Kochkurs in Biesdorf

Wir haben die Möglichkeiten in unserem neuen Kietz genutzt und einen Kurs in der Kochschule Berlin-Biesdorf besucht. Die Kochschule ist nur ein paar Meter von unserer Wohnung entfernt, so dass für uns quasi ein Heimspiel war.

Der Kochkurs hatte den Titel „Prime Beef – der ultimative Steak Kurs“ und hat in dieser Form das erste Mal stattgefunden. Dementsprechend experimentierfreudig war auch unser Koch Ingo Weidhaas. Das Fleisch wurde von den Fleischrebellen bereitgestellt, die einen Lieferdienst für hochwertiges Fleisch in Berlin aufgebaut haben.

Leichter Anfang

Als Vorspeise hatten wir Carpaccio vom irischen Rind mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Parmesan angerichtet. Dazu gab es Rucola mit selbst gemachten Dressing auf Basis von Majonäse. Vom Aufwand und Schwierigkeitsgrad war es genau das richtige für mich. Und der Geschmack war wahnsinnig gut.

Grillen bis in den Grenzbereich

Anschließend haben wir ein Flank-Steak auf einem improvisierten Beefer zubereitet. Dazu hatten wir einen Grillkohle-Anzünder auf einen heißen Grill gestellt und ganz oben den Rost aufgelegt. Das entspricht zwar ausdrücklich nicht dem Lehrbuch, aber erzeugte die notwendigen Temperaturen für den Beefer.

Das Fleisch hatten wir so lange auf den Beefer gelegt und wieder abgenommen, bis eine Kerntemperatur von 50 Grad erreicht wurde. Diese Variante der Zubereitung ist eher etwas für den abenteuerlustigen Grillmeister mit viel Zeit.

Zur Abwechslung mal Fisch

Gut gesättigt gingen wir in die nächste Runde und grillten zur Abwechslung Fisch. Dazu hatten die Fleischrebellen Thunfisch mitgebracht, den wir aufgrund seiner Frische auch direkt roh gekostet haben.

Beim Zubereiten haben wir den Thunfisch nur ganz kurz auf den Grill gelegt, weil er sonst zu trocken wird. In kleine Portionen geschnitten wurde daraus Thunfisch-Sashimi mit einer selbstgemachten Teriyaki-Soße.

Zum Abschluss mal Fleisch

Zum Abschluss haben wir noch jeweils ein Stück Rindfleisch aus den USA (Entrecôte französisch für Zwischenrippe) auf den Holzkohle- sowie Elektrogrill gelegt. Zu unserem Erstaunen ist das Fleisch auf dem Elektro-Grill sogar noch besser geworden. Für den Verzehr haben wir das Fleisch in mundgerechte Stücke geschnitten und nur mit einem Salzstein gewürzt. Wie bei allen anderer Gängen war es sehr lecker.

Erkenntnisse: Keine Aluschalen für das Grillen von Gemüse verwenden, sondern einen Edelstahl Gemüsekorb.

Mit der iGrill App und den passenden Sensoren kann man den Zustand des Fleisches auf dem Handy überwachen.

Well-Done ist ein No-Go für Rindsteak.

Umzug in mehreren Akten

Vorbereitung

Schon Wochen vor dem eigentlichen Umzugstermin haben wir den Keller und die Wohnung nach ungenutzten Sachen durchsucht. In den letzten 5 Jahren hat sich so einiges angesammelt, so dass wir viele Dinge noch verkauft oder verschenkt haben. Nichts desto trotz hat unser Hausstand eine sehr unhandliche Größe angenommen, so dass wir für den Umzug ein Unternehmen gebucht haben.

