Eine Woche München

Zeitraum: 25.Mai 2019 – 01.Juni 2019

Aufgrund des Feiertages und der damit verbundenen Kita-Schließzeiten hat es sich angeboten, für ein paar Tage Urlaub einzureichen und die Stadt zu verlassen. Und weil wir schon lange nicht mehr bei unseren Freunden in München waren, haben wir uns für einen Besuch der bayrischen Landeshauptstadt entschieden.

Anreise schon ein Highlight

Da uns die Autofahrt mit Kind zu stressig ist und wir auch nicht mehr so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen wollen, haben wir uns für eine Anreise mit dem Zug entschieden. Bei Kosten von 150 EUR für Hin- und Rückfahrt kann man auch nicht meckern. Dazu wurde im vorletzten Jahr die Strecke ausgebaut, so dass man nun mit bis zu 300 Stundenkilometern durch die Republik rauscht. Zu den Erfahrungen mit der Zugfahrt nach München habe ich einen gesonderten Beitrag geschrieben.

Nach 5 Stunden Zugfahrt sind wir in München Hauptbahnhof eingetroffen und wurden freundlich von Daniela in Empfang genommen. Sie hat uns dann auch zu Steffens Wohnung gebracht, wo wir freundlicherweise die nächsten Tage schlafen dürfen.

Zeit mit den Freunden

Sonntag früh haben wir bei unseren Freunden erst mal ausgiebig gefrühstückt. Die Kinder haben sich nach einer kurzen Eingewöhnung prächtig verstanden und so haben wir zunächst die örtlichen Spielplätze unsicher gemacht.

Nach dem Mittagsschlaf haben wir den nahegelegenen Westpark besucht und im Café Gans ein Eis geschleckt. Spätestens ab diesem Punkt hat bei uns die Erholung eingesetzt. Den gleichen Park haben wir am Abend noch komplett durchlaufen, um zu unserer Gästewohnung in der Berchemstraße zu kommen.

Keine Trendwende bei Europawahl

Erst im Bett habe ich von den Ergebnissen der Europawahl erfahren. Die großen Volksparteien haben mal wieder mächtig Federn gelassen und Parteien wie der AfD oder den Grünen mächtig Stimmen beschafft. Ich frage mich, wann die etablierten Parteien endlich den Ernst der Lage erkennen und gegensteuern?

Die Bedürfnisse der Bevölkerung müssen ernstgenommen werden, ansonsten werden die gewählten Protestparteien irgendwann die Regierung stellen. Gerade die SPD sollte sich mal daran erinnern, mit welchen Forderungen die Partei einst so groß geworden ist. Gesundheitsversorgung, Wohnungsbau und soziale Gerechtigkeit sind auch zur heutigen Zeit noch brandaktuelle Themen.

München entdecken

Am nächsten Tag sind wir früh losgefahren, um die vorerst letzten Sonnenstrahlen im englischen Garten zu genießen. Dort haben wir diverse Spielplätze unsicher gemacht und am Chinesischen Pavillon eine Schweinshachse nebst örtlichen Braugut zu uns genommen.

Auf den Weg dorthin sind wir am Karlsplatz umgestiegen. Hier kreuzen sich mehrere S- und U-Bahn Linien und dementsprechend tief wird es auch. Der Bahnsteig der Linie U5 liegt sogar 35 Meter und der Erde und ist nur über eine lange Rolltreppe zu erreichen.

Der Dienstag stand wieder im Zeichen des schlechten Wetters, sodass wir uns Ausflugsziele mit einem Dach herausgesucht haben. Zunächst sind wir zur BMW Welt gefahren, die eine große Enttäuschung für uns war. Wir hätten erwartet, dass es dort etwas zum Ausprobieren oder Spielen für die kleinen Gäste gibt. Stattdessen stehen dort nur überteuerte Autos und es gibt einen für Schulklassen reservierten Wissensbereich.

Besser war dagegen der Besuch der Allianz Arena. Im Stadion gibt es eine Bayern München Erlebniswelt (Museum), welche die Geschichte des Vereins eindrucksvoll darstellen. Daneben gibt es noch einen großzügigen Paulaner Fan-Treff, bei dem wir gut gegessen und getrunken haben. Dazu habe ich mir noch eine Stadiontour gegönnt und habe somit alle wichtigen Ecken des Stadions kennenlernen dürfen. Nach meinen Stadiontouren in Manchester, Liverpool, Madrid und Barcelona und Kiew war es meine erste deutsche Stadiontour überhaupt. Als alter Bayern Fan war es schon schön anzusehen, auch wenn meine Emotionen eigentlich in der Lausitz hängen.

Am Mittwoch haben wir uns das deutsche Museum angeschaut. Für mich war der Starkstrom und Informatikbereich am interessantesten. Im letzteren steht der Nachbau einer Zuse Z3, auf der man (trotz altertümlicher Relais-Schaltungen) schon die Grundzüge moderner Computer erkennen kann. Insgesamt sollte man für das Museum mehr als einen Tag einplanen, wenn man Interesse an Technik hat.

Umland von München entdecken

Passenderweise wurde das Wetter ab Christi Himmelfahrt wieder besser, so dass es sich richtig gelohnt hat, aus der Stadt zu fahren. Die Mädels haben mal wieder tolle Touren rausgesucht.

So haben wir am Donnerstag das Gut Aiderbichl Iffeldorf im Bayerischen Oberland besucht. Für unsere (Großstadt-)Kinder war es ein richtiges Highlight, mal einen Kuhstall oder Schweinestall zu betreten. Der Geruch und die „komischen“ Geräusche waren unserer kleinen aber nicht so wirklich geheuer, so dass sie schnell wieder ins Freie wollte. Dafür hat der Kaiserschmarrn zum Mittag richtig gemundet.

Anschließend sind wir ein paar Kilometer weiter zur Südspitze des Starnberger Sees gefahren. In der Ortschaft Seeshaupt ist eine schöne Promenade, die wir mit unserer mitgebrachten Kreide noch schöner gemacht haben. Insgesamt ist die Region sehr wohlhabend und dementsprechend gepflegt ist es überall.

Am Freitag sind wir zum Schliersee gefahren und haben zunächst den örtlichen Wasserspielplatz in Beschlag genommen. Da sich das Wetter weiter aufgeklärt hat, sind wir mit der Seilbahn auf die Schliersberger Alm gefahren. Bei herrlichen Sonnenschein haben wir erneut die Spielplätze in Beschlag genommen und bayrische Grundnahrungsmittel (Schweinshaxe und Ayinger) zu uns genommen. In unserer Gruppe mit den 3 Frauen und 3 Mädchen fühlte es sich für mich fast wie ein richtiger Herrentag an.

Den Weg nach unten haben Yuliya und ich über eine super schöne Sommerrodelbahn (Ferienpark Schliersberger Alm) zurückgelegt. Mit Kind im Wagen war ich aufgrund der schlechten Balance eher langsam unterwegs, aber der Ausblick und die Strecke war echt gut. Damit waren unsere Ausflüge und unser Urlaub auch schon fast beendet.

Den letzten Abend (und die letzte Nacht) verbrachten wir bei den Mädels. Der Rückweg am Samstagmorgen mit dem ICE 800 von München nach Berlin war – wie die Hinfahrt – sehr entspannt.

Erkenntnisse: In der U-Bahn München hat man mit dem Netz der Telekom überall vollen LTE-Empfang.

Das Tarifsystem im Münchener Nahverkehr mit seinen Streifen und Zonen ist nicht wirklich intuitiv.

Helles Bier ist kein Weißbier.

Tegernsee Hell ist mein neues Lieblingsbier.