt, so dass dieser NUtzer Git über SSH nutzen kann.

Einrichtung Repository per SSH

Nachdem die Komponenten installiert und konfiguriert sind, muss man sich als Administrator per SSH-Client (z.B. Putty) mit dem NAS verbinden. Anschließend muss man ins Home-Verzeichnis des Git-Nutzers wechseln.

cd /volume1/homes/nutzername

Verzeichnisse für Git anlegen und berechtigen.

mkdir Repos
sudo chown -R nutzername:users Repos
cd Repos
mkdir meinprojekt
cd meinprojekt

Anschließend ein leeres Git-Repository anlegen.

git init --bare Initialized empty Git repository in /volume1/homes/nutzername/Repos/meinprojekt/
cd ..
sudo chown -R nutzername:users meinprojekt

Jetzt ist das Repository angelegt und wird können mit einem Git-Client (z.B. Git Bash) darauf zugreifen.

Zugriff auf Git-Respository

Zunächst muss man in einem beliebigen Verzeichnis auf dem lokalen Computer das entfernte Repository klonen. Damit wird auch der remote origin gesetzt und somit ist die Verbindung zum entfernten Repository klar.

git clone ssh://nutzername@homenas/volume1/homes/nutzername/Repos/meinprojekte/
Cloning into 'meinprojekt'…
nuzternamne@homenas's password:
warning: You appear to have cloned an empty repository.

Standardmäßigen Git-Nutzer setzen

git config --global user.email "info@meinemail.de"
git config --global user.name "Hans Mustermann"

Nun kann man nach beliegen mit dem Git-Repository arbeiten. Ich empfehle zunächst im lokalen Repository eine .gitignore Datei anzulegen. Mit dieser Datei wird klargestellt, welche Dateien nicht versioneniert werden sollen.

Anschließend kann man bereits alle lokalen Dateien zum Repository hinzufügen (stagen).

git add .

Die vorgemerkten Dateien kann man nun mit einem Commit zum lokalen Repository hinzufügen.

git commit -m "Die ersten Dateien zum Projekt hinzugefügt"

Anschließend kann man die neuen oder geänderten Dateien auch zum entfernten Repository übertragen.

git push origin master

Somit kann man auf seinem Synology NAS erstmals erfolgreich Dateien im Git-Repository abgelegt.