Freitag, 09.11.2018 – Umzugstermin

Mit knapp 30 Umzugskartons, reichlich Möbeln und einer zerlegten Küche wollten wir den Umzug pünktlich um 9 Uhr starten. Leider hatte aber einer der bestellten Helfer verschlafen, so dass die anderen beiden Kollegen erst mal die Arbeit verweigerten. So warteten wir knapp 30 Minuten bis der dritte Helfer bei uns ankam und legten mit Verspätung los. Für einen kleinen Nervenkitzel sorgte zudem die Parkplatz-Situation vor unserer alten und neuen Wohnung. Sowohl in Prenzlberg als auch in Biesdorf bekommt man einen 3,5t Lastwagen nicht einfach so eingeparkt. Dank geschickter Parkraumbewirtschaftung mit zwei Autos könnten wir das Problem allerdings lösen. 🙂

Nach knapp 2 Stunden war unsere alte Wohnung (fast) leer und der Laster gefüllt. Weitere 2 Stunden später war unsere neue Wohnung in Biesdorf voll und der Laster wieder leer. Nun mussten die Möbel noch vernünftig aufgebaut und die Anschlüsse in der Küche gemacht werden. Dank tatkräftiger Unterstützung von Opa haben wir noch am selben Abend die Grundversorgung hergestellt und konnten erstmalig in der Wohnung übernachten.

Besonders für unsere Kleine war es ein harter Umzug mit einigen Entbehrungen und einer komplett neuen Umgebung. Sie hat es aber super gemeistert und ihr neues Zimmer gut angenommen.

Samstag, 10.11.2018 – Schichtwechsel

Nachdem meine Eltern uns in den letzten 3 Tagen unterstützt hatten, haben wir am Samstag einen Schichtwechsel gemacht und meine Schwiegereltern haben uns unterstützt. So konnten wir immerhin alle viele Lampen anbringen, die Wände im Kinderzimmer fertig streichen und weitere Kartons leeren. Am Sonntag haben wir noch die alte Wohnung für die Übergabe vorbereitet und das Bett für die kleine aufgebaut. Mehr ging nicht, auch weil wir selbst mal ein paar Stunden für uns brauchten.

Mittwoch, 14.11.2018 – Offiziell umgemeldet

Am Mittwoch hatte ich meinen Termin beim Bürgeramt in Biesdorf. Die Ummeldung ging sehr unkompliziert und somit bin ich nun offiziell Marzahner! Das Bürgeramt ist nur einen Steinwurf von unserer neuen Wohnung entfernt, da hat sich der Umzug also gelohnt. Leider trifft das nicht auf den Weg zur Arbeit zu, der sich nun auf 45 Minuten verlängert hat.

Vorbereitung zur Wohnungsabnahme

Wir sind zwar schon gut angekommen in Biesdorf, aber eine Verantwortung sind wir bisher noch nicht losgeworden: Die alte Wohnung. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, wenn man die erste gemeinsame Wohnung aufgibt. Dort hat vieles angefangen und dort wurde unsere kleine Familie gegründet. Die Gegend und die Nachbarn sind einen ans Herz gewachsen, so dass der Abschied nicht so leicht fällt.

Gemeinsam mit Opa habe ich noch die letzten Reste aus der alten Wohnung entfernt und einmal alles sauber gemacht. Für manche Fenster war es die erste Reinigung seit dem Einzug vor 5 Jahren. Ob es dann für eine korrekte Abnahme reicht, müssen wir sehen. 

Freitag, 30.11.2018 – Wohnungsabnahme

Pünktlich zum Monatsende haben wir den Termin für die Wohnungsabnahme mit unserem chinesischen Vermieter vereinbart. Karo hat sich reichlich zu den geltenden Gesetzen und zugehörigen BGH-Urteilen belesen, so dass wir alles minimalistisch aber gesetzeskonform ausgebessert haben. Kurze Schreckmomente sind aufgetreten, als der Vermieter im Parkettboden einige tiefere Kratzer entdeckte. Diese hatten wir bisher nicht gesehen und stammten auch nicht von uns. Letztendlich war er aber sehr fair und hat die ganze Wohnung ohne Mängel abgenommen. Damit haben wir nun eine Aufgabe weniger und können uns der Vollendung der neuen Wohnung widmen. 

Hoher Besuch im Kindergarten

Für die Kinder war es wohl eine unbedeutende Randerscheinung, aber für die Erzieher und Eltern war es ein Höhepunkt: Die Ehefrauen des polnischen und deutschen Staatspräsidenten (Frau Agata Kornhauser-Duda und Frau Elke Büdenbender) haben die Kita Hausburgviertel in Berlin Prenzlauer Berg besucht. Die Damen haben sich über die Arbeit in der Kita informiert und dabei insbesondere die internationale Ausrichtung der Kita gelobt.
Die Anwohner hatten auch etwas von dem Besuch, denn das Hausburgviertel wurde durch die Polizei abgesperrt.
Weitere Informationen:

Ich bin angekommen

Nach dem Umzug, der überstandenen Probezeit und dem privaten Glück bin ich nun endlich vollständig in Berlin angekommen. Die Wohngegend ist mir nicht mehr fremd, die Wege zur Arbeit sind zur Routine geworden und erste Kontakte sind auch schon geknüpft. Ich entdecke jeden Tag neue Seiten an der Stadt und fühle mich jeden Tag wohler. Wer hätte das gedacht!

Frankfurter Tor in Berlin
Auf dem Weg zur Arbeit

Unsere Wohngegend hat sich als optimal erwiesen, da wir kurze Wege zu allen wichtigen Orten haben und damit der Umstieg von der kompakten Kleinstadt gar nicht so schwer gefallen ist. Interessant ist auch, wie viele ehemalige Weggefährten man hier trifft. Da sitzt man plötzlich mit alten Bekannten vom Studium am Besprechungstisch und bespricht die Energiewende in Deutschland. Oder man trifft die gleichen Berater wie in der Firma zuvor und schmunzelt über vergangene Projekte.

Ich bin gespannt, was noch so kommt!

 

Wahlen in Berlin

In wenigen Monaten ist die Wahl für das Berliner Abgeordnetenhaus und jetzt kommen die Politiker langsam wieder ans Tageslicht gekrochen. Auch wenn ich politisch sehr interessiert bin, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wen ich denn eigentlich wählen soll.

Die aktuelle Koalition aus SPD und CDU hat versagt, die Koalition von SPD und Linke der letzten Legislaturperiode hat ebenfalls nichts gemacht. Die letzte Koalition mit Beteiligung der CDU hat das Land Berlin in ein Schuldenloch gesteuert, aus das es sich bis heute noch nicht erholt hat. Bis heute sind die Schulen marode, es gibt nicht genug Kindergärten, der Wohnungsbau wird vollständig windigen Bauträgern überlassen, die Verwaltungen sind schlecht strukturiert, die Flüchtlinge sind immer noch nicht menschenwürdig untergebracht und die Partygegenden verkommen zu Gewalt- und Drogenmeilen. Alle reden davon, wie attraktiv und sexy diese Stadt ist. Aber für wen eigentlich?

Mir scheint, die wahren Probleme dieser Stadt werden gar nicht angegangen und die Politiker kümmern sich mehr um ihre persönlichen Belange als um ihren Wahlauftrag. Dabei sind manche Lösungen doch so einfach:

  • Stellt einfach mehr Lehrer ein, anstatt ständig an dem unterfinanzierten Bildungssystem rumzudoktern.
  • Macht eine verlässliche Personalplanung bei den Landesbediensteten. Dass Jahrelang nicht genug Polizisten eingestellt wurden, rächt sich jetzt doppelt.
  • Kümmert euch mehr um die Entwicklung und Integration junger Menschen. Das ist billiger, als später komplette Bevölkerungsgruppen aus den Sozialkassen zu finanzieren.
  • Verkauft nicht eure Grundstücke an Finanzinvestoren sondern gebt diese in die Hand der örtlichen Wohnungsgesellschaften. Diese können endlich mal bezahlbaren Wohnraum schaffen.
  • Baut mehr Radwege um die Straßen-Infrastruktur zu entlasten.

Und wovon das ganze bezahlen? Mir fallen da spontan die Mehrkosten für den Flughafen ein, mit denen man locker all diese Dinge bezahlen könnte. Oder diese sündhaft teure A100, welche halb Friedrichshain untertunnelt. Sorgt euch lieber um den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Hört auf Luftschlösser zu bauen und kümmert euch um die wahren Probleme, dann habt ihr meine Stimme sicher!

Alltag im Berliner Bürgeramt

Ich bin ein Berliner

Es ist schon komisch. Ich lebe jetzt in der Stadt, in der ich eigentlich nie Leben wollte. Als einfacher Brandenburger mische ich mich nun zwischen den Vollbart-Hipstern und den Öko-Tanten, um einen neuen Lebensabschnitt in der Hauptstadt zu beginnen. Schon jetzt kann ich sagen, dass der Umstieg nicht viel extremer hätte sein können.

Von der bäuerlichen Provinz in das moderne Berlin? Weit gefehlt!

Schon bei der Anmeldung meines Wohnsitzes musste ich meine Ansprüche erst mal runter schrauben. Während man in Schwedt einfach zu den Öffnungszeiten in die Stadtverwaltung geht, muss man in Berlin erst telefonisch einen Termin vereinbaren. Wenn man Glück hat, bekommt man dann für 3 Wochen später einen Termin in einem Bürgerbüro am Rande der Stadt. In meinem Fall war das Bürgerbüro in der Wasserstadt Spandau meine Anlaufstelle, welches in genau einer Stunde Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Da kommt Freude auf!

Eigentlich wollte ich dort nur meine neue Adresse angeben, aber letztendlich musste ich mich um die marode Technik in dem Bürgeramt kümmern. Der Tintenstrahldrucker hat einfach nicht meinen Namen auf das Klebe-Etikett für den Ausweis gedruckt. Nachdem auch der fünfte Zettel verschmiert aus dem Drucker kam, empfahl ich dem Beamten Sachbearbeiter, erstmal eine Druckerdüsen-Reinigung durchzuführen. Da er mit der Sache sichtlich überfordert war, gingen wir die Sache gemeinsam durch und innerhalb von 3 Minuten war mein Etikett fertig. Insgeheim fragte ich mich, wie viele Bürger man in der Zeit hätte abfertigen können, aber das war mir dann auch egal. Immerhin bin ich jetzt kein Illegaler mehr!

  

Und sonst?

Während man mich in der Uckermark immer gefragt hat, was mich in diese verlassene Gegend zieht ist, ist Berlin scheinbar die interessanteste Frage, wie viel Miete man bezahlt. Egal ob beim Frisör, beim Feierabendbier oder beim Besuch des Briefträgers. Jeder redet über die horrenden Mieten in dieser Stadt. Dabei gibt es noch so viele andere Probleme hier! Die Kindergärten haben Wartelisten bis zum Mond, bei den Ärzten wartet man mindestens genauso lange wie in der Uckermark und in einigen Ecken kann man Abends nicht mehr lang laufen.

Schöne Aussichten!

House-Running in Berlin

Nachdem mein Bruder und ich jeweils Gutscheine für ein House-Running in Berlin zum Geburtstag geschenkt bekommen hatten, wollten wir uns dieses Wochenende nun endlich der Herausforderung stellen. Mitten im Zentrum Berlins am Park Inn Hotel haben wir uns unter den Augen der Familie von über 100 Meter abseilen lassen. Zunächst mussten wir aber knapp eine Stunde auf dem Dach des Hotels verharren, da es zu windig war. Mit einer etwas veränderten Variante (mit zwei Seilen) sind wir dann doch runter gekommen. Es war echt wahnsinn, sich ganz auf die Technik zu verlassen und sich einfach an der Dachkante fallen zu lassen. Der Weg runter ging eigentlich recht schnell (für meine Begriffe zu schnell), obwohl man durch die Windböen teilweise für einige Meter den Kontakt zur Hauswand verloren hat. Es war schon irgendwie cool, da an der Hauswand zu hängen und unten drunter wuseln hunderte Leute über den Alex. Definitv weiter zu empfehlen!

An der Dachkante des Park Inn Hotels und unter mir nur der Alexanderplatz
An der Dachkante des Park Inn Hotels und unter mir nur der Alexanderplatz
Blick von unten auf die Glasfassade. Durch die Windböen wurde man manchmal ziemlich abgetrieben.
Blick von unten auf die Glasfassade. Durch die Windböen wurde man manchmal ziemlich abgetrieben.